Welche Badkeramik-Marken sind empfehlenswert? Mit dieser Frage beschäftige ich mich hauptberuflich nahezu täglich, schließlich arbeite ich für einen der größten Bad-Onlineshops in Europa. Dort gibt es eigentlich alles, was in Deutschland in Sachen Keramik Rang und Namen hat. Dazu kommen noch Hersteller aus Italien, Türkei oder Schweiz. Ich habe daher einen ganz guten Überblick darüber, welche Marken besonders gut laufen und bei welchen Marken es häufiger Probleme gibt.

Badkeramik Villeroy & Boch Collaro

In Sachen Badkeramik geht kein Weg an Villeroy & Boch vorbei (Foto: V&B Collaro)

Was fällt unter Badkeramik?

Bevor wir uns näher mit den Herstellern beschäftigen, erst einmal eine kurze Definition, was traditionell unter Badkeramik fällt: Toiletten, Waschbecken, Urinale, Bidets – also alles, was meist aus Keramik hergestellt wird.

Das ist aber kein Muss, denn gerade Waschtische werden häufig auch aus anderen Materialien wie Mineralguss oder Stahlemail hergestellt. Sie werden dennoch der Badkeramik zugeordnet. Auf der anderen Seite gibt es Duschwannen aus Sanitärkeramik, die aber dennoch nicht zur Badkeramik gehören.

Villeroy & Boch Dusch-WC

Ein Dusch-WC von Villeroy & Boch sieht nicht nur klasse aus, sondern bringt ein Plus an Hygiene

Welche Marken sind zu empfehlen?

Das ist natürlich immer eine sehr schwierige Frage, spielen doch unterschiedlichste Faktoren wie persönlicher Geschmack, Design, Produktqualität und einiges mehr mit hinein.

Eine völlig objektive Meinung werden sie nur selten bekommen, und sei es nur deshalb, weil der Installateur Ihres Vertrauens beim Einbau einer bestimmten Marke besonders viel verdient. Oder er manche Marken überhaupt noch nie verbaut hat, weil er ein Gewohnheitstier ist und auf „seine“ Marken schwört.

Und auch was es im Internet an Tests und Vergleichen gibt, ist stets mit Vorsicht zu genießen. Keiner weiß genau, wer da im Hintergrund seine Strippen zieht. Das gilt natürlich auch für diesen Beitrag hier, auch ich kann mich nicht völlig davon freisprechen, dass ich für die eine oder andere Marke mehr Sympathie hege als für die andere.

Die Auswahl meiner 11 Favoriten der Badkeramik-Hersteller ist eine Kombination aus Verkaufszahlen, Suchhäufigkeit bei Google und Erfahrung. Wobei ich hier natürlich keine Betriebsgeheimnisse meines Arbeitgebers preisgeben darf und will. Genaue Zahlen wird es daher keine geben. Die Sortierung ist streng alphabetisch und stellt keine Rangfolge dar.

Badkeramik-Marke #1: Alape

Alape hat seinen Sitz in Goslar und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Seit einigen Jahren gehört die Marke zur Dornbracht-Group. Wer sich etwas mit Sanitär auskennt, wird wissen, dass wir uns hier im absoluten Premiumbereich bewegen – das gilt für Dornbracht selbst als auch für Alape.

Blaue Waschschale von Alape

Wer es farbig mag, liegt mit dieser blauen Waschschale von Alape genau richtig

Alape stellt keine Keramik im engeren Sinne her. Alle Waschbecken werden aus Stahlemail hergestellt. Diese robuste Material kann einiges ab und ist widerstandsfähig gegen Säuren und Laugen. Außerdem lassen sich damit äußerst filigrane Designs realisieren.

Das nutzt Alape bei seinen Waschtischen weidlich aus. Die dünnwandigen Waschschalen und Aufsatzbecken gehören zu den absoluten Lieblingen in Bad und Gäste-WC.

Badkeramik-Marke #2: Antoniolupi

Den Hersteller Antoniolupi gibt es seit 1950, seine Heimat ist Stabbia, ein kleiner Ort in der Toskana – also Italien. Zum Sortiment der italienischen Marke gehört nicht nur Badkeramik, sondern auch Armaturen, Badewannen oder Accessoires. Das alles in einem absolut hochpreisigen Segment.

