Im Badezimmer wird vergleichsweise viel Wasser, Wärme und Strom benötigt, dementsprechend hoch ist hier das Einsparpotenzial. Erfahren Sie bei uns, wie Sie auf verschiedene Weise den Energiebedarf senken. Das entlastet Ihre Geldbörse und schont gleichzeitig unsere Umwelt, denn eigentlich ist alles ganz einfach – am Günstigsten ist stets die nicht benötigte Energie.

Im Bad lässt sich auf vielfältige Weise Energie sparen (Foto: epr/hansgrohe/Hansgrohe SE)

Kurzfristige und langfristige Ziele

Beim Energie sparen müssen Sie zwischen Maßnahmen unterscheiden, die sich leicht und solchen, die sich nicht so leicht umsetzen lassen. Die Dusche während des Einseifens abzustellen geht zum Beispiel ziemlich easy, komplexer wird es, wenn es darum geht, Wärmeverluste durch die Badezimmerwände zu minimieren. Die energetische Sanierung ist demnach eher ein längerfristiges Ziel – mit dem Wassersparen können Sie sofort anfangen.

Heizenergie sparen im Bad

Der größte Geldfresser in Sachen Energie ist traditionell die Heizung – wobei hier die Warmwasserbereitung dazugerechnet werden muss. Und die haut so richtig ins Budget. Die Bereitstellung von warmem Wasser macht ungefähr die Hälfte des gesamten Energiebedarfs des Haushalts aus. Es sei denn, Sie heizen Ihre Wohnung mit Strom.

Weniger warmes Wasser zu verbrauchen und gleichzeitig die Bereitstellungskosten zu senken, sollten daher die Ziele sein. Dazu noch die Heizungsanlage optimieren oder etwas an der Einstellung zum Heizen ändern und schon kommt – übers Jahr gerechnet – ganz schön etwas zusammen.

Zu warme Räume erhöhen unnötig den Energieverbrauch. (Foto: epr/IWO)

Hier einige Energiespartipps rund um die Heizung:

1. Weniger heizen

Dieser Tipp ist natürlich hart für alle, die es immer kuschelig warm haben möchten. Gerade im Badezimmer. Von meinen Arbeitskollegen weiß ich mittlerweile, dass selbst 24, 25 Grad als sibirische Eiseskälte empfunden werden können. Dabei sollte hier bereits das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Wärmer sollten Sie selbst im Bad nicht heizen. Pro Grad weniger können Sie etwa sechs Prozent Energiekosten einsparen.

2. Weniger warmes Wasser verbrauchen

XXL-Regenduschen liegen im Trend – sie entlassen aber auch mal 30 Liter pro Minute in die Kanalisation. Da braucht es nicht nur leistungsfähige Abflüsse, sondern auch ein prall gefülltes Portemonnaie. Wenn Sie wirklich weniger Energie verbrauchen möchten, sollten Sie kleinere Duschköpfe mit einer geringeren Durchflussmenge benutzen. Außerdem braucht zum Einseifen nicht unbedingt das Wasser laufen.

Moderne Duschen mischen außerdem mitunter Luft zu den Wassertropfen dazu. Sie versprechen gleichen Duschgenuss bei geringerem Wasserverbrauch. Ich habe es noch nicht getestet und kann daher nicht sagen, ob das stimmt.

3. Heizung optimieren

Ist Ihre Heizung schon alt, sollten Sie darüber nachdenken, einen neuen, effizienteren Heizkessel einbauen zu lassen. Darüber hinaus haben Sie jedoch auch bei bestehenden Heizungsanlagen verschiedene Möglichkeiten, diese zu optimieren. Das gilt insbesondere für diese vier Punkte:

  • Thermostatventile austauschen
  • Heizkurve einstellen
  • Hydraulischer Abgleich
  • Tausch der Heizungspumpe

Über die Heizungsoptimierung habe ich an andere Stelle bereits ausführlich geschrieben, hier zum Beispiel über den hydraulischen Abgleich und den Tausch der Pumpe und hier über das Einstellen der Heizkurve.

4. Heizungsrohre isolieren

Auf dem Weg vom Heizungskeller in ihr Bad kann ziemlich viel Wärme ungenutzt über die Rohre verloren gehen. Sind Ihre Heizungsrohre noch nicht isoliert, sollten Sie das schleunigst nachholen. Diese Maßnahme ist relativ einfach zu realisieren und ist zudem nicht teuer. Isoliermanschetten sind bereits für vergleichsweise kleines Geld erhältlich.

