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Dämmung mit Schaumstoff: Effektiver Schallschutz für zuhause

Mit dem gigantischen Verkehrsaufkommen war noch vor wenigen Jahren nicht zu rechnen. Heutzutage sind viele berufstätigen Menschen auf den Besitz eines Fahrzeugs angewiesen und Autos verursachen Lärm. Wer am Samstagmorgen ausschlafen will oder nach Feierabend seine Freizeit im Wohnzimmer ohne lästige Außengeräusche verbringen will, sieht sich bei einer ungünstigen Bauweise mit Problemen konfrontiert. Die ständige Geräuschkulisse lässt niemanden zur Ruhe kommen. Sind Kinder im Haus, dehnt sich der Geräuschpegel weiter aus.

Schaumstoffe
Schaumstoffe in verschiedenen Dicken und Ausführungen

Dann muss ein effektiver Schallschutz her. Wenn man nach einem nachhaltigen Schallschutz sucht, wird man hier mit Schaumstoffen aller Art fündig. Doch einfach blindlings einen Schaumstoff auszusuchen, macht keinen Sinn. Bauherrn sollten sich umfassend über die individuellen Eigenschaften verschiedener Materialien informieren und diese auf ihre ganz eigenen persönlichen Bedürfnisse anpassen. Auf diese Weise schotten sie ihr Gebäude optimal ab. Hellhörige Räume gehören somit ebenso der Vergangenheit an.

Wann macht Schallschutz Sinn?

Schallschutz ist immer sinnvoll. Er beginnt bereits beim Boden. Ohne eine Trittschalldämmung ist jeder Tritt äußerst laut. Die Lautstärke lässt sich nicht nur auf der jeweiligen Etage sondern auch darunter und teilweise sogar im Nebenzimmer vernehmen. Das ist vor allem in Mehrfamilienhäusern sehr unangenehm.

Gibt es zudem keine adäquate Schallschutzwand, so können sich die Nachbarn reden hören. Das bedeutet große Einbußen im Bereich der Privatsphäre. Hört der Nachbar Musik, lädt er Freunde ein, sieht er fern oder benutzt er die Computer-Tastatur, nehmen die anderen Bewohner des Hauses Notiz davon.

Schallschutz macht jedoch auch Sinn, wenn die Bewohner geräuschintensiven Hobbys nachgehen. Wer beispielsweise Schlagzeug oder Klavier spielt, könnte Mitbewohner stören. Dauerhafter Lärm kann sogar krank machen, stellt einen konstanten Stressfaktor dar und ist ein dauerhaftes Problem für den Organismus.

In unserer ohnehin schon aus vielen Reizen bestehenden Außenwelt gehen wir vermehrt unter. Damit wir ein wohliges entspanntes Zuhause haben, sollten wir gleich beim Bau die richtigen Maßnahmen ergreifen, um die Vorteile der Dämmung von Anfang an nutzen zu können.

Welche Schallarten gibt es?

Im Wohnbereich gibt es zwei wesentliche Schallarten: Luftschall und Trittschall – einer Sonderform des Körperschalls.

Luftschall gelangt über die Luft zur Wand und wird von dieser aus zum nächsten Raum übertragen. Der Luftschall überträgt alle Geräusche, die beispielsweise vom TV-Gerät, von der eigenen Stimme, vom Radio, von Gerätschaften wie Motoren aber auch von Musikinstrumenten ausgehen.

Ist keine Dämmung vorhanden, trifft der Schall auf die Wand und wird im Nachbarzimmer gestreut. Zwar sind die Geräusche dort leiser, doch noch immer zu laut. Der Schallschutz mit integrierter Wärmedämmung verringert die Geräusche, indem er den Schall in sich schließt und nicht weiter überträgt. Zusätzlich wird die Wärme im Raum gehalten und gelangt nicht durch die Wand ungehindert nach außen.

Trittschalldämmung
Trittschalldämmung unter Laminat

Trittschall ist die zweite Variante des Schalls im Gebäude. Wer sich barfuß über den Boden bewegt, wird nicht so schnell wahrgenommen. Fehlt die Trittschalldämmung und die Bewohner tragen Absatzschuhe, hören sich die Tritte schnell wie Schüsse an.

Menschen mit einem empfindlichen Gehör haben Probleme damit und auch andere Menschen fühlen sich belästigt. Deshalb ist auch die Dämmung unterhalb von Laminat und Parkett eine gute Wahl. Je dicker sie ist, desto effektiver wird sie. Deshalb: Hier auf keinen Fall sparen, denn Bauherrn werden diese Einsparung binnen kurzer Zeit bereuen.

