Wie alt ist Ihr Bad? 20 Jahre? 30 Jahre? Damit befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Da ist es doch gut, dass Sie es damals nicht nach dem letzten Schrei ausgestattet haben. Zeitlose Badezimmer liegen immer im Trend. Hier erfahren Sie, auf was Sie beim Einrichten achten müssen.

Grau und Weiß sind gute Farben für ein zeitloses Bad (Foto: Villeroy & Boch)

Was bedeutet zeitlos?

Eigentlich sagt der Name bereits alles – zeitlos – hier geht es um Dinge, deren Optik den geschmacklichen Wandel überdauert. Gutes Design ist langlebig, es vermeidet modisch zu sein und wirkt deshalb nie antiquiert.

Wandfarben lassen sich einfach überstreichen, wenn sie nicht mehr gefallen. Bei Fliesen im Badezimmer oder bei der Sanitärkeramik ist das anders. Hier sollten Sie sicher sein, dass sie Ihnen auch in 10, 15 Jahren noch gefallen.

Der Chefdesigner Dieter Rams von Braun hat einmal gesagt: „Gutes Design ist so wenig Design wie möglich“.  Das mag zunächst einmal nicht so spektakulär sein wie eine abgefahrene Badewanne oder ein außergewöhnliches Waschbecken. Auf lange Sicht werden Sie aber froh sein, sich für eine „sichere“ Lösung entschieden zu haben.

Funktionalität gewinnt

Design bekommt nur dann den Stempel „zeitlos“ aufgedrückt, wenn es funktional ist. Nur schön aussehen reicht nicht. Das gilt natürlich insbesondere auch für das Badezimmer. Wenn es unpraktisch im Gebrauch ist, werden Sie nicht lange damit Freude haben.

Denken Sie dabei immer auch 10, 15 Jahre voraus. Sind Sie dann bereits in einem Alter, wo es das eine oder andere Zipperlein geben kann? Eine ebenerdige Dusche, Haltegriffe und genügend Bewegungsfläche stellen die Funktionalität des Bades auch für die Zukunft sicher. Hier erfahren Sie mehr über seniorengerechte Badezimmer.

Prinzipiell lässt sich natürlich erst nach einigen Jahren sagen, ob ein Design wirklich zeitlos ist. Wenn viele Menschen das Produkt für gut befunden haben und es weiter fleißig kaufen. Fünf Aspekte haben zeitlose Produkte jedoch gemeinsam:

  • Sie verzichten auf Schnickschnack
  • Sie konzentrieren sich auf das Wesentliche
  • Sie sind zu 100 Prozent gebrauchstauglich
  • Sie punkten durch Langlebigkeit
  • Sie verrichten unaufdringlich ihren Dienst

Abseits der Funktionalität hat die Optik natürlich ebenfalls immer einen Einfluss darauf, ob wir etwas als zeitlos oder nicht betrachten. Denken Sie an die Fliesen, Badewannen, Toiletten oder Waschtischen aus den 70er und 80er-Jahren. Diese Farben waren echt kein Beispiel für zeitloses Design.


Villeroy & Boch Finion

Zeitlose Badmöbel, zeitlose Farben (Foto: Villeroy & Boch)

Einfluss des Bauhaus-Designs

Wenn Sie sich die fünf Aspekte des zeitlosen Designs anschauen, werden Sie starke Parallelen zum Baushaus-Stil feststellen. Der Stil ist in seiner Einfachheit und Klarheit quasi ein Musterbeispiel für zeitlos.

Das gilt aber nur für den Blick zurück. Damals war das Bauhaus-Design etwas völlig Neues und noch nicht Dagewesenes. Die Designer trugen der zunehmenden Industrialisierung Rechnung – unter Verwendung industrieller Materialien wie Stahl oder Glas. Alles war auf eine günstige Massenproduktion ausgelegt.

Die Designer von heute haben hier ganz andere Möglichkeiten. Nehmen wir zum Beispiels LEDs. Sie nehmen bei weitem nicht so viel Platz weg wie die Glühbirnen von einst. Es sind daher filigranere Designs möglich. Schnörkel müssen heute auch nicht mehr mit der Hand geschnitzt werden – 3D-Fräsen erledigen diese Arbeit in Perfektion.

Kurz gesagt: Der Bauhaus-Stil hat einen dicken Pflock in die Designgeschichte geschlagen, aber was die Zukunft bringt, wissen wir nicht. Was heute als außergewöhnlich und neu gilt, kann bereits in wenigen Jahren das Siegel „zeitlos“ tragen.

