Schön und funktional soll das neue Badezimmer sein – das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage hervor. Dazwischen hat sich jedoch das Thema Sicherheit geschlichen. Die Menschen wünschen sich also auch ein sicheres Bad. Erfahren Sie hier auf bauredakteur.de, auf was es dabei ankommt.

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Rutschhemmende Fliesen sorgen im Bad für Sicherheit (Foto: epr/cero-epr.de)

Welche Gefahren lauern im Bad?

Haushaltsunfälle stehen in den Unfallstatistiken der Versicherer stets ganz weit oben. Neben Garten und Küche ist hier das Badezimmer immer vorne mit dabei. Das ist kein Wunder, denn hier lauern einige Gefahren:

  • Stürze auf rutschigen Fliesen, Bade- und Duschwannen
  • Verbrühungen an zu heißem Wasser
  • Stromschläge durch fehlerhafte Installationen
  • Unfälle durch fehlende Haltegriffe
  • Unfälle durch mangelnde Selbständigkeit
  • Keine Hilfe bei Unfällen

Im folgenden Beitrag gehe ich Punkt für Punkt die einzelnen Gefahren durch. Sie müssen schauen, inwiefern sie für Sie relevant sind oder in absehbarer Zukunft relevant werden. Vielleicht planen Sie Kinder oder Sie werden in absehbarer Zeit nicht mehr ganz so körperlich fit mehr sein. Denken Sie daran, ein Badezimmer wird häufig 20 oder 30 Jahre alt.

Rutschige Fliesen, Duschen, Badewannen

Stürze auf glitschigen Fliesen, Duschen und Badewannen kommen recht häufig vor. Viele davon lassen sich vermeiden. Und das häufig recht einfach. Oft scheitert es daran, dass letztlich doch die Optik vor der Vernunft siegt. Mit manchmal schlimmen Auswirkungen – insbesondere bei älteren Personen, die nicht mehr so gut auf den Beinen sind.

Rutschfeste Fliesen

Rutschfeste Bodenfliesen sollten Sie bereits bei der Planung des Badezimmers im Hinterkopf haben. Die Fliesen nachträglich rutschfest zu machen, ist ungleich aufwändiger, wenngleich machbar. Aber der Reihe nach.

Es gibt spezielle rutschfeste Fliesen – diese kommen im Außenbereich ebenso zum Einsatz wie drinnen. In diesem Fall im Badezimmer. Wie rutschfest eine Fliese ist, lässt sich an der Rutschfestigkeitsklasse erkennen. Die Klassen gehen von R 9 bis R 13, wobei R 13 – Fliesen besonders rutschfest sind.

Ein zusätzliches A, B oder C gibt an, dass sich die Fliesen optimal für Barfußbereiche wie zum Beispiel Duschen eignen. Klasse A ist für Bereiche, die gelegentlich feucht sein können, Klasse B für Duschräume und Klasse C für Bereiche, die dauerhaft nass sind oder unter Wasser liegen.

Im privaten Badezimmer sind rutschhemmende Fliesen keine Pflicht, sie sind aber dennoch zu empfehlen. Verwenden Sie für das Bad zumindest Bodenfliesen der Klasse R 9, für die Dusche sind Fliesen der Rutschfestigkeitsklasse R 10 B zu empfehlen.

So schön kann sicher sein. Rutschhemmende Fliesen von Marazzi (Foto: epr/Marazzi/VDF)

Fliesen nachträglich rutschhemmend machen

Wenn Sie mit der Zeit merken, dass Ihnen die Fliesen im Bad doch zu rutschig sind, lassen sich diese auch nachträglich rutschfester machen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Mechanische Behandlung durch Sandstrahlen
  • Bekleben und Beschichten mit Antirutschmitteln
  • Aufrauen durch chemische Behandlung
  • Aufrauen mit einer Laserbehandlung
  • Behandlung mit Flusssäure

Die verschiedenen Behandlungsmethoden haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Fliesen. Es kann sein, dass sie ihren Glanz verlieren oder es entstehen mikroskopisch kleine Vertiefungen. Sie sollten sich daher genau informieren, bevor Sie Ihre Fliesen nachträglich rutschfest machen (lassen).

