In den vergangenen Jahren hat sich in Sachen Badausstattung einiges getan – Badbeleuchtung inklusive. Zu einer perfekten Badplanung gehört stets auch die Lichtplanung. Hier erfahren Sie, auf was es darauf ankommt.

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Stimmungsvolle Badbeleuchtung

Lichteffekte mit großer Wirkung: Die passende Beleuchtung kann im Bad buchstäblich die Stimmung aufhellen (Foto: Paulmann)

Warum angenehmes Licht im Bad so wichtig ist

In der Regel beginnen wir den Tag im Badezimmer und beenden ihn dort auch wieder.  Und das häufig, wenn es draußen noch oder bereits wieder dunkel ist. Umso wichtiger ist eine geeignete Beleuchtung.

Licht hat einen größeren Einfluss auf unser Wohlbefinden als viele denken.  Ist es im Bad hell und freundlich, fühlen wir uns gleich viel wohler. Und können uns dabei auch besser schminken, stylen oder rasieren.  Umgekehrt gibt es aber auch Zeiten, in denen wir eher romantisches Licht haben möchten. Dann ist es gut, wenn die Badbeleuchtung beides kann.

Vergessen Sie außerdem nicht den Sicherheitsaspekt, den eine gute Badausleuchtung mit sich bringt. Wie schnell ist man auf einer feuchten, im Dunkeln nicht sichtbaren Stelle ausgerutscht und hat sich möglicherweise schwerer verletzt.

Die optimale Beleuchtungsstärke

Wie hell es in Ihrem Bad sein soll, ist natürlich eine Frage des persönlichen Empfindens. Der eine mag es etwas heller, der andere etwas dunkler. Dennoch gibt es ein Richtmaß, das liegt bei einer Grundbeleuchtung von etwa 300 Lux. Das entspricht 300 Lumen pro Quadratmeter.  Die Einheit „Lumen (lm) bezeichnet den Lichtstrom, die Einheit Lux (lx) die Beleuchtungsstärke.

Auf den heutigen Leuchtmitteln steht immer dabei, welchen Lichtstrom sie aussenden. So können Sie ganz leicht ausrechnen, wie viele Leuchtmittel Sie benötigen. Beispiel:  Für einen Raum mit einer Größe von acht Quadratmetern benötigen Sie Lampen, die zusammen 2400 Lumen besitzen.  Wie Sie das erreichen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Wie eingangs bereits geschrieben, ist das zudem nur die Empfehlung erfahrener Lichtplaner. Sie können das ganz nach Belieben handhaben.

Praktisch ist es, wenn sich das Licht im Bad dimmen lässt, dann können Sie selbst bestimmt, wie hell es gerade im Raum sein soll. Bei der  Verwendung von LEDs müssen Sie darauf achten, dass sich diese dimmen lassen.  Außerdem müssen mit dem verwendeten Dimmer kompatibel sein.  Hier sind die drei Lastfälle R, L und C möglich.

Hinweis: Die gute alte 40-Watt-Glühbirne hatte eine Lichtausbeute von etwa 410 Lumen, bei einer 60 Watt-Birne beträgt sie rund 700 Lumen.  LED-Leuchtmittel benötigen weniger Watt für den gleichen Lichtstrom. Eine 40-Watt-Glühbirne lässt sich durch eine LED-Lampe von 6-8 Watt, eine 60-Watt-Birne durch ein LED-Licht von 9-12 Watt ersetzen.

Weiterführende Informationen: Beleuchtung – das richtige Licht zum Wohnen

Welche Lichtfarbe?

Die Skala der Farbtemperaturen reicht von warmweiß über neutralweiß bis tageslichtweiß. Warmweißes Licht ist mit seiner gelben Farbe am gemütlichsten. Allerdings eignet es sich nicht so gut zum Schminken und Stylen.  Da ist dann ein neutral- oder tageslichtweißes Licht besser geeignet. Das lässt einen im Spiegel so erscheinen, wie man wirklich ist. Gelbes Licht schönt hingegen mehr. Was nach einer durchzechten Nacht sicher seine Vorteile besitzt – aber eben nicht generell.

