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Immobilienkredit – kann man Baugeld günstiger erhalten?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Jeder Immobilienkredit wird auf die persönlichen Verhältnisse, auf die eigenen finanziellen Sicherheiten und auf die Bonität des Antragstellers abgestimmt. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Faktoren eine Rolle spielen und wie Sie eventuell günstiger an einen Immobilienkredit kommen.

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Diese Faktoren beeinflussen die Baukreditkosten

Der Entschluss für den Hauskauf ist gefasst. Nun kommt die eigentliche Herausforderung, der sich ein Großteil aller potenziellen Bauherren und Immobilienkäufer stellen müssen: „Wo bekomme ich die günstigste Finanzierung und welche Kriterien werden der Zinsberechnung zugrunde gelegt? Wie kann ich den Zinssatz und den Effektivzins mindern?“ Hier kommen einige Faktoren, die Ihren Kreditzins beeinflussen:

  • Laufzeit und Kreditsumme: Je höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer der Aufgabe nicht gewachsen ist, desto höher die Zinsen. Gleiches gilt für die Laufzeit, je länger die Laufzeit, desto eher fällt die Zahlung aus.
  • Schufa-Auskunft: Wenn Sie einen Immobilienkredit benötigen, steht die Bonität ganz oben auf der Agenda. Haben Sie unbezahlte Darlehen am Laufen, steigen die Zinsen.
  • Die Hausanschrift: Eigentlich unfair, aber leider wird es häufig so gemacht. Wohnen Sie in einer schlechten Umgebung, bekommen Sie schlechtere Kreditkonditionen.
  • Ihre Sicherheiten: Wenn Sie der Bank verlockende Sicherheiten anbieten wie ein prall gefülltes Bankkonto oder ein schönes Aktienpaket, bekommen Sie niedrigere Zinsen.
  • Ihr Alter: Eigentlich logisch, je älter Sie werden, desto größer ist Ihre Sterberisiko. Die Bank „belohnt“ diese mit höheren Kreditzinsen.
  • Frei verfügbares Einkommen: Ein hohes Einkommen ist den Bank oft nicht genug für einen günstigen Baukredit, es muss zusätzlich noch frei verfügbar sein. Die Fixkosten sollten also niedrig sein.
  • Ihr Familienstand: Sind Sie ledig und kinderlos bekommen Sie in der Regel schlechtere Konditionen, als wenn Sie verheiratet sind und Kinder haben. Das senkt das Risikon, den Job zu verlieren.
  • Job und Ausbildung: In der Regel bekommt ein freischaffender Künstler keine so günstigen Konditionen wie Beamten, die einen sicheren Job und somit ein gesichertes Einkommen haben.
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Sie sehen, es gibt einige Dinge, die von Ihrer Bank beleuchtet werden, bevor Sie Ihnen einen Kredit geben. Wenn Sie einen Immobilienkredit günstiger bekommen wollen, sollten Sie bei den meisten oben genannten Faktoren positiv abschneiden. Letztlich ist es so, dass diejenigen, die eigentlich bereits genug Geld auf der Tasche haben, neues Geld einfacher und günstiger bekommen als Bauherren, die knapp bei Kasse sind.

Um einen groben Überblick über die möglichen Konditionen zu erhalten, empfiehlt es sich, zunächst einen Kreditrechner zu nutzen.

Wie man bei Immobilienkrediten sparen kann

Egal, ob man ein kleines Ferienhaus im Wald oder ein Eigenheim in der Stadt sucht, eine Finanzierung ist im Regelfall nötig. Wer bereits einige positive Voraussetzungen und Eigenkapital mitbringt, kann Kreditkosten sparen und von günstigen Zinsen profitieren.

Grundsätzlich sollte man aber wissen, dass sich die Bauzinsen mit Anhebung des Leitzinses erhöht haben. Die Zinswende und die parallel dazu gestiegenen Immobilienpreise wirken sich spürbar auf die monetäre Belastung beim Hauskauf aus. Umso wichtiger ist es, Konditionsanfragen zu stellen und mindestens drei Angebote in den Vergleich zu stellen.

Hinweis: Wer bei Kreditgebern anfragt, sollte die Anfrage ausdrücklich als Konditionsgesuch deklarieren. Andernfalls handelt es sich um eine Kreditanfrage, die in der Schufa vermerkt wird und die sich nachteilig auf die Bonität auswirkt. Konditionsanfragen hingegen sind unverbindlich und beeinflussen die Kreditwürdigkeit nicht.

Eigenkapital – Vorteil oder unwichtig?

Wer bauen oder kaufen möchte, sollte sich nach Expertenmeinungen beeilen. Aktuell werden Immobilienkredite mit ca. zwei Prozent verzinst, was eine Doppelung zu den bisherigen Niedrigzinsen aufzeigt. Doch das heißt nicht, dass jeder potenzielle Käufer mit einer Höchstverzinsung von zwei Prozent rechnen kann. Vielmehr handelt es sich hierbei um ein Zinsangebot bei bester Bonität und einem hohen Einkommen.

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Genügend Eigenkapital erleichtert die Immobilienfinanzierung

Eine 100-Prozent-Finanzierung ist kaum rentabel. Bringt man Eigenkapital mit, kann man nicht nur Zinsen sparen, sondern verringert die Laufzeit des Kredits aufgrund einer niedrigeren Finanzierungssumme. Der Eigenanteil sollte bei 20 bis 25 Prozent liegen. Kann man mehr Eigenkapital einbringen, ist das positiv – sollte aber wiederum in Anbetracht möglicher Umbauten oder anderer Investitionen gut überlegt werden.

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Um Kosten zu sparen, sind flexible Verträge mit kostenloser Sondertilgung und einer Zinsbindung von 10 bis 15 Jahren empfehlenswert. „Kleinere Summen“ kann man alternativ finanzieren und sie zum Beispiel durch eine Grundschuld auf die Immobilie absichern.

Warum sich Immobilienkredite weiter verteuern werden

Marktkenner vermuten, dass der Immobilienkreditzins bis zum Jahresende auf drei Prozent ansteigen wird. Nach wie vor kennen auch die Baukosten und Kaufpreise für Häuser oder Wohnungen nur den Trend nach oben. Angesichts aller Teuerungen und der Ungewissheit beim Blick in die Zukunft ist es wichtig, mit Bedacht zu entscheiden und sich ausreichend Zeit für Vergleiche zu nehmen.

Ob man sein Eigenheim über die Hausbank oder einen alternativen Kreditgeber finanzieren sollte, lässt sich am besten in einem Vergleich der Gesamtkonditionen herausfinden. Neben dem Zinsvergleich ist es wichtig, die vertraglichen Bedingungen gegenüberzustellen und den Fokus auf die Flexibilität in der Tilgung zu lenken.

Kostenlose Sondertilgungen, innerhalb der Laufzeit anpassbare Raten und der Einsatz von Eigenkapital machen günstiges Baugeld möglich. Wer bereits finanziert, sollte seine Anschlussfinanzierung zeitnah planen und so den unvermeidlichen „Zinsschock“ umgehen.

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