Die Fliesen stammen aus den 80ern und das Klo kommt noch in moosgrün daher? Dann wird es Zeit für ein neues Badezimmer. Doch guter Rat ist teuer und ein Bad erst recht. Bei uns erfahren Sie, wie Sie bei der Badsanierung richtig Geld sparen.

Neues Badezimmer Farbe

Seien Sie ruhig mutig bei den Farben in Ihrem neuen Bad. Foto: epr/Villeroy&Boch

Die besten Tipps für ein günstiges Badezimmer

Wer sein Bad von Grund auf neu machen möchte, muss mit Kosten im fünfstelligen Bereich rechnen. Elektriker, Fliesenleger, Schreiner, Maler und Sanitärhandwerker wollen alle Geld – und das meist nicht zu knapp. Dazu kommt die Hardware – also die Sanitärgegenstände, Lampen, Fliesen oder neue Rohre und Heizkörper. Hier kann es richtig teuer werden, sind die Unterschiede zwischen Standardbad und Luxusbad doch erheblich. Mit einigen Tipps und Tricks laufen die Kosten für das neue Bad nicht aus dem Ruder:

1. Ist eine Badvergrößerung notwendig?

Richtig teuer wird der Badumbau, wenn Sie das Badezimmer vergrößert wollen – also zwei Räume zusammengelegt werden. Hier benötigen Sie zusätzlich einen Fachmann, der Ihnen die Statik berechnet und einen Maurer, der Ihnen die Wand einreißt, dazu vielleicht noch einen Schreiner, der Ihnen neue Fenster und Türen einbaut. Wer aufs Geld achten muss, sollte daher besser die alte Badezimmergröße beibehalten und lieber etwas mehr in die Ausstattung investieren, damit es dort gemütlich wird. Professionelle Badplaner können auch aus kleinen Bädern richtige Wellnessoase zaubern.

2. Selbermacher sind klar im Vorteil

Wie sieht es mit Ihrem handwerklichen Geschick aus? Selbermacher können beim Umbau des Badezimmers jede Menge Geld sparen. Wer Fliesen legen kann oder sich mit Elektrik auskennt, ist hier klar im Vorteil. Ein Fachhandwerker verlangt rund 60 Euro für eine Arbeitsstunde – und es fallen bei einem Badumbau jede Menge Stunden an. Aber auch Heimwerker mit zwei linken Händen können zumindest beim Rausschlagen der alten Fliesen und Entfernen der alten Sanitärausstattung behilflich sein. Auch bei den Malerarbeiten können Sie nicht viel kaputt machen.

Doch Vorsicht ist geboten: Überschätzen Sie sich in Ihren Fertigkeiten, wird es doppelt teuer. Zum Beispiel, wenn der Handwerker erst einmal Ihren Pfusch beseitigen muss, bevor er seine eigentliche Arbeit aufnimmt.

3. Seien Sie konservativ beim Grundriss

Wer den bisherigen Grundriss komplett auf links drehen möchte, muss ebenfalls mit zusätzlichen Kosten rechnen. Es braucht dann zum Beispiel einen neuen Abfluss für die Toilette oder neue Abwasserleitungen für Badewanne, Waschbecken und Dusche. Das geht mit modernen Vorwandelementen zwar relativ komplikationslos, doch teurer wird es dadurch schon. Da ist es günstiger, die bisherige Aufteilung beizubehalten und über die eine oder anderen nicht ganz ideale Anordnung hinwegzusehen. Denken Sie dann an das Geld, das Sie einsparen und schon geht es Ihnen besser.

neues Badezimmer Badewanne

Ein helles Badezimmer entlastet Ihre Stromrechnung. Foto: epr/Rigips

4. Bodengleiche Duschen als Kostenfalle

Eine bodengleiche Dusche kann ebenfalls zur Kostenfalle werden, insbesondere wenn es die baulichen Gegebenheiten es eigentlich nicht hergeben, dort eine Walk-In-Lösung zu realisieren. Gründe dafür gibt es reichlich. So ist es in der ersten Etage eines Altbaus zum Beispiel wegen zu geringer Höhe des Bodenaufbaus häufig schwierig, den Duschablauf zu realisieren. Oder es muss erst der Estrich großflächig entfernt werden, um das nötige Gefälle zum Ablauf zu bekommen. Wer es nicht unbedingt barrierefrei braucht, fährt dann mit einer flachen Duschtasse besser.

5. Muss es unbedingt eine Designerwanne sein?

Wie eingangs bereits erwähnt, können Sie bei der Sanitärausstattung richtig viel Geld liegen lassen. Doch braucht es unbedingt eine Designerwanne oder Designerarmatur? Die meisten Hersteller haben Serien in Ihrem Sortiment, die nicht ganz so teuer sind, aber in Sachen Qualität den teuren, weil vielleicht von einem angesagten Designer entworfenen Produkten in nichts nachstehen. Lassen Sie sich von Ihrem Handwerker Alternativen zeigen – Sie müssen nicht unbedingt alles nehmen, was Ihnen der Sanitärmensch vorschlägt.

neues Badezimmer bodengleiche Dusche

Verzichten Sie im neuen Bad nicht auf Wohnlichkeit. Foto: epr/Villeroy&Boch

6. Im Internet kaufen spart Geld

Beim Kauf der Sanitärprodukte im Internet können Sie ebenfalls jede Menge Geld einsparen. Doch Vorsicht: Fragen Sie vorher den Sanitärinstallateur Ihres Vertrauens, ob er Ihnen die „fremde“ Ware einbaut. Viele Handwerker weigern sich, die im Internet bestellten Produkte zu verwenden. Denn eigentlich wollen sie damit zusätzlichen Reibach machen, bzw. es ist Teil der Kalkulation, dass sie bei Badewanne, Armatur und Co. mitverdienen.