Am besten ist es, eine gute Mischung einzuplanen, dann können Sie je nach Lust und Notwendigkeit, entweder warmweißes, neutralweißes oder tageslichtweißes Licht nutzen. Mittlerweile gibt es sogar Leuchten, bei denen sich die Lichtfarbe stufenlos verstellen lässt.

farbiges Licht im Badezimmer

LED-Farbwechsler setzen besondere Lichtakzente (Foto: Paulmann)

Das Spiel mit den Farben

Moderne LED-Technik macht es möglich, dass Lampen in allen erdenklichen Farben leuchten können. Solche LED-Farbwechsler können Sie in Ihre Badbeleuchtung integrieren. Lassen Sie zum Beispiel den Tag mit einem rot-orangen Licht beginnen, der an einen Sonnenaufgang erinnert. Und beenden sie ihn mit entspannenden Blautönen.

Wo wird Licht benötigt?

Wenn Sie sich Gedanken um die Badbeleuchtung machen, gibt es kein richtig oder falsch, eher brauch ich oder brauch ich nicht. Wichtig ist, dass Sie sich bereits im Zuge der generellen Badplanung für die gewünschte Beleuchtung entscheiden. Ist erst einmal alles gefliest und verputzt, lassen sich keine Elektroleitungen mehr verlegen. Zumindest nicht, ohne dabei etwas kaputt zu machen.

Mögliche Schwerpunkte über eine Grundbeleuchtung hinaus liegen zum Beispiel bei:

  • Waschbecken
  • Badewanne
  • Dusche
  • Toilette
  • Nische

Darüber hinaus gibt es viele weitere Möglichkeiten, für ein angenehmes Licht im Bad zu sorgen. Zum Beispiel mit einer indirekten Beleuchtung oder beleuchtete Whirlwannen, Duschen oder Regale.

Grundbeleuchtung im Bad

Einbauleuchten eignen sich perfekt für die Grundbeleuchtung im Bad (Foto: Paulmann)

Grundbeleuchtung

Für die Grundbeleuchtung haben sich gleichmäßig über den Raum verteilte Einbaustrahler bewährt. In kleinen Badezimmern reicht häufig auch eine einzelne Deckenleuchte aus.  Gibt es im Raum eine dunkle Ecke, empfiehlt es sich, dort ebenfalls Licht mit einzuplanen.

Wie viele Einbaustrahler Sie pro Quadratmeter benötigen, hängt von der Leuchtstärke der Lampen ab. Insgesamt sollten Sie auf die bereits erwähnten 300 Lumen pro Quadratmeter kommen.  Daraus ergeben sich dann die Abstände zwischen den einzelnen Leuchten.

Für eine gleichmäßige Helligkeitsverteilung sollten Sie auf gleiche Abstände zwischen den Einbaustrahlern achten. Ein Dogma müssen Sie daraus jedoch nicht machen. Wenn Sie spezielle Bereiche wie Dusche oder Nische besonders beleuchten wollen, können Sie das auch variabel handhaben.

Es ist auch nicht so, dass Sie unbedingt Einbauleuchten verwenden müssen. Diese haben den Nachteil, dass es dafür eine abgehängte Decke braucht, was zulasten der Raumhöhe geht.  Wobei es mittlerweile bereits LED-Einbaustrahler gibt, die mit einer Hohlraum-Tiefe von 30 Millimeter auskommen.

Kommen Einbauleuchten für Sie dennoch nicht in Frage,  können Sie problemlos Aufbauleuchten – also normale Deckenleuchten verwenden. Haben Sie hohe Decken, können außerdem Pendelleuchten oder gar ein Kronleuchter für schöne Momente im Bad sorgen.

