Fliesen sind nach wie vor das beliebteste Material für die Wand- und Bodenverkleidung – selbst in modernen Bädern. Die Zeit ist allerdings nicht stehengeblieben. War früher die Auswahl an Farben und Formaten eher begrenzt, so können Sie heute aus dem Vollen schöpfen. Es gibt praktisch nichts, was es nicht gibt. Die aktuellen Trends in Sachen Fliesen fürs Bad habe ich einmal für Sie zusammengestellt.

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Rutschhemmende Bodenfliesen müssen es im Bad sein (Foto: epr/cero-epr.de)

Große Fliesen

Fliesen in XXL liegen voll im Trend – 60 x 60 Zentimeter, Tendenz steigend. Es gibt sogar bereits Fliesen mit einer Kantenlänge von drei Metern oder mehr. Damit lassen sich nahezu fugenlose Badezimmer realisieren.

Aber warum sind große Fliesen so beliebt im Bad? Ganz einfach. Sie vermitteln Weitläufigkeit und sind zudem einfacher zu reinigen, weil es weniger Fugen gibt. Etabliert haben sich Fliesen der Größe 60 x 60 für den Boden und 45 x 90 für die Wand.

XL-Fliesen eignen sich für sämtliche Bereiche und Anwendungen, sie lassen sich sogar auf bestehenden Fliesen verlegen. Wichtig ist vor allem eine perfekte Verarbeitung für ein homogenes Verlegebild.

Kommen kalibrierte Fliesen zum Einsatz, können die Fugen ganz schmal gehalten werden. Das wirkt besonders elegant. Helle großformatige Fliesen lassen kleine Bäder größer wirken.  Besonders gut kommen sie bei Badezimmern mit begehbarer Dusche.

Auch kleinformatige Fliesen können modern sein (Foto: epr/Tile of Spain/Tecniceramica)

Mosaikfliesen

Auch wenn der Trend bei Fliesen zu immer größer geht – die kleinen Mosaikfliesen sind nicht tot zu kriegen. Für eine großflächige Verlegung eignen sie sich zwar nicht, aber es lassen sich mit ihnen tolle Akzente setzen – zum Beispiel als umlaufende Bordüre oder für den Bereich hinter dem Waschbecken.

Mosaikfliesen gibt es in den verschiedensten Größen, Farben und Materialien. Beliebt sind zum Beispiel Glasfliesen oder Naturstein-Mosaikfliesen.  Bei letzteren können Sie zum Beispiel zwischen Flusskieselmosaiken oder Fliesen aus Granit, Marmor oder Schiefer wählen. Auch in Metalloptik sind die kleinen Fliesen erhältlich.

In der Regel sind die Mosaikfliesen auf einer Netzmatte verklebt, das macht das Verlegen vergleichsweise einfach. Dank des hohen Fugenanteil sind sie besonders rutschfest, weshalb sie sich gut für die Dusche eignen.

Dekorfliesen

Dekorfliesen sind nicht mehr ganz der Hit, der sie früher einmal waren. Viele Hersteller bieten sie dennoch weiterhin als Ergänzung zu den unifarbenen Fliesen an. Mit ihnen können Sie im Bad Akzente setzen, wenn Ihnen eine einfarbige Wand oder ein einfarbiger Boden zu trist erscheinen.

Die Vielfalt an Dekorfliesen ist enorm. Es gibt sie mit floralen oder abstrakten Mustern,  in maritimen oder mediterranen Designs. Auch antike Muster sind denkbar. Mit Dekorfliesen sind umlaufende Bordüren denkbar, aber auch einzelne Einleger in Boden oder Wand.

Terrakotta-Fliesen

Bei Terrakotta-Fliesen handelt es sich um unglasierte Fliesen, die eine große Offenporigkeit aufweisen. Das hat seine Vor- und Nachteile. Offenporige Fliesen tragen zur natürlichen Regulierung der Luftfeuchtigkeit bei, sind andererseits aber auch recht fleckempfindlich. Der Boden ist daher recht pflegeintensiv und sollte gut versiegelt sein. Die Versiegelung muss zudem regelmäßig aufgefrischt werden.

Terrakotta-Fliesen besitzen einen mediterranen und zugleich warmen Look. Das macht sie äußerst beliebt und zeitlos. Es gibt sie in den verschiedensten Farbtönen von Beige bis Rotbraun – was relativ Terrakotta-typisch ist. Die Fliesen passen gut in eine rustikale Umgebung. Kombinieren lassen sie sich mit Farben wie Weiß, Beige oder Lindgrün.

Beachten Sie, dass Terrakotta mit der Zeit eine Patina entwickelt, das ist kein Mangel, sondern wertet die Fliese auf.

