Warum kommt Stahl in Beton? Bewehrung einfach erklärt

Von Dominik Hochwarth

Beton sieht aus, als könne ihm kaum etwas etwas anhaben. Er ist schwer, hart und druckfest. Doch ausgerechnet dort, wo ein Bauteil gezogen oder gebogen wird, hat Beton eine Schwäche: Er reißt vergleichsweise schnell.

Deshalb steckt in vielen Betonbauteilen Stahl. Er übernimmt die Zugkräfte, die Beton allein schlecht aufnehmen kann. Erst durch diese Kombination entstehen Decken, Balken, Stützen, Bodenplatten und Fundamente, die dauerhaft tragen können.

Diese Stahleinlage heißt Bewehrung. Sie ist kein zufällig eingelegtes „Eisen“, sondern liegt genau dort, wo der Beton Hilfe braucht. Entscheidend ist nicht nur die Menge des Stahls. Wichtig sind auch Lage, Abstand, Betondeckung und fachgerechte Planung.

bewehrung decke
Bewehrung einer Betondecke

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Das Wichtigste in Kürze

  • Beton ist sehr stark bei Druckkräften, aber vergleichsweise schwach bei Zugkräften. Stahl kann Zugkräfte sehr gut aufnehmen. Deshalb ergänzen sich beide Baustoffe.
  • Bewehrung ist der Stahl im Beton. Sie kann aus einzelnen Stäben, Matten, Bügeln oder ganzen Bewehrungskörben bestehen.
  • Stahlbeton funktioniert, weil Beton und Stahl zusammenarbeiten. Der Beton trägt vor allem Druck, der Stahl übernimmt Zug.
  • Feine, begrenzte Risse sind bei Stahlbeton nicht automatisch ein Schaden. Wichtig ist, dass sie klein bleiben und die Bewehrung dauerhaft geschützt ist.
  • Betonstahl ist gerippt, damit er sich besser mit dem Beton verzahnt. Nur so können Kräfte sicher übertragen werden.
  • Die Betondeckung schützt den Stahl vor Korrosion. Liegt die Bewehrung zu nah an der Oberfläche, kann sie rosten und den Beton absprengen.
  • Bei tragenden Bauteilen, Stützmauern, größeren Fundamenten oder unklaren Bodenverhältnissen braucht es eine statische Berechnung und einen Bewehrungsplan.

Was bedeutet Bewehrung?

Bewehrung nennt man den Stahl, der in Beton eingelegt wird. Umgangssprachlich ist oft von „Eisen“ die Rede. Genau genommen handelt es sich aber nicht um Eisen, sondern um Betonstahl oder Bewehrungsstahl.

Die Bewehrung kann unterschiedlich aussehen:

BewehrungTypischer EinsatzEinfach erklärt
StabstahlBalken, Stützen, Fundamenteeinzelne Stahlstäbe
BetonstahlmattenBodenplatten, Decken, Wändeflächige Stahlgitter
BügelBalken, Stützenumschließen andere Stäbe
BewehrungskorbStreifenfundamente, Stützenvorgebundene Stahlkonstruktion
konstruktive BewehrungRänder, Öffnungen, Anschlussbereichebegrenzt Risse und sichert Details

Sobald der Beton erhärtet ist, wirken Beton und Stahl gemeinsam. Dann spricht man von Stahlbeton.

Arten von Bewehrung

Beton kann Druck, Stahl kann Zug

Der einfachste Merksatz lautet:

Beton kann Druck. Stahl kann Zug. Zusammen werden sie zu Stahlbeton.

Druckkräfte drücken ein Bauteil zusammen. Zugkräfte ziehen es auseinander. Beton kommt mit Druck sehr gut zurecht. Wird Beton aber gezogen oder gebogen, entstehen schnell Risse.

Ein Beispiel: Legen Sie ein langes Brett, ein Lineal oder ein Stück Schaumstoff auf zwei Auflager und belasten es in der Mitte, biegt es sich durch. Oben wird das Material zusammengedrückt. Unten wird es auseinandergezogen.

Genau so verhält sich auch ein einfacher Stahlbetonbalken. Oben entsteht eine Druckzone, unten eine Zugzone. Deshalb liegt die Hauptbewehrung bei einem einfach gelagerten Balken meist unten. Dort muss der Stahl die Zugkräfte aufnehmen.

Bei anderen Bauteilen kann es anders sein. Bei einem Balkon, der aus der Wand herausragt, liegt die Zugzone häufig oben. Bei Stützen, Wänden, Decken oder Bodenplatten kann die Beanspruchung noch komplexer werden. Deshalb darf Bewehrung nicht einfach irgendwo in den Beton gelegt werden.

Warum braucht Beton eine Bewehrung

Warum passt Stahl so gut zu Beton?

Beton und Stahl ergänzen sich nicht nur, weil der eine Druck und der andere Zug gut aufnehmen kann. Auch ihr Verhalten im Bauteil passt gut zusammen.

Stahl und Beton dehnen sich bei Temperaturänderungen ähnlich aus. Das ist wichtig, weil sich beide Werkstoffe im Bauteil gemeinsam bewegen müssen. Würde sich einer deutlich stärker ausdehnen als der andere, entstünden zusätzliche Spannungen.

Außerdem schützt Beton den Stahl zunächst vor Rost. Intakter Beton ist stark alkalisch. Dieses Milieu bildet eine Schutzschicht auf dem Stahl. Damit dieser Schutz erhalten bleibt, muss die Bewehrung aber ausreichend tief im Beton liegen.

Stahl liegt also nicht einfach lose im Beton. Er muss fest mit ihm verbunden sein. Nur dann können Kräfte vom Beton in den Stahl und vom Stahl zurück in den Beton übertragen werden.

Warum Stahlbeton Risse haben darf

Risse klingen zunächst nach Schaden. Bei Stahlbeton sind feine, begrenzte Risse aber oft Teil des Tragverhaltens. Das wirkt überraschend, ist aber normal.

