Ob Jung oder Alt, Klein oder Groß – alle lieben die bodengleiche Dusche. Bei der Planung muss allerdings einiges beachtet werden, damit das ebenerdige Duschen zum echten Vergnügen wird. Mit diesem ausführlichen Ratgeber sind Sie gut gewappnet für ein Gespräch mit Ihrem Handwerker.

bodengleiche Dusche

Eine bodengleiche Dusche eignet sich für alle Generationen. Foto: epr/bad & heizung/Heiler

Was bedeutet begehbar?

Bei einer begehbaren Dusche gibt es keine Stufe. Sie kann also barrierefrei betreten werden. Damit sie behindertengerecht oder gar rollstuhlgerecht wird, braucht es allerdings noch mehr. Von Bewegungsflächen bis Haltegriffen – dazu später mehr. So oder so ist eine bodenebene Dusche eine Erleichterung beim Betreten. Und sie sieht dazu noch äußerst elegant und modern aus. Insbesondere, wenn Sie mit einer rahmenlosen Glasduschabtrennung kombiniert wird.

Welche bodengleiche Dusche soll es sein?

Bei der Planung einer bodengleichen Dusche müssen Sie sich auf eine bestimmte Technik festlegen, wie der Duschboden ausgeführt werden soll. Grob gesagt, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Mit Fliesen und Gefälleestrich
  • Mit verfliesbaren Duschelementen
  • Mit einer bodengleichen Duschwanne

1. Gefälleestrich und Fliesen

Ein Duschboden mit Gefälleestrich und Fliesen verspricht die größtmögliche Freiheit. Die Abmessungen können frei gewählt werden und es gibt auch keine Probleme, wenn der Untergrund mit einem Rollstuhl befahren werden soll. Von den drei Varianten, ist die Realisierung jedoch am komplexesten.

Fallstricke lauern zum Beispiel beim Herstellen des Gefälles oder bei der Abdichtung. Der Gefälleestrich muss exakt zum Ablauf führen, sonst drohen Überschwemmungen. Da ist die Handwerkskunst des Estrichlegers gefragt.

Wichtig!
Besonderes Augenmerk ist zudem der Abdichtung zu widmen. Hier ist zum Beispiel der Anschluss das Ablaufs zu nennen oder der Übergang vom Boden zur Wand. Also überall dort, wo verschiedene Bauteile aufeinander treffen.

Welcher Estrich?

Für eine bodengleiche Dusche ist unbedingt ein Verbundestrich auszuführen. Das bedeutet, dass der Estrich eine feste Verbindung mit dem Untergrund, das heißt der Rohdecke, eingeht. Ein schwimmend verlegter Estrich ist also nicht möglich. In der Regel werden Verbundestriche mit einem Estrich auf Zement ausgeführt, eventuell noch mit Kunststoffzusätzen vergütet. Idealerweise sollte die Korngröße des Estrichs rund acht Millimeter betragen.

Welches Gefälle?

Eine bodengleiche Dusche sollte ein Gefälle von ein bis zwei Prozent besitzen. Das bedeutet, dass der Höhenunterschied ein bis zwei Zentimeter auf einen Meter beträgt. So kann das Wasser aus der Dusche problemlos ablaufen und gleichzeitig entsteht eine spülende Wirkung. Außerdem trocknet der Boden der Dusche leichter, wenn das Wasser schnell abläuft.

Bodengleiche Dusche mit rutschhemmenden Fliesen

Bodengleiche Dusche mit rutschhemmenden Fliesen. Foto: KfW-Bildarchiv / Frank Homann

Welche Fliesen?

Großformatige Fliesen liegen im Trend, allerdings lassen sie sich wegen des Gefälles bei einer bodengleichen Dusche nicht so einfach passgenau absenken. Sie sollten daher bei Ihrer Dusche eher auf kleine Formate zurückgreifen. Mosaikfliesen sind ideal, auch wenn sie wegen ihrer großen Fugenfläche schmutzanfälliger sind. Dafür aber auch rutschsicherer.

