Aus wenigen Kanthölzern, fünf Rundhölzern und einer stabilen Stoffbahn lässt sich ein klassischer Strandstuhl selber bauen. Die Konstruktion ist vergleichsweise einfach: Rückenlehne, Sitzfläche und Stütze werden beweglich miteinander verbunden, sodass sich der Stuhl zusammenklappen lässt. Die Rückenlehne kann in vier Positionen eingestellt werden.
Hier finden Sie die benötigten Maße, die Materialliste und alle Arbeitsschritte für den Nachbau.

Strandstuhl selber bauen: Das benötigen Sie
Der Strandstuhl besteht im Wesentlichen aus drei Holzelementen:
- einer Rückenlehne
- einer Sitzfläche
- einer Stütze für die verstellbare Rückenlehne
Die Sitzfläche besteht aus stabilem Stoff, beispielsweise Markisenstoff. Für die Verbindungen kommen Senkkopf- und Zylinderkopfschrauben zum Einsatz.
Die wichtigsten Daten im Überblick:
- Rückenlehne: 1320 mm lang
- Sitzteil: 1000 mm lang
- Stütze: 530 mm lang
- vier Positionen für die Rückenlehne
- zusammenklappbare Konstruktion
- Rundhölzer: Ø 30 mm
- Stoffbahn vor dem Säumen: 1430 × 530 mm
Welches Holz eignet sich für den Strandstuhl?
Am angenehmsten lässt sich mit gehobeltem, möglichst geradem und astarmem Holz arbeiten. Insbesondere die beiden langen Holme der Rückenlehne sollten sich nicht deutlich verziehen.
Soll der Strandstuhl häufig im Freien stehen, spielt außerdem die Holzart eine Rolle. Für Gartenmöbel kommen beispielsweise Lärche, Douglasie oder dauerhaftere Laubhölzer infrage. Preisgünstiges Nadelholz lässt sich ebenfalls verwenden, benötigt aber einen entsprechenden Oberflächenschutz.
Unabhängig von der Holzart gilt: Der Strandstuhl sollte nicht dauerhaft der Witterung ausgesetzt sein. Eine trockene Lagerung verlängert seine Lebensdauer erheblich.
Materialliste für den Strandstuhl
Rückenlehne
| Pos. | Bauteil | Anzahl | Abmessungen |
|---|---|---|---|
| ① | Kantholz | 2 | 1320 × 45 × 20 mm |
| ④ | Rundholz | 2 | 520 × Ø 30 mm |
Sitzfläche
| Pos. | Bauteil | Anzahl | Abmessungen |
| ③ | Kantholz | 2 | 1000 × 45 × 20 mm |
| ⑤ | Rundholz | 2 | 480 × Ø 30 mm |
Stütze
| Pos. | Bauteil | Anzahl | Abmessungen |
| ② | Kantholz | 2 | 530 × 45 × 20 mm |
| ⑥ | Rundholz | 1 | 560 × Ø 30 mm |
Schrauben und Stoff
| Pos. | Material | Anzahl | Abmessungen |
| ⑨ | Senkkopfschrauben | 10 | 6,0 × 60 mm |
| ⑧ | Zylinderkopfschrauben | 4 | M6 × 35 mm |
| ⑧ | Sicherungsmuttern | 4 | M6 |
| ⑧ | Unterlegscheiben | 4 | M6 |
| ⑦ | Stoffbahn, z. B. Markisenstoff | 1 | 1430 × 530 mm |
Hinweis zur Stoffbreite: Das untere Rundholz ist nur 480 mm lang, die Stoffbahn zunächst jedoch 530 mm breit. Das ist Absicht: Die seitlichen Stoffkanten werden jeweils etwa 30 mm eingeschlagen und vernäht.

