Drei Materialien bestimmen den Küchenspülen-Markt: Edelstahl, Keramik und Granit. Wer eine neue Küche plant, muss nicht nur überlegen, welche Form und Größe die Spüle haben soll, sondern auch welches Material es sein soll. Dieser Ratgeber soll Ihnen bei der Wahl behilflich sein. Ich werde zunächst die einzelnen Spülbecken vorstellen und sie im zweiten Teil miteinander vergleichen.

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Spülen tragen wesentlich zum Küchenambiente bei (Foto: epr/Villeroy & Boch)

Spülen aus Edelstahl

Das beliebteste Material bei Spülen ist Edelstahl.  Kein Wunder – passen sich Edelstahlspülen mit ihrer neutralen Farbgebung doch harmonisch in jede Küche ein. Außerdem sind sie günstig, robust und pflegeleicht.

Und weil sie so häufig zum Einsatz kommen, ist die Auswahl riesengroß – ob kleines oder große Becken, günstige oder teure Spüle – alles ist möglich.

Eigenschaften im Überblick

  • Robustes Material
  • Weniger Glasbruch dank nachgiebiger Oberfläche
  • Hitzebeständig bis 300°C
  • Hygienische Oberfläche
  • Rostfreies Material
  • Lebensmittelecht
  • Rostfrei
  • Beständig gegen UV-Licht
  • Säurebeständig gegen haushaltsübliche Säuren
  • Resistent gegen abrupte Temperaturwechsel

Sie sehen – Edelstahl hat sehr viele positive Eigenschaften, insbesondere wenn es um Küchenspülen geht. Nicht umsonst kommt das Material in vielen Großküchen und Krankenhäusern zum Einsatz, wo es im besonderen Maße um Hygiene geht.

Kleinere Kratzer lassen sich bei Edelstahl allerdings nicht vermeiden. Messer, Glas oder Steingegenstände sind einfach härter und hinterlassen mit der Zeit ihre Spuren. Das ist ganz normal und kein Mangel.

Nehmen Sie es positiv und sehen es als Patina. Zumal diese Patina die Oberfläche von Edelstahlspülen immer robuster macht. Außerdem erneuert sich Edelstahl permanent selbst. Die sogenannte Passivschicht bildet sich unter Sauerstoffeinfluss selbständig neu.

Edelstahlspülen federn immer etwas nach – so dass Gläser oder Geschirr nicht so schnell zu Bruch gehen. Das ist im Vergleich zu Granit- und Keramikspülen ein sehr großer Vorteil.

Hochwertige Edelstahlspüle mit Seidenoptik (Foto: Blanco)

Verschiedene Oberflächen

Edelstahlspülen sind in verschiedenen Güten und Oberflächen erhältlich:

  • Naturfinish
  • Bürstenfinish
  • Seidenglanz
  • Leinen

Standard sind Edelstahlspülen mit Naturfinish. Sie besitzen eine unbehandelte Oberfläche, die leicht matt wirkt. An solchen Spülen haftet Kalk etwas leichter an.

Edelstahlküchenpülen mit Bürstenfinish haben eine homogene, polierte Oberfläche. Sie sind leicht zu reinigen.

Wer eine ganz exklusive Edelstahlspüle mag, sollte eine mit Seidenglanz-Oberfläche nehmen. Durch ein besonderes Polierverfahren sind diese Spülen sehr glatt und haben eine seidige Oberfläche.

Am seltensten findet man Spülen mit Leinen-Optik. Durch die geprägte Struktur lassen sich leichte Gebrauchsspuren einfacher kaschieren.

Spülen aus Granit

Wegen ihrer natürlichen, edlen Optik und der großen Farbauswahl sind Granitspülen als Alternative zu Edelstahl oder Keramik äußerst beliebt. Sie werden natürlich nicht aus einem Granitblock gemeißelt, sondern aus einer Mischung von Granitgranulat und Acrylharz geformt.

Der Granit bestimmt das Aussehen der Spüle, während das Harz dafür sorgt, dass alles zusammenhält und eine glatte, strapazierfähige Oberfläche entsteht.

Was das Mischungsverhältnis im Detail angeht, unterscheiden sich die Granitspülen der verschiedenen Hersteller. Gehen Sie aber davon aus, dass die Spüle zu etwa 80 Prozent aus Granit und zu 20 Prozent aus Acryl besteht.

Auch die Namen unterscheiden sich, Blanco nennt das Material zum Beispiel Silgranit, Franke Fragranit, außerdem gibt es noch so Bezeichnungen wie Eurostone oder Quarzkomposit bei Schock Spülen.

Eigenschaften im Überblick

  • Leicht zu reinigen
  • Lebensmittelecht
  • Widerstandsfähig
  • Bis 280 °C hitzbeständig
  • Hygienisch
  • Säurebeständig
  • Große Farbvielfalt
  • Gibt Armaturen in der gleichen Farbe

Sie sehen: Granitspülen sind den vielfältigen Anforderungen in der Küche bestens gewachsen. Sie brauchen sich auch keine Gedanken machen, dass es nur um eine Granit-Beschichtung handelt. Die Spülen sind durch und durch aus einem Werkstoff gefertigt. Die Spüle bleibt somit dauerhaft so schön wie am ersten Tag.