Apropos rutschsicher: In der Dusche sollten Sie unbedingt darauf achten, dass rutschhemmende Fliesen zum Einsatz kommen. Es gibt keine Vorschriften, was private Haushalte angeht – der Fliesenleger kann ihnen daher ganz normale Fliesen für die Dusche verkaufen, ohne dass er etwas falsch macht. Oft wird es so gemacht, weil man ja einen einheitlichen Look für das ganze Bad haben will.

Wichtig!
Wenn etwas passiert, will keiner die Verantwortung übernehmen. Greifen Sie daher besser gleich zu Fliesen der Bewertungsgruppe R10 oder R11, dann bleiben Ihnen Rutschpartien in der neuen Dusche erspart.

Ohne Fliesen

Sie finden Fliesen langweilig? Es geht auch ohne Fliesen in der bodengleichen Dusche. Zum Beispiel mit Naturstein. Doch nicht jeder Naturwerkstein ist gleichermaßen dafür geeignet, dem ständigen Angriff von Feuchte und Reinigungsmitteln standzuhalten.

Gesteine aus der Gruppe der Quarzite sind zum Beispiel in der Regel völlig unproblematisch, was die Nutzung in der Dusche angeht. Schiefergesteine sind hingegen meist ungeeignet, weil sie bei der Behandlung mit Reinigungsmitteln häufig aufquellen.

Wie bei den Fliesen ist auch bei Naturstein auf Rutschhemmung zu achten. Diese hängt von der Oberflächenbearbeitung des Gesteins ab.

Duschrinne bodengleiche Dusche

Eine Duschrinne ist eine Möglichkeit zur Entwässerung der Dusche. Foto: epr/Schlüter-Systems

Welcher Duschablauf?

Beim Duschablauf können Sie sich zwischen Punktentwässerung und Linienentwässerung entscheiden – also mit Hilfe eines Bodenablaufs oder einer Rinne. Drei Varianten werden unterschieden:

  • Dusche mit Wandablauf
  • Dusche mit Bodenablauf
  • Dusche mit Entwässerungsrinne
Dusche mit Wandablauf

Mit einem Wandablauf fließt das Wasser besonders elegant aus der bodengleichen Dusche.  Nahezu unsichtbar verschwindet es hinter einer edlen Blende in der Wand. Keine Stolperfallen, keine unschöne Unterbrechung der Fliesen. Über die Höhe des Bodenaufbaus müssen Sie sich bei einem Wandablauf ebenfalls keine Gedanken machen.

Bei Geberit wird der Wandablauf zum Beispiel in die Vorwandinstallation integriert. Der Einbau ist dank eines aufeinander abgestimmten Systems recht einfach. Und auch die Ablaufleistung kann den Wassermassen aus einer XXL-Regendusche standhalten.

Schick ist auch der „Advantix Vario Wandablauf“ von Viega. Bei einer Einbautiefe von nur 25 mm reicht oft schon eine entsprechende Putzstärke oder eine XPS-Hartschaumplatte für den Einbau. Es sind also keine Stemmarbeiten notwendig. Alternativ kann der Wandablauf auch in eine Vorwand eingebaut werden.

Dusche mit Bodenablauf

Der Bodenablauf kann bei der bodenebenen Dusche in der Mitte, in der Ecke oder mittig  auf einer Seite geplant werden. Also eigentlich beliebig. Wichtig ist, dass das Gefälle zum Ablauf hin führt. Bei einem mittigen Ablauf braucht es also vier Gefälle, die sich miteinander verschneiden. Eine komplexe Sache – sowohl für den Estrich- als auch für den Fliesenleger.

Zwei Dinge sollten Sie beim Kauf eines Duschablaufs unbedingt beachten:

  • Ablaufleistung
  • Einbauhöhe

Die richtige Ablaufleistung wählen

Wenn Sie eine Wellnessdusche mit riesiger Regendusche planen, muss der Ablauf mindestens die Wassermenge aufnehmen können, die aus dem Duschkopf oben rauskommt. Sie müssen sich also bereits jetzt darüber Gedanken machen, welches Duschsystem zum Einsatz kommen soll.

