Die wichtigsten Regeln für den Umgang mit Sägen

As Bauherr oder Heimwerker kommen Sie mit den unterschiedlichsten Sägen in Kontakt. Insbesondere die motoriesierten Sägen sind besonders gefährlich und sind immer wieder für schlimme Verletzungen verantwortlich. An dieser Stelle möchten wir Ihnen daher die wichtigsten Sicherheitsregeln beim Umgang mit Motorsägen näherbringen. Dabei fokussiere fokussieren wir uns auf typische Sägen aus dem Heimwerkerbereich, namentlich Hand- und Tischkreissäge, Kapp- sowie Stich- und Kettensäge. Allerdings dürfen Sie davon ausgehen, dass die meisten Regeln universell sind, weil alle Sägen nach demselben Grundprinzip arbeiten.

Handkreissäge
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Sägen sind extrem nützliche Werkzeuge. Sie benötigen jedoch ein gesundes Sicherheitsbewusstsein, um nicht zu einem Risiko zu werden. (stock.adobe.com © Blue Planet Studio)

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Gefährliche motorisierte Sägen?

Zunächst einmal möchte ich hier mit einem weitverbreiteten Irrglauben aufräumen. Dem, wonach Sägen inhärent gefährlich seien. Das ist schlicht und ergreifend falsch. Kein Werkzeug ist gefährlich in dem Sinn, als dass davon eine grundsätzliche Gefahr ausginge.

Jedes Werkzeug und somit auch die motorisierte Säge, ist nur dann gefährlich, wenn …

  1. der technische Zustand nicht einwandfrei ist.
  2. der Bediener sich der Gefahren nicht bewusst ist.
  3. die Bedienung außerhalb der vorgesehenen Parameter erfolgt.

Das heißt: Solange Ihre Säge in technisch gutem Zustand ist, Sie daran keine unzulässigen Manipulationen vornehmen und die noch zu nennenden Sicherheitsregeln einhalten, ist die Arbeit mit diesem Werkzeug kein Stück riskanter als mit einem Schraubendreher oder einem Küchenmesser. Deshalb gilt: Respekt bitte ja, aber keine übertriebene Scheu vor dem Werkzeug als solches.

Übrigens werde ich auf den weiteren Zeilen der Einfachheit halber nur von Sägen sprechen, gemeint sind jedoch immer solche, die auf irgendeine Weise motorisiert angetrieben werden.

Tipp #1: Absolut niemals ohne Sicherheitsausrüstung sägen

Sägen ohne Handschuhe
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„Hände frei – handschuhfrei“. Wenn Sie nicht beide Hände fest auf irgendwelche Sägegriffe legen müssen, sollten Sie unbedingt auf Handschuhe verzichten. (stock.adobe.com © Kzenon)

Eine Säge im Betrieb erzeugt ein teilweise sehr hochfrequentes Sirren, Jaulen oder Kreischen – selbst, wenn technisch alles einwandfrei funktioniert. Sie vibriert, das Sägeblatt bewegt sich mit hohen Geschwindigkeiten, das Werkzeug kann bei Fehlbedienungen schlagen und beschleunigt die abgetrennten Teile des Schnittguts auf hohe Geschwindigkeiten. Das alles sorgt für ein ständiges Risiko für diverse Belastungen, sowohl im Normalbetrieb als auch bei Unfällen.

Die absolut allerwichtigste Regel bei allen Sägen, die Sie im Betrieb nicht ständig mit beiden Händen festhalten müssen: Tragen Sie unter keinen Umständen Handschuhe!

Sobald sich eine Hand frei bewegen kann, besteht das Risiko, dass der Handschuhstoff in die Sägezähne gerät und samt Inhalt hineingezogen wird. Die „sicheren“ Handschuhe werden so zum Unsicherheitsfaktor.

Weiter sollten Sie folgendes beachten:

  • Wenn eine Schutzhaube vorhanden ist, dann senken Sie sie immer so weit ab, wie es die Schneidgutdicke gestattet.
  • Tragen Sie immer zumindest Ohrstöpsel, besser jedoch einen Kapselgehörschutz. Vergleichen Sie in der Bedienungsanleitung die Maximallautstärke der Säge und kaufen Sie den Gehörschutz basierend auf diesen Werten.
  • Sägen Sie nie ohne eine Schutzbrille, die rundherum geschlossen ist. Wenn es Ihnen bequemer ist, können Sie alternativ einen Gesichtsschild tragen.
  • Sägen Sie nur mit enganliegender und geschlossener Bekleidung. Binden Sie lange Haare sorgsam zusammen. Langbartträger sollten diesen ins Oberteil stecken und zusätzlich ein Kopftuch eng um den Hals-Nacken-Bereich binden.

Beachten Sie jedoch bitte, dass Sie bei Kettensägen eine deutlich erweiterte Persönliche Schutzausrüstung (PSA) Forst tragen müssen. Denken Sie dabei immer an Ihren Versicherungsschutz.

Tipp #2: Nur mit einem rundherum passenden Sägeblatt arbeiten

Jede Sägebauart benötigt ihr eigenes Sägeblatt. Und bei jeder Bauart gibt es verschiedenste Modelle, die ebenfalls eigene Sägeblätter benötigen. Und selbst innerhalb der Modelle haben Sie oft die Möglichkeit, unterschiedliche Sägeblätter bezogen auf die Materialart, ihre Dicke und weiterer Faktoren zu erwerben.

Grundsätzlich müssen Sie deshalb jedes Mal von oben beginnend kaufen. Das heißt, wenn Sie eine Kappsäge besitzen, dürfen Sie nur Blätter aus der diesbezüglichen Kategorie nutzen; nicht etwa solche für Handkreissägen. Innerhalb der Kategorie müssen Sie dann die technischen Vorgaben Ihres speziellen Sägemodells beachten (sie stehen in der Betriebsanleitung). Ist das getan, müssen Sie evaluieren, welches Sägeblatt mit welcher Zahnung Sie für das zu sägende Material benötigen.

Das ist, fraglos, etwas Aufwand. Aber es trägt ganz erheblich zu Ihrer Sicherheit bei. Außerdem sorgt es für Langlebigkeit Ihrer vielleicht teuren Säge und garantiert ein gleichbleibend sauberes Schnittbild.

Weiter sollten Sie sich immer die Zeit nehmen, das Sägeblatt vor der Arbeit mit einem Holzstück zu drehen. Achten Sie dabei darauf, dass das Blatt nicht nach den Seiten „eiert“ und prüfen Sie jeden Zahn, ob er Ausrisse oder andere Fehler zeigt. In beiden Fällen gehört ein solches Blatt sofort ersetzt.

Tipp #3: Ausschließlich im ausgeschalteten, spannungsfreien Zustand warten

Sägen mit Handschuhe
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Eine weitere goldene Regel: Immer wenn Sie „an“ und nicht „mit“ der Säge arbeiten, sollten Netzstecker oder Akkus entfernt sein. (stock.adobe.com © alexx_60)

Angenommen, Sie möchten an einer Tischkreissäge das Blatt von äußerst fein auf grob tauschen, um Balken schnell abzulängen. Dann ist es immer nötig, an der „gefährlichen Seite“ dieses Werkzeugs zu arbeiten.

Dieses Beispiel möchte ich nutzen, um Ihnen eine weitere unsagbar wichtige Grundregel darzulegen: Bei allem, was Sie an der Säge tun, was nicht direkt mit dem Sägen zusammenhängt, muss das Werkzeug unbedingt ausgeschaltet sein. Ferner müssen Sie immer den Netzstecker ziehen oder den Akku entfernen. Die Ausnahme sind nur benzinbetriebene Kettensägen. Wenn diese ausgeschaltet sind, sind sie (im Vergleich zu elektrischen Sägen) so schwierig zu starten, dass keine weiteren Maßnahmen nötig sind.

Tipp #4: Niemals allein sägen

Bei modernen Sägen muss man tatsächlich schon eine ganze Reihe von schweren Fehlern begehen und willentlich Sicherheitsregeln missachten, um sich zu verletzen. Wenn es jedoch passiert, dann muss Ihnen bewusst sein, dass durch die Arbeitsweise der Säge sofort schwere Verletzungen mit großem Blutverlust erfolgen können. Menschliche Haut und Kleidung (abzüglich spezieller Schnittschutzware) stellen kein Hindernis für ein Werkzeug dar, das härtestes Holz binnen Sekunden durchtrennen kann.

Es muss Ihnen zwar nicht dauernd jemand über die Schulter sehen. Tun Sie sich jedoch bitte selbst den Gefallen, und halten Sie immer eine Person in Rufweite und/oder das Handy irgendwo am Körper. Sicher ist sicher.

Dazu noch ein Rat: Falls Sie mit der Motorsäge im Wald „Holz machen“, prägen Sie sich unbedingt den nächstgelegenen forstlichen Rettungspunkt ein oder notieren Sie Ihn irgendwo gut sichtbar.

Tipp #5: Bei Tischkreissägen immer Schiebestock benutzen

Die Tischkreissäge ist insofern ein etwas riskanterer Vertreter, als dass Sie beim Bedienen nicht andauernd einen Schalter gedrückt halten müssen und mit den Händen in gefährliche Nähe des Sägeblattes kommen können.

Erstens sollten Sie deshalb möglichst immer mit einem Anschlag arbeiten, damit ein seitliches Verkanten des Werkstücks ausgeschlossen ist. Zweitens, und noch viel wichtiger, sollten Sie das Werkstück niemals mit bloßen Händen ganz durch die Säge führen – als Anfänger egal wie breit es auch sein mag.

Nutzen Sie immer einen oder besser zwei Schiebestöcke. Das kann ein gekauftes oder mitgeliefertes Element sein. Es genügt jedoch absolut ein Stück Dachlatte, das Sie mit einer (Hand-)Säge ein wenig bearbeiten.

Tipp #6: Altholz immer sorgfältig sichtprüfen

Nägel aus Altholz entfernen
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Metall hat im Sägegut nichts verloren. Hier sollten Sie der Sicherheit wegen sehr große Akribie walten lassen. (stock.adobe.com © stokkete)

Speziell als Bauherr werden Sie so manches Holzstück sägen, das zuvor bei Schalungen, als Verpackung oder Palette zum Einsatz kam. Solche Anwendungen bedeuten sehr häufig, dass dabei Nägel, Klammern, Schrauben oder ähnliche metallische Hilfsmittel genutzt wurden.

Trifft das Sägeblatt auf diese, kann es sowohl Teile davon zu Geschossen beschleunigen als auch selbst Zähne verlieren. Nehmen Sie sich deshalb unbedingt die Zeit, solche Hölzer vorher peinlich genau zu untersuchen und alle Metallgegenstände entfernen – selbst, wenn einige Sägeblätter „nagelfest“ sind; dies bezieht sich jedoch nur auf ungehärtete Nägel, wohingegen Schrauben meist gehärtet sind.

Dazu noch ein wichtiger Rat zum Thema Sehen: Beim Sägen kann es niemals genügend Licht geben.

Tipp #7: Immer feste aufdrücken

Fast jede Form von Säge hat irgendeine Art Platte, mit der Sie entweder über das Werkstück gleitet oder auf der das Werkstück selbst gleitet. Hierbei müssen Sie sich gewahr sein, dass es beim Sägen immer eine auf- und abwärts gerichtete Bewegung gibt. Diese kann insbesondere den hinteren Teil des Werkstücks ordentlich in Vibrationen versetzen und Gefahren heraufbeschwören.

Sorgen Sie deshalb mit buchstäblichem „Nachdruck“ dafür, dass Werkstück und Platte jederzeit in Gänze Kontakt miteinander haben. Nur dann sind solche womöglich gefährlichen Sprünge ausgeschlossen.

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