40 × 40 × 80 cm – dieses Maß taucht häufig auf, wenn nach einem Punktfundament für eine Pergola gesucht wird. Als allgemeine Regel taugt es nicht. Die Tiefe lässt sich noch vergleichsweise gut eingrenzen. Bei Länge und Breite kommt es dagegen stark auf die Konstruktion an.
Größe und Gewicht der Pergola spielen ebenso eine Rolle wie Windbeanspruchung, Baugrund, Pfostenabstände und die Art der Verankerung. Bei modernen Aluminium-Pergolen mit Lamellendach sollten deshalb zuerst die Montageunterlagen geprüft werden. Erst danach lässt sich sinnvoll festlegen, wie groß die Fundamente ausfallen müssen.

Das Wichtigste in Kürze
- Punktfundamente eignen sich für Pergolen, deren Lasten über einzelne Pfosten in den Boden geleitet werden.
- Rund 80 cm gelten in vielen Fällen als Richtwert für eine frostfreie Gründung.
- Für Länge und Breite gibt es kein allgemeingültiges Standardmaß.
- Maßgeblich sind Konstruktion, Baugrund und Herstellerangaben.
- Pflastersteine und lose verlegte Terrassenplatten reichen als Fundament in der Regel nicht aus.
- Bei Pergolen mit Wasserablauf oder elektrischer Ausstattung müssen Entwässerung und Leitungen vor dem Betonieren berücksichtigt werden.
Warum braucht eine Pergola ein Fundament?
Eine Pergola muss mehr aufnehmen als ihr Eigengewicht. Vor allem Wind belastet die Konstruktion. Bei einem geschlossenen Lamellendach oder einer größeren Dachfläche steigen diese Kräfte deutlich.
Dabei wirken nicht nur seitliche Lasten. Je nach Windrichtung und Dachstellung können auch Zug- und Sogkräfte auftreten. Die Verankerung muss deshalb verhindern, dass sich die Pergola verschiebt, kippt oder an den Pfosten angehoben wird.
Ein Punktfundament leitet die Kräfte eines einzelnen Pfostens in den Boden weiter. Was ein Punktfundament grundsätzlich ist, erklären wir auch in unserem Lexikoneintrag zum Punktfundament.
Wie tief muss ein Punktfundament für eine Pergola sein?
Bei Punktfundamenten im Außenbereich werden häufig rund 80 cm Tiefe angesetzt. Hintergrund ist die Frostsicherheit.
Gefriert Wasser im Boden, kann sich das Erdreich anheben. Beim Auftauen können sich einzelne Bereiche wieder setzen. Bei einer Pergola reichen kleine Höhenunterschiede zwischen den Fundamenten aus, damit sich die Konstruktion verspannt.
SAKRET empfiehlt für eine frostfreie Gründung einen mindestens 80 cm tiefen Aushub. Die 80 cm sind aber keine feste Frostgrenze für ganz Deutschland. Je nach Region, Höhenlage und Boden können andere Tiefen nötig sein.
Für die Planung sind rund 80 cm deshalb ein brauchbarer Richtwert. Bei einem Fertigsystem gelten zusätzlich die Vorgaben des Herstellers.

Wie groß muss ein Punktfundament für eine Pergola sein?
Für Länge und Breite gibt es keine belastbare Universalgröße.
Einfluss haben unter anderem:
- Abmessungen und Höhe der Pergola
- Eigengewicht
- Dachkonstruktion
- Windbeanspruchung
- Anzahl und Abstand der Pfosten
- Größe der Fußplatten
- Art der Befestigung
- Tragfähigkeit des Bodens
Ein Maß aus einer beliebigen Bauanleitung lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf eine andere Pergola übertragen.
Das lässt sich gut an den Herstellerangaben von Pergolux erkennen. Für die aktuelle Pergola 4 Pro nennt das Unternehmen auf der Produktseite ein Fundament von 40 × 40 × 85 cm als Voraussetzung für die Herstellergarantie. Für eine Pergola der älteren Serie 2 nennt der Support dagegen 85 × 85 × 85 cm, wenn die dort angegebene Wind- und Schneeresistenz erreicht werden soll.
Solche Werte gelten nur für das jeweilige System. Vor dem Aushub sollte deshalb geprüft werden, welches das richtige Fundament für eine Pergola des gewählten Modells ist.
Wichtig ist außerdem: Eine Garantiebedingung des Herstellers ist nicht automatisch eine allgemeingültige statische Vorgabe für andere Pergolen oder andere Standorte.
Kann die Pergola einfach auf Terrassenplatten stehen?
Bei bestehenden Terrassen liegt diese Lösung nahe. Der Untergrund wirkt fest und eben. Trotzdem sind Terrassenplatten oder Pflastersteine meist kein ausreichendes Fundament.
Der Grund liegt unter dem Belag. Pflaster und Platten liegen häufig auf Splitt und einer ungebundenen Tragschicht. Dieser Aufbau trägt die Terrasse, ist aber nicht automatisch für die Zug- und Kippkräfte einer Pergola ausgelegt.
Eine Fußplatte mit vier Schrauben an einer einzelnen Terrassenplatte zu befestigen, reicht deshalb meist nicht.
Häufig werden an den späteren Pfostenpositionen einzelne Platten aufgenommen. Darunter entstehen Punktfundamente bis in tragfähigen Boden. Anschließend wird der Belag an die Pfosten oder Fußplatten angepasst.
Liegt unter dem Terrassenbelag bereits eine tragfähige Stahlbetonplatte, kann eine direkte Befestigung möglich sein. Dann müssen Dicke und Zustand der Platte, Randabstände und das vorgesehene Befestigungssystem geprüft werden.
Mehr zu Schotteraufbau, Punktfundament, Streifenfundament und Betonplatte finden Sie im Beitrag Terrasse bauen: Welches Fundament ist das richtige?.

