Oft heißt es aus Platzmangel: Badewanne oder Dusche. Warum also nicht in der Badewanne duschen und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten und was Sie bei der Planung und Nutzung beachten müssen.

Duschender Mann

Duschen macht den Kopf frei (Foto: Olichel Adamovich auf Pixabay)

Welche Möglichkeiten gibt es?

Nicht jede Badewanne eignet sich gleichgut, um darin zu duschen. Ist die Badewanne bereits da, müssen Sie sich damit arrangieren. Falls Sie aber noch in der Planungsphase sind, haben Sie grundsätzliche drei Möglichkeiten:

  • Duschen in normalen Badewanne
  • Badewannen mit Duschzone
  • Badewannen mit Tür

Die drei Varianten unterscheiden sich hauptsächlich darin, wie bequem Sie in der jeweiligen Wanne duschen. Darüber hinaus spielt natürlich auch der Preis eine Rolle. Begehbare Badewannen mit Tür sind zum Beispiel wesentlich teurer als herkömmliche Wannen ähnlicher Größe.

Duschen in normalen Badewanne

Eine normale Badewanne – das bedeutet Ein- oder Zweisitzer mit einer oder zwei Rückenschrägen. Vorne und hinten sind die Wannen gleich breit. Sie sind hauptsächlich dafür gemacht, dass man in ihnen sitzt.

Insbesondere die kleineren Badewannen sind recht schmal – zumindest im Vergleich zu einer herkömmlichen Dusche. Sich beim Duschen zu drehen und wenden, könnte etwas schwieriger werden. Für größere Menschen wie mich sowieso.

Am besten duschen Sie in einer rechteckigen Badewanne, deren Seitenteile gerade sind und deren Boden nicht gewölbt ist. Schwierig könnte es in einer Nostalgiewanne mit Klauenfüßen werden. Ganz abgesehen davon, dass diese in der Regel frei im Raum steht. Da ist das Anbringen einer Brause und Duschabtrennung doch etwas komplizierter.

Vorsicht zudem vor Rutschgefahr: Herkömmliche Badewanne besitzen in aller Regel keine Anti-Rutsch-Beschichtung. Diese können Sie natürlich nachträglich anbringen (lassen). Eine einfache Duschmatte tut es aber auch. Die können Sie bei Bedarf schnell austauschen oder zum Baden entfernen.

Badewannen mit Duschzone

Badewannen mit Duschzone sind bereits etwas komfortabler als herkömmliche Wannen. Sie sind auf der einen Seite breiter als auf der anderen. Es gibt also quasi eine eigene Duschtasse innerhalb der Badewanne.

In kleineren Bädern bekommen Sie wegen der verbreiterten Form eventuell Probleme mit dem Platz. Achten Sie beim Kauf außerdem darauf, auf welcher Seite die Duschzone sein soll. In der Regel werden die Duschbadewanne in einer Ausführung links und Ausführung rechts angeboten.

Ein Nachteil: Die Badewannen sind in der Regel so geformt, dass keine herkömmliche Duschabtrennung passt. Es braucht Spezialanfertigungen, die dann natürlich teuer sind. Sie bekommen dann aber eine fast vollwertige Duschkabine.

Badewannen mit Tür

Was den Komfort angeht, sind Badewannen mit Tür die beste Wahl. Sie betreten die Wanne fast ebenerdig und müssen nicht den hohen Wannenrand übersteigen. Die Lösung empfiehlt sich insbesondere für Senioren oder körperlich beeinträchtigte Personen.

Das Problem: der Preis. Gute begehbare Badewannen fangen bei rund 2.000 Euro an. Und das ist noch keine Duschabtrennung und noch keine Montage mit dabei. Eventuell ist im Zuge eines barrierefreien Badumbaus eine Förderung möglich. Dann wird der Einbau etwas günstiger.

Noch günstiger wird es, wenn Sie sich in eine bestehende Wanne nachträglich eine Tür einbauen. Ein Schnäppchen ist es aber auch nicht gerade. Mindestens 1.000 Euro, wahrscheinlich sogar mehr müssen Sie für den Umbau einplanen. Dafür geht es schneller und ist mit weniger Aufwand verbunden.

Duschabtrennung oder Duschvorhang?