Badteppiche an heiklen Stellen

Egal wie rutschfest die Fliesen sind – wenn Sie pitschnass aus der Dusche oder Badewanne steigen ist die Gefahr immer gegeben, dass Sie ausrutschen. Hier kann es hilfreich sein, wenn Sie an diesen neuralgischen Stellen im Bad Teppiche auslegen. Das sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern fühlt sich zudem angenehmer an den nackten Füßen an. Insbesondere dann, wenn Sie keine Fußbodenheizung besitzen. Doch Vorsicht: Badteppiche werden gerne auch einmal zu Stolperfallen, wenn sie zu dick auftragen.

Rutschfeste Duschen können kleine Kinder gefahrlos benutzen (Foto: KfW-Bildarchiv / photothek.net)

Rutschfeste Duschen

Ganz gleich ob aus Stahlemail, Sanitäracryl oder Mineralguss – Duschtassen sind von Haus aus ziemlich rutschig. An den glatten Oberflächen setzt sich natürlich weniger Schmutz ab, hinsichtlich der Sturzgefahr sind sie aber nicht optimal. Viele Hersteller bieten daher beschichte Duschwannen an. Die kosten ein paar Euro mehr, aber die sollten Sie in Ihre Sicherheit investieren.

Alternativ können Sie Ihre Duschen natürlich auch mit Duscheinlagen ausstatten. Die Gummi- oder Kautschukteile sind schnell reingelegt und wieder entfernt. Manche lassen sich sogar in der Waschmaschine reinigen.

Wem das mit der Matte zu doof ist, der kann seine Dusche auch mit Antirutsch-Streifen selbst rutschfest machen. Die Streifen werden einfach auf die Duschtasse geklebt. Außerdem sind im Handel Antirutsch-Beschichtungen erhältlich, die mit einer Walze oder Pinsel aufgetragen werden.

Tipp
Bei gefliesten Duschen sind Mosaikfliesen zu empfehlen, da sie durch den hohen Fugenanteil besonders rutschfest sind. Wer das nicht mag, sollte zu Fliesen der Rutschfestigkeitsklasse 10 B greifen, wie bereits an anderer Stelle erwähnt.

Rutschfeste Badewannen

Für Badewannen gilt im Prinzip das Gleiche wie für Duschwannen. Mit einer Ausnahme – die wenigsten Hersteller bieten Wannen mit Antirutschbeschichtung werksmäßig an. Kaldewei und Bette machen es. Beide Hersteller bieten Wannen aus Stahlemail an. Acrylwannen mit Beschichtung kenne ich keine. In diesem Fall müssen Sie selbst tätig werden. Zum Beispiel mit einer Badewanneneinlage, mit Antirutsch-Streifen oder einer Antirutsch-Beschichtung. Zu empfehlen ist eine rutschfeste Badewanne insbesondere dann, wenn Sie in der Wanne auch duschen.

Verbrühungen durch zu heißes Wasser

Zum Schutz vor Legionellen sollte das Warmwasser immer mindestens 60 Grad Celsius heiß sein. Das kann zu bösen Verbrühungen führen, wenn kein kaltes Wasser dazu gemischt wird. Insbesondere kleine Kinder oder körperlich und geistig beeinträchtigte Personen haben allerdings manchmal Probleme bei der Bedienung von Badarmaturen. Es gilt dann zu verhindern, dass nur heißes Wasser aus der Leitung kommt.

In der Dusche haben sich zum Beispiel Brausethermostate bewährt. Die lassen sich auf eine Wunschtemperatur – beispielsweise 39 Grad Celsius – einstellen. Das sorgt für Sicherheit. Am Waschbecken kommen Thermostate eher selten zum Einsatz, aber auch hier gibt es Wasserhähne, bei denen sich die Höchsttemperatur begrenzen lässt. Zum Beispiel bei berührungslosen Waschtischarmaturen.

Nicht nur das Wasser ist mitunter zu heiß – auch die Armaturenkörper nehmen häufig diese Temperatur an. Es droht dann doppelte Gefahr. Manche Hersteller haben daher Armaturen entwickelt, deren Körper nicht so heiß werden. Bei Grohe nennt sich das zum Beispiel CoolTouch.

Stromschläge durch fehlerhafte Installationen

Ein vom Badewannenrand in die gefüllte Wanne gefallenes Elektrogerät wie Fön, Rasierer oder Haarschneider sorgt immer wieder für Stromunfälle. Mitunter sind sie sogar tödlich – wie Ende 2013 in Kassel. Da starben ein sechsjähriger Junge und seine vierjährige Schwester in der Badewanne. In der Wanne hing ein eingeschalteter Haarschneider.

