Welches Fenster ist das richtige?

Neue Fenster sollen es sein? Die Auswahl ist groß, die Entscheidung fällt nicht leicht, schließlich sollen sie das Haus in den kommenden Jahrzehnten schützen und dabei auch noch gut aussehen. Erfahren Sie hier alles über die verschiedenen Fenster-Varianten. Damit sollte es Ihnen leichter fallen, sich am Ende für die richtigen Fenster zu entscheiden.

Fenster Weru
Fenster bestimmen maßgeblich das Ambiente des Raumes (Foto:epr/WERU)

Aufgaben des Fensters

Ein Fenster hat die verschiedensten Aufgaben, es versorgt mit Tageslicht, versorgt mit Frischluft und stellt den Sichtkontakt mit der Außenwelt her. Außerdem schützt es vor Witterungs- und Umwelteinflüssen wie Regen, Wind, Schnee oder Lärm. Außerdem sind Fenster eines der wichtigsten gestalterischen Elemente eines Hauses. Sie müssen daher auch optisch überzeugen.

Fenster sind aus bauphysikalischer Sicht eine Schwachstelle in der Gebäudehülle. Durch sie gelangt im Winter wesentlich mehr Wärme nach draußen als durch Wände oder Dächer. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Ausbildung der Fensterkonstruktion sowie der Anschluss an die raumumschließenden Elemente.

Wärmeverluste sind aber nicht das einzige, was ein Fenster kennzeichnet, die Wärmegewinne durch die Einstrahlung von Sonnenenergie dürfen keinesfalls vernachlässigt werden. Bei günstiger Orientierung der Fenster (Südrichtung) kann das sogar zu einer positiven Energiebilanz führen. Die Sonne bringt mehr Wärme ins Haus, als Heizungswärme verloren geht.

Anforderungen an Fenster

Sie wissen jetzt bereits einiges über die Aufgaben eines Fensters, daraus ergeben sich verschiedenste Anforderungen, die es erfüllen sollte. Es müssen nicht immer alle gleichzeitig erfüllt werden, auf dem Dorf ist der Schallschutz zum Beispiel nicht ganz so wichtig wie in der Stadt oder wenn das Haus neben einer Bahnlinie steht.

Diese Anforderungen an Fenster sind zu beachten:

  • Wärmeschutz
  • Schallschutz
  • Witterungsschutz von außen
  • Beständig gegen Wasserdampf von innen
  • Windlasten müssen aufgenommen werden
  • Brandschutz
  • Blendschutz
  • Größe und Lage in der Wandkonstruktion
  • Auslegung der Belichtung je nach Raumnutzung

Welcher Fensterrahmen soll es sein?

Für Fensterrahmen kommen verschiedene Materialien wie Holz, Kunststoff oder Aluminium zum Einsatz – gerne auch in Kombination. Alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Holzfenster haben zum Beispiel eine lange Tradition und verleihen dem Haus einen gemütlichen Charakter. Allerdings sind sie recht pflegeintensiv, halten aber auch bei entsprechender Pflege sehr lange. Lackierte Rahmen müssen Sie alle 5 Jahre renovieren, bei lasierten Rahmen sind es alle 2 Jahre.

Kunststofffenster sind günstig und leicht, dämmen außerdem sehr gut. Sie sind sehr pflegeleicht und lassen sich gut recyclen. Gerade die günstigen Fenster verspröden aber auch recht leicht und neigen zum Verziehen.

Aluminiumfenster hingegen sind nahezu unverwüstbar, außerdem lassen sie sich ganz einfach pflegen. Wasser und Spülmittel, mehr braucht es dafür nicht. Die Fenster sind in unzähligen Farben erhältlich, da findet jeder etwas. Die Wärmedämmung ist nicht ganz so gut wie bei Holzfenstern, außerdem sind sie recht teuer.

Fensterrahmen im Vergleich

Material

Allgemeines

Eigenschaften

Pflege

Holz

Tropische Hölzer oder heimische Holzarten wie Lärche, Fichte oder Kiefer. Das Holz wird tauch- oder druckimprägniert.