Die richtige Einbauhöhe wählen

Welche Aufbauhöhe hat Ihr Boden? Entsprechend müssen Sie einen Bodenablauf wählen, der sich problemlos integrieren lässt. Theoretisch lässt sich zwar mittels einer Kernbohrung im Rohfußboden die Aufbauhöhe erweitern, aber das klappt nur, wenn darunter ein ungenutzter Kellerraum ist.

Dusche mit Entwässerungsrinne

Duschrinnen werden in der Regel auf einer Seite der bodengleichen Dusche eingeplant. Es gibt aber auch welche, die übers Eck gehen. Der Fachmann spricht von Linienentwässerung – im Gegensatz zur Punktentwässerung beim Duschablauf.

Der Ablauf des Rinnenkörpers wird an die Abwasserleitung angeschlossen und anschließend mit Estrich vergossen. Wichtig ist eine Abdichtung mit einem Dichtanschlussflansch, damit kein Duschwasser zwischen Estrich und Fliesen fließen kann. Der Übergang zwischen Fliesen und Rinnenkörper muss zudem dauerelastisch geschlossen werden.

Für die Abdeckung der Rinne sorgt ein Rost. Den gibt es in den unterschiedlichsten Designs. Wer will kann den Rost auch mit Fliesen bekleben. So entsteht eine einheitliche Optik mit dem restlichen Duschboden.

bodengleiche Dusche Duschboard

Bei einem Duschboard sind alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt. Foto: epr/Schlüter-Systems

2. Verfliesbare Duschelemente

Duschboards oder Duschelemente sind Platten aus beschichtetem Hartschaum mit integriertem Gefälle und einem Duschablauf. Sie kommen bei Neubau oder Sanierung zum Einsatz. Manchmal kann es sein, dass bei einem nachträglichen Einbau ein Stück vom Estrich oder gar ein Teil der Decke ausgestemmt werden müssen, damit die Dusche ebenerdig wird. Wenn es an die Decke geht, sollte davor allerdings ein Statiker drüber schauen.

Die Vorteile von befliesbaren Duschelementen liegen auf der Hand: Sie besitzen bereits das erforderliche Gefälle und dank des aufeinander abgestimmten Systems klappt es mit der Abdichtung ganz gut. Wichtig ist vor allem, die Randfugen mit speziellen Dichtbändern und Flüssigfolie zu schließen.

Die Duschboards sind so vorbereitet, dass sie sofort gefliest werden können. Bei großformatigen Fliesen muss manchmal ein Glasgittergewebe mit in den Fliesenkleber eingearbeitet werden. Große Fliesen sind generell ein Problem, insbesondere bei mittigem Ablauf, da es hier mehrere in sich verschneidende Schrägen gibt. Kleine Mosaikfliesen lassen sich da besser verlegen. Außerdem mindern sie die Rutschgefahr.

Wichtig!
Soll die Dusche mit einem Rollstuhl befahren werden, achten Sie beim Kauf darauf, dass die Duschplatten rollstuhlgeeignet sind.

3. Bodengleiche Duschwannen

Die anwenderfreundlichste Variante sind bodengleiche Duschwannen, denn beim Einbau kann am wenigsten schief gehen. Der Nachteil: Die Abmessungen sind genau vorgegeben. Wer eine begehbare Dusche ohne Fliesen bevorzugt, liegt mit einer Duschtasse jedoch richtig.

Moderne Duschwannen lassen sich dank ausgetüftelten Einbausystemen spielend leicht einbauen und entfernen, wenn etwas repariert werden muss. Eine bodenebene Duschwanne ist perfekt, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen.

Die am häufigsten verwendeten Materialien für bodengleiche Duschtassen sind Mineralguss, Sanitäracryl und Stahl-Email. Stahl-Email ist sicherlich das robusteste dieser Materialien. Manche der Wannen ist sogar mit dem Rollstuhl befahrbar.

