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Gewächshaus selber bauen: So geht’s!

Wer sich an ein etwas aufwendigeres Handwerker-Projekt wagen will, für den ist die folgende Anleitung geeignet: der Bau eines Gewächshauses. Mit der richtigen Vorbereitung, etwas handwerklichem Geschick und ein paar helfenden Händen ist es flott aufgebaut und eröffnet Ihnen ganz neue Möglichkeiten bei der Bepflanzung Ihres Gartens.

Gewächshaus

Diese Bauarten sind möglich

Bei der Bauart von Gewächshäusern unterscheidet man zwischen freistehenden und angelehnten Gewächshäusern. Erstere können Sie an jeder beliebigen Stelle in Ihrem Garten aufstellen, während zweitere mit der Längsseite an einer Hauswand montiert werden. Zudem gibt es abgesenkte Gewächshäuser, die ein ebenerdiges Fundament besitzen.

Neben der Bauart können Sie zwischen verschiedenen Dachformen auswählen. Die meisten Gewächshäuser besitzen ein klassisches Satteldach oder eine Flachdach. Es gibt jedoch auch ausgefallenere Modelle mit Runddächern oder kombinierten Dachformen.

Das benötigen Sie für den Bau: Die Materialien

Für den Bau eines Gewächshauses brauchen Sie einige Materialien. Machen Sie sich am besten eine ausführliche Liste und gehen Sie damit einkaufen.

Fundament

Für das Fundament benötigen Sie je nach Bauart Beton, Stahlhülsen oder Holzbalken. Die Menge bzw. Anzahl der einzelnen Elemente ist dabei von der Größe der Grundfläche abhängig – je größer diese ist, desto mehr Elemente brauchen Sie.

Grundgerüst

Für den Bau des Grundgerüsts empfehlen wir Ihnen stabile Holzbalken, am besten aus einem robusten und witterungsfesten Holz, z.B. Fichten- oder Tannenholz. Greifen Sie zu dickeren Kanthölzern mit einer Stärke von mindestens 5×5 cm, das sorgt für eine gute Stabilität. Die Länge der Holzbalken richtet sich nach der Größe Ihres Gewächshauses. Außerdem benötigen Sie zusätzliche Holzleisten, um die Wandteile damit fixieren zu können.

Wände und Dach

Die Wände bestehen aus Doppelstegplatten, Glas oder einer Gewächsfolie. Die erforderliche Quadratmeter-Anzahl ist von der Größe Ihres Gewächshauses abhängig. Für das Dach brauchen Sie Wellplatten aus stabilem Kunststoff oder einem anderen robusten Material. Wir empfehlen Ihnen Wellplatten aus Acrylglas oder Polycarbonat, da diese besonders bruchfest und UV-resistent sind.

Kleinteile

Neben den größeren Materialien benötigen Sie die folgenden kleinere Bauteile:

  • Genügend Holzschrauben
  • Schrauben mit Unterlegscheiben für das Welldach
  • Zwei Türscharniere
  • Einen Türriegel oder einen Haken zum Verschließen der Tür
  • Dachfirstteile zur Abdichtung des Satteldachs
  • U-Profile zur Abdichtung der Doppelstegplatten
  • Eine hochwertige Holzlasur
  • Bei Bedarf: Sand oder Platten für den Boden und Farbe für den Anstrich

Schritt #1: Gewächshaus planen

Bevor Sie handwerklich tätig werden, sollten Sie Ihr Gewächshaus sorgfältig planen. Überlegen Sie sich, wie groß das Häuschen sein soll, wo Sie es aufstellen wollen und welche Materialien für Sie die beste Wahl sind. Richten Sie Ihre Pläne zudem danach, was Sie im Gewächshaus anpflanzen wollen und informieren Sie sich, ob Sie eine Genehmigung für den Bau brauchen.

Der fertige Plan liefert Ihnen eine Liste mit den erforderlichen Materialien und gibt Ihnen vor, wie groß bzw. lang die einzelnen Baustoffe sein sollen. Ihre Materialliste führt Sie anschließend in den Baumarkt.

Schritt #2: Materialien besorgen und zuschneiden

Kaufen Sie im Baumarkt die erforderlichen Materialien und lassen Sie sich diese – wenn möglich – auf die passende Größe zuschneiden. Falls Sie die Materialien online bestellen, kaufen Sie diese auch hier am besten nach Maß. Das spart Ihnen viel Arbeit und Sie können direkt mit beim Bau Ihres Gewächshauses starten. Ist ein maßgenauer Zuschnitt nicht möglich, dann können Sie das mit einer Handkreissäge auch selber übernehmen.

Sparen Sie außerdem nicht bei den Schrauben und anderen Kleinteilen. Besorgen Sie sich davon lieber ein paar mehr, sodass Ihnen beim Aufbau des Häuschens keine wichtigen Verbindungsstücke fehlen. Kaufen Sie für das Welldach zudem spezielle Schrauben mit Unterlegscheiben, damit Sie später keine Probleme mit undichten Stellen bekommen.