Beton kann nur begrenzt Zugkräfte aufnehmen. Wird diese Grenze überschritten, entstehen in der Zugzone feine Risse. Dann übernimmt der Stahl die Zugkräfte. Der Beton bleibt trotzdem wichtig: Er nimmt Druckkräfte auf, schützt den Stahl und hält die Bewehrung im Verbund.

Problematisch werden Risse, wenn sie zu breit werden. Dann können Wasser, Kohlendioxid, Tausalze oder andere Stoffe leichter eindringen. Besonders kritisch sind Tausalze, weil Chloride den Korrosionsschutz des Betons angreifen können. Erreichen Feuchtigkeit und Schadstoffe die Bewehrung, kann der Stahl korrodieren.

Rost braucht mehr Volumen als Stahl. Dadurch entstehen Spannungen im Beton. Im schlimmsten Fall platzt Beton ab.

Bewehrung verhindert Risse also nicht vollständig. Sie sorgt dafür, dass Risse klein bleiben und sich Kräfte besser verteilen.

bewehrung verbinden draht
Binden von Bewehrung mit Hilfe von Draht

Warum Betonstahl gerippt ist

Wer schon einmal Betonstahl gesehen hat, kennt die typische gerippte Oberfläche. Diese Rippen sind kein Zufall. Sie verbessern den Verbund zwischen Stahl und Beton.

Der erhärtete Beton verzahnt sich mit den Rippen. Dadurch kann der Stahl Zugkräfte aufnehmen, ohne im Beton zu rutschen. Die Kräfte werden besser übertragen.

Früher wurde auch glatter Stahl verwendet. Dann waren zusätzliche Maßnahmen nötig, damit der Stahl sicher im Beton verankert blieb. Heute ist gerippter Betonstahl Standard.

Wo liegt die Bewehrung im Beton?

Bewehrung gehört dorthin, wo Zugkräfte entstehen. Das ist der wichtigste Grundsatz.

Bei einem einfachen Balken liegt die Hauptbewehrung meist unten. Bei einem Kragarm, etwa einem Balkon, kann sie dagegen oben liegen. Bei Wänden und Stützen wird die Bewehrung so angeordnet, dass sie Druck, Biegung, Zug, Schub und andere Beanspruchungen aufnehmen kann.

Ein Stahlbetonbauteil kann unterschiedlich belastet werden:

BelastungEinfach erklärt
Druckdas Bauteil wird zusammengedrückt
Zugdas Bauteil wird auseinandergezogen
Biegungeine Seite wird gedrückt, die andere gezogen
SchubKräfte wirken quer und können schräge Risse verursachen
Torsiondas Bauteil wird verdreht

In der Praxis treten diese Belastungen oft gemeinsam auf. Eine Wand kann Lasten von oben tragen und gleichzeitig seitlich durch Wind oder Erddruck belastet werden. Eine Brücke wird nicht nur durch ihr Eigengewicht beansprucht, sondern auch durch Fahrzeuge, die sich darüber bewegen.

Darum wird Bewehrung geplant. Ein Statiker berechnet, welche Kräfte auftreten und wo der Stahl liegen muss. Nicht die Stahlmenge allein entscheidet. Entscheidend ist die richtige Menge an der richtigen Stelle.

Wo liegt die Bewehrung im Beton

Konstruktive Bewehrung und Mindestbewehrung

Nicht jede Bewehrung dient nur dazu, große Lasten zu tragen. Es gibt auch Bewehrung, die Risse begrenzen oder Bauteile konstruktiv sichern soll.

Eine Mindestbewehrung sorgt dafür, dass Risse nicht unkontrolliert breit werden. Das ist zum Beispiel bei Bauteilen wichtig, die durch Schwinden, Temperaturänderungen oder Zwangsspannungen belastet werden.

Konstruktive Bewehrung wird häufig an Stellen eingesetzt, an denen besondere Spannungsspitzen entstehen können. Dazu gehören Öffnungen, Ecken, Anschlüsse oder Randbereiche.

Auch hier gilt: Bewehrung ist nicht einfach Stahl als Sicherheitszuschlag. Sie erfüllt eine konkrete Aufgabe.

Betondeckung: Warum Stahl nicht direkt außen liegen darf

Die Bewehrung darf nicht direkt an der Oberfläche liegen. Sie muss von Beton umschlossen sein. Der Abstand zwischen Betonoberfläche und Stahl heißt Betondeckung.

Diese Betondeckung ist aus drei Gründen wichtig:

GrundWarum wichtig
KorrosionsschutzBeton schützt den Stahl vor Feuchtigkeit und Schadstoffen
Verbundder Stahl muss fest vom Beton umschlossen sein
BrandschutzBeton schützt die Bewehrung bei hohen Temperaturen

Betondeckung ist der Schutzmantel der Bewehrung. Ist er zu dünn, kann Feuchtigkeit schneller zum Stahl gelangen. Dann droht Korrosion. Rost dehnt sich aus und kann Beton absprengen. Solche Schäden erkennt man häufig an rostbraunen Flecken, Rissen oder abgeplatzten Betonstellen.

Wie groß die Betondeckung sein muss, hängt vom Bauteil, der Umgebung, dem Stahl, der Betonzusammensetzung und den Brandschutzanforderungen ab. Ein Bauteil im trockenen Innenraum braucht andere Werte als ein Außenbauteil, eine Garage oder ein Bauteil mit Tausalzkontakt.

Betondeckung

Abstandhalter: Kleine Teile mit großer Wirkung

Damit die Betondeckung stimmt, werden Abstandhalter verwendet. Sie sorgen dafür, dass die Bewehrung nicht direkt auf der Schalung, dem Boden oder der Sauberkeitsschicht liegt.

Das klingt banal, ist aber entscheidend. Eine Bewehrungsmatte, die direkt auf dem Kies liegt, ist meist an der falschen Stelle. Sie kann später die Zugkräfte nicht richtig aufnehmen und ist schlechter geschützt.