Wichtig!
Wenn Sie auf eine rutschhemmende Duschwanne nicht verzichten möchten, sollten Sie darauf achten, dass sie eine entsprechende Beschichtung besitzt. Von Kaldewei gibt es zum Beispiel Duschtassen mit verschiedenen Beschichtungen – von Antislip über Secure Plus bis Vollantislip.
bodengleiche Duschwanne

Eine bodengleiche Duschwanne mit rahmenloser Glasdusche. Foto: epr/Villeroy & Boch

Bodengleiche Duschen mit Duschabtrennung

Die meisten Menschen wollen ihre bodengleiche Dusche vom übrigen Raum abgrenzen. Zum einen aus optischen Gründen, zum anderen aber auch als Spritzschutz. Schließlich soll nach dem Duschen nicht das ganze Bad unter Wasser stehen. Drei Varianten stehen dabei zur Auswahl:

  • Glasduschen
  • Kunststoffduschen
  • Duschvorhänge

1. Glasduschen

Glasduschen sind sicherlich die edelsten aller Duschabtrennungen. In Klarglas ausgeführt bringen Sie Weite ins Badezimmer. Sie eignen sich daher bestens für kleine Bäder. Es gibt aber auch welche mit mattiertem Glas für eine bessere Privatsphäre. Einige Dinge sollten Sie beim Kauf beachten:

Mit oder ohne Tür?

Soll Ihre bodenebene Dusche eine Tür besitzen oder nicht? Diese Frage müssen Sie bei der Planung für sich beantworten.

Dusche mit Tür

Eine Tür lässt die Wärme in der Dusche und auch Wasserspritzer. Kleinere Duschen sollten daher unbedingt eine Tür besitzen. Im Handel sind Schiebetüren, Falttüren, Pendeltüren oder Drehtüren erhältlich.

  • Schiebetüren lassen sich zur Seite schieben und sind ideal für kleine Bäder.
  • Falttüren bestehen aus mehreren Elementen – die Duschwand lässt sich zur Wand falten.
  • Pendeltüren lassen sich nach innen oder außen öffnen – wie es gerade besser passt.
  • Drehtüren gehen nur in eine Richtung auf – die Lösung für kleine Duschen.
Dusche ohne Tür

Wollen Sie bei Ihrer bodengleichen Dusche auf eine Tür verzichten, dann nennt man dies Walk-In Dusche. Diese setzt einen entsprechend großen Duschraum vor, damit die Wasserspritzer in der Dusche bleiben.

Wasser spritzt ungefähr zwei Meter weit, entsprechend lang muss der Duschbereich also sein, damit das restliche Bad trocken bleibt. Es gibt aber auch Menschen, die mit einer 1,20 mal 1,20 Meter großen offenen Dusche absolut zufrieden sind. Die wischen nach dem Duschen einmal kurz über den Boden und gut ist.

Wichtig!
Als Alternative bieten sich sogenannte Schneckenduschen an. Diese können gemauert sein oder aber auch aus Glas bestehen. Hier werden dann Duschwände senkrecht zueinander gestellt – mit einem Durchgang dazwischen. Wasserspritzer werden so wirkungsvoll in der Dusche gehalten.

Gerahmt oder rahmenlos?

Glasduschen sind in den Varianten gerahmt, teilgerahmt und rahmenlos erhältlich:

Eine rahmenlose Duschabtrennung ist sicher die eleganteste Lösung für die bodengleiche Dusche. Allerdings ist die Montage etwas komplexer, da sollte man unbedingt ein Fachmann rangelassen werden. Ein Aufmaß ist unbedingt erforderlich. Dabei wird der Platz, wo die Duschabtrennung montiert werden soll, genau vermessen. Die Glasdusche wird dann genau nach Maß angefertigt.

Die teilgerahmte Dusche ist der Kompromiss zwischen gerahmt und rahmenlos. Sie besitzt in der Regel an der Wand ein Profil, in die die Abtrennung gesetzt wird. Damit lassen sich Unebenheiten bis zu einem gewissen Grad ausgleichen. Das ist der Vorteil im Vergleich zur rahmenlosen Glasdusche.

Gerahmte Duschen sind am besten für Selbermacher geeignet. Sie lassen sich außerdem am besten abdichten. Das ist der Vorteil im Vergleich zu den anderen Varianten, bei denen es durchaus sein kann, dass etwas Wasser aus dem Duschraum gelangt. Schönheit hat eben ihren Preis.

