Wer im eigenen Haus mit Keller lebt, kann sich in der Regel nicht in die Breite oder Höhe ausdehnen, wenn zusätzlicher Wohnraum benötigt wird. Bleibt nur noch der Gang in den Keller. Doch was sagt das Gesetz dazu, wenn im Keller als eigenständige Wohnung eingerichtet werden soll? Welche Maßnahmen müssen hinsichtlich der Wärmedämmung unternommen werden und wie kommt Licht in den bislang dunklen Keller? Das sind nur einige der Fragen, die beantwortet werden müssen, wenn es an den Ausbau des Kellers geht.

Keller ausbauen

Die Gründe für einen Kellerausbau sind vielfältig. So finden im Keller zum Beispiel das Büro des Vaters, das Nähzimmer der Mutter, die Sauna oder der Fitnessraum ihre neue Heimat. Und wer gerne feiert, richtet sich im Keller gerne einen Partyraum samt Bar ein. Der in einer Band spielende Sohnemann kann dort Schlagzeug üben und wenn die Oma mit einziehen soll, kann im Keller auch ein Schlafzimmer mit eigenem Bad eingerichtet werden. Auch ein Kinderzimmer ist im Keller gut aufgehoben. Schließlich kann eine Einliegerwohnung im Keller zudem für zusätzliche Einnahmen sorgen. Hierfür bedarf es allerdings einer Genehmigung.

Was ist beim Einrichten einer Einliegerwohnung zu beachten?

KellerausbauDas Einrichten einer Einliegerwohnung ist ein komplexes Thema und die Bauordnungen der verschiedenen Bundesländer machen zahlreiche Vorschriften, was bei dieser Art des Kellerausbaus zu beachten ist.

In Nordrhein-Westfalen muss zum Beispiel die lichte Raumhöhe mindestens 2,40 m betragen, allerdings gibt es auch Ausnahmen, so dass im Einzelfall auch niedrigere Deckenhöhen erlaubt sind.

In anderen Bundesländern sieht es wieder anders aus, hier sollte man sich daher vorher beim Bauamt schlau machen. Dort muss man sowieso hin, da es sich beim Schaffen einer Einliegerwohnung um eine Nutzungsänderung handelt, die eine Baugenehmigung benötigt.

Schallschutz,  Wärmeschutz und Belüftung

Wenn im Kellergeschoss Menschen dauerhaft leben sollen, muss zudem der Feuchtigkeits-, Schall- und Wärmeschutz sichergestellt sein. Zudem müssen die Aufenthaltsräume der Einliegerwohnung mit ausreichend Licht und Luft versorgt werden.

Nicht als Aufenthaltsräume gelten Flur, Bad und Lagerräume, auch die Küche kann ohne Fenster ausgeführt werden. Allerdings benötigt es hier eine Sichtverbindung zu einem Aufenthaltsraum.

In allen anderen Räumen einer Einliegerwohnung braucht es Tageslicht und für eine ausreichende Belüftung ist überall zu sorgen. Das gilt gerade auch im Badezimmer, wo besonders viel Feuchtigkeit anfällt.

Auch Brandschutz und Grundflächenzahl berücksichtigen

Wer eine Einliegerwohnung im Keller einrichtet, muss sich zudem mit dem Brandschutz beschäftigen. So werden zum Beispiel zwei Rettungswege gefordert und die Wände und Türen der Wohnung und der Fluchtwege müssen entsprechend feuerfest ausgestattet sein, sofern sie an andere Kellerräume angrenzen.

Diese Brandschutzvorgaben gelten allerdings nicht für Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen. Wer bisher alleine im Haus wohnt und den Keller ausbaut, ist davon also nicht betroffen.

Zu sicher dürfen sich die Besitzer von Einfamilienhäusern mit geplanter Einliegerwohnung jedoch nicht sein, denn es gibt noch den Bebauungsplan und dort stehen in der Regel Werte für die Geschossflächenzahl und Grundflächenzahl, die nicht überschritten werden dürfen.

Ändert sich an der Grundflächenzahl beim Kellerausbau nichts, so ist das bei der Geschossflächenzahl ganz anders. Die gibt das Verhältnis aller Geschossflächen zur Grundstücksgröße an und gerade die Geschossfläche erhöht sich durch den Ausbau des Kellers doch gewaltig. Dieser war bislang ein Nichtvollgeschoss, was sich danach jedoch ändert.