Badkeramik Antoniolupi Ago

Italienisches Design vom Feinsten: Schalenbecken der Serie Ago von Antoniolupi

Wer auf Purismus und italienisches Design steht, liegt mit Badkeramik von Antonionlupi genau richtig. Es gibt Waschbecken in allen erdenklichen Größen und Formen, außerdem Toiletten, Urinale und Bidets – also alles, was es an Keramik im Bad benötigt.

Die Waschtische des Herstellers werden häufig aus eigens entwickelten und patentierten Materialien wie Flumood oder Cristalmood hergestellt. Letzteres ist transparent wie Glas, aber besteht aus Polyesterharz, dem Pigmente zugesetzt werden, um verschiedene Farben zu erhalten. Das Material ist so robust, dass der Hersteller auch Badewannen daraus herstellt.

Badkeramik-Marke #3: Duravit

Duravit zählt auf jeden Fall zu den größten Marken für Badkeramik in Deutschland. Seinen Sitz hat der Hersteller in Hornberg, im schönen Schwarzwald. Und das seit über 200 Jahren. Anfangs stellte Duravit noch Steingutgeschirr her, Badkeramik kam erst später dazu.

Duravit Starck 1 Standwaschtisch

Absolut stylisch: Der Duravit Starck 1 Standwaschtisch

Heute gehört die Marke zu den sogenannten Badvollausstattern. Es gibt nicht mehr nur Keramik, sondern auch Badewannen und Duschwannen, Armaturen oder Badmöbel von Duravit. In Sachen Badkeramik bedient die Marke die gesamte Palette – von günstig bis zur Designerkeramik.

Äußerst beliebt ist zum Beispiel die Serie „ME by Starck“ von Stardesigner Philippe Starck. Für den etwas schmaleren Geldbeutel gibt es Serien wie „D-Code“. Wer es Retro mag, für den hat Duravit zum Beispiel die Serie „1930“ im Sortiment.

Badkeramik-Marke #4: Geberit

Was den Sanitärbereich angeht, gehört der Schweizer Hersteller Geberit zu den absoluten Größen im Geschäft. Den Anfang machten Spülkästen aus Holz, nach und nach kamen viele weitere Bereiche dazu.

Geberit Acanto Waschtisch

Früher Keramag, jetzt Geberit: Die beliebte Serie Acanto

Spätestens seit Geberit die deutsche Traditionsmarke Keramag übernommen hat, spielen sie auch in Sachen Badkeramik eine gewichtige Rolle. Okay, sie hatten vorher bereits das Dusch-WC, aber ein komplettes Keramikprogramm eben erst durch Keramag.

Serien wie iCon, Acanto, Renova, Smyle oder Xeno² gehören zu den beliebtesten und meist verkauften Serien aus dem Bereich Keramik. Diese werden ergänzt durch dazu passenden Badewannen oder Badmöbeln. Damit können Sie Badezimmer wie aus einem Guss einrichten.

Badkeramik-Marke #5: Grohe

Grohe wird Ihnen sicherlich vor allem als Armaturenhersteller bekannt sein. Auf diesem Gebiet macht dem Hersteller aus Hemer keiner so schnell etwas vor. Und das auf der ganzen Welt. In den letzten Jahren macht sich die Weltmarke dazu auf, auch in anderen Bereichen des Badezimmers heimisch zu werden.

Grohe Cube Badkeramik

Die Serie Cube von Grohe in seiner ganzen Pracht

Das gilt vor allem auch für die Badkeramik. Wer weiß, wieviel Power hinter dieser Marke steckt, mag erahnen, dass er es hier nicht mit halben Sachen zu tun bekommt. Hier entsteht ein neuer Riese.

Grohe hat Badkeramik für jedes Budget in seinem Sortiment. Wer weniger Geld ausgeben mag, der entscheidet sich zum Beispiel für die Serie Bau, wesentlich hochpreisiger ist hingegen die Serie Cube. Hier handelt es bereits um ausgesprochene Designerware, die nicht so einfach im Baumarkt erhältlich ist.

Badkeramik-Marke #6: Ideal Standard

Ideal Standard ist ein multinationaler Konzern mit rund 17.000 Mitarbeitern und dem Hauptsitz in Brüssel. In Deutschland gibt es die Marke seit 1901, die Deutschlandzentral ist in Bonn. Ideal Standard gehört ebenfalls zu den Komplettbad-Anbietern, Badkeramik ist jedoch ein wichtiges Standbein.

