Laminat oder Parkett verlegen? Die richtige Entscheidung treffen

Parkett oder Laminat verlegen? Diese Frage stellen sich viele, die zu Hause renovieren. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Vor- und Nachteilen der beiden Materialien und unterstützen Sie, die richtige Entscheidung für Ihre vier Wände zu treffen.

Laminat oder Parkett

Welche Arten von Laminat gibt es?

Nicht jeder Laminatboden ist gleich. Sie unterscheiden sich untereinander hinsichtlich der Verlegungsart und der Stärke.

Früher wurden Nut und Feder der Laminatdielen verklebt, heute ist die schwimmende Verlegung ohne Leim üblich. Diese funktioniert auf Basis eines Klicksystems, bei dem die Dielen des Laminats einfach ineinandergesteckt und mit Hammer und Schlagholz vorsichtig festgeklopft werden. Dadurch ist nicht nur der Aufwand geringer, die Verlegung fällt auch leichter.

Neben Klick-Laminat gibt es aber auch Laminatböden, die mit dem sogenannten Locksystem verlegt werden. Hierbei steckt man die Dielen von oben in einen kleinen Winkel ineinander und bewegt sie mit leichtem Druck nach unten, sodass eine gerade Fläche entsteht.

Es gibt aber auch Laminatböden, die das Klick- und Locksystem kombinieren. Bei diesen Dielen ist beispielsweise an der Stirnseite das Klicksystem und an der Längsseite das Locksystem anzuwenden.

Vorteile von Laminat

Laminat ist ein beliebter Bodenbelag, denn es kann ganz einfach selbst verlegt werden. Zudem gibt es Dielen für jeden Geschmack: Ob Holzdekor, Steinoptik, Betonoptik oder ein ausgefallenes Design – mit Laminat ist optisch fast alles möglich. Dass Bodenbeläge aus Laminat in so vielen Variationen erhältlich sind, ist ein klarer Pluspunkt.

Hochwertige Laminatböden sind bis zu zehn Jahre – und auch darüber hinaus – haltbar. Je stärker das Material, desto langlebiger ist der Boden. Üblicherweise gibt es Dielen in einer Stärke von sechs bis zwölf Millimeter. Für hoch frequentierte Räume eignen sich die stärkeren Dielen von mindestens acht Millimetern. In wenig frequentierten Räumen reichen hingegen meist dünne Dielen von sechs Millimetern aus.

Laminat ist schmutzabweisend und antistatisch, daher ist es ziemlich pflegeleicht. Sie sollten Ihren Laminatboden allerdings nicht nass, sondern nur nebelfeucht wischen. So vermeiden Sie, dass der Boden aufquillt.

Laminat
Laminat lässt sich recht einfach selbst verlegen

Nachteile von Laminat

Laminat ist ein künstlicher Hartboden und damit etwas lauter als andere Fußböden. Da er ausschließlich schwimmend verlegt werden sollte, empfiehlt es sich, eine Trittschalldämmung unterzulegen. Sie löst das Problem zwar nicht vollständig, aber in einem sehr guten Maße. Hinzu kommt, dass ein Laminatboden deutlich kälter als Parkett ist. Wer gerne barfuß läuft, wird diesen Unterschied spüren – es sei denn, er verlegt darunter eine Fußbodenheizung.

Der größte Nachteil eines Laminatbodens ist, dass er sich nicht abschleifen lässt. Ist der Boden nach ein paar Jahren nicht mehr gut in Schuss, können Sie ihn nicht durch Abschleifen wie beim Parkett erneuern. Dellen und Kratzer lassen sich ausschließlich mit geeignetem Hartwachs oder einer Holzpaste kaschieren – oder Sie tauschen den Boden aus.

Welche Parkettarten gibt es?

Neben Laminat ist auch Parkett einer der beliebtesten Bodenbeläge. Während Laminat lediglich aus Holzfaserstoffen besteht, die mit Melaminharz beschichtet und auf eine Spanplatte geklebt wurden, besteht Parkett aus Echtholz. Zu den gängigsten Parkettarten zählen Stabparkett, Mehrschichtparkett, Mosaikparkett, Massivparkett, Parkettdielen und Tafelparkett.

