Ein Grundstück in Hanglage hat seinen eigenen Charme, macht die Nutzung jedoch mitunter recht schwierig. Ebene Flächen müssen her. Dabei entstehen zwangsläufig Böschungen, die abgesichert werden müssen. Womit wir beim Thema Hangbefestigung sind. Grundsätzlich gilt: Je mehr Hang es abzustützen gilt und je steiler dieser ist, desto mehr Masse muss ihm entgegengestellt werden.

Hangbefestigung mit Natursteinen

Hangbefestigung mit Natursteinen

Die Belastungen aus Erddruck und zusätzlichen Einwirkungen durch Niederschlägen sind enorm. Zudem spült das Wasser den Boden aus oder unterspült ihn. Nicht selten sorgt ein Böschungsrutsch für jede Menge Ärger und Verdruss. Daher lieber einmal richtig machen. Nachfolgend die verschiedenen Möglichkeiten einer Hangbefestigung.

1. Hangbefestigung mit Schwergewichtsmauern

Eine Schwergewichtsmauer ist sicher die Königin aller Hangbefestigungen. Sie hat genug Masse, sich auch größeren Böschungen entgegen zu stemmen. Zum Schwergewicht wird sie durch einen besonders breiten Fuß, der mindestens 1/3 der Höhe beträgt. Nach oben verjüngt sich die Schwergewichtsmauer, so dass sich der Schwerpunkt zum Hang hin neigt. Man denke zum Beispiel an Talsperren, die zwar keine Hang, dafür aber jede Menge Wasser in Zaum halten.

Betonieren oder Mauern – das ist die Frage bei einer Schwergewichtsmauer. Beides ist möglich. Wichtig ist in beiden Fällen, dass das Fundament frostsicher gegründet wird. Dazu muss es tief genug in die Erde reichen und mit Schotter unterfüttert werden, damit sich kein Wasser unter dem Fundament ansammeln kann. Auch zwischen Hang und Mauer braucht es solch eine Schotterschicht für die Drainage. Drainagerohre am Fuß der Schwergewichtsmauer leiten das Wasser zusätzlich ab. Auch Trockenmauern oder Gabionen eignen sich als Schwergewichtsmauern – dazu nachfolgend mehr.

Schwergewichtsmauer

Winkelstützmauer

Winkelstützmauer

2. Hangbefestigung mit Trockenmauern aus Natursteinen

Über die Hangbefestigung mit einer Trockenmauer aus Natursteinen habe ich an anderer Stelle ausführlich geschrieben. Daher hier nur einige Worte zu diesem Thema. Sie eignet sich eher für kleinere Böschungen mit unter einem Meter Höhe. Alles, was darüber liegt braucht einen Standsicherheitsnachweis vom Experten. Ansonsten gelten im Prinzip die gleichen Regeln wie für eine Schwergewichtsmauer – also unten breiter als oben, Neigung zum Hang und eine frostfreie Gründung.

3. Hangbefestigung mit Gabionen

Gabionen sind in den vergangenen Jahren schwer in Mode gekommen. Und das nicht nur für die Hangbefestigung, sondern insbesondere auch als Gestaltungselement im Garten oder Vorgarten. Zum Beispiel als kleines Mäuerchen. Aber wir wollen uns hier ja um die Befestigung des Hanges kümmern. Bei einer Gabione handelt es sich im Prinzip um ein Gestell bzw. einen Korb aus Metall, der mit Steinen und Geröll gefüllt wird. Sie kommt besonders gut in einem naturnahen Garten zur Geltung.

Wenn damit eine Böschung gesichert werden soll, muss das Metallgestell entsprechend groß ausfallen, denn auch hier kommt es vor allem auf die Masse an. Je nachdem, wie hoch die Böschung ist, können auch mehrere Drahtkörbe für die Hangbefestigung übereinander gestapelt werden. Die oberen Korbreihen sollten hierbei leicht Richtung Hang geneigt sein. Sie lassen sich aber auch stufenförmig in den Hang legen. Ein Fundament braucht es hier ebenfalls, das kann im einfachsten Fall und bei niedriger Mauerhöhe zum Beispiel aus einer Schotterschicht bestehen.

4. Hangbefestigung mit Holz

Mit Pfählen, Palisaden oder Schwellen aus Holz lassen sich Hänge wunderbar natürlich befestigen. Klar muss hier jedoch sein, dass solche eine Hangbefestigung nicht für die Ewigkeit gemacht sein kann, denn das Holz wird über kurz oder lang verrotten. Das lässt sich mit irgendwelchen Imprägnierungen sicherlich hinauszögern, doch wirklich gesund ist anders. Man denke nur an die teerölgetränkten Eisenbahnschwellen, die früher gerne dafür genommen wurden. Alles Sondermüll und mittlerweile zum Glück auch verboten.

Wer auf die sicher schicke Optik alter Bahnschwellen nicht verzichten möchte, findet im Baustoffhandel und mitunter auch in gut sortierten Baumärkten auch welche aus Beton. Sie sehen täuschend echt aus, sind garantiert nicht umweltschädlich und lange haltbar. Sie lassen sich senkrecht oder waagerecht verbauen – jeder wie es mag. Zwei, drei Meter hohe Böschungen lassen sich damit jedoch nicht absichern. Solche hohe Hangbefestigungen gehören sowieso in die Hände eines Fachmanns. Ohne entsprechende Berechnungen geht hier gar nichts. Außerdem sind in dem Fall auch Grenzabstände mit zu berücksichtigen.