Abstandhalter halten die Bewehrung während des Betonierens in der richtigen Lage. Sie sind unscheinbar, aber wichtig für Dauerhaftigkeit und Tragfähigkeit.

bewehrungskorb
Bewehrungskorb zum Herstellen von Betonstützen

Bewehrung wirkt nur, wenn Beton sie vollständig umschließt

Bewehrung allein macht noch kein gutes Bauteil. Der Beton muss sie vollständig umschließen. Nur dann entsteht ein guter Verbund.

Dafür muss der Beton sorgfältig eingebracht und verdichtet werden. Sonst bleiben Hohlräume zurück. Diese sogenannten Kiesnester können den Verbund schwächen und Feuchtigkeit leichter eindringen lassen.

Auch die Nachbehandlung spielt eine Rolle. Frischer Beton darf nicht zu schnell austrocknen. Sonst entstehen zusätzliche Risse, bevor das Bauteil seine volle Festigkeit entwickelt. Gerade bei warmem, windigem oder trockenem Wetter muss Beton deshalb geschützt und feucht gehalten werden.

Warum nicht einfach möglichst viel Stahl einbauen?

Mehr Stahl macht Beton nicht automatisch besser. Das ist ein häufiger Irrtum.

Zu viel Bewehrung kann sogar Probleme verursachen. Wenn die Stäbe zu eng liegen, kann der Frischbeton nicht mehr richtig zwischen die Bewehrung fließen. Kieskörner bleiben hängen, Hohlstellen entstehen und die Bewehrung wird nicht vollständig umschlossen. Das schwächt den Verbund und kann die Dauerhaftigkeit verschlechtern.

Außerdem ist Stahl teuer und verursacht zusätzliche Umweltbelastungen. Eine gute Bewehrung ist daher nicht möglichst viel Stahl, sondern die richtige Stahlmenge an der richtigen Stelle.

Stababstände, Biegen und Übergreifen

Zwischen den einzelnen Bewehrungsstäben muss ausreichend Platz bleiben. Der Beton muss die Stäbe vollständig umschließen können. Außerdem muss er sich verdichten lassen.

Auch gebogener Betonstahl folgt Regeln. Bügel, Haken oder gebogene Stäbe dürfen nicht beliebig scharf geknickt werden. Zu kleine Biegeradien können den Stahl schädigen oder im Beton zu Abplatzungen führen.

Wichtig ist außerdem die Verankerung. Ein Stab endet nicht einfach dort, wo gerade kein Platz mehr ist. Er muss ausreichend lang im Beton liegen, damit Kräfte sicher übertragen werden können. Treffen zwei Stäbe aufeinander, brauchen sie oft eine Übergreifungslänge. Dabei überlappen sich die Stäbe über eine bestimmte Strecke.

Solche Details stehen im Bewehrungsplan: Durchmesser, Lage, Biegeform, Abstände und Übergreifungen. Auf der Baustelle ist dieser Plan die Grundlage für den Einbau.

Bewehrungsplan
So sieht ein typischer Bewehrungsplan aus

Was steht auf einem Bewehrungsplan?

Ein Bewehrungsplan ist die Bauanleitung für die Bewehrung. Er wird von Fachleuten erstellt und gehört zu tragenden Stahlbetonbauteilen dazu.

Auf einem Bewehrungsplan stehen unter anderem:

  • Durchmesser der Bewehrungsstäbe,
  • Anzahl der Stäbe,
  • Lage der Bewehrung,
  • Abstände,
  • Biegeformen,
  • Übergreifungslängen,
  • Bügelabstände,
  • Betondeckung,
  • Mattenbezeichnungen,
  • besondere Zulagen an Öffnungen oder Rändern.

Für Laien sieht so ein Plan schnell kompliziert aus. Für die Baustelle ist er aber entscheidend. Er zeigt, wo genau der Stahl liegen muss.

bewehrung beton
Betonieren einer Betondecke – die Betondeckung muss eingehalten werden

Bewehrung bei Streifenfundamenten

Ein Streifenfundament ist ein langes, schmales Fundament. Es wird zum Beispiel unter Mauern eingesetzt. Bei kleinen Gartenmauern kann ein bewehrtes Streifenfundament sinnvoll sein, um Risse zu begrenzen und das Fundament robuster zu machen.

Dabei geht es bei kleinen Gartenprojekten oft nicht um die gleiche Standsicherheit wie bei einem Haus. Trotzdem muss das Fundament zur Belastung, zum Boden und zur Frostsicherheit passen.

Für viele Regionen gilt als Faustregel: Fundamente sollten frostfrei gegründet werden. Häufig bedeutet das eine Tiefe von etwa 80 cm. Zusätzlich kann eine Schicht aus Kies oder Schotter als Sauberkeits- und Drainageschicht sinnvoll sein.

Streifenfundament bewehren
Streifenfundament bewehren

Die Bewehrung darf nicht direkt auf dem Boden liegen. Sie braucht Abstandhalter, damit sie vollständig von Beton umschlossen wird. Auch an den Seiten muss ausreichend Betondeckung vorhanden sein.

Bei höheren Mauern, Stützmauern, Hangdruck, schlechter Bodenqualität oder unklaren Lasten reicht eine Faustregel nicht. Dann braucht es eine statische Planung.

Bewehrung bei Bodenplatten

Bei kleinen Bodenplatten für Gartenhäuser, Geräteschuppen oder ähnliche leichte Bauwerke wird häufig eine Betonstahlmatte eingelegt. Sie hilft, Risse zu begrenzen und die Platte zusammenzuhalten.

Wichtig ist die Lage der Matte. Sie darf nicht auf der Sauberkeitsschicht liegen, sondern muss mit Abstandhaltern in der geplanten Höhe gehalten werden. Auch zu den Rändern braucht sie ausreichend Betondeckung.