Ideal Standard Ipalyss Waschtische

Die Waschtische der Serie Ipalyss von Ideal Standard sind in den verschiedensten Farben erhältlich

Der Hersteller hat Waschbecken und Toiletten für jeden Geldbeutel in seinem Sortiment. Darunter ausgesprochene Designerserien wie Connect Air oder Tonic II. Günstiger wird es, wenn Sie sich für Serien wie Eurovit entscheiden. Von der Materialqualität unterscheiden sie sich nicht so gravierend, dafür ist das Design nicht ganz so modern und stylisch.

Praktisch ist – wie bereits geschrieben – dass Ideal Standard die passenden Produkte rund um die Badkeramik gleich selbst mit anbietet. Seien es Badmöbel der gleichen Serie oder auch Badewannen und Badarmaturen.

Badkeramik-Marke #7: Kartell by Laufen

Ich hatte eingangs geschrieben, dass ich bei manchen Marken nicht ganz objektiv bin, Kartell by Laufen gehört dazu. Normalerweise hätte es die Marke nicht in diese Auflistung geschafft, aber mir gefällt die Badkeramik der Kooperation von Laufen und Kartell wirklich ausgesprochen gut.

Kartell by Laufen Waschbecken

Das beste aus zwei Welten: Kartell by Laufen Badkeramik

Zu Laufen schreibe ich gleich noch mehr, daher nur eine kurze Einordnung von Kartell. Dabei handelt es sich um einen Möbelhersteller aus Italien, der sich vor allem dadurch verdient machte, dass er Kunststoff bei Designermöbeln und Lampen etablierte. Der Designer Philippe Starck hat einige schöne Stücke für die Firma entworfen.

Die Badkeramik von Kartell by Laufen überzeugt durch ein minimalistisches und modernes Design, das zudem noch relativ zeitlos ist. Ergänzend dazu gibt es die passenden Badmöbel, Armaturen oder Accessoires der Marke.

Badkeramik-Marke #8: Laufen

Der Hersteller Laufen wurde bereits 1892 in der Schweiz gegründet. Wer solange dabei ist, hat sicherlich vieles richtig gemacht. Daher ist die Badkeramik der Marke absolut empfehlenswert. Das gilt natürlich auch für die anderen Produkte aus dem Sortiment – wie Badmöbel, Badewannen oder Spiegel.

Badkeramik Laufen New Classic

Echt Retro: DIe Serie New Classic von Laufen

Besonders stolz ist das Unternehmen auf seine neu entwickelte SaphirKeramik. Die Keramik ist wesentlich härter und besitzt eine größere Biegefestigkeit. Es lassen sich damit filigrane Designs verwirklichen, die ansonsten nur bei anderen Materialien wie Stahlemail möglich sind.

Laufen arbeitet immer wieder mit bekannten Namen aus der Designbranche zusammen. Wie zum Beispiel Patricia Urquiola, L+R Palomba, Konstantin Grcic, Phönix Design und anderen. Serien wie Pro, Il Bagno Alessi, VAL oder Living gehören zu den absoluten Kundenlieblingen.

Badkeramik-Marke #9: Scarabeo

Ein zweiter Italiener hat es in meine Liste geschafft: Scarabeo. Wie auch Antoniolupi steht das Unternehmen für hochklassiges Design. Dieses macht sich natürlich im Preis bemerkbar, für Schnäppchenjäger eignet sich die Badkeramik nur bedingt.

Badkeramik Scarabeo Mizu

Black & White: Spielen Sie ruhig etwas mit den Farben wie Scarabeo bei den Waschbecken der Serie Mizu

Gegründet wurde Scarabeo im Jahr 1974. Stellte der Hersteller anfangs nur elegante Waschbecken her, gibt es längst auch Toiletten oder Bidets der italienischen Marke.

Viele der Badkeramik-Serien von Scarabeo sind preisgekrönt, wie zum Beispiel Glam oder Teorema 2.0. Bereits etwas älter aber nicht minder erfolgreich ist die Serie Bucket. Aktuell setzt die Marke Trends mit der Farbe Schwarz matt. Es muss nicht immer Weiß sein.