Wichtig: Neben der Dämmung gibt es noch die Dämpfung. Sollen sich die Geräusche lediglich innerhalb eines Raumes verringern, dann ist sie die erste Wahl. Die Dämpfung ist jedoch nur dann zu empfehlen, wenn es entweder keine direkten Nachbarn gibt oder sich lediglich nur ein Raum im Gebäude befindet – etwa in einem Gartenhaus oder innerhalb einer Datsche mit Gartenanschluss.

Auch das mit einem kleinen Gebäude versehene Freizeitgrundstück kommt ohne eine Dämpfung nicht aus. Die Dämmung des Bodens ist nicht unbedingt notwendig – sinnvoll ist sie dennoch, da sie alles abdeckt.

Die Materialien des Schallschutzes

Mittlerweile offerieren Märkte zahlreiche Stoffe für den optimierten Bau des Hauses. So erscheint es kaum verwunderlich, dass 2021 verschiedene Materialien für den Schallschutz in Frage kommen.

Sie richten sich ganz nach den örtlichen Gegebenheiten, der Lage des Baugrundstücks, der Nähe zur Straße und den sonstigen zu erwartenden Umgebungsgeräusche. Je nachdem, wählen Bauherrn eine dickere Schaumstoffplatte aus. Die Platten weisen ein hohes Eigengewicht auf.

Das macht sie stabil und gleichzeitig absorbieren sie den Schall und tragen ihn nicht weiter. Für Fenster, Türen, Böden, Decken und Wände kommen individuelle Schaumstoffe in Frage. Allerdings entscheiden sich die meisten Bauherrn für Verbundschaumstoff.

Verbundschaumstoff und seine Vorteile:

  • Idealer Schallabsorbierer
  • Verringerung der Ausdehnung von Bränden
  • Langjährig nutzbar ohne regelmäßigen Austausch
  • Hohe Flexibilität bei gleichzeitiger Stabilität
  • Lässt Luft hindurch und verbessert das Raumklima

Esterschaumstoff ist ebenso recht schwer und damit qualitativ hochwertig. Aufgrund seiner neutralen Optik muss der Schaumstoff nicht verdeckt werden. Er lässt sich auch im öffentlich zugänglichen und damit sichtbaren Feld anbringen. Mithilfe der Membranstruktur wird eine effektive Oberflächenvergrößerung erreicht – bei gleichzeitiger Luftdurchlässigkeit.

Im Unterschied zum Verbundschaumstoff ist er für Menschen interessant, denen es neben einer angenehmen Schalldämmung auf das Aussehen ankommt. Verbundschaumstoffe sind zwar nicht so ansehnlich, allerdings ist der Schallschutz weitaus besser. Hier entscheidet jeder Bauherr selbst, welche Variante für ihn in Frage kommt. In jedem Fall verstärken so genannte Bitumenschichten die Leistung der Schaumstoffe.

Den Einbau von Schallschutzschaumstoffen selbst vornehmen

Bauherrn haben in Deutschland das Recht sich selbst um den Schallschutz zu kümmern. Um den Schallschutz so gut wie möglich zu installieren, sollten sich Handwerker über Aufbau und Montage informieren. Die Platten weisen ein höheres Gewicht auf, weshalb sich die Teamarbeit anbietet.

Währenddessen ist auf den sicheren Umgang mit Baumaterialien und Werkzeugen zu achten. Wer mit Klebstoffen arbeitet, sollte seine Schleimhäute schützen. Diverse Baumasken helfen dabei und auch die Augen sind zu schützen, wenn die Platten weiterverarbeitet und eventuell zugeschnitten werden müssen.

Je nach Größe und Anforderung reicht es nicht aus Kleber zu verwenden. Es muss eine Holzkonstruktion gebaut werden. Diese ist generell zu empfehlen, da sie die Platten an Ort und Stelle hält und den Bauprozess erheblich erleichtert. Weiterhin kann der Montagekleber so besser und schneller trocknen und das Ergebnis lässt sich sehen.

Das gilt vor allen Dingen für die Anbringung des Schallschutzes im Deckenbereich. Hier ist die Anbringung einer soliden Grundkonstruktion zur Verankerung der Platten essenziell. Montagekleber ist ebenso zu verwenden.

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