Bewehrung einer Bodenplatte
Bewehrung einer Bodenplatte

Eine kleine Bodenplatte im Garten ist aber nicht mit der Bodenplatte eines Wohnhauses vergleichbar. Bei Gebäuden, Garagen oder größeren Bauwerken können oben und unten Bewehrungslagen nötig sein. Dort hängt die Bewehrung von Lasten, Untergrund, Plattendicke, Frost, Setzungen und vielen weiteren Faktoren ab.

Bei kleinen Gartenprojekten geht es oft um Rissbegrenzung. Bei Gebäuden geht es um Standsicherheit. Das ist ein anderer Maßstab.

Wann braucht man einen Statiker?

Ein Statiker ist immer dann nötig, wenn ein Bauteil Lasten sicher abtragen muss oder wenn Schäden schwerwiegende Folgen haben können.

Das gilt besonders bei:

SituationWarum Statik nötig ist
Haus, Anbau oder Garagetragende Bauteile
StützmauerErddruck und Kippgefahr
Hanglagezusätzliche seitliche Kräfte
große BodenplatteLastverteilung und Setzungen
schlechte BodenverhältnisseTragfähigkeit unklar
hohe Punktlastenlokale Überlastung möglich
Balkon oder KragarmZugzone oft oben, hohe Anforderungen
KellerwandErddruck und Feuchtigkeit
genehmigungspflichtiges BauwerkNachweis erforderlich

Sobald Standsicherheit eine Rolle spielt, reicht Bauchgefühl nicht aus. Dann braucht es eine Berechnung und einen Bewehrungsplan.

Häufige Fehler bei der Bewehrung

Viele Fehler sieht man nach dem Betonieren nicht mehr. Genau deshalb sind sie so problematisch.

FehlerWarum problematisch
Bewehrung liegt direkt auf dem Bodenkeine ausreichende Betondeckung
Stahl liegt an der falschen StelleZugkräfte werden nicht aufgenommen
zu wenig BetondeckungKorrosionsgefahr
zu enge StababständeBeton lässt sich schlecht einbringen und verdichten
Bewehrungsmatte verrutscht beim Betonierengeplante Lage stimmt nicht mehr
keine ausreichende ÜbergreifungKräfte werden nicht sicher weitergeleitet
Bewehrung ist stark verschmutztVerbund kann leiden
falsche Annahmen bei AltbestandTragverhalten unklar
keine statische PlanungTragfähigkeit nicht nachgewiesen

Besonders häufig passiert bei kleinen Projekten ein einfacher Fehler: Die Bewehrungsmatte wird auf den Untergrund gelegt und dann einbetoniert. Dann liegt sie später unten im Beton oder sogar fast außerhalb der wirksamen Zone. Abstandhalter sorgen dafür, dass sie später wirklich im Beton wirkt.

Fehler bei der Bewehrung

Faserbeton: Ersetzt er normale Bewehrung?

Neben Stahlstäben und Matten gibt es auch Beton mit Fasern. Dabei werden dem Beton zum Beispiel Stahlfasern, Kunststofffasern oder Glasfasern beigemischt. Sie können Risse begrenzen oder bestimmte Eigenschaften verbessern.

Fasern ersetzen aber nicht automatisch eine statisch erforderliche Stahlbewehrung. Ob Faserbeton ausreicht oder ergänzend eingesetzt werden kann, hängt von Planung, Nachweis und Bauteil ab.

Für Laien wichtig: Faserbeton ist nicht einfach „Beton ohne Bewehrung“, der überall klassische Stahlmatten ersetzt.

Was ist Spannbeton?

Bei großen Spannweiten, Brücken, Decken oder besonderen Bauteilen kommt manchmal Spannbeton zum Einsatz. Dabei wird Stahl nicht nur eingelegt, sondern gezielt vorgespannt. Der Stahl setzt den Beton unter Druck, bevor das Bauteil seine späteren Lasten aufnimmt.

Dadurch lassen sich größere Spannweiten und schlankere Bauteile realisieren. Für Heimwerker spielt Spannbeton praktisch keine Rolle. Er gehört in die Planung und Ausführung von Fachleuten.

Darf Bewehrung rostig sein?

Leichter Flugrost auf Betonstahl ist auf Baustellen nicht ungewöhnlich. Er ist nicht automatisch ein Problem. Kritisch wird es, wenn der Stahl stark verrostet ist, Schuppenrost zeigt oder deutlich an Querschnitt verloren hat.

Auch Öl, Erde, Mörtelreste oder andere starke Verschmutzungen können den Verbund zwischen Beton und Stahl beeinträchtigen. In solchen Fällen muss geprüft werden, ob die Bewehrung noch geeignet ist.

FAQ: Häufige Fragen zur Bewehrung im Beton

Warum kommt Stahl in Beton?

Weil Beton Druckkräfte gut aufnehmen kann, bei Zugkräften aber schnell reißt. Stahl übernimmt die Zugkräfte und ergänzt den Beton.

Was ist der Unterschied zwischen Beton und Stahlbeton?

Beton besteht aus Zement, Wasser und Gesteinskörnung. Stahlbeton enthält zusätzlich eine Bewehrung aus Stahl. Diese Bewehrung nimmt Zugkräfte auf.

Warum ist Betonstahl gerippt?

Die Rippen sorgen für besseren Verbund. Der Beton verzahnt sich mit dem Stahl und kann Kräfte übertragen.

Sind Risse im Stahlbeton immer gefährlich?

Nein. Feine, begrenzte Risse können bei Stahlbeton normal sein. Problematisch werden breite Risse oder Risse, durch die Feuchtigkeit bis zur Bewehrung gelangt.

Verhindert Bewehrung Risse vollständig?

Nein. Bewehrung verhindert Risse nicht vollständig. Sie begrenzt Risse und sorgt dafür, dass sich Kräfte besser verteilen.

Warum braucht Bewehrung Betondeckung?

Die Betondeckung schützt den Stahl vor Korrosion, sorgt für Verbund und spielt beim Brandschutz eine Rolle. Liegt der Stahl zu nah an der Oberfläche, kann er schneller rosten.