Jetzt wird es konkret: Maßnahmen für einen gelungenen Ausbau des Kellers

Bevor der Keller ausgebaut wird, muss zunächst einmal sichergestellt sein, dass er trocken ist. Das sollte er zwar sowieso sein, doch häufig gibt es Probleme mit der Vertikal- oder Horizontalabdichtung, die erst einmal in Griff bekommen werden müssen. Was es mit der Kellerabdichtung auf sich hat, habe ich in einem separaten Beitrag zusammengestellt.

Damit es im Keller nicht nur trocken, sondern auch warm ist, braucht es eine Wärmedämmung – und zwar nach unten zum Erdreich und seitlich an den Wänden. Bei modernen Häusern ist die Kellerdämmung häufig bereits inklusive, doch bei Altbauten fehlt sie meist.

Nun sind Dämmmaßnahmen immer eine heikle Sache, bei der vieles falsch gemacht werden kann. Wer sich damit nicht auskennt, sollte sich daher unbedingt an einen Bauexperten seines Vertrauens wenden. Der weiß genau, wo und wie die Dämmung angebracht werden kann und wo es eine Dampfsperre oder Dampfbremse braucht.

Wenn eine Feuchtepuffer fehlt

Problematisch wird es zum Beispiel, wenn der Keller aus wasserundurchlässigem Beton, sogenanntem WU-Beton gefertigt ist. Ein WU-Betonkeller kann keine Feuchtigkeit aufnehmen, es braucht daher Materialien, die feuchte Luft aufnehmen können.  „Das geschieht zum Beispiel mit Kalziumsilikatplatten, sie verhindern, dass der Keller zur Tropfsteinhöhle oder gar zur Schimmelfalle wird“, weiß der „Schimmelkiller“ Uwe Hannes, Sachverständiger für die Sanierung von Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbefall.

Ein Architekt, Statiker oder Bauingenieur wird auch gebraucht, wenn es im Zuge des Kellerausbaus tragenden Wänden an den Kragen geht, denn die dürfen nicht ohne weiteres entfernt werden, um die Kellerräume größer und luftiger zu machen. Neue Wände einziehen ist hingegen weniger ein Problem – ganz gleich, ob sie gemauert oder als Leichtbauwände realisiert werden. Es bieten sich zum Beispiel Holzständer- oder Metallständerwände an, auch das Mauern mit Porenbetonsteinen oder Gipswandplatten ist kein Problem.

Bad im Keller

Estrich einbringen und die Sanitärinstallation vornehmen

In vielen unausgebauten Kellern fehlt der Estrich, es ist lediglich der Rohfußboden vorhanden. Dem Bauherren stehen hierbei unterschiedliche Estricharten zur Verfügung, die mehr oder weniger schnell einsatzbereit sind. Für ganz eilige gibt es zudem den Trockenestrich, hier kann sofort nach dem Einbau der Fußbodenbelag verlegt werden. Das können Fliesen, Teppichboden, Laminat oder Parkett sein.

Zuvor sollte man sich jedoch um neue Fenster kümmern, denn die alten Kellerfenster lassen in der Regel nur wenig Licht in den Raum. Liegt der Keller unter dem Erdreich, muss eventuell der Lichtschacht ausgetauscht werden, damit es mehr Tageslicht nach unten schafft.

Keller liegen häufig unterhalb der Rückstauebene, das muss berücksichtigt werden, wenn ein Badezimmer oder auch nur eine Toilette eingebaut werden sollen. Es braucht dann eine Hebeanlage, um das Abwasser hoch zu Kanalisation zu bringen, ansonsten droht bei heftigen Regenfällen massive Überflutungsgefahr.

Ich glaube, das möchte keiner sehen, wie das Abwasser aus der Kloschüssel in den Keller schwappt. Auch für das Erstellen der Sanitärinstallation braucht es einen Fachmann, denn nicht jedem liegt das Verlegen von Wasser- und Abwasserleitungen oder das Anschließen von Badewannen, Toiletten oder Duschen im Blut.

Fotos oben und Mitte: epr/BetonBild

Foto unten: epr/Sanibroy