Duschkabine Rahmen

Gerahmte Duschkabine aus Glas. Foto: epr/Villeroy & Boch

2. Kunststoffduschen

Kunststoffduschen sind die günstigere Alternative zu Glasduschen, wobei die Industrie gerne von Kunstglas spricht, wenn sie Kunststoff meint. Kunstglasduschen brauchen auf jeden Fall einen Rahmen zur Montage. Sie sehen daher oft nicht so elegant wie ihre Schwestern aus Glas aus.

Die Duschen aus Kunststoff besitzen häufig eine strukturierte Oberfläche. Sie schützt einerseits vor neugierigen Blicken, andererseits kann sich hier Schmutz oder Kalk besser festsetzen. Sie sind also nicht so reinigungsfreundlich. Aber dafür stimmt der Preis.

3. Duschvorhänge

Wenn es billig und die Montage einfach sein soll, kommen Duschvorhänge zum Einsatz. Sie werden in Duschstangen eingehängt und fallen häufig dadurch auf, dass sie magisch vom Körper angezogen werden und während dem Duschen daran festkleben.

Ein Duschvorhang hat aber auch seine Vorteile: Er kann zum Beispiel schnell gewechselt werden, wenn er nicht mehr gefällt oder wenn es aus hygienischen Gründen notwendig ist. Er kommt daher häufig im Pflegebereich zum Einsatz. Was sicherlich auch daran liegt, dass er komplett beiseitegeschoben werden kann, wenn ein Rollstuhlfahrer in die Dusche will.

Bodengleiche Duschen ohne Spritzschutz

Generell lassen sich natürlich bodengleiche Duschen ohne Spritzschutz realisieren. So etwas gibt es in unzähligen Duschräumen von Sporthallen, Schwimmbädern oder Fitnessstudios auf der ganzen Welt.

Aber dort haben die Duschen einen eigenen Raum – was im Privatbereich eher selten der Fall ist. Hier benötigen Sie entweder ein entsprechend großes Badezimmer oder Sie müssen putzfreudig sein. Wie bereits erwähnt, spritzt Wasser bis zu zwei Meter weit. Der Duschbereich muss also mindesten zwei Meter lang sein. Vielleicht lässt sich dazu eine Nische nutzen.

Abmessungen der Dusche

Wenn Sie den Beitrag aufmerksam gelesen haben, dann wissen Sie bereits einiges über die Abmessungen einer bodenebenen Dusche. Vor allem darüber, wie groß sie sein muss, damit kein Wasser ins übrige Bad spritzt. In den Kapiteln „Glasduschen ohne Tür“ und „Bodengleiche Duschen ohne Spritzschutz“ erfahren Sie mehr. Doch noch zu den üblichen Maßen von Duschen.

Standard sind 90 x 90 cm, aber da braucht es auf jeden Fall eine Duschkabine mit Tür. Bequem sind Duschen mit einer Grundfläche von 100 x 100 cm und 120 x 120 cm sind schon echter Luxus – oder notwendig, wenn es sich um eine behindertengerechten Dusche handelt. Eine rollstuhlgerechte Dusche benötigt sogar 150 x 150 cm Bewegungsfläche, damit sich der Rolli drehen und wenden kann.

Duschsystem mit Kopfbrause und Handbrause

Duschsystem mit Kopfbrause und Handbrause. Foto: Grohe

Welche Duscharmaturen sollen es sein?

Eine bodengleiche Dusche wird erst vollständig mit den richtigen Duscharmaturen. Dazu gehören Brausen in den verschiedensten Varianten sowie die Armatur selbst. Absolut im Trend liegen Brausethermostate. Bei Ihnen lässt sich die Lieblings-Wassertemperatur einstellen, die dann auch wirklich gehalten wird. Bei manchen kann zudem die Durchflussmenge eingestellt werden – nicht verkehrt zum Wassersparen.

In der einfachsten Ausführung besitzt eine bodengleiche Dusche eine Armatur mit Handbrause, die in eine Duschstange eingehängt wird. Luxuriöser sind Duschsysteme, die zusätzlich über eine Kopfbrause verfügen. In manche Duschpaneele sind außerdem Seitenbrausen integriert, dann kommt das Wasser auch von der Seite.

