Als Bewehrung (umgangssprachlich auch Armierung) bezeichnet man Verstärkungseinlagen in Bauteilen, die zusammen mit dem Beton einen Verbundwerkstoff bilden: den Stahlbeton. Die Bewehrung ist quasi das „Skelett“, das im Beton verborgen liegt.
Warum ist sie nötig? (Das statische Prinzip) Beton ist ein künstlicher Stein. Wie jeder Stein kann er enormen Druck aushalten (z. B. das Gewicht eines ganzen Hauses, das auf einer Kellerwand lastet). Allerdings hat Beton eine Schwäche: Er kann kaum Zugkräfte aufnehmen.
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Beispiel: Ein Deckenbalken biegt sich unter Belastung leicht durch. Dabei wird er an der Oberseite zusammengedrückt (Druckzone), an der Unterseite aber auseinandergezogen (Zugzone). Ohne Stahl würde der Beton unten sofort reißen und der Balken brechen.
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Lösung: Der eingelegte Stahl übernimmt diese Zugkräfte, während der Beton die Druckkräfte übernimmt. Beide Materialien dehnen sich bei Wärme fast identisch aus, weshalb der Verbund auch bei Temperaturschwankungen nicht zerstört wird.
Arten der Bewehrung
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Betonstabstahl: Gerippte Stahlstangen (meist 6 bis 40 mm Durchmesser), die individuell nach dem Bewehrungsplan des Statikers gebogen und verlegt werden.
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Betonstahlmatten: Vorgefertigte Gitter aus verschweißten Stäben. Sie werden vor allem für großflächige Bauteile wie Bodenplatten, Decken oder Wände genutzt.
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Faserbewehrung: Für spezielle Anwendungen (z. B. Estrich oder Industrieböden) werden dem Beton Stahl-, Glas- oder Kunststofffasern beigemischt, um die Rissbildung an der Oberfläche zu minimieren.
Wichtig für die Ausführung: Die Betondeckung Damit der Stahlbeton dauerhaft hält, muss die Bewehrung vollständig von Beton umschlossen sein. Dies nennt man Betondeckung.
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Korrosionsschutz: Der Beton schützt den Stahl chemisch vor Rost (durch sein alkalisches Milieu). Liegt der Stahl zu nah an der Oberfläche, rostet er, dehnt sich aus und sprengt den Beton ab (Betonkrebs).
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Abstandhalter: Um die korrekte Position des Stahls in der Schalung zu garantieren, werden vor dem Gießen sogenannte Abstandhalter (aus Kunststoff oder Beton) unter und seitlich an die Bewehrung geklemmt. Sie sorgen dafür, dass der Stahl beim Betonieren nicht verrutscht und z. B. mindestens 3–5 cm tief im Beton liegt.