Gerade weil die Badewannen so schmal ist, benötigen Sie auf jeden Fall einen Spritzschutz. Ansonsten steht nach jedem Duschen das halbe Bad unter Wasser. Sie haben hier die Wahl zwischen fester Duschabtrennung aus Glas oder Kunststoff sowie einem flexiblen Duschvorhang.

Die Vorteile der Duschgardine liegen auf der Hand: Sie ist schnell montiert und lässt sich schnell austauschen. Außerdem ist sie recht günstig. Die Nachteile sind aber auch nicht zu vernachlässigen: Ein Duschvorhang wölbt sich beim Duschen stets nach innen und klebt dann am Körper. Außerdem ist er recht schimmelanfällig.

Badewannenaufsätze sind hier schon besser. Sie gibt es Faltwand oder als starrer Aufsatz. Teurer ist ein Wannenaufsatz aus Glas. Dafür sieht er in der Regel eleganter aus als ein Badewannenaufsatz aus Kunststoff. Dieser besitzt immer einen Rahmen, während Glasabtrennung auch rahmenlos oder zumindest nur teilweise gerahmt sein können.

Die passenden Brausen

In der einfachsten Variante reichen für die Dusche in der Badewanne bereits eine Brausestange und eine Handbrause. Theoretisch können Sie natürlich auch auf eine Stange verzichten. Sie müssen dann die Brause während des Duschens in der Hand behalten. Das ist allerdings nicht gerade komfortabel.

Wesentlich mehr Komfort bieten Duschsysteme, die es sogar extra für die Badewanne gibt. Das heißt, sie besitzen zusätzlich zu Kopf- und Handbrause noch einen Auslauf. Und natürlich noch ein Thermostat oder einen Einhebelmischer, um das Wasser zu regeln.

Bei einer mitten im Raum stehenden Badewanne ist es recht komplex, sie mit einer Brause auszustatten. Es fehlt einfach die Wand, an der eine Brausestange oder das Duschsystem befestigt werden kann. Hier müssen Sie sich entweder mit einer Handbrause behelfen, die Sie beim Duschen in der Hand behalten oder Sie wählen eine bodenstehende Duschbrause. Die ist allerdings recht teuer.

In der Wanne sitzend duschen

Wenn Sie aus körperlichen Gründen in der Badewanne im Sitzen duschen müssen, ist das natürlich ebenfalls möglich. Es gibt spezielle Hocker für die Wanne. Für Rollstuhlfahrer und körperliche beeinträchtigte Personen, die nicht über den Wannenrand klettern können, gibt es auch schwenkbare Badewannenlifte.

Bei einem Bad in der Dachschräge, kann es ebenfalls nötig sein, dass Sie sitzend in der Badewanne duschen müssen. Wenn Sie noch in der Planung sind, sollten Sie die Wanne unbedingt so stellen, dass Sie darin stehend duschen können. Haben Sie eine separate Dusche, erübrigt sich das natürlich.

Ist das Bad nur bis zu einer bestimmten Höhe gefliest, empfiehlt es sich ebenfalls, im Sitzen oder zumindest in der Hocke zu duschen. Sonst besteht die Gefahr, dass Duschwasser die Wand oberhalb der Fliesen schädigt. Womit wir bei einem wichtigen Punkt sind:

Stehend duschen in der Mietwohnung

Sie haben kein Anrecht darauf, in einer Mietwohnung im Stehen in der Badewanne duschen zu dürfen. Ist die Wand hinter der Wanne nur halbhoch gefliest, müssen Sie so duschen, dass die Wand beim Duschen nicht nass wird. Also im Zweifel sitzend.

Vor einigen Jahren hat ein Mieter dagegen geklagt. Er hatte eine Duschstange montiert und es kam daraufhin zu Schimmelbildung. Die Kosten für die Sanierung durfte er selbst tragen. So entschied das Gericht.

Diese Gerichtsentscheidung müssen Sie immer im Kopf behalten, wenn es bei Ihnen genauso ist. Im Zweifel werden sich andere Richter auf dieses Urteil berufen. Wollen Sie trotzdem im Stehen duschen, müssen Sie sich darauf einstellen, für die Schimmelbeseitigung selbst verantwortlich zu sein.

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