Spanische Fliesen in Zementoptik (Foto: epr/Tile of Spain/Vives)

Fliesen in Zementoptik

In Marokko werden Sie nach wie vor aus Zement und in Handarbeit hergestellt. Es gibt sie aber auch aus Feinsteinzeug und bedruckt: Fliesen in Zementoptik sind der absolute Trend – nicht nur im Badezimmer. Vier Fliesen ergeben hierbei ein in der Regel florales Muster, das immer wieder kehrt. Was die Farbgebung angeht, sind mediterrane Farben wie blau, braun, beige oder grün besonders beliebt.

Mit Zementoptikfliesen lassen sich einzelne Bereiche akzentuieren oder komplette Wände oder Böden damit verkleiden. Häufig findet man „Fliesenteppiche“ in Zementoptik – zum Beispiel in der Dusche oder als Fliesenspiegel. Auch Waschtische lassen sich mit den farbenfrohen Fliesen aufwerten und zu besonderen Hinguckern machen.

Fliesen in Holzoptik

Sie lieben Holz, scheuen sich aber wegen der Feuchtigkeit davor, es im Badezimmer zu verwenden? Kein Problem für Fliesen in Holzoptik. Die sehen heutzutage wirklich täuschend echt aus und besitzen manchmal sogar die typische Holzstruktur. Es gibt aus dieser Sicht keine Ausreden mehr, zumal Fliesen im Holzlook häufig günstiger sind als vergleichbare Böden aus echten Hölzern wie Mahagoni, Walnuss oder Kirsche.

Ein Fliesenboden in Holzoptik passt gut zum Landhaus- oder Chabby-Chic-Stil, eignet sich aber auch bestens für moderne Badezimmer. Ob hell oder dunkel – es lassen sich im Prinzip alle Holzarten als Fliesendekor imitieren. Es gibt sie in Holzplanken-Optik, im Fischgrätmuster oder im Verband verlegt wie bei Parkett.

Glänzende Wandfliesen mit hellen Fliesen in Holzoptik (Foto: epr/Tile of Spain/Mayolica)

Fliesen in Metalloptik

Fliesen in Metalloptik verleihen dem Badezimmer einen ganz besonders luxuriösen Glanz. Wobei richtig glänzend sind nicht alle Metallfliesen, viele besitzen eine matte Oberfläche oder erinnern an rostiges Eisen. Es gibt aber auch welche in Gold, Silber oder Aluminium. Diese hochglänzenden Fliesen eignen sich eher für einzelne Akzente, oder wollen Sie Ihr Bad großflächig mit goldenen Fliesen versehen?

Mit hellen Metallfliesen lassen sich durchaus komplette Räume verfliesen. Bei dunklen Fliesen in Metalloptik sollten Sie allerdings aufpassen, dass das Bad nicht zu duster wirkt. Kombinieren Sie hier besser mit hellen Metallfliesen oder Wandfliesen in Weiß oder Creme. Mit einem Boden in Holzoptik sollten Sie Metalloptiken besser nicht kombinieren. Mit einem dezent gezeichneten Betonboden ist es hingegen in Ordnung.

Fliesen in Betonoptik

Modernes Design und Beton gehören ganz unweigerlich zusammen, klar sind dann auch Fliesen in Betonoptik erhältlich. Das ist gar nicht so eintönig, wie es den Anschein macht, denn die Fliesen sind in den unterschiedlichsten Farben erhältlich. Klar dominieren die Grautöne, doch auch erdige und bräunliche Oberflächen in Betonoptik sind erhältlich.

Fliesen in Betonoptik sind inspiriert vom charakteristischen Look typischer Industrieböden oder Sichtbeton-Wänden. Sie erzeugen wahlweise eine coole Loft-Ästhetik oder verleihen ein urbanes Flair. Auch in Altbauten machen Sie eine gute Figur als Contrapunkt zu offenem Mauerwerk oder Stuckdecken.  Im Prinzip eignen sich die Fliesen für alle Arten von Badezimmern.

Fliesen in Betonoptik kombiniert mit ornamentalen Wandfliesen (Foto: epr/Tile of Spain/Roca)

Fliesen in Natursteinoptik

Naturstein hat im Badezimmer eine lange Tradition, bereits die alten Römer statteten ihre Waschräume mit Marmor aus. Zumindest das Flair des Naturmaterials holen Sie sich mit Fliesen in Natursteinoptik ins Bad. Und profitieren zudem von den meist technisch überlegenen Eigenschaften von Keramik. Die meisten Natursteine sind bei weitem nicht so robust und pflegeleicht wie Fliesen.