Theoretisch hätte es nicht passieren dürfen, denn ein FI-Schalter war vorhanden. Dieser sorgt normalerweise dafür, dass bei einem Fehlerstrom sofort die Sicherung rausspringt. In der Regel funktioniert das auch. Seit 1984 sind FI-Schalter Pflicht. Sollten Sie in einem älteren Haus wohnen, ist dringend zu empfehlen, diesen nachzurüsten.

Was lernen wir daraus? Verhindern Sie unbedingt, dass kleine Kinder im Bad elektrische Geräte in die Hand bekommen. Insbesondere bei gefüllter Badewanne. Es kann immer etwas passieren, auch wenn Sie glauben, das alles in Ordnung sei.

Wasser und Strom – das ist eine teuflische Kombination. Nicht umsonst sind die Vorschriften für die Elektroinstallation im Bad besonders rigide. Womit wir beim nächsten Punkt sind.

Schutzbereiche im Badezimmer (Grafik: bauredakteur.de)

Schutzbereiche der Elektroinstallation

Leuchten, Schalter und Steckdosen dürfen im Badezimmer nicht beliebig verteilt werden. Es sind die verschiedenen Schutzbereiche zu beachten:

Am gefährlichsten ist Strom im Bereich der Dusch- und Badewanne. Zusammen mit den Wannenrändern umfassen sie den Schutzbereich 0. Dort sind höchsten Leuchten erlaubt, die für die Unterwassermontage geeignet sind. Die eine Schutzart von IPX7 besitzen.

Über den Wannen geht bis in eine Höhe von 2,25 Meter der Schutzbereich 1. Schalter und Steckdosen darf es hier keinen geben, allenfalls Leuchten mit einer Schutzart von IPX5. Diese Lampen sind gegen Strahlwasser geschützt. Boiler oder Lüftungsgeräte dürfen hier installiert sein.

Der Schutzbereich 2 umfasst eine Fläche von 60 Zentimetern neben Dusche und Badewanne. Er geht bis zu einer Höhe von 2,25 Metern. Schalter und Steckdosen darf es hier ebenfalls keine geben. Leuchten müssen der Schutzart IPX4 entsprechen und vor Spritzwasser geschützt sein.

Es schließt sich der Schutzbereich 3 an, der 2,40 Meter breit und 2,25 Meter hoch ist. Schalter und Steckdosen sind hier erlaubt, wenn sie mit einem FI-Schalter geschützt sind. Außerdem müssen sie von separaten Trenntransformatoren oder mit Schutzkleinspannung unter 12 Volt mit Strom versorgt werden.

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Unfälle durch fehlende Haltegriffe

Wer nicht gut zu Fuß ist, freut sich über jede Möglichkeit, sich irgendwo festzuhalten. Haltegriffe sind daher ein wichtiger Bestandteil in jedem sicheren Badezimmer. Sie gehören auf jeden Fall an die Badewanne und in die Dusche. In barrierefreien Bädern sind sie zudem am Waschbecken und an der Toilette notwendig.

Haltegriffe in der Dusche

Für die Dusche sind verschiedene Arten an Halte- und Stützgriffen erhältlich. Waagerechte Griffe sind die einfachste Art von Griff. Sie sind etwa in einer Höhe von 85 Zentimetern anzubringen. Sind Sie größer oder kleiner, können sie natürlich auch niedriger oder höher hängen.

Soll im Sitzen geduscht werden, haben sich L-förmige oder um 45 Grad abgewinkelte Griffe bewährt. Der horizontale Griffbereich unterstützt beim Hochziehen, der senkrechte Bereich das Festhalten im Stehen. Solche Haltegriffe müssen gut in der Wand verankert sein.

Praktisch sind Systeme, bei denen in die Brausestange Halte- und Stützgriffe integriert sind. Häufig haben diese Duschhandläufe noch die Möglichkeit, einen Klappsitz einzuhängen. So ist dann kein separater Duschhocker notwendig.

Haltegriffe an der Badewanne

An der Badewanne helfen Haltegriffe beim Ein- und Aussteigen aus der Wanne. Insbesondere ältere Menschen haben häufig Probleme damit, wollen aber dennoch nicht auf entspannendes Wannenbad verzichten.

Haltegriffe werden zum Beispiel an die Wand neben der Badewanne geschraubt. Es gibt aber auch Saughaltegriffe, die sich ohne Bohren anbringen lassen. Diese können Sie mit auf Reisen nehmen und überall dort anbringen, wo Sie sie gerade benötigen.

