Anleitung: Klassischen Strandstuhl aus Holz herstellen

Heute möchte ich Ihnen eine Anleitung für einen klassischen Strandstuhl aus Holz und Stoff vorstellen. Sie benötigen dafür lediglich ein paar Holzlatten und einen stabilen Markisenstoff, dazu noch ein paar Schrauben und das nötige Werkzeug wie Bohrer, Säge und Schraubenzieher. Und natürlich eine Nähmaschine, um den Stoff zu bearbeiten.

Die Materialliste

Für die Lehne:

2 x Kantholz               1320 mm x 45 mm x 20 mm

2 x Rundholz              520 mm x 30 mm


Für die Sitzfläche:

2 x Kantholz               1000 mm x 45 mm x 20 mm

2 x Rundholz              480 mm x 30 mm


Für die Stütze:

2 x Kantholz               530 mm x 45 mm x 20 mm

1 x Rundholz              560 mm x 30 mm


Sonstiges Material:

10 x Senkkopfschrauben 6,0 x 60 mm

4 x Zylinderkopfschrauben M6 x 35 mm

4 x Sicherungsmutter M6

4 x Unterlegscheibe M6

1 x Stoffbahn (am besten Markisenstoff) 1430 x 530 mm

Die Materialliste der Strandliege als PDF-Download

Schritt #1: Teile zusägen

Im ersten Schritt sägen Sie die Teile zu, wie in der Materialliste angegeben. Je nachdem, wo Sie das Holz kaufen, können Sie sich die Kant- und Rundhölzer bereits millimetergenau zuschneiden lassen. Notieren Sie sich dafür einfach die notwendigen Längen oder drucken Sie sich die Materialliste aus.

Die Kanten der Hölzer sollten Sie brechen, also leicht abrunden. Das geht mit einem Hobel, einem Stechbeitel, einer Feile, einem Abrundfräser oder was Sie gerade zur Hand haben.

Die Enden der Kanthölzer habe ich halbkreisförmig abgerundet. Das geht am schnellsten mit der Oberfräse und einem Abrundfräser. Sie können das aber auch mit der Stichsäge machen. Dazu den Halbkreis einzeichnen und einfach immer der Markierung nach. Danach das Holz abschleifen.

Wenn Sie keine Hobelware gekauft haben, empfiehlt es sich zudem, das Holz zu glätten, also abzuschleifen. Mit sägerauer Ware werden Sie später nicht viel Freude haben.

Damit die Rückenlehne verstellbar ist, benötigt sie verschiedene Einkerbungen, in die die Stütze eingerastet. Mein Strandkorb soll vierfach verstellbar sein, entsprechend benötige ich vier Einkerbungen.

Diese lassen sich am besten mit einem Forstnerbohrer herstellen. Da die Rundhölzer eine Stärke von 30 mm haben, nehme ich einen 30-mm-Bohrer. Damit Stelle ich 4 Halblöcher her und schräge sie zur Seite hin noch ab.

Haben Sie keinen Forstnerbohrer, können Sie auch eine Stichsäge nehmen. Einfach die Umrisse einzeichnen und dann sägen. Anschließend abschleifen. Das wars.

Schritt #2: Löcher bohren

Nehmen wir uns zunächst die Rundhölzer vor: Hier bohren Sie jeweils mittig auf beiden Seiten ein 4,5 mm breites Loch mit einer Tiefe von 45 mm. Das macht ihr bei allen 5 verwendeten Rundhölzern.

Noch ein Tipp: Wenn Ihnen die Rundhölzer zu teuer sind, können Sie auch Kanthölzer verwenden und die Ecken mit einem Abrundfräser abrunden. Ich empfehle hierfür Kanthölzer mit den Abmessungen 30 mm x 20 mm. Es geht aber auch mit anderen Größen. Das hat keinen Einfluss auf die weitere Vorgehensweise.

Kommen wir zu den Löchern in den Kanthölzern. Hier sind zwei Arten zu unterscheiden:

Die Löcher, an die die Querleisten (also die Rundhölzer) angeschraubt werden, bohren Sie mit einem Durchmesser von 6 mm durch. Anschließend die äußeren Seiten mit einem Kugelsenker ansenken, damit die Schraubenköpfe nachher nicht hervorstehen.