Schritt #3: Fundament anlegen

Beim Fundament haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können ein Holzfundament nutzen, das flott angelegt ist, aber vergleichsweise schnell verwittert. Alternativ können Sie Ihr Fundament betonieren. Diese Variante ist langlebiger, aber auch zeitaufwendiger und teurer. Einen guten Mittelweg bieten Stahlfundamente. Sie sind langlebig und schnell aufgebaut – die optimale Lösung für kleine bis mittelgroße Treibhäuser.

Für welche Varianten Sie sich auch entscheiden – die richtigen Maße sind entscheidend. Messen Sie die Grundfläche exakt aus und markieren Sie sich Ecken und Seitenwände. Diese dienen nämlich als Ankerpunkte für die Konstruktion des Grundgerüsts.

Schritt #4: Grundgerüst aufbauen

Beginnen Sie für das Grundgerüst am besten mit dem Zusammenschrauben der Seitenwände. Verschrauben Sie zuerst den Außenrahmen der jeweiligen Seitenwand und bringen Sie für mehr Stabilität zusätzliche Streben an. Sind die Rahmen aller vier Seitenwände fertig, dann werden sie mit dem Fundament verbunden. Bringen Sie bei Bedarf zusätzliche Leisten zum Fixieren der Stegplatten an und bedenken Sie bei der Konstruktion, dass Ihr Gewächshaus eine Tür benötigt!

Nun geht es an den Aufbau des Dachgerüstes. Je nach Dachform ist das aufwendiger, oder leichter zu bewerkstelligen. In jedem Fall sind jedoch helfende Hände ein Vorteil, weil Sie hier in der Höhe arbeiten müssen. Verschrauben Sie alle Holzstreben nach Bauplan und achten Sie darauf, dass alle Teile solide miteinander verbunden sind.

Schritt #5: Wände einsetzen

Für das Einsetzen der Wände haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Wir empfehlen Ihnen die Wände nur einzuklemmen und nicht direkt mit den Balken zu verschrauben – um undichte Stellen zu vermeiden. Sie benötigen dafür einen Rahmen am Grundgerüst, in den Sie die Doppelsteg- bzw. Glasplatten von oben hineinschieben können. Mit dem festeren Anziehen der Schrauben im Rahmen können Sie die Platten anschließend fixieren, ohne sie direkt anzubohren.

Das Einklemmen der Platten hat den Vorteil, dass keine zusätzlichen Löcher das Eindringen von Regenwasser ermöglichen. Außerdem brauchen vor allem die Doppelstegplatten Platz, um sich auszudehnen. Eine verschraubte Montage beeinträchtigt also die Isolation. Vergessen Sie nach der Fixierung nicht die obere Schnittkante der Doppelstegplatten (z.B. mit einem U-Profil) abzudecken. Ansonsten kann sich Wasser in den Wänden sammeln.

Wenn Sie für Ihr Gewächshaus lediglich Gewächshausfolie benutzen, dann können Sie das Grundgerüst einfach mit dieser bespannen. Achten Sie darauf, dass die Folie gut abschließt und keine Lücken entstehen.

Schritt #6: Dach decken

Der letzten Schritt auf dem Weg zum selbstgebauten Gewächshaus ist das Dachdecken. Nehmen Sie dafür die von Ihnen ausgewählten Wellplatten, oder ein anderes geeignetes Dachmaterial zur Hand. Verschrauben Sie die einzelnen Platten mit dem Dachgerüst und nutzen sie dafür unbedingt Schrauben mit einer Dichtungsplatte. Ansonsten wird durch die Bohrlöcher das Regenwasser ins Innere des Gewächshauses topfen.

Wenn Sie sich für ein klassisches Satteldach entschieden haben, brauchen Sie zudem ein Firstblech. Dieses dichtet die Kante der beiden Wellplatten ab und verhindert das Eindringen von Regenwasser.

Der richtige Standort für Ihr Gewächshaus

Damit Sie die Sonne bestmöglich ausnutzen können, sollten Sie Ihr Gewächshaus in Richtung Süden ausrichten. So haben Sie die beste Sonneneinstrahlung und Ihre Pflanzen können am meisten von der produzierten Wärme profitieren. Große Bäume und Hecken sollten nicht in unmittelbarer Nähe stehen, da diese zu viel Schatten spenden. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Gewächshaus möglichst windgeschützt steht. Zu viel Wind kann nämlich Probleme bei der Isolation verursachen.

Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Ein selbstgebautes Gewächshaus ist nicht besonders billig und mit Sicherheit teurer als so mancher Fertigbausatz. Bei einem kleinen Gewächshaus müssen Sie auf jeden Fall mit guten 200 Euro Materialkosten rechnen – es kann natürlich auch teurer werden.

Ein selbstgebautes Gewächshaus hat jedoch den Vorteil, dass Sie es genau auf Ihre Wünsche und Ihren Garten abstimmen können. Sie müssen sich nicht an die vorgegebenen Maße oder die Optik der Fertighäuser halten, sondern können Ihr Traum-Gewächshaus ganz nach Ihren Wünschen bauen.

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