Einst stellte William Shakespeare im Hamlet die Frage nach dem Sein oder Nichtsein. Bei der Dusche geht es eher um offen oder geschlossen. Soll es eine geschlossene Duschkabine sein oder eine offene Dusche.  Nachdem ich mich vor einigen Wochen mit den bodengleichen Duschen beschäftigt habe, geht es heute eine Etage höher – also um die Duschtrennwand. Und da gibt es einiges zu erzählen.

Dusche mit Frau

Die Dusche ist längst zum Wellness-Faktor geworden (Foto: epr/hansgrohe/Hansgrohe SE)

1. Offene Duschen

Offene Duschen liegen im Trend. Wo früher kleine Duschkabinen klaustrophobische Gefühle auslösten, warten bei Walk-In Duschen grenzenlose Freiheit und absolutes Duschvergnügen. Der volle Duschgenuss stellt sich jedoch nur ein, wenn bei der Planung nichts falsch gemacht wurde –  Stichwort Spritzwasser beispielsweise. Wir verraten Ihnen, auf was es bei einer offenen Dusche ankommt.

Verschiedene Ausführungen

Duschen ohne Tür – also offene Duschen lassen sich auf verschiedene Weise ausführen – mit Duschabtrennung oder ohne, als Schneckendusche oder mit Duschvorhang.

Die edelste Variante ist die mit einer Glasduschabtrennung, wobei hier unterschiedliche Ausführungen mit ein, zwei, drei oder gar vier Glasscheiben denkbar sind. Je nach Ausführung erfolgt der Zugang von vorne oder von der Seite.

Ein besser oder schlechter gibt es hierbei nicht. Mehr Glas bedeutet weniger Wasserspritzer im Bad, dafür muss mehr geputzt werden. Die Glasscheiben müssen nach jeder Dusche abgezogen werden, um hässliche Wasserflecken zu vermeiden.

Puristen verzichten bei der offenen Dusche komplett auf eine Glasabtrennung. Das funktioniert aber nur, wenn der Duschbereich groß genug ist oder wenn es die Wände entsprechend eingezogen werden, dass eine Art „offene Kabine“ entsteht.

Sparfüchse verwenden statt einer Glasabtrennung einen Duschvorhang für die offene Dusche. Neben dem günstigen Preis kann der Vorhang auch durch seine pflegeleichte Handhabung punkten. Optisch ist er allerdings nicht reif für die Championsleague.

offene Dusche mit Frau

Eine offene Dusche bietet viele Vorzüge (Foto: epr/hansgrohe/Hansgrohe SE)

Wie groß sollte eine offene Dusche sein?

Die Abmessungen einer offenen Dusche sind ein vielgefragtes Thema. Wie lang, wie tief, wie groß muss die Duschfläche sein, damit es möglichst wenig spritzt. Grundsätzlich gilt natürlich – je größer, desto besser. Allerdings sind die meisten eher mit einem durchschnittlich großen Bad gesegnet. Es gilt daher einen Kompromiss zu finden.

Mindestens 120 cm sollte eine offene Dusche in eine Richtung groß sein, damit das Wasser größtenteils in der Dusche bleibt. Eine Größe von 140 cm mal 100 cm ist sehr beliebt, richtig komfortabel wird es bei 160 cm langen Duschen. So groß wie eine kleine Badewanne. Auf die wird sowieso immer häufiger verzichtet, wenn eine Badsanierung ansteht. Platz ist dafür also vorhanden.

Wasserspritzer vermeiden

Wasserspritzer lassen sich nicht nur durch große Duschflächen, sondern außerdem durch richtige Auswahl und Ausrichtung des Duschkopfes vermeiden. Bewährt hat sich, den Duschstrahl schräg und entgegengesetzt zum Eingang auszurichten.

Die Spritzwassergefahr lässt sich zudem mit Brausen minimieren, denen Luft zum Wasserstrahl zugemischt wird. Generell gilt: Je softer das Wasser aus dem Duschkopf kommt, desto weniger Wasserspritzer sind zu erwarten. Wer einen massierenden Wasserstrahl bei der Dusche wünscht, sollte daher besser eine geschlossene Duschkabine verwenden.

Wie sieht es mit Raumklima aus?

Eine offene hat gegenüber einer geschlossenen Dusche einige Besonderheiten. So verteilt sich der Wasserdampf viel schneller im Bad, beschlagene Spiegel sind die Folge. Gleichzeitig strömt kühlere Raumluft in die Dusche, was von manchen Menschen als unangenehm empfunden wird.

Ein Vorteil hat es jedoch, dass die Dusche gut durchlüftet wird. Sie trocknet nach dem Gebrauch schneller ab, so dass Schimmelschäden seltener auftreten. Generell ist es jedoch ratsam, das Bad nach dem Duschen gut zu lüften. Notfalls mit einer Lüftungsanlage. Nur so bleibt das Badezimmer dauerhaft schimmelfrei.

2. Geschlossene Duschkabinen

Offene Duschen liegen zwar im Trend, doch noch haben geschlossene Duschkabinen nicht völlig den Kampf verloren. Sie halten zum Beispiel Wasserspritzer und Wärme in der Kabine. Das ist insbesondere in kleinen Bädern von Vorteil. Außer hinsichtlich ihrer Größe unterscheiden sich Duschkabinen noch bezüglich:

  • Material
  • Rahmen
  • Grundriss
  • Türart

Echtglas oder Kunstglas?