Badkeramik-Marke #10: Villeroy & Boch

Wenn in Deutschland über Keramik geschrieben wird, darf Villeroy & Boch natürlich nicht fehlen. Das Unternehmen aus Mettlach beschäftigt sich bereits seit 1748 mit diesem Material, wenn auch die Badkeramik erst viele Jahre später hinzugekommen ist.

Villeroy & Boch Legato

Aufsatzwaschtische aus der Serie Legato von Villeroy & Boch

Serien wie Subway 2.0, Avento, Venticello oder Architectura gehören zu den beliebtesten Keramikserien überhaupt. Das hat natürlich seine Gründe. Und die liegen neben der Optik auch in der hochwertigen Qualität. Die Kunden haben viele Jahre Freude daran.

Längst ist Villeroy & Boch kein reiner Keramikhersteller mehr – von der Marke sind auch Badmöbel, Badewannen, Duschwannen oder Whirlwannen erhältlich. In Kooperation mit Dornbracht gibt es außerdem hochwertige Badarmaturen.

Badkeramik-Marke #11: VitrA

Die letzte Badkeramik-Marke, die ich Ihnen vorstellen möchte ist VitrA. Den meisten ist diese wahrscheinlich nicht so sehr ein Begriff, dabei ist sie ein echter Riese – global betrachtet. Die Produkte werden jährlich millionenfach verkauft – und das in der ganzen Welt.

Badkeramik Vitra Plural

Perfekt fürs Designbad: DIe Serie Plural von VitrA

Der Ursprung von VitrA liegt in der Türkei, genauer gesagt einem kleinen Stadtbezirk von Istanbul. Seit damals, das war 1942, hat sich vieles getan. Heute ist die Marke Teil des Industrie-Imperiums Eczacıbaşı, zu dem auch der Badmöbel-Hersteller Burgbad sowie der Fliesenhersteller Engers gehören.

Auch wenn der Hersteller aus der Türkei stammt, ist die Badkeramik nicht orientalisch angehaucht, sondern eher modern. Das ist auch dadurch zu erklären, dass mindestens die Hälfte des Sortiments ins Ausland verkauft wird. Hier gilt es, den Geschmack der Europäer, Asiaten und Amerikaner gleichermaßen zu treffen.

Fazit & Mitarbeit

Das waren nun 11 Hersteller von Badkeramik, die ich empfehlen kann und deren Produkte besonders gerne gekauft werden.

Vielleicht haben Sie selbst positive oder negative Erfahrung mit dem einen oder anderen Hersteller gemacht oder Sie glauben, dass eine Marke unbedingt noch mit in die Liste aufgenommen werden soll.

Gerne können Sie einen Kommentar hinterlassen oder mir direkt über das Kontaktformular eine Nachricht schicken. Ich freue mich immer, wenn ich vom Erfahrungsschatz anderer profitieren kann.

Wo kann ich die Badkeramik kaufen?

Im Normalfall gehen Sie zu Ihren Installateur, der Ihnen über den Großhändler die Badkeramik besorgt. Und natürlich noch seine Provision draufschlägt. Dafür haben Sie Ihre Ruhe und müssen sich um nichts kümmern. Das ist die Lösung für alle, die nicht aufs Geld schauen möchten.

Wer Preise vergleichen und eine riesige Auswahl haben möchte, der schaut heutzutage online. Hier kann es aber sein, dass sich der Installateur weigert, die „fremde“ Badkeramik einzubauen. Bevor Sie etwas online bestellen, sollten Sie daher vorher mit Ihrem Handwerker sprechen. Es sei denn, Sie wollen Ihre Badkeramik selbst einbauen. Das ist nicht unbedingt ein Hexenwerk, wenn die Leitungen und Anschlüsse bereits alle liegen. Ein Waschbecken ist relativ schnell ausgetauscht, das habe ich bereits selbst gemacht.

Wenn Sie also Ihre Badkeramik online kaufen möchten, kann ich Ihnen meinen Arbeitgeber Reuter ans Herz legen, hier geht es zur Badkeramik. Ich kann Sie aber natürlich auch nicht daran hindern, bei der Konkurrenz zu kaufen – wie zum Beispiel Megabad, Emero oder Sonono.