Noch bequemer sind Einstiegshilfen, die am Badewannenrand fixiert werden. Außerdem gibt es Haltegriffe, die quer über die Badewanne verlaufen. Sie müssen schauen, welche System für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist.

Haltegriffe an der Toilette

Rollifahrer benötigen Haltegriffe, damit sie sich selbständig vom Rollstuhl auf die Toilette hieven können. Griffe sind außerdem für alle zu empfehlen, die sich nur mühsam von alleine aufrichten oder hinsetzen können.

Bei den Haltegriffen für das WC handelt es sich häufig um sogenannte Stützklappgriffe. Sie haben den Vorteil, dass sie beiseite geklappt werden können, wenn sie nicht benötigt werden. Bei Personen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, ist solch eine Klappfunktion zwingend notwendig.

Besonders komfortable Griffe besitzen einen Auslöser für die Klospülung. So müssen Sie sich zum Spülen nicht drehen – das birgt immer auch eine Gefahr.

Haltegriffe am Waschbecken

Wie an der Toilette kommen auch am Waschbecken häufig Stützklappgriffe zum Einsatz. Sie helfen beim Aufstehen oder Hinsetzen. Sie müssen so verankert und beschaffen sein, dass sie das komplette Körpergewicht tragen.

In behindertengerechte Waschtische sind häufig bereits Haltegriffe integriert. Sie sind in der Regel unterfahrbar. Das heißt sie sind so flach, dass ein Rollstuhlfahrer an das Becken fahren kann, ohne sich die Beine zu stoßen.

Grundsätzliches zu Haltegriffen

Haltegriffe oder Haltestangen müssen ausreichend Abstand zur Wand haben, damit man gut den Griff greifen kann. Der Abstand sollte rund fünf Zentimeter betragen. Der Durchmesser sollte zwischen drei und fünf Zentimetern betragen. Die Oberfläche muss so beschaffen sein, dass man auch bei Nässe genügend Halt hat.

Unfälle durch mangelnde Selbständigkeit

Gerade im Badezimmer wollen wir so lange wie möglich selbständig unterwegs sein. Das scheitert häufig daran, dass das Bad nicht dem Alter oder Gesundheitszustand gemäß ausgestattet und eingerichtet ist. Das fängt bei unzureichender Bewegungsfläche an und geht bei zu niedrigen Toiletten oder zu kleinen Duschen weiter.

Genügend Freiraum einplanen

Für barrierefreie Bäder im öffentlichen Bereich wie Krankenhäuser gibt es Normen, die sich mit den ausreichenden Flächen für gehandicapte Menschen kümmern. Diese müssen Sie im privaten Bädern zwar nicht einhalten, es lohnt aber, sich daran zu orientieren.

Damit sich ein Rollstuhl drehen und wenden kann, braucht er eine Fläche von 150 Zentimeter mal 150 Zentimeter. Für Nicht-Rollifahrer reichen 120 Zentimeter mal 120 Zentimeter aus. Die gute Nachricht: die Flächen dürfen sich überlappen. Sie benötigen also nicht für Dusche, Waschbecken und Toilette nicht jeweils die genannte Fläche.

Nicht nur Rollstuhlfahrer benötigen große Badezimmer, auch bei älteren Menschen nimmt der Platzbedarf zu. Sie sollten sich bei einer Badsanierung daher auf jeden Fall Gedanken darüber machen, sich zu vergrößern. Gerade wenn die Kinder aus dem Haus sind, stehen häufig einige Zimmer leer und können zur Erweiterung des Bades beitragen.

Wenn Sie keine Möglichkeit haben, das Bad zu vergrößern, sollten Sie die Badeinrichtung zumindest so auswählen, dass so wenig scharfe Kanten wie möglich vorhanden sind.

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Selbständig auf der Toilette

Auf dem Klo wollen die meisten von uns ihre Privatsphäre haben. Und zwar vom Hinsetzen bis zum Aufstehen nach dem Geschäft. Die Haltegriffe habe ich bereits im vorigen Kapitel erwähnt, doch es gehört noch mehr dazu.

Hier ist zunächst die richtige Höhe zu nennen. Rollstuhlfahrer benötigen zum Beispiel eine Höhe von 46 bis 48 Zentimeter, damit ein Wechsel von Rollstuhl aufs Klo reibungslos klappt. Das ist mehr, als Standardtoiletten hoch sind.

Auch viele Fußgänger finden es beschwerlich, wenn sie die Toilette zu tief hängt. Sie sollten Ihren Sanitärinstallateur daher bitten, das Becken einige Zentimeter höher zu hängen. Das ist bei Wand-WCs kein Problem, für Stand-WCs gibt es erhöhte Varianten.