Wenn es etwas Luxus sein darf
Echter Luxus sind Brausen, die in die Decke eingebaut werden. Und das nicht nur von den Abmessungen, sondern auch wegen diverser Zusatzfeatures. So gibt es zum Beispiel welche, in die LEDs eingebaut sind. Manchmal ist sogar eine Farbwechsler für die Lichttherapie eingebaut. Solche Farbduschen gibt es zum Beispiel von Herzbach, Grohe oder dem italienischen Hersteller Bossini.
Dusche in einem barrierefreien Badezimmer

Die Dusche in einem barrierefreien Badezimmer. Foto: Hewi

So wird die Dusche behindertengerecht

Eine bodengleiche Dusche ist nicht gleich behindertengerecht, aber immerhin ist ein Anfang gemacht. Der bodenebene Zugang ist die Voraussetzung, dass ein Rollstuhlfahrer oder ein Mensch mit Rollator oder sonstigen Gehbeschwerden problemlos und vor allem selbständig in die Dusche kommt. Doch was ist sonst noch notwendig?

1. Ausreichend Bewegungsfläche

Zunächst einmal braucht es eine ausreichend große Bewegungsfläche. Wie bereits im Kapitel „Abmessungen der Dusche“ geschrieben, benötigt ein Rollstuhl einen Wendekreis von 1,50 x 1,50 Meter. Wird die Dusche nicht von Rollifahrern genutzt, reichen 1,20 x 1,20 Meter aus, damit sie als barrierefrei gilt.

2. Sichere Haltegriffe

Zu einer behindertengerechten Dusche gehören auf jeden Fall noch Haltegriffe. Insbesondere Hewi hat sich auf Stützgriffe für das barrierefreie Bad spezialisiert. Von diesem Hersteller gibt es zum Beispiel Duschstangen, die zugleich Haltegriff sind oder Duschhandläufe, die ums Eck gehen. Hier ist dann jederzeit sicherer Halt griffbereit.

3. Duschhocker oder Duschklappsitz

Ohne einen Duschhocker oder Duschklappsitz geht ebenfalls nichts in einer behindertengerechten Dusche. Ein Rollstuhlfahrer benötigt bestenfalls einen fest an der Wand montierten Duschsitz. Wenn er klappbar ist, können auch Nicht-Rollifahrer die Dusche nutzen. Die Sitzhöhe sollte etwa gleich der Sitzhöhe des Rollstuhls sein, damit ein problemloses Übersetzen möglich ist.

Die Wände in der Dusche

Sicherlich am gängigsten sind geflieste Duschwände und das hat seinen Grund. Fliesen sind robust, leicht zu reinigen und Feuchtigkeit kann ihnen nix anhaben. Und dank unterschiedlichster Dekore und Farben, ist in der Regel für jeden Geschmack etwas dabei – ob Holzoptik, schimmerndes Gold oder Natursteinoptik. Doch es gibt Alternativen:

  • Naturstein
  • Tadelakt
  • Glas
  • Fugenlose Wandelemente

1. Natursteine für die Wände

Natursteine werden immer häufiger für die Wände von bodengleichen Duschen eingesetzt. Sie sind individuell und überzeugen durch verschiedene Farben und Strukturen. Allerdings reagieren manche Naturwerksteine allergisch auf aggressive Putzmittel oder auch auf die Seifenlauge vom Shampoo. Auch zu viel Feuchtigkeit mag mancher Naturstein nicht.

2. Tadelakt für die Wände

Tadelakt ist ein antiker marokkanischer Kalkputz. Durch eine bestimmte Verarbeitung und der Verwendung von Seife wird er wasserabweisend. Doch Vorsicht: Nicht jeder als Tadelakt verkaufter Putz ist wirklich ein Tadelakt – und mit den gleichen positiven Eigenschaften. Es heißt also aufgepasst und eventuell Referenzen nennen lassen vom Handwerker.