  • umweltfreundlich
  • stabil
  • schöne Optik
  • sehr gute Wärmedämmung
  • regelmäßige Pflege nötig
  • 5 Jahre bei lackierten Rahmen
  • 2 Jahre bei lasierten Rahmen

Kunststoff

Sehr preisgünstiges Material. Luftkammern im Rahmen für Dämmung. Metallprofile sorgen für Stabilität. Viele Farben und Formen.

  • witterungsbeständig
  • haltbar
  •  recycelbar
  • gute Wärmedämmung
  •  sehr pflegeleicht
  • kein Anstrich nötig
  • Reinigung mit Wasser und Spülmittel

Aluminium

Mehrkammersysteme, durch Kunststoffstege voneinander getrennt. Energieintensive Herstellung, schmale Profile möglich.

  • sehr haltbar und fest
  • viele Farben möglich
  • ausreichende Wärmedämmung
  • sehr pflegeleicht
  • kein Anstrich nötig
  • Reinigung mit Wasser und Spülmittel

Holz/Alu

Innen wohnlich Holz, außen wetterfestes Aluminium. Die Herstellung ist sehr energieintensiv. Schmale Profile möglich.

  • witterungsbeständig
  • stabil und haltbar
  • gute Wärmedämmung
  • wenig Pflegeaufwand
  • Reinigung mit weichem Tuch

Kunststoff/Alu

Rahmen aus Kunststoff mit Schale aus Aluminium. Matte oder glänzende Einbrennlackierung. Fast unbegrenzte Farbvielfalt.

  • sehr strapazierfähig
  • gute Wärmedämmung
  • wenig Pflegeaufwand
  • Reinigung mit weichem Tuch

Zweifach- oder Dreifachverglasung?

In Altbauten findet man sie noch: Die einfachverglasten Fenster, an denen sich im Winter Eisblumen bilden. Schön anzuschauen, aus energetischer Sicht jedoch nicht zu empfehlen. Wir möchten uns hier daher auf die zweifach- und dreifachverglasten Fenster beschränken. Zumal die Energieeinsparverordnung (EnEV) mittlerweile einen U-Wert von 1,3 W/(m²K) verlangt.

Fensterglas Temperaturen Oberfläche

So funktioniert Zweifachverglasung

Zweifachverglaste Fenster bestehen aus zwei Scheiben mit Zwischenraum, der mit Edelgasen wie Argon gefüllt ist. Die Scheiben selbst sind hauchdünn mit Edelmetall beschichtet. Dadurch lassen sich Wärmedurchgangswerte von bis zu 1,1 W/(m²K) erreichen.

Zum Vergleich: Die ersten Isoliergläser hatten noch einen U-Wert von etwa 2,8 W/(m²K). Einfachverglaste Fenster haben sogar lediglich einen U-Wert von 5,8 W/(m²K).

So funktioniert Dreifachverglasung

Bei dreifachverglasten Fensterscheiben kommt noch eine dritte Glasscheibe dazu. Auch der zweite Zwischenraum ist mit Edelgas gefüllt. Spezialbeschichtungen sorgen dafür, dass keine Wärme verloren geht. Sonnenstrahlen gelangen jedoch weiterhin ungehindert nach drinnen und sorgen für solaren Wärmegewinn.

Dreifachverglaste Fenster erreichen einen U-Wert von bis zu 0,5 W/(m²K). Die Fensterscheibe ist drinnen fast so warm wie die Wand, selbst wenn es draußen Minusgrade hat. Das hat allerdings seinen Preis, dreifachverglaste Fenster können rund doppelt so teuer wie zweifachverglaste Fenster sein. Das hängt aber auch mit der Wahl des Rahmens zusammen.

Welches Fenster darf es für Sie sein?

Sie wissen jetzt alles über Fensterrahmen, Fensterscheiben und deren verschiedenen Vor- und Nachteile. Jetzt liegt es an Ihnen, das für Sie passende Fenster zu wählen. Welchen Preis sind Sie bereit zu zahlen? Welche Optik bevorzugen Sie? Wie hoch soll der Dämmstandard sein? Benötigen Sie ein Schallschutzfenster oder hält sich bei Ihnen der Lärm von draußen in Grenzen?

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