Einfacher geht es mit einer WC-Sitzerhöhung. Diese ersetzen in der Regel die Klobrille und sind manchmal zusätzlich mit Armlehnen ausgestattet. Sie lassen sich einfach anbringen und eignen sich für die gängigsten Toilettenbecken.

Besonders bequem sind Duschtoiletten. Sie säubern den Po mit einem warmen Wasserstrahl und besitzen in der Regel auch einen Fön, um ihn danach trocken zu pusten. Das ist für viele Menschen eine enorme Erleichterung, können Sie sich doch überhaupt nicht mehr oder nur schwer den Hintern abwischen.

Sicher duschen: Duschstange mit Haltegriff und Fußstütze (Foto: epr/hansgrohe/Hansgrohe SE)

Selbständig in der Dusche

Ausreichend und an der richtigen Stelle montierte Haltegriffe sind ein erster Schritt, um die Selbstständigkeit in der Dusche zu erhalten. Gegebenenfalls müssen allerdings noch weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Wer nur im Sitzen duschen kann, braucht zum Beispiel spezielle Sitze oder Hocker. Es gibt zum Beispiel Klappsitze, die an die Wand geschraubt werden oder welche, die in einen Duschhandlauf eingehängt werden. Mitunter reicht auch ein mobiler Duschhocker aus.

Stufen sind immer schwierig, für Rollstuhlfahrer sowieso, für gehbehinderte Menschen aber auch. Eine sichere Dusche sollte daher auf jeden Fall bodengleich sein. Und natürlich einen rutschfesten Boden besitzen, wie ich bereits am Anfang dieses Beitrags erklärt habe.

Groß genug muss die Dusche ebenfalls sein, damit ein Rollstuhlfahrer oder eine Person mit Gehbehinderung sie selbständig nutzen kann. Optimal ist eine Fläche von 1,50 Meter mal 1,50 Meter für Rollifahrer, ansonsten reichen 1,20 Meter mal 1,20 Meter aus. Planen Sie außerdem einen ausreichend breiten Zugang zur Dusche ein.

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Barrierearm baden dank Badewanne mit Tür (Foto: epr/SFA Sanibroy)

Selbständig in der Badewanne

Viele Menschen wollen auf ein erwärmendes und entspannendes Vollbad nicht verzichten, kommen aber nicht mehr alleine in die Wanne und wieder heraus. Oder nur sehr beschwerlich und immer in der Gefahr zu stürzen. Fremde Hilfe möchten sie dafür jedoch nicht in Anspruch nehmen. Kein Problem, es gibt für (fast) alles eine Lösung.

Da sind zunächst einmal die bereits beschriebenen Haltegriffe, die beim Aufstehen, Hinsetzen und aus der Wanne klettern helfen. Auf dem Boden sollte zusätzlich eine rutschfeste Badewanneneinlage liegen. Das mit den Haltegriffen funktioniert bis zu einem gewissen Punkt, denn ohne Kraft in den Armen geht es nicht. In diesem Fall ist ein Badewannenlift die richtige Wahl.

Beim Badewannenlifter fährt der Sitz auf Knopfdruck hoch und runter. Sie müssen nicht selbständig in die Hocke gehen und nicht den hohen Wannenrand überwinden. Der Ausstieg geht ganz einfach.

Ähnlich funktioniert das bei aufblasbaren Badekissen. Zum Einsteigen wird das Kissen mit einem Kompressor aufgepumpt. Wenn Sie auf dem Kissen sitzen, lassen Sie die Luft ab und Sie gleiten hinab ins Badewasser. Zum Aussteigen einfach wieder aufpumpen.

Für Rollstuhlfahrer und körperlich beeinträchtige Menschen sind schwenkbare Badewannenlifte sinnvoll. Diese Lifte können fest in der Wand verankert sein oder auch neben der Wanne stehen. Schwenkbare Badewannenlifte fahren nicht nur auf Knopfdruck nach oben und unten, sondern schwenken die Sitzfläche außerdem noch über den Rand der Wanne.

Tipp
Wenn Sie eigentlich nur noch in der Badewanne duschen, sollten Sie überlegen, die Wanne zur Dusche umzubauen. Dank spezieller Umbausysteme geht das heute in relativ kurzer Zeit. Meist haben Sie bereits nach einem Tag eine nahezu bodengleiche Dusche.