Fliesen in Steinoptik sind in den verschiedensten Größen und Farben erhältlich. Zum Beispiel als täuschend echte Nachbildung von Marmor, Granit, Schiefer, Travertin oder Sandstein. Die Fliesen ähneln nicht nur optisch ihren Vorbildern aus der Natur, auch die Struktur wird nachgeahmt. Diese Unebenheit macht es mitunter schwieriger, einen Fliesenverband zu legen, da es zu unschönen „Überzähnen“ kommen kann.

Fliesenfarben

Sie wissen nun einiges über die verschiedenen Fliesenmaße und Fliesendekore – kommen wir nun zu den Fliesenfarben. Wie lassen sie sich kombinieren und wie besser nicht? Hier erfahren Sie es:

Rote Fliesen

Rot sorgt für Aufmerksamkeit, das ist klar. Die Farbe sollte jedoch trotzdem nur wohldosiert zum Einsatz kommen. Kombinieren Sie rote Fliesen mit weniger aufregenden Farben wie Weiß, Beige oder Grau. Auch als dritte Farbe zur klassischen Schwarz-Weiß-Kombination passen sie sehr gut. Auch verschiedene Rottöne als Ton-in-Ton-Fliesen oder Mosaikfliesen sind denkbar.

Gelbe Fliesen

Gelbe Fliesen bringen die Sonne in Ihr Badezimmer. Die Farbe ist vielleicht etwas ungewöhnlich, aber dennoch nicht unmöglich. Setzen Sie einzelne Akzente und denken Sie daran: Gelb ist nicht gleich Gelb. Als Pastellfarbe harmonisiert die Farbe sehr gut zu Weiß, als dunkle Ockerfarbe strahlt sie sehr viel Ruhe aus. Generell sollten Sie im Badezimmer aber eher zu den helleren Farbtönen greifen und diese ganz gezielt einsetzen.

Schwarze Fliesen

Schwarz ist eine klassische und überaus elegante Farbe, allerdings wirkt sie auch erdrückend, wenn zu viel davon verwendet wird. Größere Flächen sollten Sie daher im Bad nicht mit schwarzen Fliesen verkleiden. Prinzipiell lässt sich Schwarz mit allem kombinieren, klassisch ist allerdings eine Kombination mit Weiß. Denken Sie nur an das Schachbrettmuster.

Weiße Fliesen

Wer es klassisch im Bad mag, der greift zu weißen Fliesen. Allerdings lassen sich damit keine großartigen Akzente setzen, die müssen von anderer Stelle kommen. Zum Beispiel mit Hilfe von Bordüren. Aber vielleicht mögen Sie es so zurückhaltend. Jeder so, wie er es mag. Bedenken Sie allerdings, dass Sie auf weißen Fliesen jeden Krümel sehen.

Graue Fliesen

Graue Fliesen sind die neuen Stars im Badezimmer. Kaum eine Farbe lässt sich so vielfältig kombinieren und ist selbst so vielseitig. Da gibt es zum einen die warmem Grautöne mit hohem Braunanteil, zum anderen aber auch die kalten Grautöne mit hohem Anteil an Blau. Außerdem sind von Hell- bis Dunkelgrau sämtliche Farbschattierungen erhältlich.  Sie können graue Fliesen problemlos mit verschiedenen Holztönen oder kräftigen Farben kombinieren.

Braune Fliesen

Braune Fliesen stehen als Synonym für altbacken. Das ist allerdings ein schlimmes Vorurteil und stammt aus Zeiten, als diese wirklich noch ziemlich hässlich waren. Heute gibt es sie in allen möglichen Helligkeitsstufen und Dekoren. Gut passen braune Fliesen zum Beispiel zu weißen oder grauen Badmöbeln. Sind die Fliesen deutlich heller oder dunkler, lassen sie sich auch mit Badmöbeln in Holzoptik kombinieren.

Blaue Fliesen

Je nach gewählter Nuance, können blaue Fliesen ganz unterschiedliche Farbwirkungen erzielen. Soll es ein kräftiges Königsblau oder ein sanftes Pastellblau sein? Wegen ihrer farblichen Nähe zu Wasser passen die Fliesen sehr gut ins Badezimmer. Insbesondere die hellen Farbtöne wirken äußerst ausgleichend auf uns, dunklere Blautöne haben eine einladende Wirkung.

Grüne Fliesen

Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung – bei manchen Grüntönen in älteren Badezimmern sollte man das kaum glauben. Es geht aber auch moderner.  Mosaikfliesen können zum Beispiel einen grünen Grundschein erhalten, der von neutraleren Farben wie Weiß oder Beige optisch verdünnt wird. Lebendig wirken Flächen, bei denen Gelb und Grün kombiniert wurde. Verwenden Sie helle Grüntöne müssen Sie aufpassen, dass sie nicht von dunklen Einrichtungsgegenständen dominiert werden.

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