Die richtigen Farben wählen

Moosgrün, Bahamabeige oder Bermudablau – das waren die Farben der 70er und 80er Jahre. Als zeitlos dürfen sie allerdings nicht gelten. Heute will keiner mehr die Fliesen oder Badkeramik aus dieser Zeit sehen.  Wenn Sie ein zeitloses Badezimmer planen, sollten Sie daher ganz besonders auf die Farben achten.

Schwarz und Weiß

Zeitlose, weil klassische Farben sind Schwarz und Weiß. Gerne auch in Kombination. Dieser Trend stammt aus den 1920er Jahren – der Zeit von Art-Déco. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Boden im Schachbrettmuster? Oder einem floralen Muster aus antiken Zementfliesen in Schwarz und Weiß? Ein zeitloser Hingucker: schwarze Badkeramik vor weißem Hintergrund.

Farbig ja, aber Vorsicht

Wenn es farbig und trotzdem zeitlos sein soll, sind abgetönte Farbtöne besser geeignet als kräftige Modetöne. Eine zarte hellblaue Nuance sorgt für Harmonie und Entspannung. Daran haben Sie sich auch 10 Jahren nicht totgesehen. Wenn es ein kräftiger Farbton wie Rot oder Türkis sein soll, dann verwenden Sie ihn am besten für Handtücher oder Accessoires.


Grau geht immer

Grau in all seinen Schattierungen ist ebenfalls eine zeitlose Farbe. Mit einem bräunlichen Farbanteil wirken graue Bäder wärmer, mit einem blauen Anteil kühler. Edel wirkt eine Kombination von Grau mit Weiß. Wärme bringen Sie mit warmen Holztönen oder schönen Stoffen in den Raum.

Für meinen Arbeitgeber Reuter habe ich mich ausführlich mit der Farbgestaltung im Badezimmer beschäftigt

Auch ein Bad im Retrodesign kann zeitlos sein (Foto: Villeroy & Boch)

Welche Fliese darf es sein?

In der Regel sind im Bad relative große Flächen an Wand und Decke gefliest. Da ist es klar, dass Fliesen einen großen Anteil an der Optik des Badezimmers haben. Sie entscheiden ganz maßgeblich, ob das Bad als zeitlos oder nicht zeitlos eingestuft wird.

Über die Farben haben wir im vorigen Kapitel bereits einiges geschrieben. Es gilt im Prinzip auch für die Farbwahl bei Fliesen. Neutrale Designs wie Weiß, Grau oder Beigetöne passen in jedes Badezimmer und können durch farbenfrohe Dekoration immer wieder neu in Szene gesetzt werden.

Fliesen in Holz- oder Natursteinoptik

Wem weiße Fliesen zu kühl und steril wirken, für den gibt es eine riesige Auswahl in Naturstein- und vor allem Holzoptik. Insbesondere Bodenfliesen werden gerne in Holzdekor genommen. Damit liegen Sie immer richtig und sind auch für die Zukunft gerüstet.

Große oder kleine Fliesen?

Im Vergleich zu früher hat die Wand- und Bodenkeramik eindeutig an Größe gewonnen. Es ist aber kein Problem, mit Mosaikfliesen einzelne Akzente zu setzen – zum Beispiel den Duschbereich.


Große Fliesen lassen kleine Bäder größer wirken. Dort ist es besonders wichtig, unaufgeregte Farben wie Beige oder Grau zu verwenden. Alles andere wirkt unruhig. Das gilt auch dann, wenn Boden- und Wandfliesen ein unterschiedliches Format besitzen. Schmale Bäder können Sie optisch in die Breite ziehen, wenn Sie rechteckige Fliesen quer verlegen.

Für meinen Arbeitgeber Reuter habe ich mich ausführlich mit der Kombination Badmöbel und Fliesen beschäftigt

Zeitloser Landhausstil

Wenn Gemütlichkeit an erster Stelle steht, dann ist der zeitlose Landhausstil genau das Richtige für Ihr Badezimmer. Es gibt aber gerade hier riesige Unterschiede. Schauen Sie sich nur den kühlen, funktionalen skandinavischen Landhausstil an und als Gegenstück den barocken, blumigen Stil englischer Landlords.

Beide Formen des Landhausstils setzen auf Holz, Keramik und helle Farben. Damit hat es sich aber bereits an Gemeinsamkeiten. In ihrer Form sind beide Varianten zeitlos, aber sicherlich nicht jedermanns Geschmack

Wenn Sie auf verzierte Wasserhähne oder reich verzierte Badmöbel stehen, sind Sie bei der Landlord-Variante richtig aufgehoben. Soll es einfacher in der Gestaltung sein, aber dennoch gemütlich, dann ist der Skandistyle eine gute Wahl.

 

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