Die inneren Löcher des Fuß- und Rückenteils bohren Sie in zwei Stufen. Bohren Sie zunächst von der Unterseite mit einem 10 mm Bohrer 7 mm tief und dann mit einem 6 mm Bohrer komplett durch.

Achten Sie darauf, dass Sie die beiden Kanthölzer des jeweiligen Bauteils (also Rückenstützen und Fußteil) jeweils spiegelverkehrt bohren. Machen Sie es genau so, dass die Absenkung beim Zusammenschrauben jeweils außen liegt.

Schritt #3: Einölen der Holzteile

Dieser Schritt ist optional, aber da der Strandstuhl sicher im Freien verwendet werden soll, empfehle ich, die Holzteile einzuölen.

Streichen Sie dazu das Holz mit dem Öl satt ein und lassen Sie es für einige Zeit einwirken. Überschüssiges Holzöl entfernen Sie anschließend mit einem weichen Tuch. Jetzt ist das Holz vor Feuchtigkeit geschützt.

Schritt #4: Sitzfläche schneidern

Ich weiß nicht, wie fit Sie an der Nähmaschine sind, ich kann es jedenfalls nicht. Zum Glück ist meine Lebensgefährtin gelernte Schneiderin und für sie ist das überhaupt kein Problem.

Nehmen Sie die Stoffbahn und klappen Sie die beiden Seiten rund 3 cm um. Jetzt gut vernähen. An den beiden Enden benötigen Sie jeweils eine Schlaufe, durch die das Rundholz passt.

Dazu ein Rundholz anlegen, den Stoff drüberklappen, die Länge der nötigen Überlappung markieren und dann vernähen. Das war es auch schon. Jetzt können Sie sich wieder den Holzarbeiten widmen.

Schritt: #5 Zusammenbau des Strandstuhls

Im Prinzip besteht der Strandstuhl aus drei Teilen: Der Sitzfläche, dem Fuß und der Stütze.

Die Stütze, bestehend aus den Positionen ⑥ und ②, können Sie bereits mit zwei Senkkopfschrauben verbinden. Soll es etwas stabiler sein, einfach noch etwas Holzleim verwenden, dann kann sich später nichts verdrehen.

Sitzfläche und Fußteil müssen Sie zusammen montieren, da die Stoffbahn sowohl bei dem einen als auch bei dem anderen Teil eingefädelt werden muss. Wie das genau funktioniert, sehen Sie auf der Zeichnung.

Für die Lehne verbinden Sie die Positionen ① und ④. In das obere Rundholz fädeln Sie das obere Ende der Stoffbahn ein, bevor Sie die Teile verschrauben. Verleimen Sie die Teile zusätzlich.

Für das Sitzfläche verbinden Sie die Positionen ③ und ⑤. Auf der Vorderseite fädeln Sie das untere Ende der Stoffbahn ein, ehe Sie die Teile mit den Senkkopfschrauben verbinden. Verleimen Sie die Teile zusätzlich.

Verbinden Sie nun das Rückenteil mit der Sitzfläche. Verwenden Sie dazu die Zylinderkopfschrauben, Unterlegscheiben und Sicherungsmuttern. Hier darf natürlich kein Leim verwendet werden, dann sonst lässt sich die Liege später nicht zusammenklappen.

Im letzten Schritt schrauben Sie die Stütze an das Rückenteil. Verwenden Sie dazu die beiden verbliebenen Zylinderkopfschrauben, Unterlegscheiben und Sicherungsmuttern. Auch hier dürfen Sie kein Leim verbinden, damit die Teile beweglich bleiben.

Das war es auch schon – ihr neuer Strandstuhl ist einsatzbereit. Ob Sie ihn im eigenen Garten, im Freibad, am See oder am Meer verwenden, bleibt ganz Ihnen überlassen. Ich wünsche auf jeden Fall viel Spaß damit.

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