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Versicherungen – 3 unverzichtbare Policen für den Hausbau

Der Bau der eigenen Immobilie bringt diverse Risiken mit sich. Wer sich nicht richtig versichert, kann mit existenziellen Folgen konfrontiert werden, die den Traum vom Eigenheim zunichte machen. Drei der wichtigsten Versicherungen für Bauherren stellen wir hier vor.

Hausbau Baustelle

1. Absicherung der Haftpflicht: Bauherrenhaftpflichtversicherung

Um den finanziellen Ruin zu verhindern, müssen Bauherren bereits vor dem ersten Spatenstich aktiv werden und passende Versicherungen abschließen. Ein Muss ist beispielsweise die Bauherrenhaftpflichtversicherung. Sie schützt Bauherren vor dem Risiko potenzieller Schäden, die Dritten im Rahmen der Bauphase entstehen. Verletzen sich zum Beispiel Kinder auf der Baustelle, werden Nachbargebäude während des Bauvorhabens beschädigt oder kommt es zu Sachschäden an parkenden Autos Dritter, greift die Bauherrenhaftpflichtversicherung und übernimmt die Schadensregulierung. Dies gilt sowohl für Personenschäden als auch Sach- und Vermögensschäden.

Der zeitlich beschränkte Versicherungsschutz ist deshalb so entscheidend, weil Bauherren grundsätzlich für Schäden haftbar sind, die im Zusammenhang mit dem Bau ihres Eigenheims zustande kommen. Das trifft auch dann zu, wenn für die Errichtung des Gebäudes ein Fremdunternehmen beauftragt wird. Die Verantwortung trägt der Bauherr.

Übrigens: Die Bauherrenhaftpflichtversicherung ist auch dann ratsam, wenn ein Bestandsgebäude saniert oder umfassend umgebaut wird. Wichtig ist, dass die Deckungssummen ausreichend ausfallen.

2. Schutz des Eigentums: Bauleistungsversicherung

Während die Bauherrenhaftpflichtversicherung das Haftpflichtrisiko versichert, dient die Bauleistungsversicherung der Absicherung des persönlichen Eigentums. Die Police ist demnach ebenso entscheidend für den Existenzschutz und sollte vor Baubeginn abgeschlossen werden. Sie schützt Bauherren vor unvorhersehbaren Schäden während der gesamten Bauphase.

Sturm- und Hochwasserschäden sind beste Beispiele. Derartige Naturgewalten lassen sich nie ausschließen und können innerhalb von Minuten existenzbedrohende Folgen verursachen. „Aber auch Schäden durch Sabotage, die Folgekosten von Konstruktions- und Materialfehlern sowie unbekannte Eigenschaften des Baugrundes sind versichert“, fügt der Haftpflicht- und Sachversicherer GEV Versicherung zum allgemeinen Umfang der Bauleistungsversicherung hinzu.

Damit schützt die Police vor zahlreichen Risiken, die sich bei einem derartigen Bauvorhaben nicht ausschließen lassen. Die Mitarbeitenden der verschiedenen Fachbetriebe können Fehler machen, die Natur kann gewaltig wüten und Diebe schrecken vielerorts vor nichts zurück und demontieren fest verbaute Bauelemente. Mit einer Bauleistungsversicherung wird das finanzielle Risiko durch derartige Schäden versichert und Bauherren haben während der Bauzeit eine große Sorge weniger.

Tipp: Die Bauleistungsversicherung schützt nicht nur Bauherren, sondern auch sämtliche Betriebe, die am Bau beteiligt sind. Aus diesem Grund lassen sich die Versicherungsbeiträge auf die Beteiligten umlegen. Derartige Vereinbarungen sollten aber schriftlich in einem Vertrag festgelegt werden. Für die Schadensregulierung ist es nicht entscheidend, wer den Schaden im Detail verursacht hat – dadurch profitieren alle.

Baustelle mit Schubkarre und Zementmischer

3. Erweiterter Eigentumsschutz: Feuerrohbauversicherung

Obwohl die Bauleistungsversicherung einen umfassenden Versicherungsschutz bietet, ergeben sich Lücken. Schäden durch Feuer sind nicht abgedeckt, was Schäden durch Brände ebenso einschließt wie durch Blitzschlag, Explosionen sowie einen An- oder Abprall von bemannten und unbemannten Flugkörpern. Die Feuerrohbauversicherung ist deshalb eine hervorragende Ergänzung, weil sie genau diese Lücke schließt.

Aufgrund der enormen Bedeutung für die Risikoabsicherung ist Versicherung für viele Kreditinstitute eine Voraussetzung für die Kreditvergabe, „denn wenn das Haus abbrennt, wird es auf Kosten des Versicherungsunternehmens wieder aufgebaut, und der Kreditgeber kann davon ausgehen, sein Geld zurückzuerhalten“, fasst die Ratgeber- und Vergleichsseite für Immobilienfinanzierungen Baufi24 den Zusammenhang zwischen Feuerrohbauversicherung und Immobilienfinanzierung zusammen. Wer die Police nicht vorweisen kann, muss ohne das Fremdkapital der Bank auskommen.

  • Nach der Bauphase lässt sich die Feuerrohbauversicherung in eine vollwertige Wohngebäudeversicherung umwandeln.
  • Oft ergibt sich daraus Sparpotenzial, weil Versicherer attraktivere Konditionen anbieten, wenn Bauherren ihr Objekt von Beginn an beim gleichen Unternehmen versichern.
  • Nicht selten ist die Vorversicherung sogar kostenlos.

Weitere Policen von großer Bedeutung

Zwei weitere wichtige Versicherungen für Bauherren sind die Bauhelfer-Unfallversicherung und die Haftpflichtversicherung für unbebaute Grundstücke. Die Unfallversicherung für Bauhelfer ist unverzichtbar, wenn beim Bau des Eigenheims beispielsweise Verwandte, Freunde und Nachbarn helfen. Verletzen sie sich auf der Baustelle, sind Bauherren vor den damit verbundenen Kosten geschützt.

Die Haftpflichtversicherung für unbebaute Grundstücke macht immer dann Sinn, wenn der Baubeginn für das Eigenheim noch nicht feststeht und das gekaufte Grundstück einige Zeit unbebaut bleibt. Denn auch hier verpflichtet der Besitz: Kommt es zu Schäden bei Dritten, haftet der Besitzer des Grundstücks.

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