Die Materialliste der Strandliege als PDF-Download
Welche Werkzeuge werden benötigt?
Je nachdem, wie weit das Holz bereits vorbereitet ist, benötigen Sie:
- Säge oder Stichsäge
- Bohrmaschine oder Akkuschrauber
- 4,5-mm-Holzbohrer
- 6-mm-Holzbohrer
- 10-mm-Holzbohrer
- 30-mm-Forstnerbohrer
- Senker
- Schleifpapier oder Schleifmaschine
- eventuell Hobel, Feile oder Stechbeitel
- optional Oberfräse mit Abrundfräser
- Schraubenschlüssel für die M6-Muttern
- Schraubendreher beziehungsweise passende Bits
- Nähmaschine
Eine Oberfräse ist praktisch, aber nicht zwingend erforderlich. Die Rundungen an den Holzenden und die Aussparungen für die Verstellung lassen sich auch mit einer Stichsäge herstellen.
Schritt 1: Holzteile zusägen
Sägen Sie zunächst alle Kant- und Rundhölzer auf die in der Materialliste angegebenen Längen zu. Viele Holzhändler schneiden Kanthölzer bereits beim Kauf auf Maß. Das spart Arbeit und sorgt für saubere, rechtwinklige Schnitte.
Anschließend sollten Sie sämtliche Kanten leicht brechen beziehungsweise abrunden. Das verbessert nicht nur die Optik, sondern verhindert auch unangenehm scharfe Kanten am späteren Sitzmöbel.
Dafür eignen sich beispielsweise Hobel, Feile, Schleifpapier oder eine Oberfräse mit Abrundfräser.
Die Enden der Kanthölzer habe ich halbkreisförmig ausgeführt. Mit einer Oberfräse geht das besonders sauber. Alternativ zeichnen Sie den Halbkreis an, schneiden ihn mit der Stichsäge aus und schleifen die Schnittkante anschließend glatt.
Verwenden Sie keine bereits glatt gehobelte Ware, sollten Sie die Hölzer jetzt gründlich schleifen. Sägeraue Oberflächen sind bei einem Möbelstück, mit dem Haut und Kleidung ständig in Kontakt kommen, keine gute Lösung.
Aussparungen für die verstellbare Rückenlehne herstellen
Damit sich die Rückenlehne verstellen lässt, benötigt der Stuhl mehrere Aussparungen, in denen das Rundholz der Stütze aufliegt.
Bei diesem Strandstuhl sind vier Positionen vorgesehen.
Da das Rundholz einen Durchmesser von 30 mm besitzt, lassen sich die Aussparungen gut mit einem 30-mm-Forstnerbohrer herstellen. Bohren Sie damit jeweils ein halbes Loch in die Holmkante und öffnen beziehungsweise schrägen Sie die Aussparung anschließend zur Seite hin ab.
Falls kein Forstnerbohrer vorhanden ist, können Sie die Kontur auch anzeichnen und mit einer Stichsäge ausschneiden. Anschließend die Aussparungen sorgfältig schleifen.
Die Zeichnung zeigt die genauen Positionen der Bohrungen und Rastungen.

Schritt 2: Löcher bohren
Als Nächstes werden sämtliche Schraublöcher vorbereitet.
Rundhölzer vorbohren
Bohren Sie an beiden Stirnseiten aller fünf Rundhölzer mittig jeweils ein Loch:
- Durchmesser: 4,5 mm
- Tiefe: 45 mm
Das Vorbohren erleichtert das Verschrauben und reduziert das Risiko, dass das Holz an den Stirnseiten aufreißt.
Wer keine Rundhölzer verwenden möchte, kann alternativ auch schmale Kanthölzer nehmen und deren Kanten abrunden. Bei der hier beschriebenen Konstruktion sind Rundhölzer mit 30 mm Durchmesser vorgesehen.
Kanthölzer bohren
Bei den Kanthölzern gibt es zwei unterschiedliche Bohrungen.
Die Löcher für die Querhölzer werden mit einem Durchmesser von 6 mm vollständig durchgebohrt. Senken Sie anschließend die Außenseite an, damit die Köpfe der Senkkopfschrauben möglichst bündig mit der Holzoberfläche abschließen.
Die Bohrungen für die beweglichen Verbindungen zwischen Rückenlehne, Sitzteil und Stütze werden in zwei Stufen hergestellt:
- Von der Außenseite beziehungsweise Unterseite mit einem 10-mm-Bohrer etwa 7 mm tief bohren.
- Anschließend mit einem 6-mm-Bohrer vollständig durchbohren.
Die Vertiefung nimmt später Schraubenkopf beziehungsweise Mutter auf.
Achten Sie darauf, zusammengehörende Holme spiegelbildlich zu bohren. Die Vertiefungen müssen beim montierten Strandstuhl jeweils nach außen zeigen.
Schritt 3: Holz schleifen und ölen
Bevor Sie den Strandstuhl zusammenschrauben, sollten Sie alle Holzteile noch einmal kontrollieren und bei Bedarf nachschleifen. Nach der Montage kommen Sie an einige Stellen deutlich schlechter heran.
Da der Stuhl im Freien genutzt wird, empfiehlt sich anschließend eine geeignete Oberflächenbehandlung.
Tragen Sie das Holzöl nach Herstellerangabe auf. Überschüssiges Öl wird nach der vorgegebenen Einwirkzeit mit einem fusselfreien Tuch abgenommen.
Das Öl vermindert die Feuchteaufnahme und schützt die Oberfläche. Es macht das Holz jedoch nicht dauerhaft witterungsfest. Lassen Sie den Strandstuhl deshalb nicht unnötig lange im Regen stehen und lagern Sie ihn über längere Zeit möglichst trocken.
Wichtig: Mit Öl getränkte Lappen können sich unter ungünstigen Bedingungen selbst entzünden. Beachten Sie deshalb unbedingt die Entsorgungshinweise des Herstellers und lassen Sie ölgetränkte Tücher nicht zusammengeknüllt liegen.
Schritt 4: Stoff für die Sitzfläche nähen
Für die Sitz- und Rückenfläche eignet sich ein fester und möglichst strapazierfähiger Stoff. Ich habe Markisenstoff verwendet.
Ausgangsmaß der Stoffbahn:
1430 × 530 mm
Schlagen Sie zunächst beide langen Seiten um etwa 30 mm ein und vernähen Sie die Kanten sauber. Dadurch reduziert sich die endgültige Breite.
An beiden Enden benötigen Sie anschließend jeweils einen Tunnel, durch den später eines der Rundhölzer geschoben wird.
Am einfachsten bestimmen Sie die Größe direkt mit dem Rundholz:
- Rundholz auf den Stoff legen.
- Stoff um das Rundholz schlagen.
- Benötigte Überlappung markieren.
- Tunnel abstecken und vernähen.
Der Tunnel sollte groß genug sein, damit sich das Rundholz ohne Gewalt einschieben lässt, aber nicht unnötig locker sitzen.