Wer bei der Duschkabine auf die Kosten schauen muss, für den ist sicher eine Kabine aus Kunstglas erste Wahl. Sie ist nicht nur günstiger, sondern lässt sich zudem wesentlich einfacher montieren. Sie besitzt auf jeden Fall einen Rahmen, mit dem Unebenheiten an der Wand ausgeglichen werden können. Das Problem bei Acrylglas – es lässt sich nicht besonders gut reinigen. Zumindest nicht so, dass keine Kratzer entstehen. Kunstglas-Kabinen sind daher in der Regel mit einer Struktur versehen, an denen man kleinere Kratzer nicht sieht.

Duschkabinen aus Echtglas sind hingegen teurer, aber auch edler und in der Regel langlebiger. Sie gibt es entweder mit einem Rahmen versehen, teilweise gerahmt oder rahmenlos. Rahmenlose Duschkabinen sind echte Luxusteile und stets Maßanfertigungen. Hier muss auf jeden Fall ein Fachmann vor Ort alles ausmessen, damit später bei der Montage alles passt. Solch ein Aufmaß verursacht natürlich zusätzliche Kosten, zumal Sie solch eine Kabine auch nicht selbst montieren sollten.

Dusche in einer Nische

Geschlossene Dusche in einer Nische (Foto: epr/Tardis)

Verschiedene Grundrisse

Die meisten Duschkabinen besitzen einen rechteckigen oder gar quadratischen Grundriss. Gängige Größen sind 80 x 80 cm oder 90 x 90 cm. Besonders kleine Duschen besitzen Abmessungen von 70 x 70 cm, es gibt aber auch Duschkabinen mit einer Breite von 180 cm.

Gemauerte Duschen oder Nischenduschen besitzen lediglich eine verglaste Seite mit Tür. Am gängigsten sind Eckduschen mit zwei Glaswänden. Sie bestehen entweder aus Tür plus Seitenwand oder besitzen einen Eckeinstieg. Dieser hat den Vorteil, dass der Einstieg breiter ist. Schließlich gibt es noch die U-Kabine, die drei Seiten aus Glas oder Kunststoff besitzt.

Neben den rechteckigen Duschen haben sich noch Fünfeck-Duschen oder Rundduschen etabliert. Bei einer fünfeckigen Dusche sinkt zwar die Duschfläche, doch dafür steigt die nutzbare Badfläche. Dieser Grundriss ist daher insbesondere in kleinen Bädern sehr beliebt. Gleiches gilt im Prinzip für die sogenannten Viertelkreis-Duschen.

Verschiedene Türarten

Maßgebliches Kennzeichen einer Duschkabine ist die Tür. Ohne Duschtür keine Kabine, sondern offene Dusche. Folgende Türarten sind erhältlich:

1. Schiebetüren

Schiebetüren bestehen stets aus einem feststehenden Teil und der Schiebetür. Es steht daher nie die komplette Breite für den Einstieg in die Dusche zur Verfügung. Der Vorteil: Die Tür nimmt keinen Platz weg. Weder nach innen in die Duschkabine noch nach außen ins Bad. Sie kann also immer ohne Behinderung geöffnet und geschlossen werden.

Schiebetüren gibt es bei:

  • Duschen mit Eckeinstieg
  • U-Duschen
  • Nischenduschen
  • Viertelkreis-Duschen

2. Pendeltüren

Wie beim Western-Saloon lassen sich die Pendeltüren bei einer Duschkabine nach beiden Seiten öffnen und schließen. Das ist ziemlich praktisch, allerdings muss sowohl vor als auch in der Dusche entsprechend viel Platz vorhanden sein. Häufig werden zwei Pendeltüren miteinander kombiniert, nicht nur bei Duschen mit Eckeinstieg.

Pendeltüren gibt es bei:

  • Duschen mit Eckeinstieg
  • U-Duschen
  • Nischenduschen
  • Fünfeck-Duschen
  • Viertelkreis-Duschen

3. Falttüren

Eine Falttür besteht aus mindestens zwei Elementen. Praktisch an ihr ist, dass sie komplett zur Seite geklappt werden kann. Bei einer gerahmten Dusche besitzt die Tür eine Führungsschiene. Es gibt aber auch rahmenlose Falttüren. Hier kommt den Scharnieren eine besondere Bedeutung zu. Duschen mit Eckeinstieg besitzen zwei Falttüren. Hier kann die ganze Duschkabine beiseite geklappt werden. So wirkt das Badezimmer größer.

Falttüren gib es bei:

  • Duschen mit Eckeinstieg
  • U-Duschen
  • Nischenduschen
  • Fünfeck-Duschen

4. Drehtüren

Bei Duschkabinen mit Drehtür (auch unter der Bezeichnung Schwingtür erhältlich) lässt sich die Tür nur nach einer Seite öffnen – und zwar in der Regel nach außen. Das macht zum Beispiel Sinn, wenn der Duschraum zu klein ist. Häufig schwingt nicht die komplette Seite auf, sondern es gibt ein Festteil. Dadurch steht nicht die gesamte Breite für den Einstieg in die Dusche zur Verfügung.

Drehtüren gibt es bei:

  • Duschen mit Eckeinstieg
  • U-Duschen
  • Nischenduschen
  • Viertelkreis-Duschen
  • Fünfeck-Duschen