5. Fenster austauschen

Fenster sind immer ein Schwachpunkt in der Außenhülle des Gebäudes, durch sie geht viel Wärme verloren. Wenn Sie ein altes Badfenster besitzen, sollten Sie überlegen, ein modernes Fenster mit Wärmeschutzverglasung einbauen zu lassen. Doch Vorsicht: Diese sind absolut dicht, so dass die Gefahr von Schimmelbildung steigt. Regelmäßiges Lüften ist dann noch wichtiger.

Wenn Sie ein altes Fenster mit Isolierverglasung gegen ein Fenster mit Dreifachverglasung tauschen, können Sie rund 220 Kilowattstunden Heizenergie einsparen. Beim Tausch eines einfach verglasten Fensters gegen ein dreifach verglastes Fenster sind es fast 500 Kilowattstunden.

6. Besser dämmen

Dämmen ist auch etwas, womit sie Heizenergie einsparen können. Das ist allerdings keine Maßnahme, die sich nur aufs Bad beschränkt. Wenn dämmen – dann komplett. Es sei denn, sie wollen zum Beispiel ein Bad im Keller einbauen, wo es sonst keine Räume gibt, die geheizt werden müssen.

Wieviel Energie durchs Dämmen eingespart werden kann und ob es sich am Ende des Tages auch rechnet, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Sicher ist, dass Sie den persönlichen CO2-Verbrauch senken und damit Ihren eigenen kleinen Beitrag für eine bessere Zukunft leisten.

Klimaschutz-Einkaufhilfe für Badezimmer

Mit Klick auf das Video werden Daten an Youtube übertragen, siehe Info

Strom sparen im Bad

Kommen wir zum Stromverbrauch im Badezimmer. Hier sind zum Beispiel die Leuchten zu nennen, aber auch kleine Elektrogeräte wie Föhn oder Rasierer. Vielleicht haben Sie auch noch einen Handtuchtrockner, der mit Strom betrieben wird oder eine elektrische Fußbodenheizung. Auf jeden Fall summiert es sich ganz schön.

Föhn

Der Föhn scheint ein harmloses, kleines Elektrogerät zu sein. Falsch gedacht. Häufig haben Haartrockner eine hohe Wattzahl. Benutzen Sie zum Beispiel einen Föhn mit einer Leistung von 2.000 Watt täglich für 10 Minuten, kostet Sie das im Jahr bis zu 20 Euro.

Und so können Sie sparen: Lassen Sie die Haare etwas an der Luft antrocknen und nutzen Sie den Föhn auf niedriger Stufe. Das schont nicht nur das Portemonnaie, sondern auch Ihre Haare werden es Ihnen danken. Sie vertragen nicht so starke Hitze.

Elektrorasierer

Mein Vater schwört auf seinen Elektrorasierer und würde niemals wechseln wollen. Angeblich verträgt er keine Rassnasur. Bei mir ist es genau umgekehrt, wobei ich mich derzeit sowieso nur selten rasiere. Ein Vollbart hat schon seine Vorteile.

Wenn Sie es machen wie ich, können Sie einige Euro im Jahr sparen. Zumal viele der Elektrorasierer heutzutage einen Akku verbaut haben. Der Rasierer braucht dann selbst dann Strom, wenn kein Stecker eingesteckt ist. Im Stand-by-Betrieb geht stets etwas Energie verloren.

Elektrische Zahnbürste

Wie der Rasierer benötigt die elektrische Zahnbürste Strom für den Stand-by-Betrieb – rund 10 Euro sollen es sein. Dazu kommen die Stromkosten für die Benutzung.

So können Sie sparen: Ziehen Sie nach dem Aufladen der Zahnbürste den Stecker und lassen Sie ruhig den Akku leerlaufen. Und für Notfälle halten Sie stets eine herkömmliche Zahnbürste in Reserve. Mit Muskelkraft werden die Zähne ebenfalls sauber.

Radio

Viele möchten im Badezimmer auf Ihr Radio nicht verzichten. Das benötigt natürlich ebenfalls Strom. Und davon in der Regel mehr, je älter das Gerät ist.

So können Sie sparen: Investieren Sie in ein neues Gerät und lassen Sie das Radio zum Beispiel nur beim Zähneputzen laufen. Stellen Sie es außerdem stets komplett aus. Stand-by kostet Geld und Energie. Und bringt keinen Zusatznutzen.

Elektrische Handtuchtrockner

Wenn Sie Ihren elektrischen Handtuchtrockner täglich rund zwei Stunden nutzen, kostet Sie das etwa 15 Euro im Monat – also fast 200 Euro im Jahr. Das Geld können Sie sich sparen.

Trocknen Sie Ihre feuchten Handtücher besser auf dem Balkon. Dort werden sie gerade bei schönen Wetter schneller trocken und lüften zudem besser aus. Außerdem sorgen feuchte Handtücher für zusätzliche Feuchtigkeit im Bad – was dem Raumklima nicht gut bekommt und außerdem die Schimmelbildung fördert.