Darf eine Bewehrungsmatte direkt auf dem Kies liegen?

Nein. Dann liegt sie meist an der falschen Stelle und hat zu wenig Betondeckung. Abstandhalter sorgen dafür, dass die Matte im Beton dort bleibt, wo sie wirken soll.

Ersetzt Faserbeton normale Bewehrung?

Nicht automatisch. Fasern können Risse begrenzen oder Eigenschaften verbessern. Eine statisch erforderliche Bewehrung ersetzen sie nur, wenn dies entsprechend geplant und nachgewiesen ist.

Wann brauche ich einen Statiker?

Bei tragenden Bauteilen, Stützmauern, Gebäuden, größeren Bodenplatten, Hanglagen oder unklaren Bodenverhältnissen.

Fazit: Stahl liegt dort, wo Beton Hilfe braucht

Stahl kommt in Beton, weil Beton allein nicht alle Kräfte gut aufnehmen kann. Beton ist stark bei Druck, aber schwach bei Zug. Stahl übernimmt genau diese Zugkräfte. Zusammen bilden beide den Baustoff Stahlbeton.

Bewehrung verhindert nicht jeden Riss. Sie sorgt aber dafür, dass Risse begrenzt bleiben und das Bauteil tragfähig bleibt. Dafür muss der Stahl richtig liegen, ausreichend überdeckt sein und fest mit dem Beton zusammenarbeiten.

Bei kleinen Gartenprojekten können einfache Grundregeln helfen. Bei tragenden Bauteilen, Stützmauern, größeren Fundamenten oder Gebäuden braucht es dagegen eine statische Berechnung. Denn Bewehrung ist kein Stahl nach Gefühl. Sie liegt dort, wo der Beton Hilfe braucht.

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40 Kommentare zu „Warum kommt Stahl in Beton? Bewehrung einfach erklärt“

  1. Danke für den Artikel. Habe reichlich nachträgliche Fundamente unter eine 120 Jahre alte Außenfassade „geschoben“. Keinerlei Setzrisse. Keine Bewehrung! Wozu sollte die gut sein, wenn keine Zugspannungen zu erwarten sind? Aber: Die Fundamente liegen auf Sand, über diesem befand sich Lehm. Den Sand belassen , nicht aufwühlen, weil anschließendes neues Verdichten immer schlechter ist , als der gewachsene Originalzustand. Ich kann mir vorstellen, dass der einzige Sinn einer Bewehrung im Streifenfundament durch unzureichende Verdichtung des Untergrundes zu sehen ist. Vor 100 Jahren hat man die Fassaden noch auf Lehm gestellt und das funktionierte wunderbar und ohne Setzrisse bei relativ weichem Mörtel und kleinformatigeren Steinen. Heute denkt man wie eine „Spanplatte“. Der Beweis, dass diese Bauweise langfristig besser ist, ist m.E. trotz aller DIN nicht erbracht. Die Bewehrung beim druckbelasteten Streifenfundament dient also eher der Fehlerkompensation. Widerspruch ausdrücklich erwünscht !

    Antworten
    • Hallo Herr Wolff,

      prinzipiell haben Sie natürlich recht, wo keine Zugspannungen auftreten, da braucht es keine Bewehrung. Allerdings muss man da ganz sicher sein, dass das Fundament nicht ungleichmäßig einsinkt. Außerdem schwindet Beton beim Trocknen immer ein wenig. Die Formveränderung wird allerdings durch umgebendes Erdreich behindert. In der Folge können größere Rissweiten auftreten. Bei einer Bewehrung gibt es zwar auch kleine Risse, aber die sind nicht ganz so groß. Das Streifenfundament wird dadurch frostsicherer.
      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
    • Der Artikel muss natürlich allgemeingültig sein und auch ungünstiere Fälle als den Ihren abdecken. Es mag ja aufgrund günstiger Randbedingungen bei Ihnen einmal (mit Glück) funktioniert haben, daraus allgeemeingültige Schlussfolgerungen zu ziehen, ist jedoch nichtzulässig.
      Wie sehen Ihre Randbedingungen aus?
      Bodenkennwerte (Sand ist nicht Sand)?
      Höhe der Fassade? 4m oder 20m?
      Lasten?
      Wie kommen Sie auf die Idee, dass in einem Fundament bei entsprechender Belastung keine Zugkräfte auftreten?
      dass Stahlbeton funktioniert, ist hinreichend bewiesen, auch wenn es nicht jedem in den Kram passt.

      Antworten
  2. Moin, ich nicht vom Fach aber ein Haus haben wir auch gebaut im Jahr 2001. Meine Frage ich habe heute gesehen das Fundamente für ein Einfamilienhaus ohne Bewehrung gegossen wurden. Ist das so richtig? Wir mussten früher viel Stahl einbauen. Danke für die Antworten. Das neue Haus wird nebenan gebaut. VG Heinz

    Antworten
    • Hallo Herr Meyer,

      eine ähnliche Frage habe ich gestern bereits beantwortet. Es kann durchaus sein, dass Streifenfundamente ohne Bewehrung ausgeführt werden. Das geht aber nur, wenn ein ausreichend tragfähiger Baugrund vorhanden ist und keine Gefahr besteht, dass das Fundament sich ungleichmäßig setzt. In der Regel werden die Fundamente jedoch bewehrt. Da ist man auf der sicheren Seite.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  3. Hallo, ich bin zwar kein Statiker, aber immerhin Maurer.
    Ich habe noch nie unter einem Streifenfundament Schotter oder Kies eingebaut.
    (War bis jetzt auch in keinem Statikerplan vorgesehen).
    Beton stets auf „gewachsenem“ Boden eingebaut.
    Viele Grüße

    Antworten
    • Hallo,

      vielen Dank für den Hinweis. Sie haben recht, wenn das Streifenfundament tief genug in den frostfreien Bereich gründet, braucht es keinen Schotter oder Kies. Geht es nicht ganz so tief runter, fungiert der Kies als Drainage und verhindert somit Frostschäden. Da ich mich mit dieser Seite eher an die Hobby-Heimwerker und nicht an die Profis wende, gehe ich mit meinen Tipps eher in Richtung Sicherheit.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  4. Hallo.

    Bei unserer Bodenplatte ragt Bewehrungsstahl ungeschütz heraus.
    Ist das so richtig oder haben die Bauarbeiter gepfuscht?

    Leider kann ich hier kein Bild posten zur besserem Verständnis.

    Viele Grüße

    Ralf Liebau

    Antworten
    • Hallo Herr Liebau,

      wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, darf natürlich nirgendwo mehr Bewehrungsstahl herausragen. Sollen allerdings später noch Stützen oder andere Bauteile betoniert werden, kann es sich um Anschlussbewehrung handeln. Dann wäre das alles in Ordnung so.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  5. Hallo

    Vielen Dank für den tollen Beitrag. Wir wollen derzeit eine Stützmauer errichten und haben uns verschiedene Betonschalungssteine angesehen. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Bewehrung in der Horizontalen mal 1 mal 2 reihig erfolgt und und der Vertikalen mal 1 Stab, mal 4 Stäbe aus der Konstruktion ragen. Die Steinbreite ist aber die gleiche. Woran liegt das und welche Konstruktion ist empfehlenswerter?

    Viele Grüße
    Daniel

    Antworten
    • Hallo,

      schön dass Ihnen der Beitrag gefällt. Warum bei dem einen Anbieter mehr Bewehrungseisen als beim anderen reinkommt, darüber kann ich nur spekulieren. Vielleicht haben die Eisen bei der einen Variante einen größeren Durchmesser als bei der anderen. Oder es soll auf Nummer sicher gegangen werden, dass alles besonders stabil ist. Ob Sie für Ihre Mauer so viel Bewehrungseisen benötigen, kann ich Ihnen nicht sagen. Das kommt auf mehrere Faktoren an. Zum Beispiel wie hoch die Mauer werden soll oder wie viel Hang abgefangen werden muss. Drückt zusätzlich noch Wasser an die Wand, wird es noch etwas komplizierter.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  6. Guten Tag,

    seit etwa 1,5 Jahren saniere ich ein Haus aus den 30er Jahren und setze hin und wieder auch Beton im Innen- und Außenbereich ein, teilweise unterstützt von einem befreundeten Maurer (ohne Ausbildung aber seit 30 Jahren am Bau tätig).
    Wie ein Fundament bzw. ein „Bauteil“ aus Beton aufgebaut sein muss, konnte ich in der Vergangenheit vielen Anleitungen entnehmen, jedoch wurde selten erläutert, warum ich so vorgehen musste. Ihr Beitrag hat für mich persönlich sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet und viel Licht ins Dunkle gebracht. Vielen Dank an dieser Stelle!

    Einen Verbesserungsvorschlag hätte ich aber zum Absatz mit dem Streifenfundament. Anstatt aufzuführen, dass die Betonstärke 80cm betragen soll, würde ich die 80cm eher als Gesamtstärke inkl. Schotteruntergrund, falls dieser noch zusätzlich zum Einsatz kommt, nennen. Nicht, dass ein Hobbyhandwerker am Ende meint für seine Sichtschutzmauer 1,5 Meter tief auszuheben (hier kommen wir ggf. dann auch schon in dem Bereich von Versorgungsleitungen). Eventuell sollte man den Punkt „Versorgungsleitungen“ (Abwasser, Trinkwasser, Strom, Telekommunikation, aber auch Klingeldraht etc.) nochmal als zu beachtender Gefahrenpunkt erwähnt werden, dies findet man bisher in keiner Anleitung, finde ich aber sehr wichtig. In dem Zusammenhang könnte man dann noch angeben, wie stark der Schotteruntergrund sein sollte bzw. die mindeststärke des Betons. Beispiel: Streifenfundament=Gesamtstärke 80cm, davon Kies&Sand 0cm oder zwischen 15cm und max. 40cm.

    Viele Grüße

    Andreas Krauss

    Antworten
  7. Hallo,
    ich möchte kein Haus bauen und auch keine Brücke aber einen großen Kübel für Pflanzen und bisher konnte ich keine Hinweise finden (suche schon einige Zeit im Netz) wie dick die Wände sein sollten und ob ich ebenfalls Stähle einarbeiten sollte.
    Das Werk wird etwa 70 cm Hoch und die Grundfläche etwa 50 cm x 60 cm.
    Mindestens eine Ecke würde ich gerne rund gestalten, wenn es geht.
    Das ganze soll nicht gegossen, sondern mit Batzen aufgebaut werden, da es nicht perfekt gerade aussehen soll. Außen kommt auch eine Schicht mit groben Splitter Marmor und einigen Dekoarbeiten drauf.
    Kann mir jemand weiter helfen.
    Liebe Grüßen
    Blandina

    Antworten
      • Hallo, vielen Dank für den interessanten Artikel.
        Ich möchte nachträglich in meine 6x7m große Garage eine Betonplatte betonieren. Die Nachbargarage hat eine 18cm dicke Bodenplatte. leider konnte mir niemand sagen wie ich die Bewehrung ausführen musst.
        wir wollen zwei Mittelklasse-PKW in der Garage parken. Der Boden der Garage wurde zusammen mit der Bodenplatte unseres Hauses geschottert und verdichtet.
        Reicht bei diesen Verhältnissen eine Lage Stahlmatten auf der Zugseite?

        viele Grüße

        Antworten
  8. Hallo, vielen Dank für den tollen, gut verständlichen Artikel. Ich möchte gerne für eine Sitzbank das Untergestell aus Beton gießen. Die Schalung haben wir gestern gemacht. Sie ist in L-Form, mit den Maßen H 45,L 38,5 und T 9 cm. Gießen werde ich mit Estrichbeton. Später kommen fünf Holzdielen (6cm) darauf. Brauche ich dafür Stahlmatten oder würde auch Glasfasern untergemischt reichen? Freue mich auf eine Antwort.

    Antworten
    • Hallo,

      da die Bank wahrscheinlich keine größeren Belastungen aushalten muss, sollte es ohne eine Stahlbewehrung funktionieren. Außerdem: Wenn ich Sie richtig verstehe, soll die Sitzfläche nicht betoniert werden. Hier würden Zugkräfte auftreten und eine Bewehrung ratsam.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  9. Hallo, habe eine Treppenkonstruktion mit Beton gebaut. Diese besteht aus zwei gleichstarken Füßen. Jeder dieser „Füße“ ist 20 cm stark. Ich habe aber keinen Stahl in die Konstruktion eingebracht da ich davon ausgegangen bin das der Druck von oben und ca 40 cm Auflagefläche genug aushält um darauf herum zu turnen. Die Treppe ist nur 80 cm hoch und führt zu einer Eingangstüre. Jetzt kommen wir zur Frage: muss ich die Ständer wieder abreißen und neu Gießen mit Stahl oder halten die auch so?

    Antworten
    • Hallo,

      ich würde es erst einmal so lassen. Viel passieren kann da nicht, da erstens die Belastungen nicht sehr groß sein werden und zweitens die Treppe nicht sehr hoch ist. Sollte mit der Zeit der Beton anfangen zu bröckeln, können Sie immer noch tätig werden.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  10. Hallo, vielen Dank für diesen guten Artikel der viel zum Verständnis beitrug.

    Bei unserem Neubau wurde versehentlich an der schmalen Stelle der Dachbodenöffnung nur 3 von 5 Zugstäben in den Beton gesetzt. Auf der anderen Seite wurden alle 5 eingesetzt. Auf den langen Seiten sind auch alle Stäbe gesetzt worden.
    Haben wir nun evtl ein Zugproblem und müssen evtl was machen?

    Außerdem schauen an einer kleinen Stelle ( ca 15 cm lang) im Dachboden 2 Streben einer Bewehrungsmatte ein bisschen heraus. Anscheinend hat sich beim betonieren der Bindedraht gelöst. Darüber befinden sich 26 cm Dämmung und eine Dampfbremse um eine Kältebrücke und Kondenswasser zu vermeiden. Muss in solchen Fällen etwas unternommen werden oder ist dies unproblematisch?

    Oder stellen diese beiden Punkte einen gravierenden Baumangel dar?

    Antworten
    • Hallo Chris,

      gut ist es nicht, wenn die Bewehrung nicht so eingebaut wurde, wie vom Planer vorgeben. Auch nicht, wenn der Einbau fehlerhaft erfolgt. Das können gravierende Mängel sein, müssen aber nicht. Ich kann und will das aus der Ferne nicht beurteilen. Da müssen Sie sich jemanden suchen, der das macht.

      Viele Grüße
      Dominik

      Antworten
  11. Hallo,
    vielen Dank für den Artikel. Ich möchte 4 Punktfundamente 40x40x80 cm für die Stützen eines Carports herstellen. Muss hier eine Bewehrung rein? In den meisten Artikeln, die ich darüber gelesen habe wird auf eine Bewehrung verzichtet.
    Gruß
    Tobias

    Antworten
    • Hallo Tobias,

      bei Punktfundamenten sollten Sie keine Bewehrung brauchen. Die macht man hauptsächlich in den Beton rein, damit der auch Zugkräfte aufnehmen kann, die sollten in deinem Fall nicht auftreten, es kommt nur die Last von oben.

      Viele Grüße

      Antworten
  12. Hallo,

    bin auf der Suche gewesen, wie Armierungsstaerke zu Betonvolumen stehen sollte; leider finden sich da wenige Berechnungsvorschriften – aber ein Lehrbuch zur Statik wollte ich vorher auch nicht studieren – und bin dann auf Ihren informativen Artikel gestoszen.
    Ich denke, ich kann Ihnen die Frage direkt stellen.

    Ich moechte einen Betonpfosten von 1.8m Hoehe x 0.25m Breite x 0.1m Tiefe auf eine vorhandene Gartenmauer aufgieszen.
    Die Gartenmauer selbst ist gut fundamentiert.
    Fuer jeden Pfosten hab‘ ich drei Armierungsstaehle, jeweils 2x 6er und 1x 8er, etwa 10-15cm tief in die Mauer eingelassen.
    Haelt sowas, oder faellt der Pfosten eventuell einfach um?

    Mit den Besten,

    Manuel

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  13. Ich bin Bauingenieur und fast 60 Jahre alt. Ich kann nur sagen, die Theorie: „Früher war alles besser“ stimmt bestimmt nicht. Es war auch nicht schlechter als heute, wir haben heute die gleiche Problemen wie gestern und morgen…der Vorteil von heute ist, wir haben viele junge Ingenieure die auch an Lösungen arbeiten. Ich sehe die DIN als eine Hilfe, wie kann eine Lösung aussehen, die DIN schaltet aber mein Gehirn nicht aus. Wenn ich nachweisen kann, das die Steifigkeit der Boden unter der Fundamentplatte so stark ist, das keine Setzungen für die Nutzungsdauern der Bodenplatte möglich sind, dann gibt es keine Mindestbewehrung.
    Dipl.-Ing. Luis Washington (Studiert an der Uni-Stuttgart)

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  14. Guten Tag Herr Hochwarth
    Ich als Laie, hätte eine allgemeine Frage punkto Erdkeller.
    Ein gemauerter Erdkeller mit Klinker Ziegel auf einem Streifenfundament in einen Hang hinein.
    Raumlänge 4,5m, Breite 3,5m, Höhe 2,2m
    Ist es zwingend notwendig ein Gewölbe als Decke zu mauern? oder besteht auch die Möglichkeit eine Betondecke zu konstruieren (Schalung, Untersteher usw.)
    Überschüttung mit Mutterboden wäre von 0,5m-1m
    Natürlich kann man anhand meiner Angaben jetzt keine präzise statische Aussage tätigen. gehört berechnet usw. das ist mir klar.
    Aber würde es im Prinzip möglich sein oder ist so etwas ausgeschlossen?
    muß ich mir eine Betondecke von 10cm vorstellen oder eine von 50cm stärke?