Tipp: Eventuell können Sie mit Ihrem Sanitärmeister einen Deal machen – Sie zahlen ihm einen höheren Stundenlohn und er baut Ihnen die im Onlineshop gekauften Produkte ein. So profitieren beide davon.

7. Erst vergleichen, dann kaufen

Bevor Sie beim erstbesten Angebot zuschlagen, sollten Sie unbedingt vergleichen. Das ist heutzutage wesentlich einfacher als früher. Damals mussten Sie sich dank dreistufigem Vertriebsweg darauf verlassen, was Ihnen der Handwerker an Preisen genannt hat. Heute haben Sie das Internet und die meisten Baumärkte verfügen ebenfalls über ein breitgefächertes Sortiment für das Badezimmer.

Keine Angst vor dem Gang in den Baumarkt: Dort finden Sie ebenfalls einiges an Markenware. Große Marken wie Hansgrohe oder Grohe sind dort längst erhältlich. Und selbst die Eigenmarken der Baumärkte werden häufig von bekannten Herstellern produziert.

8. Kosten sparen dank sorgfältiger Planung

Machen Sie sich unbedingt vor dem Umbau einen konkreten Sanierungsplan. Schreiben Sie auf, was Ihnen bei Ihrem alten Bad stört und was Sie unbedingt haben möchten. Brauchen Sie mehr Ablageflächen? Soll es eine barrierefreie Dusche sein? Wollen Sie einen Whirlpool integrieren? Wenn Sie unsicher sind: Scheuen Sie sich nicht vor einer professionellen Badplanung. Diese kostet natürlich Geld, von dem Sie wenig zu Verfügung haben. Doch ein Badplaner weiß, wo Fallen lauern und hilft Ihnen, teure Fehler zu vermeiden.

Der Tipp von bauredakteur.de: Für die meisten unter uns ist solch ein Badumbau absolutes Neuland. Investieren Sie daher lieber rund 200 Euro in eine Badplanung vom Fachmann.

9. Verzichten Sie auf die Badewanne

Sie baden nur zweimal im Jahr und das nur, weil Sie eine Erkältung haben und diese rausschwitzen möchten? Unser Rat: verzichten Sie auf die Badewanne. Sie nimmt nur sehr viel Platz weg und ist vergleichsweise teuer. Eine Walk-In Dusche mit Regenbrause hat einen ähnlichen Wellnesseffekt und Sie benötigen wesentlich weniger Wasser. Die Entscheidung gegen die Wanne ist daher eine Entscheidung für die Umwelt und für Ihr Portemonnaie. Und das nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft.

10. Sparen Sie nicht an den falschen Ecken

Ein Badezimmer hat eine durchschnittliche Lebenszeit von 20 Jahren. Und das, obwohl bei einem Feuchtraum außergewöhnliche Belastungen einwirken. Badmöbel und andere Sanitärgegenstände sind regelmäßig eine hohen Feuchtigkeit ausgesetzt. Damit die gewünschte Lebensdauer erreicht wird, sollten Sie beim Kauf unbedingt auf Qualität setzen. Manch billiger Badschrank vom Discounter geht bereits nach ein, zwei Jahren völlig aus dem Leim. Das wird auf Dauer dann doch recht teuer. Dann lieber einmal was „Gescheites“ kaufen und dann für viele Jahre Ruhe haben.

rutschhemmende Fliesen neues Bad

Verzichten Sie im neuen Bad keinesfalls auf rutschhemmende Fliesen. Foto: epr/cero

11. Augen auf beim Fliesenkauf

Fliesen sind natürlich praktisch, weil pflegeleicht und robust. Sie sind aber auch teuer – sowohl was das Material betrifft als auch den Einbau. Überlegen Sie sich genau, was Sie für den Quadratmeter Fliese ausgeben möchten – eher 30 Euro oder doch 100 Euro und mehr. Da kommt bei durchschnittlich 30 Quadratmetern verfliesbarer Fläche (Wand und Boden) doch einiges an Einsparpotenzial zusammen. Fliesen legen ist eine zeitaufwändige und damit teure Arbeit – überlegen Sie daher genau, ob Sie das komplette Bad gefliest haben möchten. Oft reicht es aus, den Boden und zusätzlich noch rund um die Badewanne oder die Dusche zu fliesen. Der Rest wird zum Beispiel verputzt und gestrichen.

12. Denken Sie vorausschauend

Denken Sie beim Einkauf der Badausstattung bereits an zukünftige Kosten. Wassersparende Armaturen am Waschbecken oder in der Dusche entlasten Ihr Portemonnaie ebenso wie Spülkästen, die weniger Wasser pro Spülgang benötigen. Sparen können Sie auch, wenn Sie zu Waschbecken, Duschen oder Badewannen mit beschichteter Oberfläche greifen, denn sie lassen sich wesentlich schneller und mit weniger Putzmitteln reinigen. Auch Technologien wie spülrandfreie Toiletten sind pflegeleichter als herkömmliche WCs.

Das Fazit: Wer vorausschauend plant und kauft, spart Zeit und Geld.