Licht am Waschbecken

Die richtige Beleuchtung des Waschbeckens ist besonders wichtig, schließlich geht es hier ans Eingemachte – also gut aussehen oder nicht. Wobei es weniger um die Waschtischbeleuchtung geht als eher um den Spiegel, der darüber hängt. Spiegelbeleuchtung ist hier das Thema.

Hier gilt: Zwei Leuchten rechts und links des Spiegels leuchten das Gesicht gleichmäßig aus und minimieren die Schattenbildung. Kommt Licht nur von oben, wirft es unschöne Schatten ins Gesicht.  Optimal ist, wenn das Licht über die komplette Höhe des Spiegels geführt wird. Aber zwei Einzelleuchten tun es auch.

Die Beleuchtungsstärke sollte etwa 300 Lux in einem Abstand von 30 cm vor dem Spiegel betragen. Also dort, wo wir uns mit dem Kopf ungefähr bewegen. Die Lichtstärke lässt sich ganz einfach mit einem Luxmeter nachmessen. Sie können aber auch zwei Leuchtmittel verwenden, die zusammen 300 Lumen ausstrahlen.

Klar dürfen Sie eine Leuchte über dem Waschbecken platzieren.  Bei einem Unterschrank mit Schublade kann es jedoch auch nützlich sein, wenn die Lampen über dem Auszug platziert werden, also etwas in den Raum hinein versetzt montiert werden. So behalten Sie bei ausgezogener Schublade besser den Überblick.

Spiegelbeleuchtung

So sieht eine ideale Spiegelbeleuchtung aus (Foto: Paulmann)

Licht an der Badewanne

Bei der Beleuchtung der Badewanne kommt es weniger auf Helligkeit, sondern eher  darauf an, dass diese gemütlich und stimmungsvoll ist. Schließlich wollen wir uns normalerweise in der Wanne entspannen und wohlfühlen.  Also Spot aus und Stimmungslicht an.

Direkt über der Badewanne sollten Sie kein Licht einplanen, das könnte beim Baden blenden.  Wenn es nicht anders geht, dann achten Sie wenigstens darauf, dass sich das Licht dimmen lässt. So können Sie die Helligkeit runter regeln, während Sie in der Wanne liegen.

Seien Sie kreativ, was die Beleuchtung an der Badewanne angeht. Vielleicht soll es ein Sternenhimmel sein oder eine beleuchtete Nische. Oder Sie planen genügend Ablageflächen ein, auf die Sie Kerzen stellen. Das ist dann Romantik pur.

Wollen Sie in der Badewanne lesen, müssen Sie das natürlich berücksichtigen. Dann kann zum Beispiel eine Wandleuchte hilfreich sein. Ich persönlich nutze einen beleuchteten, wasserdichten E-Book-Reader. Da bin ich völlig unabhängig von der Badbeleuchtung.

Licht an der Dusche

Die Dusche ist häufig die dunkelste Stelle im Badezimmer. Doch das muss nicht sein. Es gibt genügend Leuchten, die auch im Spritzwasserbereich der Dusche verwendet werden dürfen. Doch dazu später mehr im Kapitel „Schutzklassen beachten“.

Licht ja, blenden nein – dieser Ratschlag gilt eigentlich immer, so auch in der Dusche. Strahlen Sie einfach die Wand an. Die Reflexion des Lichts erhellt die Dusche ausreichend. Insbesondere wenn Sie helle Fliesen für den Duschbereich nutzen. Bei schwarzer Keramik wird es etwas schwieriger. Wählen Sie dann Lampen mit diffuser Lichtverteilung.

Bei der Verwendung von Kopfbrausen müssen Sie darauf achten, dass Licht und Brause nicht miteinander in Konflikt geraten. Vermeiden Sie, dass die Brause nach der Montage einer Deckenlampe Schatten wirft.

Absoluter Luxus sind Kopfbrausen, bei denen bereits ein LED-Licht eingebaut ist. Manche davon strahlen sogar ein farbiges Licht ab. Und zwar in allen erdenklichen Farben. Perfekt für eine Farblichttherapie.