Bei einem Stabparkett werden einzelne Holzstücke aneinandergereiht. Diese weisen meist die Maße von 500 x 80 x 22 mm auf. Häufig bezeichnet man Stabparkett auch als Nagelparkett.

Die Dielen eines Mehrschichtparketts sind bereits versiegelt und daher auch für Heimwerker geeignet. Möchte man Parkett selbst verlegen, eignet sich Mehrschichtparkett sehr gut. Es wird meist per Klick-System verlegt. Zudem ist es preiswerter als andere Parkettarten, da die Dekor-Holzschicht nur circa drei Millimeter dick ist und sich darunter günstiges Nadelholz verbirgt.

Parkett
Parkett wird mit zunehmendem Alter immer schöner

Mosaikparkett ist aus filigranen Holzlamellen gefertigt. Die Lamellen sind in der Regel acht Millimeter stark und auf ein Netz verklebt, damit sie zusammenhalten. Sie werden häufig in circa 12 Zentimeter breiten Quadraten verlegt.

Massivparkett besteht aus Massivholzstücken. Es wird in den meisten Fällen unbehandelt verlegt und anschließend behandelt.

Bei einer Parkettdiele kommt ebenfalls Massivholz zum Einsatz. Parkettstäbe werden zu einer Holzdiele verklebt, die bis zu zwei oder drei Meter lang ist. Häufig wird diese Parkettart gewählt, um einen Raum optisch zu vergrößern.

Die sogenannte Königin der Fußböden ist das Tafelparkett. Es wird so verlegt, dass ansprechende, geometrische Formen entstehen. Die komplexen Muster machen aus dieser Parkettart ein besonderes Schmuckstück.

Vorteile von Parkett

Anders als Laminat besteht Parkett aus Echtholz und ist damit weitestgehend schadstofffrei. Seine unregelmäßige Struktur wirkt sehr natürlich. Die offenporige Holzoberfläche reguliert zudem das Raumklima. Sie nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Außerdem hat Parkett eine angenehme Haptik und fühlt sich warm an – ideal für Barfußläufer.

Je härter das Holz des Parketts ist, desto robuster und langlebiger ist der Boden. Anders als Laminat können Sie beanspruchtes Parkett bei Dellen oder Kratzern abschleifen und einölen oder lackieren – dann sieht es wieder aus wie neu. Dies ist meist erst nach circa zehn bis zwanzig Jahren nötig.

Des Weiteren können Sie Parkett sowohl schwimmend verlegen als auch mit dem Untergrund verkleben. Die Vorteile eines verklebten Parkettbodens sind weniger Trittschall und Knarzgeräusche. Falls Sie den Boden schwimmend verlegen möchten, sollten Sie eine Dampfsperre und Trittschallschutz unterlegen.

Ein Parkettboden besteht zu 100% aus Holz, was ihn sehr nachhaltig macht. Wenn Sie eine heimische Holzart wählen, vermeiden Sie zudem lange Transportwege durch den Import.

Nachteile von Parkett

Parkett hat kaum Nachteile. Der größte Nachteil ist der Preis. Im Vergleich zu Laminat ist ein Parkettboden teuer. Für Laminat zahlen Verbraucher 5-30 Euro pro Quadratmeter, für Parkett hingegen 40-150 Euro. Ein weiterer Nachteil ist, dass ein Parkettboden mit der Zeit meist etwas nachdunkelt. Holz ist lebendig und reagiert auf UV-Strahlen.

Zudem kann Parkett nur auf Warmwasser-Fußbodenheizungen verlegt werden, jedoch nicht auf elektrische. Der Wärmedurchlasswiderstand des gewählten Holzes darf hierbei höchstens 0,15 qm K/W betragen, daher eignen sich Buche und Ahorn nicht.

Fazit

Ob Parkett oder Laminat – beide Bodenbeläge haben ihre Vorzüge und Nachteile. Falls Sie vorhaben, dauerhaft in Ihrem Zuhause wohnen zu bleiben, empfiehlt es sich, Parkett zu verlegen. Schließlich ist dieser Belag fast schadstofffrei und lässt sich abschleifen, wenn er nicht mehr schön aussieht. Wenn Sie allerdings vorhaben, in naher Zukunft umziehen, ist Laminat die bessere Alternative. Schließlich ist dieser Bodenbelag deutlich günstiger.

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