Schritt 5: Strandstuhl zusammenbauen
Nun können die vorbereiteten Bauteile montiert werden.
Der Strandstuhl besteht aus:
- Rückenlehne
- Sitzteil
- Stütze
Stütze montieren
Verbinden Sie zunächst die beiden 530 mm langen Kanthölzer ② mit dem 560 mm langen Rundholz ⑥.
Dafür verwenden Sie zwei Senkkopfschrauben.
An dieser Verbindung kann zusätzlich Holzleim eingesetzt werden, da sie später nicht beweglich sein muss. Dadurch kann sich das Bauteil weniger leicht verwinden.

Rückenlehne zusammensetzen
Die Rückenlehne besteht aus den beiden langen Kanthölzern ① und den Rundhölzern ④.
Bevor Sie das obere Rundholz montieren, schieben Sie es durch den oberen Stofftunnel. Anschließend wird das Rundholz mit den beiden seitlichen Holmen verschraubt.
Auch diese festen Verbindungen können zusätzlich verleimt werden.
Sitzteil zusammensetzen
Das Sitzteil besteht aus den beiden Kanthölzern ③ und den beiden Rundhölzern ⑤.
Schieben Sie das vordere Rundholz zunächst durch den zweiten Stofftunnel. Danach können Sie es mit den seitlichen Holmen verschrauben.
Auch hier können die festen Holzverbindungen zusätzlich verleimt werden.

Sitzteil mit Rückenlehne verbinden
Jetzt verbinden Sie Rückenlehne und Sitzteil miteinander.
Dafür benötigen Sie:
- zwei Zylinderkopfschrauben M6 × 35 mm
- zwei Unterlegscheiben M6
- zwei Sicherungsmuttern M6
Ziehen Sie die Muttern nur so weit an, dass die Konstruktion sicher zusammengehalten wird, die beiden Teile aber weiterhin gegeneinander beweglich bleiben.
An dieser Verbindung darf kein Holzleim verwendet werden. Sonst lässt sich der Strandstuhl nicht mehr zusammenklappen.
Stütze befestigen
Im letzten Montageschritt verbinden Sie die Stütze mit der Rückenlehne.
Verwenden Sie dafür die beiden verbliebenen Zylinderkopfschrauben, Unterlegscheiben und Sicherungsmuttern.
Auch diese Verbindung muss beweglich bleiben und wird deshalb nicht verleimt.
Anschließend lässt sich das Rundholz der Stütze in eine der vier Aussparungen der Sitzholme einsetzen. Auf diese Weise stellen Sie die gewünschte Neigung der Rückenlehne ein.

Fertig: Der selbst gebaute Strandstuhl
Damit ist der Strandstuhl fertig. Die Konstruktion lässt sich zusammenklappen und die Rückenlehne in vier unterschiedlichen Positionen einstellen.
Vor dem ersten Einsatz sollten Sie noch einmal kontrollieren, ob sämtliche Schrauben fest sitzen, sich die beweglichen Verbindungen trotzdem frei bewegen und das Rundholz der Stütze sicher in den vorgesehenen Aussparungen aufliegt.
Dann steht dem Einsatz im Garten, auf der Terrasse oder am See nichts mehr im Weg.





Hi. Super Anleitung… aber, ist die Stütze (nr. 2) nun 37cm oder 53cm lang?
lg
Die Stütze ist 53 cm lang, den Fehler werde ich beheben, sobald ich aus dem Urlaub zurück bin
Guten Tag
Ich habe ein Problem.
Sie schreiben, die Stoffbreite soll 530 mm sein. Die Rundhölzer aber sind unten 480 mm und oben 520 mm. Also kann meines Erachtens nach der Stoff höchstens 480 mm breit sein.
Für eine Antwort und Ihre Bemühungen bedanke ich mich zum Voraus ganz herzlich.
Mit freundlichen Grüssen
René Calame
Hallo,
entschuldigen Sie, dass ich mich jetzt erst melde- Der Stoff muss vorher noch rechts und links umgeschlagen und vernäht werden, daher die größere Breite.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth