Bohren für Heimwerker: Maschinen und Arbeitsweisen

Wer beim Bau des Eigenheims viele Eigenleistungen übernimmt, braucht für einige Arbeiten solide Bohrmaschinen. Beispielsweise, um Holzbalken miteinander zu verbinden, Bauelemente an Betonwänden zu fixieren oder Metalle zu bohren. Damit das Ergebnis stimmt, braucht es bedarfsgerechtes Zubehör und eine durchdachte Vorgehensweise. Tipps zur Maschinen- und Material-Auswahl sowie eine Bohranleitung in diesem Ratgeber arrangiert.

Bohrmaschine
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Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Schlagbohrer als Klassiker – Bohrhammer und Akku-Bohrer als Alternative

Bohrmaschinen mit pneumatischem Schlagwerk und Kabel sind praktische Alleskönner. Diese Maschinen erledigen diverse Aufgaben beim Hausbau und gehen über die Leistung einfacher Akkubohrer hinaus. Mit den passenden Bohrern lassen sich damit zahlreiche Bohrlöcher in unterschiedlichste Materialien setzen. Ob Holz, Naturstein, Stahlbeton oder Metalle. Beim Kauf eines Schlagbohrers sollte auf genügend Kabellänge und mindestens 750 Watt geachtet werden. Für besonders harte Untergründe können wiederum Bohrmaschinen mit 2.000 Watt nötig werden.

Damit auch weichere Substanzen, ohne auszufransen bearbeitet werden, sollte sich das Schlagwerk abschalten lassen. Darüber hinaus sind Kennzahlen wie Schlagzahl und Drehzahl entscheidend. Hier gilt: Je mehr, desto besser. Zudem sollte die Maschine über ein Bohrerschaft-System beziehungsweise SDS-Bohrfutter verfügen, weil es eine optimierte Kraftübertragung gewährleistet. Wird viel gebohrt, ist ein geringes Eigengewicht für ermüdungsfreies Arbeiten wichtig.

Zwei Alternativen im Überblick:

  1. Für grobe Arbeiten ist stattdessen ein Bohrhammer die richtige Wahl. Diese Maschinen dringen im Vergleich zum Schlagbohrer leichter durch harte Materialien wie Betonwände hindurch und meistern das Meißeln besser. Bohrhammer sind nochmals deutlich leistungsstärker und mit einem druckluftgetriebenen Schlagwerk ausgerüstet. Damit das Meißeln gelingt, müssen Bohrhammer einen Drehstopp aufweisen.
  2. Fällt die Entscheidung aus Komfort-Gründen (kein Kabel) für den Akku-Bohrschrauber mit Schlagbohrfunktion, sollte kein Billigmodell angeschafft werden. Gerade beim Hausbau beziehungsweise Ausbau braucht es zuverlässige Geräte, die auch grobe Aufgaben überstehen. Ein Akkubohrer sollte deshalb mindestens 40 Newtonmeter Drehmoment und 18 Volt Ein hochwertiger Akku mit Schnellladefunktion oder Ersatz-Akku für das unterbrechungsfreie Bohren ist ein weiteres Muss auf dem Bau.

Bohrmaschinen ohne Schlagfunktion sind lediglich für leichte Arbeiten beziehungsweise weniger harte Materialien wie Holz und Gipskarton ratsam. In einem unabhängigen Onlineportal inklusive Bohrmaschinen Test können Heimwerker gezielt nach Schlagbohrmaschine, Bohrhammer, Akku-Bohrschrauber und Co. Ausschau halten. Darin werden Details zu Maschinen von beliebten Marken wie Bosch und Makita thematisiert.

Bohrer und Dübel: Neben einer geeigneten Bohrmaschine müssen die Bohrer passend zu den Vorhaben ausgewählt werden. Unterschieden wird zwischen Metall-, Stein- und Holzbohrern, die jeweils in unterschiedlichen Stärken erhältlich sind. Außerdem werden Dübel benötigt. Hier reicht die Auswahl vom Gipskartondübel über Allzweckdübel und Porenbetondübel bis zum Spreizdübel. Damit die Bohrlöcher nicht zu groß werden, sollte der Durchmesser der Bohrer bei porösem Material geringer sein als der Durchmesser der Dübel. Mehr dazu in der Bohrerkunde

Bohrer
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Bohranleitung – wichtige Tabuzonen kennen!

Ist die passende Bohrmaschine inklusive der Bohrer und Dübel für das entsprechende Material ausgewählt und montiert, geht es ans Bohren. Zunächst ist jedoch wichtig zu wissen, an welchen Stellen im Gebäude besser nicht gebohrt wird – dies gilt für:

  • In der Nähe von Steckdosen und Lichtschaltern (Stromleitungen!).
  • Im Bereich des Verlaufs von Stromleitungen innerhalb der Wände.
  • Neben Türrahmen, Fenster und Raum-Ecken (30 Zentimeter Abstand halten).
  • Im Bereich zwischen 15 und 45 Zentimeter über dem Fußboden.
  • In der Zone 15 und 45 Zentimeter unterhalb der Raumdecke.

Diese Zonen sind deshalb häufig tabu zum Bohren, weil es sich um Installationsbereiche für stromführende Leitungen handelt. Aber auch Wasserleitungen könnten beim Bohren beschädigt werden. Um das zu verhindern, ist die Verwendung eines Multidetektors mit möglichst präzisen Sensoren empfehlenswert. Im Malerblatt wurde Informatives zu Ortungsgeräten in der Kategorie Aus- und Weiterbildung zusammengefasst.

Schritt für Schritt zum Ziel – das perfekte Bohrloch bohren

Ist die Bohrstelle geprüft, kann es losgehen:

  1. Vor dem Bohren wird die Stelle des gewünschten Bohrlochs mit Bleistift gekennzeichnet.
  2. Damit der Bohrer nicht abrutscht, kann die gekennzeichnete Stelle auf rutschigen Oberflächen beispielsweise mit Panzerband verstärkt
  3. Jetzt wird am Bohrer die maximale Bohrlochtiefe markiert. Das geht am einfachsten mit einem farbigen Klebeband. Die richtige Tiefe des Bohrlochs errechnet sich folgendermaßen: Dübellänge + Dübeldurchmesser.
  4. Die Bohrmaschine wird nun im rechten Winkel zur Wand Gebohrt wird ohne übermäßigen Druck möglichst gleichmäßig bis zur markierten Bohrlochtiefe.
  5. Ist diese erreicht, sollte der Bohrer nicht bei laufendem Betrieb aus dem Loch herausgezogen, sondern die Bohrmaschine hierfür abgeschaltet oder auf die Rücklauffunktion umgestellt werden.
  6. Für problemloses Einführen der Dübel wird das Bohrloch zuvor mit einem Staubsauger ausgesaugt.
  7. Dann den Dübel in das Bohrloch schieben und schon kann die passende Schraube zur Fixierung diverser Objekte Verwendung finden.

Sollte das Bohrloch trotz sorgfältiger Vorbereitungen zu klein oder zu groß für den Dübel sein, lässt sich Abhilfe schaffen. Zu kleine Bohrlöcher lassen sich einfach durch den nächstgrößeren Bohrer weiten. Zu große Bohrlöcher können wiederum mit Spachtelmasse verengt werden – hier ist allerdings Trocknungszeit (gemäß Herstellerangaben) nötig, bevor geschraubt werden kann.

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