Typische Granitspüle mit passendem Schneidebrett (Foto: epr/Blanco)

Verschiedene Varianten

Optisch und haptisch vermögen Granitspülen zu überzeugen, doch wie sieht es mit der Auswahl aus? Keine Sorge, es gibt für jedes Problem das passende Spülbecken – von groß bis klein, von rund bis eckig:

  • Einzelbecken
  • Doppelbecken
  • Becken mit Abtropffläche
  • Runde Becken
  • Eckspülen

Die richtige Pflege

Meist reicht es aus, das Granitspülbecken mit einem weichen Schwamm und etwas Spülmittel zu reinigen. Für Metallabrieb oder andere Flecken eignen sich spezielle Schmutzradierer.

Gegen Kalkflecken eignen sich handelsübliche Entkalker, auch der Einsatz von Essigessenz ist möglich. Bei ganz hartnäckigen Verschmutzen wirken Geschirrspül-Tabs wahre Wunder: Einfach Wasser ins Becken, Tab rein und über Nacht einweichen lassen.

Spülen aus Keramik

Keramikspülen sind echte Klassiker in der Küche und einfach nicht totzukriegen. Eher im Gegenteil – immer mehr Menschen entscheiden sich wieder für eine Spüle aus Keramik. Waren sie früher höchstens in Landhausküchen zu finden, gibt es sie immer häufiger auch in modernen Küchen.

Eigenschaften im Überblick

  • Pflegeleicht
  • Hitzebeständig
  • Säurebeständig
  • Hygienische Oberfläche
  • Unempfindlich gegen Kratzer und Flecken
  • Große Farbauswahl
  • Lebensmittelecht

Wie auch Edelstahl- oder Granitspülen besitzen Keramikspülen viele positive Eigenschaften. Bei richtiger Behandlung, ist eine Spüle aus Keramik eine Anschaffung für das gesamte Küchenleben.

Völlig unzerstörbar ist die Keramik jedoch nicht – es kann durchaus passieren, dass ein Stückchen davon abplatzt, sollte ein schwerer Gegenstand ungünstig auf die Oberfläche prallen.

Wegen der harten Oberfläche ist es aber eher so, dass Gläser oder Geschirr kaputtgehen, wenn sie ins Spülwasser gleiten. Durch Verwendung eines Spülkorbs können Sie das Schicksal eines Glasbruchs jedoch minimieren.

Insbesondere im Vergleich zu den dünnwandigen Edelstahlspülen sind Spülbecken aus Keramik außerdem ziemlich schwer. Das müssen Sie wissen, falls Sie planen, das Becken selbst einzubauen.

Aufliegende Keramikspüle mit zwei Becken und Abtropfbereich (Foto: epr/Villeroy & Boch)

Verschiedene Einbauvarianten

Keramikspülen sind in verschiedenen Einbauvarianten erhältlich, so zum Beispiel als:

  • Spülstein
  • Unterbauspüle
  • Eckspüle
  • Aufliegender Einbau

Spülsteine eignen sich insbesondere für Küchen, die etwas rustikaler daherkommen. Besonders einfach reinigen lassen sich Unterbauspülen, die Küchenarbeitsplatte überdeckt hier den oberen Rand der Spüle. Als Alternative bietet sich eine von oben in die Arbeitsplatte gesetzte Keramikspüle ein. Insbesondere in kleinen Küchen sind Eckspülen eine echte Alternative, nutzen sie doch den Raum optimal aus.

Die richtige Pflege

Durch die glasierte Oberfläche sind Keramikspülen sehr glatt und hart. Schmutz lässt sich daher nur schwer daran ab. Das erleichtert die Pflege ungemein. Manche Hersteller wie Villeroy & Boch bieten eine Veredelung an, die sich wie ein Schutzschild um die Keramik legt. Schmutz und Kalk perlen dadurch noch leichter ab.

Für die tägliche Pflege reichen warmes Wasser und Spülmittel völlig aus. Verwenden Sie für die Reinigung ausschließlich weiche Microfasertücher oder Schwämme – auf keinen Fall Stahlbürsten oder Stahlschwämme. Diese hinterlassen feine Kratzer auf der Keramik.

Unbedingt vermeiden sollten Sie aus dem gleichen Grund auch Scheuermittel wie Scheuermilch und Scheuerpulver. Auch aggressive Abfluss-, Armaturen- oder Stahlreiniger sind bei einer Keramikspüle tabu.

Die verschiedenen Materialien im direkten Vergleich

Wie anfangs versprochen, hier noch die verschiedenen Spülbecken-Materialien im direkten Vergleich:

Edelstahl Granit Keramik
Vorteile
  • Sehr langlebig
  • Hygienisch
  • Riesige Auswahl
  • Sehr robust
  • Verschiedene Oberflächen
  • Hitze- & säurebeständig
  • Sehr viele Formen
  • Schöne Farbauswahl
  • Durchgefärbt
  • Edle Optik
  • Kratzfest
  • Farbecht
  • Fleckresistent
  • Langlebig
  • Antibakteriell
  • Verschiedene Farben
  • Säurebeständig
  • Pflegeleicht
  • Antibakteriell
  • Farbecht
  • Fleckresistent
  • Hitze- & säurebeständig
Nachteile
  • Kratzeranfällig
  • Kalkflecken leicht sichtbar
  • Pflegeintensiv
  • Raue Oberfläche
  • Recht teuer
  • Schnell Glasbruch
  • Hohes Gewicht

Fazit

Sie wissen nun alles über die verschiedenen Küchenspülen und ihre Materialien. Es liegt jetzt an Ihnen, sich für das eine oder andere Material zu entscheiden. Ganz gleich, ob Sie sich am Ende für Granit, Keramik oder Edelstahl entscheiden – schauen Sie unbedingt auch auf die Qualität. Nur an qualitativ hochwertigen Produkten werden Sie lange Ihre Freude haben.

 

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