3. Glas für die Wände

Glas eignet sich bestens für Wände – insbesondere in Duschen. Wasser und ständige Feuchtigkeit kann ihm nichts anhaben. Und leicht zu reinigen ist es auch, zumal es keine Fugen gibt. Voraussetzung ist ein sehr ebener Untergrund. Toll sind die Gestaltungsmöglichkeiten: So lässt sich Glas zum Beispiel mit Farbfolien laminieren oder mit Siebdruck oder Digitaldruck verschönern.

4. Fugenlose Wandelemente

Perfekt für Neubau und Renovierungen eignen sich fugenlose Wandelemente, die sich einfach über den alten Fliesen montieren lassen. Solche Designplatten gibt es zum Beispiel von HSK – sie heißen dort RenoDeco – oder von Respatex. Die Wandelemente gibt es in unzähligen Farben und Dekore – da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Mit etwas handwerklichem Geschick können Selbermacher die Elemente auch selbst montieren.

Bodengleiche Dusche auf Holzbalkendecke

Eine bodengleiche Dusche auf einer Holzbalkendecke zu realisieren, war früher ein Riesenproblem. Es dürfen keine tragenden Balken entfernt werden und dazwischen fehlt es häufig an Aufbauhöhe, um darin Ablauf und Siphon unterzubringen. Zudem muss der Fußboden hoch genug sein, damit er das Duschelement aufnehmen kann.

Heutzutage ist das Problem dank neuer Technologien nicht mehr ganz so groß. Von Wedi gibt es zum Beispiel das Duschelement „Fundo Ligno“. Es wurde speziell für Holzbalkendecken entwickelt. Es kann in Alt- und Neubauten verwendet werden und kommt ohne zusätzliche Höhe aus. So dünn ist es. Fundo Ligno besitzt das notwendige Gefälle und lässt sich problemlos verfliesen.

bodengleiche Dusche mit Pumpe

Bodengleiche Dusche mit Pumpe. Foto: epr/SFA Sanibroy

Bodenebene Dusche mit Pumpe

Wenn es im Altbau wegen zu geringem Gefälle und/oder Aufbauhöhe so gar nicht mit einer bodengleichen Dusche klappen will, kann eine Bodenablaufpumpe die Lösung für das Problem sein. Von Jung Pumpen gibt es mit Plancofix ein Gerät, dass genau dies kann.

Plancofix wird in den Badezimmerboden eingebaut und pumpt gut versteckt und leise das Duschwasser in die Abwasserleitung. Die Pumpe schafft bis zu 30 Liter in der Minute und eignet sich daher auch für Duschbrausen mit einem hohen Wasserverbrauch. Sie kann direkt in die Dusche eingebaut werden oder auch daneben in Kombination mit einer bauseitigen Duschrinne.

Ähnlich funktioniert die Saugpumpe SaniFloor aus dem Hause SFA Sanibroy. Sie braucht überhaupt kein Gefälle, denn sie saugt das Wasser aus der Duschtasse. Bis zu 35 Liter Duschwasser befördert die Pumpe in der Minute zum nächsten Fallrohr. Dazu passend gibt es die rutschhemmende Duschwanne Kinesurf, ebenfalls von SFA Sanibroy. Die Wannenhöhe beträgt drei Zentimeter, sie lässt sich barrierearm einbauen.

Bodengleiche Dusche mit Fußbodenheizung

Wer zu kalten Füßen neigt, möchte in der bodengleichen Dusche nicht auf eine Fußbodenheizung verzichten. Mit speziellen elektrischen Heizmatten ist dies möglich. Von AEG gibt es zum Beispiel den Thermoboden „Comfort Wellness“. Dank der Schutzart IPX8 müssen Sie auch während des Duschens keine Angst haben, dass Sie eine gewischt bekommen.

Mit einer Heizleistung von 200 W/m² ist eine rasche Erwärmung gewährleistet – ideal für bodengleiche Duschen. Perfekt ist zudem, dass die elektrische Fußbodenheizung getrennt von der übrigen Heizung funktioniert und nur bei Bedarf eingeschaltet werden kann. Außerdem lässt sie sich recht einfach verlegen.