Erst Maße prüfen, dann betonieren
Bei einer Fertigpergola sollten die Fundamente nicht nach Augenmaß vorbereitet werden.
Die Produktangabe 3 × 4 m sagt nicht automatisch, wo die Pfostenachsen liegen. Maßgeblich sind die technischen Zeichnungen des jeweiligen Modells.
Vor dem Aushub sollten feststehen:
- Position der Pfosten
- Achs- beziehungsweise Montageabstände
- Fundamentabmessungen
- Höhe der Fundamentoberkante
- Art der Befestigung
Danach werden Seitenlängen und Diagonalen kontrolliert. Stimmen die vorgesehenen Seitenmaße und sind beide Diagonalen gleich lang, ist der rechteckige Grundriss korrekt abgesteckt.
Der Baugrund muss tragen
Ein Betonfundament funktioniert nur, wenn der Untergrund ausreichend tragfähig ist.
Mutterboden enthält viel organisches Material und kann sich setzen. Auch lockere Auffüllungen oder nicht ausreichend verdichtete Bodenschichten sind als Gründungsebene ungeeignet.
Die Fundamentsohle sollte deshalb tragfähigen Boden erreichen. Bei lockerem oder sandigem Erdreich können die Seiten der Baugrube einbrechen. In diesem Fall ist eine Schalung sinnvoll.
SAKRET sieht in seiner Anleitung für Punktfundamente außerdem eine Sauberkeits- oder Drainageschicht aus Schotter beziehungsweise Mineralgemisch vor. Ob dieser Aufbau passt, hängt von der konkreten Konstruktion und vom Untergrund ab.
Bei sehr weichem, aufgefülltem oder problematischem Boden sollte die Gründung fachlich beurteilt werden.