Können Sie sich nicht zwischen Duschen und Baden entscheiden, ist eine Badewanne mit Tür eine Alternative. Sie ermöglicht einen fast bodengleichen Zugang, so dass Sie keinen hohen Wannenrand mehr überwinden müssen.

Rollstuhlfahrerin an einem behindertengerechten Waschbecken (Foto: KfW-Bildarchiv / photothek.net)

Selbständig am Waschbecken

Hände waschen, Zähne putzen, stylen – das alles wollen wir natürlich solange es geht selbst machen. Auch wenn wir noch so wackelig auf den Beinen sind oder überhaupt nicht mehr stehen können. Rund um das Waschbecken muss daher ebenfalls einiges gemacht werden, damit die Benutzung sicher ist.

Kleine Kinder und ältere Menschen freuen sich über einen standfesten Hocker am Waschbecken. Er muss natürlich der jeweiligen Körpergröße angepasst sein. Haltegriffe sorgen für zusätzliche Sicherheit, können gebrechliche Personen sich doch beim Aufstehen daran festhalten. Rollstuhlfahrer benötigen einen unterfahrbaren Waschtisch, wie ich bereits an anderer Stelle erläutert habe.

Häufig hängen Spiegel zu hoch, so dass sitzende Personen sich nicht darin sehen können. Das sorgt für zusätzliche Gefahr, wenn sie sich recken und strecken wollen, um sich zu stylen oder einfach nur anzuschauen. Hier sorgt ein Kippspiegel oder ein großer Spiegel, der bis runter zum Waschbecken geht für Abhilfe.

Wenn Sie nicht wollen, dass Ihre Kinder auf Hockern rumturnen, können Sie das Waschbecken auch niedriger aufhängen. Bei ganz kleinen Kindern bis drei Jahren ist eine Montagehöhe von 55 Zentimetern ideal, bei älteren Kinder sind es 80 Zentimeter. Bei Erwachsenen ist die Idealhöhe bei 85 bis 90 Zentimetern. Unterfahrbare Waschtische für Rollstuhlfahrer hängen allerdings maximal 80 Zentimeter hoch.

Tipp
Ich kann verstehen, wenn Sie nicht für heranwachsende Kinder ständig die Waschbeckenhöhe anpassen möchten. Es gibt aber auch höhenverstellbare Waschtische. Diese kommen häufig auch in barrierefreien Bädern zum Einsatz, die sich Rollstuhlfahrer und Fußgänger teilen.

Keine Hilfe bei Unfällen

Ein Sturz im Badezimmer ist nie schön. Noch unschöner ist es, wenn Sie nicht mehr selbstständig aufstehen können und keine Hilfe in der Nähe ist. Es kommt immer wieder vor, dass Menschen stundenlang auf dem Boden liegen und nichts machen können. Eventuell sogar mit einer schlimmeren Verletzung.

Zumindest ein mobiles Telefon sollte daher im Badezimmer vorhanden sein. Bei älteren Menschen und Pflegebedürfnis ist ein Hausnotrufsystem hingegen die bessere Lösung. Sofern der Funksender am Arm oder um den Hals getragen wird, kann damit in jeder Lage Hilfe geholt werden.

Schlecht ist es auch, wenn zwar Hilfe da ist, diese aber nicht ins Bad kommt. Weil vielleicht die Tür verschlossen ist oder die verunglückte Person direkt vor der Tür liegt. Perfekt sind Türen, die sich auch von außen öffnen lassen und nach außen aufgehen.

Waschbecken in kindgerechter Höhe (Foto: KfW-Bildarchiv / Frank Homann)

Sicheres Badezimmer für Kinder

Viele der vorangegangenen Tipps eignen sich für Kinder. Doch einige Dinge sollten Sie im Bad zusätzlich beherzigen, um es kindersicher zu machen:

  • Steckdosensicherung, um die Kinder vor einem Stromschlag zu schützen
  • Gefährliche Putzmittel außer Reichweite aufbewahren
  • Toilettendeckel-Sicherung, denn Kinder wollen wirklich alles erkunden
  • Heiße-Wasser-Stopp, damit Kinder kein heißes Wasser aufdrehen
  • Abgerundete Ecken bei allen Badmöbeln, notfalls polstern
  • Sind die Kinder allzu wild, auch die Armaturen abpolstern
  • Elektrische Geräte wie Rasierer und Föhn außer Reichweite aufbewahren
  • Badutensilien der Kinder so aufbewahren, dass diese alleine drankommen
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