5. Hangbefestigung mit Pflanzringen

Pflanzringe sind optisch sicher nicht jedermanns Sache, wobei es hier doch große Unterschiede gibt. Obwohl sie kontrovers in den diversen Foren diskutiert werden, kommen sie häufig zur Hangbefestigung zum Einsatz. Das liegt am günstigen Preis und dass sie einfach zu verarbeiten sind. Wer solch einen Pflanzstein schon mal in der Hand hatte, weiß aber auch, dass sie durchaus ihr Gewicht haben und man am Ende des Tages jeden Knochen spürt. Und einen ganzen Hang mit solchen Steinen zu befestigen, kann schon einmal etwas länger dauern.

Hangbefestigung aus Pflanzsteinen

So schön kann eine Hangbefestigung aus Pflanzsteinen sein. Bild: EHL AG

Auch eine Hangbefestigung aus Pflanzringen braucht ein Fundament. Das besteht im besten Fall aus einer Frostschutzschicht aus Schotter sowie einer Betonschicht. Die erste Reihe bekommt dadurch besseren Halt, wenn sie in erdfeuchten Beton gelegt wird. Damit sich später das Wasser in den Pflanzsteinen nicht staut, sollten jedoch Öffnungen im Betonfundament eingeplant werden. Zur Hangseite sorgen Schotter und Kies dafür, dass sich keine Nässe staut.

6. Hangbefestigung mit Beton

Beton meint in diesem Zusammenhang Palisaden oder andere Fertigelemente aus Beton wie zum Beispiel L-Steine. Aber natürlich kann man auch eine Betonmauer zur Hangbefestigung hochziehen. Bei größeren Böschungen ist dies sicherlich die bevorzugte Lösung, wenn es denn Beton sein soll. Eventuell sogar als Schwergewichtsmauer, wie bereits beschrieben. Kleinere Hänge lassen sich jedoch gut mit Palisaden oder L-Steinen aus dem Baumarkt oder Baustoffhandel abfangen.

Betonpalisaden

Betonpalisaden sind in der Regel nicht höher als 40 bis 60 Zentimeter, eignen sich also eher für niedrigere Böschungen. Die Palisaden werden in ein Fundament aus Schotter und erdfeuchten Beton gesetzt. Damit sich keine Wasser zwischen Hang und Palisaden staut, kommt dazwischen ebenfalls eine Schotterschicht. Wenn es etwas edler sein soll, können natürlich auch Palisaden aus Granit oder einem anderen Naturstein verwendet werden.

L-Steine

Ähnlich wie mit Palisaden funktioniert der Einbau von L-Steinen. Es wird ein mindestens 10 cm dickes, frostfrei gegründetes Fundament benötigt, das auf beiden Seiten mindestens 5 cm größer als die Fußlänge der Steine sein sollte. Eine Hinterfüllung aus drainfähigen und frostsicheren Materialien ist ebenfalls notwendig.

Winkelstützmauern

Winkelstützmauern sind quasi die Sparvariante einer betonierten Schwergewichtsmauer. Die Mauer besitzt am Fuß einen Sporn oder Konsole, auf der das Erdreich zu liegen kommt. Die Masse des Bodens gibt zusätzlichen Halt. Der Vorteil einer Winkelstützmauer liegt auf der Hand – es ist wesentlich weniger Beton notwendig.

7. Hangbefestigung mit Pflanzen

Flachere Böschungen können problemlos auf natürliche Weise mit Pflanzen gesichert werden. Traditionelle Methoden der Hangsicherung sind zum Beispiel Weidenruten-Geflechte, Spreitlagen oder Faschinen.

Weidenruten-Geflecht

Ein Weidenruten-Geflecht ist hierbei nur eine temporäre Maßnahme bei einer frisch angelegten Böschung, bis die gleichzeitig ausgebrachten winterharten Pflanzen tief genug verwurzelt sind und dann für den nötige Hangbefestigung sorgen. Bei einem Weidenruten-Geflecht handelt es sich um einen Minizaun aus Pflanzstäben, die in den Boden geschlagen und mit Weidenruten umflochten werden.

Spreitlage

Bei einer Spreitlage kommen ebenfalls Weidenruten und Holzpflöcke zum Einsatz. Allerdings austriebsfähige Weidenruten. Diese werden nach dem Verflechten dünn mit Erdreich bedeckt und schlagen nach einigen Monaten Wurzeln. Sie werden mit der Zeit zu einem Gebüsch. Eine äußerst effektive Methode der Hangbefestigung, die insbesondere an den Rändern von Hängen zum Einsatz kommt.

Faschinen

Faschinen sind Bündel aus dünnen Zweigen. Sie können drei bis vier Meter lang sein und einen Durchmesser von etwa 30 Zentimeter besitzen. Verwende werden tote und lebendige Zweige, die später austreiben und Wurzeln bilden. Faschinen werden in kleinen Gräben liegend über den Hang verteilt und mit kleinen Pfählen gesichert. Dazwischen erfolgt die sonst geplante Bepflanzung.

Matten

Was die Pflanzen angeht, eignen sich insbesondere winterharte Bodendecker. Besonders schnell geht es mit vorkultivierten Bodendeckern auf Kokosmatten. Die Matten werden ähnlich wie Rollrasen auf dem Hang ausgebreitet. Durch ihre Wurzeln schützen die Pflanzen den Hang vor Erosion. Bei größerer Neigung lassen sich die Matten mit Erdnägeln sichern.