Licht an der Toilette

Braucht es wirklich ein Licht an der Toilette? Ich als eifriger Leser auf dem Klo sage ja dazu. Ok, ich nutze meist meinen Reader, doch ab und an lese ich dort auch Zeitschriften oder nehme ein Buch aus echtem Papier in die Hand.

Damit das Licht keinen Schatten auf die Lektüre wirft, sollte die Leuchte nicht direkt über der Toilette montiert werden, sondern etwas weiter in den Raum hinein. Wer das Licht separat ein- und ausschalten möchte, kann neben dem Klo einen Schalter einplanen.

Wer nur nachts den Weg zum WC besser finden möchte, kann es mit Bodenstrahlern probieren. Beachten Sie dabei jedoch, dass bei solch einem Licht knapp über dem Fußboden Ungenauigkeiten bei der Verarbeitung sehr viel deutlicher zu Tage treten. Andererseits erzeugen Bodenleuchten ein sehr angenehmes Licht, das ein ganz besonderes Raumgefühl entstehen lässt.

IP-Schutzart beachten

Ich habe jetzt ganz viel darüber geschrieben, wo überall Licht im Bad verwendet werden soll. Doch da gibt es ein kleines Problem – Strom und Wasser sind wie Hund und Katze, sie vertragen sich nicht wirklich gut miteinander.  Sie müssen ganz genau daher darauf achten, welche Leuchten Sie verwenden. Hier kommen dann die sogenannten IP-Schutzarten ins Spiel.

Der IP-Code wird mit zwei Zahlen angeben. Die erste Zahl beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Berührung, der zweite Wert die Dichtigkeit gegenüber Wasser und Feuchtigkeit. Je höher die jeweilige Zahl, desto besser ist der Schutz vor Eindringen.

Im Badezimmer gibt es verschiedene Schutzzonen, in denen nur Leuchten einer bestimmten IP-Klasse (oder besser) verwendet werden dürfen. Kritisch sind insbesondere die Bereiche rund um Badewanne, Dusche und Waschbecken.

Schutzzonen im Badezimmer

Schutzzonen im Badezimmer

Schutzart IP67

In der Dusch- oder Badewanne ist die höchste Schutzklasse angesagt – nämlich IP67. Solche Leuchten sind staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. Bei dauerhaftem Untertauchen wäre IP68 notwendig. So wie bei einer Pool- oder Teichbeleuchtung.

Schutzart IP65

Über der Dusche und Badewanne ist bei zu einer Höhe von 2,25 Metern die Schutzart IP65 angesagt. Lampen mit diesem Code sind vor dem Eindringen von Staub und Strahlwasser geschützt. Es passiert also nichts, wenn Sie den Brausestrahl kurz auf die Leuchte halten.

Schutzart IP44

An die IP65-Zone schließt sich die IP44-Zone an. Sie ist 60 cm breit und verläuft rund um die Dusche und Badewanne. Außerdem noch rund um die Waschtischarmatur.  Lampen mit der Schutzart IP44 sind gegen allseitiges Spritzwasser geschützt.

Schutzart IP21

Im übrigen Badezimmer können Sie sich hinsichtlich der Leuchtenwahl  fast ganz frei entfalten. Die Lampe muss nur vor Tropfwasser geschützt sein und die Schutzklasse IP21 besitzen.

Vorsicht Strom

Zum Abschluss noch ein Sicherheitshinweis: Das Arbeiten mit Strom ist gefährlich. Schon manch einer ist an einem Stromschlag gestorben. Wenn Sie nicht genau wissen, was Sie tun, lassen Sie besser einen Fachmann ran.

Generell gilt: Ein FI-Schalter ist seit 1984 für alle Räume mit Badewanne oder Dusche Pflicht. Bei Altbauten fehlt er mitunter, hier sollten Sie unbedingt eine Nachrüstung in Angriff nehmen, denn ein FI-Schutzschalter kann Leben retten. Fällt ein Elektrogerät in die mit Wasser gefüllte Wanne unterbricht er den Stromkreis.

 

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