Wer seine Wohnung oder nur eine Raum neu einrichten möchte, steht vor der Wahl: Entweder einen Innenarchitekten beauftragen oder selbst tätig werden. Die meisten werden nicht das nötige Kleingeld haben, um einen Experten zu Hilfe zu holen und müssen sich selbst mit der Inneneinrichtung beschäftigen. Da können einige Tipps nicht schaden, damit es danach nicht nur wohnlich, sondern auch schick aussieht. Nicht immer haut es hin, wenn die eigenen Ideen zur Wohnungseinrichtung mit der Wirklichkeit konfrontiert werden.

Inneneinrichtung Teppiche

Der Anfang – den bevorzugten Wohnstil festlegen

Wer sich mit der Inneneinrichtung beschäftigt, muss sich mit den unterschiedlichsten Disziplinen auseinandersetzen. Zunächst einmal gilt es, den bevorzugten Wohnstil festzulegen, sofern es nicht Freestyle sein soll (auch bunt zusammengewürfelt kann gefallen). Meist ist es jedoch so, dass jemand eher den Landhausstil, klassischen oder modernen Stil bevorzugt. Auch der Retrolook hat viele Anhänger. Steht der Wohnstil fest, gilt es nun, die passenden Möbel, Wohnaccessoires und Leuchten zu finden und die Wandbekleidung und den Fußboden auszuwählen. Die Farben sind beim Einrichten der Wohnung ebenfalls ein wichtiges Kriterium.

Tapeten im Retrolook

Das Moodboard oder Ideensammlung wie bei den Profis

Sie müssen sich also um die Bodengestaltung, Wandgestaltung und Farbgestaltung kümmern. Dabei kann ein sogenanntes Moodboard helfen, was sich recht großartig anhört, aber nichts anderes als ein großes Stück Pappe ist. An die wird alles gepinnt, was einem gefällt und was man sich in seiner Wohnung vorstellen kann. Das können Möbel, Tapeten oder Bodenbeläge aus einem Katalog, Stoff- oder Holzproben und vieles mehr sein. Auf dem Moodboard lässt sich dann schon einmal sehen, ob das alles auch zueinander passt. Es handelt sich also um eine Ideensammlung, die in der Praxis vor allem bei kreativen Menschen gerne zum Einsatz kommt.

Inneneinrichtung – ein Wettkampf mit mehreren Disziplinen:

  • Welcher Wohnstil darf es sein?
  • Ideensammlung mit dem Moodboard
  • Farbgestaltung – damit alles zueinanderpasst
  • Wandgestaltung – mehr als nur Raufasertapete
  • Bodengestaltung – Parkett und andere Bodenbeläge
  • Möbelauswahl – Designermöbel für die Wohnung
  • Lichtplanung oder den Raum ins rechte Licht rücken

Die richtige Farbe finden

Wenden wir uns nun der Farbgestaltung zu und das mit voller Aufmerksamkeit, schließlich haben Farben einen großen Einfluss auf die Psyche. Es gilt also, eine möglichst positive Grundstimmung zu erzeugen.

Rot nur sparsam einsetzen

Es sollte daher nicht zu viel Rot zum Einsatz kommen. Die Farbe der Liebe sorgt nämlich für Aggressionen, wenn zu viel von ihr verwendet wird. Wer zum Beispiel bereits ein rotes Sofa besitzt, sollte nicht auch noch die Wand rot anstreichen. Dann lieber mit beruhigenden Kaffeetönen als Kontrastfarben arbeiten.

Grau geht immer

Wer es zeitlos mag, wählt graue Wände, zu denen zum Beispiel weiße Möbel oder ein Eichenparkett perfekt passen. Hier können dann problemlos knallige Accessoires (zum Beispiel in Violett) gewählt werden. Grau ist ein elegante Farbe, die sich mit allem kombinieren lässt.

Inneneinrichtung und die Farben

Vorsicht vor zu dunklen Farben

Wer gerne mit dunklen Farben lebt, muss vor allem in kleinen und schlecht beleuchteten Räumen aufpassen, dass er es nicht übertreibt. Schnell fällt einem die Decke auf den Kopf, wenn zum kleinen Raum noch eine niedrige Raumhöhe kommt. Dann lieber zu hellen Möbeln und zu einer hellen Farbe greifen, damit das Zimmer größer wirkt. Kein Problem ist die dunkle Farbe an hohen Decken, hier sorgt sie für ausgewogene Raumproportionen.

Kräftige Farben für lange Flure

Mit kräftigen Farben kann bei langen, schmalen Fluren gearbeitet werden. An der Stirnseite angebracht, nimmt sie dem Flur die Tiefe. Hier ist zum Beispiel ein feuriges Rot, dezentes Schokobraun oder erfrischendes Königsblau erlaubt.

