Warme Füße braucht der Mensch – und auch das Haus. Was dem Mensch die gefütterten Winterstiefel, ist dem Gebäude die Perimeterdämmung. Konkret werden hierbei die erdberührten Bauteile wie Keller und Bodenplatte in eine Dämmschicht gepackt. Doch welche Materialien kommen hierfür zum Einsatz, was kostet der Spaß und wie erfolgt die Verlegung? Hier erfahren Sie es.

Perimeterdämmung Wohnraum

Wohnraum schaffen im Keller dank Perimeterdämmung. Foto: XPS

Die wichtigsten Anforderungen an eine Perimeterdämmung

Für eine Perimeterdämmung kommen nur ganz spezielle Materialien in Frage. Die Dämmstoffe sind zahlreichen Belastungen wie zum Beispiel Erddruck, Frosteinwirkungen, Erdfeuchte und je nach Bodenbeschaffenheit Sickerwasser, Stauwasser oder drückendem Grundwasser ausgesetzt.

Wichtige Eigenschaften sind:

  • Druckfestigkeit
  • Verrottungsfestigkeit
  • Schädlingssicherheit
  • Umweltverträglichkeit
  • Feuchtigkeitsunempfindlichkeit
Verschiedene Möglichkeiten einer Perimeterdämmung

Verschiedene Möglichkeiten einer Perimeterdämmung

Gute Gründe für eine Perimeterdämmung

Eine Perimeterdämmung verringert die Wärmeverluste in einem beheizten Keller im beträchtlichen Maße, Experten gehen von rund 20 Prozent aus. Darüber hinaus werden Wärmebrücken eliminiert – und die damit auftretenden Probleme wie Tauwasseranfall und Schimmel. Generell lässt sich der Taupunkt mit Hilfe der Dämmung verschieben und somit auch manches Feuchtigkeitsproblem lösen.

Doch nicht nur Wärmeverluste und Feuchtigkeitseintrag lassen sich durch eine Perimeterdämmung minimieren – sie schützt zudem vor mechanische Belastungen. Und die kommen automatisch, wenn das Erdreich im Bereich der Kellerwand verfüllt und verdichtet wird. Zudem baut die Dämmung sämtliche Drücke ab – vom Erddruck bis zum hydrostatischen Druck.

Wer den Keller als Wohnraum nutzen möchte, freut sich ebenfalls über eine Perimeterdämmung, steht doch der gesamte Keller zur freien Verfügung. Fehlt die Dämmung von außen, muss von innen gedämmt werden. Das ist ungleich komplizierter und immer auch mit Raumverlust verbunden. Ganz zu schweigen von Problemen mit dem Taupunkt und Wärmebrücken.

Es gibt also viele gute Gründe für eine Perimeterdämmung. Nicht zuletzt verlangt auch die Energieeinsparverordnung (EnEV), dass ein Mindestwärmeschutz eingehalten werden muss.

Perimeterdämmung anbringen – das ist zu beachten

Es sind verschiedene Lastfälle und Bereiche zu unterscheiden:

  1. Kelleraußenwand – Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser
  2. Kelleraußenwand – Drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser
  3. Bodenplatte / Kellerfußboden – statisch nicht tragendes Bauteil
  4. Lastabtragende Gründungsplatte – statisch tragendes Bauteil

Perimeterämmung Schema

Auswahl der Dämmstoffe

Folgende Dämmstoffe können für die Perimeterdämmung verwendet werden:

  • EPS (expandiertes Polystyrol)
  • EPSh (hydrophobiertes Polystyrol)
  • PUR (Polyurethan-Hartschaum)
  • XPS (extrudiertes Polystyrol)
  • Schaumglas

Bei der Auswahl des richtigen Dämmstoff gibt es einige Einschränkungen: Bei drückendem Wasser und Einbautiefen von über drei Metern dürfen EPS oder PUR nicht mehr für die Perimeterdämmung verwendet werden. Bei bindigen Böden braucht es bei diesen beiden Dämmstoffen zudem unbedingt eine Dränung. Keine Beschränkungen gibt es XPS, bei Schaumglas ist hingegen ein Frostschutz in Form von mindestens zwei Millimeter frostbeständiger Bitumenspachtelmasse notwendig.

Anbringen der Dämmplatten im Wandbereich

Eine Perimeterdämmung ist keine Abdichtung, es braucht also zunächst eine fachgerechte Kellerabdichtung. Auf der wird die Dämmschicht anschließend befestigt. Damit später beim Einbringen des Erdreichs nichts verrutscht, muss sie auf jeden Fall verklebt werden. Die Verlegung erfolgt im Verband und zwar vollflächig, Kreuzfugen sind zu vermeiden. Eventuelle Unebenheiten müssen zuvor beseitigt werden.

Perimeterdämmung Kellerwand

Perimeterdämmung an der Kellerwand anbringen. Foto: XPS

Bituminöse Kleber eignen sich am besten für die Verlegung der Perimeterdämmung, wobei es auch darauf ankommt, welcher Dämmstoff zum Einsatz kommt. Hier sind die Herstellerempfehlungen zu beachten. In der Regel bieten die Hersteller bereits die passenden Kleber an. Um Wärmebrücken zu vermeiden, sind Dämmstoffe mit Stufenfalz besonders gut geeignet. Es ist darauf zu achten, dass bei der Verlegung die Abdichtung nicht verletzt wird.