Wie viel Beton braucht ein Punktfundament?
Die Betonmenge lässt sich aus Länge, Breite und Höhe berechnen.
Angenommen, für eine bestimmte Pergola sind vier Fundamente mit jeweils:
- 40 cm Länge
- 40 cm Breite
- 85 cm Höhe
vorgegeben.
Dann ergibt sich:
0,40 m × 0,40 m × 0,85 m = 0,136 m³
Das entspricht 136 Litern Beton pro Fundament.
Bei vier Fundamenten sind es:
4 × 136 Liter = 544 Liter Beton
Etwas Reserve ist sinnvoll, vor allem wenn direkt gegen Erdreich betoniert wird und die Fundamentlöcher nicht exakt maßhaltig sind.
Mit unserem Betonrechner lässt sich die benötigte Menge für mehrere Punktfundamente berechnen.
So werden die Punktfundamente hergestellt
1. Positionen abstecken
Markieren Sie die Fundamente nach den tatsächlichen Montageabständen. Kontrollieren Sie Seitenlängen und Diagonalen.
2. Fundamentlöcher ausheben
Heben Sie die Löcher auf die vorgesehenen Maße aus. Lockere Bodenschichten am Grund werden entfernt.
Bei nicht standfestem Boden kann eine Schalung nötig sein.
3. Untergrund vorbereiten
Die Fundamentsohle muss ausreichend tragfähig sein. Falls eine Sauberkeits- oder Drainageschicht vorgesehen ist, wird sie entsprechend dem geplanten Aufbau hergestellt.
4. Höhe festlegen
Die Oberkanten der Fundamente müssen zur späteren Montagehöhe passen. Das ist besonders wichtig, wenn bereits ein Terrassenbelag vorhanden ist.
5. Beton einbringen
Der Beton wird nach Herstellerangabe angemischt, eingebracht und verdichtet. Die Oberfläche sollte möglichst eben sein.
6. Beton erhärten lassen
Die Pergola sollte nicht auf frischen Beton montiert werden. Wann die Befestigung erfolgen darf, hängt vom verwendeten Beton und vom Befestigungssystem ab.
Fußplatten brauchen ausreichend Betonfläche
Viele Aluminium-Pergolen werden über Fußplatten am Fundament befestigt. Dafür kommen je nach System mechanische oder chemische Verankerungen infrage.
Die Fundamentfläche darf nicht nur so groß sein, dass die Fußplatte gerade daraufpasst. Die Befestigungspunkte brauchen ausreichend Abstand zum Betonrand.
Zu geringe Randabstände können die Tragfähigkeit der Verankerung verringern und zum Ausbrechen des Betons führen. Bohrtiefe, Randabstände und notwendige Betondicke richten sich nach dem verwendeten Befestigungssystem.
Wasserablauf bei Lamellen-Pergolen mitplanen
Bei Pergolen mit Lamellendach wird Regenwasser häufig in Profilen gesammelt und über die Pfosten nach unten geführt.
Pergolux nutzt bei seinen Systemen beispielsweise einen integrierten Wasserablauf über die Pfosten. Für die Fundament- und Terrassenplanung ist deshalb relevant, wo das Wasser austritt und wie es anschließend abgeführt wird.
Prüfen Sie vor dem Aufbau:
- aus welchem Pfosten das Wasser austritt
- ob es dort versickern oder ablaufen kann
- ob der Terrassenbelag den Ablauf behindert
- ob sich Wasser am Pfostenfuß sammeln kann
Auch bei einer Terrassenüberdachung sollten Fundament, Entwässerung und Befestigung vor der Montage geklärt sein.
Strom und Leerrohre rechtzeitig vorsehen
Motorisierte Lamellendächer, LED-Beleuchtung, Heizstrahler oder Screens benötigen Strom. Leitungswege sollten deshalb feststehen, bevor Fundamente gegossen und Terrassenflächen wieder geschlossen werden.
Je nach Konstruktion können Leerrohre neben den Fundamenten sinnvoll sein.
Einen Überblick über unterschiedliche Bauarten und Ausstattungen bieten beispielsweise Pergolen mit manuellen und motorisierten Lamellendächern.
Arbeiten an der festen Elektroinstallation gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.
Braucht das Punktfundament eine Bewehrung?
Das hängt von Konstruktion und Belastung ab.
Kleine Punktfundamente werden teilweise unbewehrt hergestellt. Bei größeren oder stärker beanspruchten Fundamenten kann eine Bewehrung erforderlich sein.
Gibt der Hersteller einen bestimmten Aufbau vor, sollte dieser übernommen werden. Bei individuell geplanten größeren Pergolen kann die Bewehrung Teil der statischen Bemessung sein.
Eine Bewehrung gleicht weder zu kleine Fundamente noch einen ungeeigneten Baugrund aus.

Punktfundament oder Betonplatte?
Für Pergolen mit einzelnen Stützen sind Punktfundamente häufig eine wirtschaftliche Lösung. Beton wird nur dort benötigt, wo die Pfosten ihre Lasten in den Boden einleiten.
Eine vorhandene, ausreichend dimensionierte Betonplatte kann ebenfalls genutzt werden, wenn sie die auftretenden Kräfte aufnehmen kann und eine geeignete Befestigung möglich ist.
Auch ein Streifenfundament kann je nach Konstruktion sinnvoll sein. Welche Lösung passt, hängt von Pergola, Baugrund und Herstellerangaben ab.
Wer eine einfache offene Holzkonstruktion plant, findet eine komplette Anleitung in unserem Beitrag Pergola aus Holz selber bauen.
Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Fundamentmaße aus einer fremden Anleitung übernehmen: Was bei einer kleinen Holzpergola funktioniert, muss bei einer großen Lamellen-Pergola nicht ausreichen.
Nur auf Terrassenplatten befestigen: Einzelne Platten oder Pflastersteine sind meist nicht dafür ausgelegt, Zug- und Kippkräfte sicher aufzunehmen.
Zu flach gründen: Liegt die Fundamentsohle im frostgefährdeten Bereich, können Bodenbewegungen die Konstruktion verziehen.
Pfostenpositionen nur ungefähr festlegen: Bei Fertigsystemen müssen die Fundamente zu den tatsächlichen Montageabständen passen.
Randabstände vergessen: Die Fußplatte darf nicht einfach nur irgendwie auf das Fundament passen. Auch die Verankerung braucht Platz.
Entwässerung übersehen: Wird Regenwasser über die Pfosten abgeführt, muss es am Fußpunkt weiterlaufen können.
Stromversorgung erst später bedenken: Nachträgliche Leitungsarbeiten unter einer fertigen Terrasse verursachen vermeidbaren Aufwand.
Welche Fundamentgröße ist richtig?
Für die Tiefe sind rund 80 cm in vielen Fällen ein sinnvoller Richtwert. Bei Länge und Breite gibt es dagegen kein allgemeines Maß.
Prüfen Sie zuerst die technischen Unterlagen der gewählten Pergola. Dort finden sich Angaben zu Fundamentmaßen, Pfostenpositionen und Befestigung. Diese Vorgaben müssen anschließend zum vorhandenen Baugrund und zur Einbausituation passen.
Ein Fundament sollte also nicht nach einer Zahl aus einer beliebigen Bauanleitung dimensioniert werden, sondern nach der Pergola, die darauf stehen soll.