Welcher Fußboden soll es sein?

Wenn es um Tipps zur Inneneinrichtung geht, darf der Fußboden nicht fehlen. Meist handelt es sich dabei um Parkett, Teppichboden, Laminat oder Fliesen, besonders edel ist ein Natursteinboden wie beispielsweise Marmorboden.

Parkett und Laminat in vielen Ausführungen

Natürlichen Ursprungs ist ein Parkettboden, den es aus den unterschiedlichsten Holzarten gibt. Das kann dunkler Amerikanischer Nussbaum oder helle gekälkte Eiche sein, beides edle Hölzer mit völlig unterschiedlicher Wirkung. Ähnliche Dekore sind bei Laminat erhältlich, das es zudem als Natursteinimitat und in vielen anderen Oberflächen gibt.

Fliesen oder Teppichboden?

Wer eine Fußbodenheizung besitzt, greift gerne zu Fliesen, die Wärme besonders gut leiten und speichern. Von Natur aus fußwarm sind hingegen Teppichböden, die zudem flauschig sind und den Trittschall dämmen.

Inneneinrichtung Fliesen

Klinker, Tapete oder Putz für die Wände?

Wesentlicher Bestandteil der Inneneinrichtung ist die Wandgestaltung, hier dürfen einige Tipps daher ebenfalls nicht fehlen. Standard sind Raufasertapeten, die in jeder erdenklichen Farbe gestrichen werden können – und das sogar mehrere Male.

Tapete und Baumwollputz

Wer ausgefallene Muster und Farben sucht, für den gibt es zahlreiche andere Tapetenarten auf dem Markt. Wer möchte, kann aber auch ganz auf Tapeten verzichten und stattdessen eine verputzte Wand wählen. Das kann auch ein Baumwollputz sein, die auch als Flüssigtapete bezeichnet wird. Sie wird mit der Kelle im feuchten Zustand aufgetragen und kann jederzeit durch Anfeuchten wieder bearbeitet werden.

Lehm- und Kalkputz

Wenn es besonders gesund sein soll, dann sind Lehm- und Kalkputze erste Wahl, die einen positiven Einfluss auf das Raumklima haben. Sie können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ein Kalkputz hat zudem so einen hohen pH-Wert, dass Schimmelsporen abgetötet werden. Interessante Effekte lassen sich zudem mit einer Wandbekleidung aus Klinkern oder Naturstein erzielen.

Klinker und Naturstein

Klinker wie auch Natursteine sind in den verschiedensten Farben erhältlich und äußerst robust und pflegeleicht. Oft handelt es sich dabei um sogenannte Riemchen, die kleinen Teile lassen sich ganz einfach verarbeiten.

Inneneinrichtung mit Massivholzmöbeln

Zum Schluss wird der Raum mit Möbeln gefüllt

Den Abschluss der Inneneinrichtung bildet immer die Ausstattung mit Möbeln, Leuchten und Accessoires. Widmen wir uns zunächst den Möbeln, hier kommt es vor allem darauf an, das richtige Maß zu finden. Sicher kann der gesamte Raum mit teuren Designermöbeln zugestellt werden, allerdings stehlen sich die verschiedenen Möbelstücke dann möglicherweise gegenseitig die Show. Dann besser einzelne Stücke in den Mittelpunkt stellen, das kann zum Beispiel eine schicke Designcouch oder der Esstisch sein.

Tipp: Zeichnen Sie sich auf einem Blatt Papier die Möbel maßstäblich in den Grundriss des Raumes ein. Es hat sich schon so manches Möbelstück als zu groß rausgestellt, was einem im Möbelhaus recht klein vorkam.

Auch das Licht muss sorgfältig geplant werden

Die Zeiten, in denen eine einzelne Deckenlampe ausreichte, sind lange vorbei. Es geht nicht mehr nur darum, den Raum zu beleuchten, sondern auch darum, Akzente zu setzen und einzelne Bereiche zu definieren. Zur Grundbeleuchtung oder Allgemeinbeleuchtung gesellen sich daher noch das Zonenlicht und das Stimmungslicht. Zonenlicht bedeutet, dass zum Beispiel der Esstisch oder die Leseecke ausgeleuchtet werden. Hat die Beleuchtung keine bestimmte Aufgabe, so wird von Stimmungsbeleuchtung gesprochen. Das kann zum Beispiel eine Tischleuchte auf der Kommode sein.

Inneneinrichtung Licht

Fotos: epr/Otto Golze & Söhne, epr/Saloks und Sams, epr/Erfurt, epr/Cero, epr/Voglauer, epr/Plameco