Verlegen der Dämmplatten unter der Bodenplatte

Ob Hartschaumplatte oder Schaumglas – unter der Bodenplatte werden beide Dämmstoffe im Prinzip auf gleiche Weise verlegt. Die Dämmstoffe müssen auf jeden Fall das Eigengewicht der Bodenplatte tragen, bei Gründungsplatten zudem noch ständig einwirkende Lasten. Sie müssen dementsprechend druckfest sein und ohne statische Berechnung geht gar nichts.

Perimeterdämmung Bodenplatte

Perimeterdämmung bei Bodenplatte verlegen. Foto: XPS

Ob nun statisch tragend oder nicht tragend, die Verlegung der Perimeterdämmung unter der Bodenplatte erfolgt auf einer ebenen und tragfähigen Auflagefläche, der sogenannten Sauberkeitsschicht. Diese besteht zum Beispiel aus einem verdichteten Sand-Kies-Gemisch oder aus Magerbeton. Letzteres hat den Vorteil, dass im Baustellenbetrieb alles schön eben bleibt.

Die Verlegung der Perimeterdämmung erfolgt einlagig im Verband, Kreuzstöße sind keine erwünscht. Um Wärmebrücken zu vermeiden, sollte die Dämmung seitlich über das Fundament hochgezogen werden. Zwischen Fundament und Dämmung ist eine Schutzschicht, zum Beispiel eine PE-Folie, vorzusehen. Sie verhindert, das beim Betonieren der Gründungsplatte Zementmilch in die Dämmung läuft. Zudem braucht es eventuell noch eine Dampfbremse, wenn der Wasserdampfdiffusionsstrom entsprechend ungünstig ist.

Verlegen der Dämmplatten bei drückendem Wasser

Steht Grundwasser an, kommen XPS und Schaumglas zum Einsatz. Beiden Dämmstoffen kann länger einwirkende Feuchtigkeit nichts anhaben. Neben dem Erddruck wirkt zusätzlich noch hydrostatischer Wasserdruck auf die Perimeterdämmung, zudem ist die Auftriebswirkung zu beachten. Die Dämmplatten müssen daher so angebracht werden, dass die Auftriebssicherheit gewährleistet ist. Das ist zum Beispiel gegeben, wenn die Platten vollflächig verklebt sind. Zusätzlich lassen sich konstruktive Maßnahmen vornehmen. Die Dämmung kann zum Beispiel an ein Wärmedämmverbundsystem oder an ein einschaliges Mauerwerk angeschlossen werden.

Nachträgliches Anbringen einer Perimeterdämmung

Das Nachrüsten einer Perimeterdämmung ist äußerst mühsam und meist nur schwierig zu realisieren. Unter der Bodenplatte geht gar nichts, die Kellerwände können immerhin frei gegraben werden, sofern es sich um ein freistehendes Gebäude handelt. Aber auch das bedeutet ein hoher Aufwand.

Der Kellerboden kann von innen nachträglich gedämmt werden, aber es wird dann immer Wärmebrücken am Übergang zwischen Boden und Wand geben. Das ist natürlich nicht optimal, aber immerhin besser als gar nichts.

Wenn es Probleme mit Feuchtigkeit im Keller gibt und eine Abdichtung vorgenommen werden muss, können zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Im Zuge einer Außenabdichtung kann gleichzeitig auch eine Dämmung vorgenommen werden.

Wenn es nur darum geht, Wärmeverluste zu vermeiden, gibt es Alternativen zur Perimeterdämmung. Die Dämm-Maßnahmen erfolgen in diesem Fall von innen. Bei ungenutzten Kellern lohnt sich zum Beispiel eine Dämmung der Kellerdecke. So wird verhindert, dass die Wärme aus den darüber liegenden beheizten Wohnräumen durch den Keller entschwindet.

Soll der Keller beheizt werden, um ihn bewohnbar zu machen, ist eine Innendämmung möglich. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn wenn diese unsachgemäß ausgeführt wird, sind Schimmelschäden zu befürchten. Hier braucht es unbedingt eine Tauwasserberechnung. Je nach Dicke der Dämmstoff braucht es eventuell eine Dampfbremse oder Dampfsperre.

Kosten einer Perimeterdämmung

Wenn die Perimeterdämmung im Zuge einer Neubaumaßnahme vorgenommen wird, sind die Kosten noch einigermaßen überschaubar. Etwa 25 Euro pro Quadratmeter können hierfür veranschlagt werden. Das kommt aber auch auf die Dämmstoffdicke und die Randbedingungen an. Bei schwierigen Bodenverhältnissen wird es gleich um einiges teuerer. So kann der Dämmstoff dann auch mal 50 oder 60 Euro pro Quadratmeter kosten.

Müssen im Zuge einer Altbausanierung erst die Kellerwände freigelegt werden, wird es erheblich teurer. Erdarbeiten sind richtig teuer. Pro Arbeitsstunde schlagen die Arbeiten mit 40 bis 60 Euro pro Arbeitsstunde zu Buche. Und da kommen viele Stunden zusammen. Schließlich muss die Grube nach dem Dämmen auch wieder verschlossen werden.

Etwas günstiger wird es, wenn die Perimeterdämmung zusammen mit einer Fassadendämmung vorgenommen wird. Dann ist eine KfW-Förderung möglich. Der Antrag muss aber unbedingt vor den Baumaßnahmen gestellt werden. Wird keine Förderung beantragt, lassen sich die Kosten für die Perimeterdämmung von der Steuer absetzen.

Fotos: XPS-Wärmedämmung