    mfg Chris

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    • Hallo Herr Aigner,

      machbar ist das sicher, hängt maßgeblich vom verwendeten Eisen ab und weniger von der Stärke der Betondecke. Wobei je mehr Eisen verbaut wird, die Decke dicker ausfallen muss. Aber wie Sie ja bereits angemerkt hatten, dafür braucht es eine statische Berechnung.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

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  15. Hallo,
    danke für den sehr interessanten Artikel.
    Darf ich Sie was fragen: Ich möchte gern einige Blumenkisten aus Beton, genauer gesagt Steinguss, fertigen. Außenmaß etwa 80 x 50, mit einer 5cm dicken Wand und 8cm Bodenplatte.
    Nun möchte ich das ganze bewehren. Interessanterweise habe ich gelesen, dass diese Anwendung genau der Anlass war, aus dem die Stahlbewehrung erfunden wurde – ein Gärtner ärgerte sich über die brechenden Betonblumenkisten. Aber das nur nebenbei.
    Nun habe ich überlegt, einfach eine Baustahlmatte zuzuschneiden. Zuerst den Boden, dann 4 Seitenteile.
    Was die Verbindung der Bodenmatte mit den Seitenteilen betrifft, ist diese eigenlich statisch? Soll heißen, muss ich die vier Seitenteile zuvor ordentlich verdrahten oder kann ich die Seitenteile einfach in den feuchten Beton der Bodenplatte stecken und später den Rest mit Beton füllen?
    Das ist mir nicht ganz klar, ob die Bewehrung sozusagen einzeln wirkt – oder als geschlossenen Ganzes. Bei der Bewehrung großer Bauwerke sind die Teile ja auch nur durch Drähte verbunden – geht es also nur darum, dass die Metallteile bis zum Ausgießen an der richtigen Position bleiben?
    Danke für Ihr Fachwissen! LG WH

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    • Hallo Herr Haselauer,

      die Drähte dienen in der Tat nur dazu, damit das Eisen beim Betonieren nicht verrutscht. Es ist ganz wichtig, dass die Bewehrung an der berechneten Stelle bleibt, nur so können sie die optimale Kraftwirkung entfalten. Außerdem ist so die benötigte Betondeckung gewährleistet. In Ihrem Fall sollte es auch funktionen, wenn Sie die Matten nachträglich in den feuchten Beton drücken. Einfach schauen, dass überall genügend Beton den Stahl überdeckt, damit dieser nicht rostet und außerdem seine Tragfunktion erfüllen kann.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

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  16. Hallo Moin,
    wir haben ein Haus aus den 50ern gekauft und stecken gerade mitten in der Kernsanierung inkl. einer neuen Bodenplatte, die gegossen werden soll. Das Haus steht auf einem Streifenfundament. Bis jetzt wollten wir nur Bewehrungsmatten einarbeiten, allerdings wurde uns jetzt auch noch die Verankerung mit den Wänden empfohlen für eine noch bessere Stabilität. Das Haus steht gerade und hat keine besonderen Setzrisse. Würde mich sehr über Ihre Meinung freuen.
    Viele Grüße
    Sabrina

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    • Hallo,

      ohne jetzt genaueres zu wissen, würde ich denken, dass ein Haus, das seit über 60 Jahren problemfrei auf dem vorhandenen Fundament steht, auch künftig ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen stehen bleiben sollte. Ich weiß allerdings auch nicht genau, in wieweit durch die Kernsanierung zusätzliche Lasten entstehen. Letztlich muss das jemand entscheiden, der sich das Haus vor Ort anschauen kann und der natürlich auch Ahnung von der Materie hat.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

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  17. Guten Tag an Herrn Hochwarth und in die Runde,

    Einen Erdkeller (4,5mx3,0mx2,1m) mit Gewölbedach baue ich gerade. Die Wände aus 24er Poroton Ziegeln , das Dach aus 12er Lochziegeln. Der Untergrund besteht aus Lehm.
    Das Streifenfundament soll nicht bewehrt werden.
    Was meinen Sie?
    Ich freue mich auf Antwort(en)
    Liebe Grüße
    99komma99

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  18. Lieber Wolf,

    Wenn man sich Ihre Systemskizze für die Bewehrung einer Bodenplatte ansieht, müsste man eigentlich zu der Ansicht kommen, dass Sie nicht vom Fach sind.
    Die Bewehrung der Bodenplatte nur im unteren Bereich ist schlichtweg falsch! Was bei einer Gartenhütte noch ziemlich egal sein wird, hätte bei einem Haus eine fatale Wirkung. Eine Bodenplatte wird als verkehrte Decke berechnet, dh die Zugzone ist oben!
    Diese wechselt natürlich auch gerne nach unten, deswegen wird immer oben und unten bewehrt!

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    • Lieber Baumi73,

      vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Ich schreibe ja extra im Text, dass bei der Bodenplatte für ein Haus oder größeres Gebäude unbedingt ein Statiker befragt werden muss, der festlegt, wie die Bewehrung erfolgen muss. In meinem Beitrag geht es nur um kleinere, dünnere Plattenfundamente für Gartenhäuser oder Schuppen. Und da wird in der Praxis in aller Regel nur eine Lage Stahlmatten eingelegt. Zumal dort meist auch kein Platz vorhanden ist, 2 Lagen Bewehrung mit den nötigen Abständen einzulegen. Ich mache das im Text noch mehr deutlich, dass auch wirklich jeder versteht, dass diese Lösung nur bei kleinen Fundamenten mit geringer Belastung funktioniert.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

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