Sonstige Elektrogeräte

Wärmelampe, Glätteisen, Gesichtssolarium – es kommen zahlreiche weitere Elektrogeräte im Badezimmer zum Einsatz. Hier gilt wie für alle anderen Geräte: wirklich nur sparsam einsetzen und sie nach Benutzung stets komplett vom Strom trennen.

Warmwasserspeicher gegen Durchlauferhitzer tauschen

Dieser Tipp macht nur Sinn, wenn Sie an einer Zapfstelle nur wenig warmes Wasser benötigen – zum Beispiel im Gäste-WC. Der Hintergrund: bei einem Warmwasserspeicher wird tagein, tagaus das Wasser auf Temperatur gehalten – das kostet unnötig Energie.

Ein Durchlauferhitzer produziert nur dann warmes Wasser, wenn es angefordert wird. Mit einem elektronisch geregelten Durchlauferhitzer können Sie pro Jahr etwa 22 Euro Stromkosten sparen.

Warmwassertemperatur senken

Wenn Sie die Warmwassertemperatur auf 60 Grad Celsius absenken, können Sie rund den Stromverbrauch um rund 10 Prozent senken. Diese Temperatur reicht vollkommen aus, zumal zum Duschen oder Baden das Wasser kaum über 40 Grad Celsius warm sein wird.

Warum nicht gleich die Temperatur auf 40 Grad absenken? Das liegt an den Legionellen, die sich bei niedrigen Temperaturen fleißig ausbreiten und mit denen nicht zu spaßen ist. Daher sollte das Warmwasser nicht dauerhaft und 60 Grad Celsius warm sein.

Lampen

Sie nutzen noch Halogenlampen oder gar Glühbirnen im Bad? Dann sollten Sie schleunigst auf LED umrüsten. Diese arbeiten wesentlich sparsamer bei gleicher Lichtausbeute.

Moderne LEDs sind mittlerweile in der Lage, ein ebenso gemütliches Licht wie Glühlampen auszustrahlen. Aber auch wahlweise heller – was zum Schminken und Stylen besser ist.

Der Austausch ist ganz einfach, da es LED-Leuchtmittel in allen gängigen Sockelausführungen gibt. Einfach beim Kauf darauf achten, den richtigen Sockel zu erwischen.

Stromverbrauch ausrechnen

Wenn Sie sich einen Überblick verschaffen wollen, wie viel Strom Sie im Bad verbrauchen, können Sie das ganz einfach ausrechnen. Sie müssen nur wissen, wie hoch die Leistung des jeweiligen Geräts ist, wie lange Sie es täglich nutzen und an wie vielen Tagen Sie es im Jahr nutzen. Der Stromverbrauch ergibt sich dann folgendermaßen:

Geräteleistung (W) x Stunden x Tage / 1000 =

Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh)

Nun müssen Sie nur noch schauen, was Sie für eine Kilowattstunde bei Ihrem Stromanbieter bezahlen und schon haben Sie die Stromkosten für ein Gerät.

Wasser sparen im Bad

Wasser kommt im Bad zum Duschen, Baden, Händewaschen oder Zähneputzen vielfältig zum Einsatz. Entsprechend groß ist das Einsparpotenzial. Mit ein paar Tricks lässt sich bereits einiges erreichen, ohne dass Sie davon viel mitbekommen

Wassersparende Armaturen

Wassersparende Armaturen machen in der Dusche oder am Waschbecken Sinn. Bei ihnen wird die Durchlaufmenge reduziert – dem Wasserstrahl wird Luft beigemengt, so dass sich volumenmäßig nichts ändert. Das Gefühl des Brausestrahls in der Dusche oder des Wasserstrahls am Wasserhahn ist fast gleich, obwohl 40 Prozent weniger Wasser fließen.

Sie können den Wasserverbrauch auch nachträglich reduzieren, indem Sie in die Waschtischarmatur oder den Duschkopf einen Durchflussbegrenzer einbauen. Sie verbrauchen dann rund 30 Prozent weniger Wasser. Das senkt die Strom-, Wasser- und Abwasserkosten. Alleine an Stromkosten spart ein 2-Personenhaushalt rund 35 Euro im Jahr.

Am meisten sparen können Sie, wenn das Wasser gar nicht läuft. Stellen Sie es daher ab, wenn Sie sich zum Händewaschen oder Rasieren einseifen. Einen tropfenden Wasserhahn sollten Sie schnellstmöglich reparieren oder austauschen.

Duschen statt baden

Wenn Sie die Dusche statt der Badewanne nutzen, können Sie jede Menge Wasser und auch Energie sparen, wie eingangs bereits beschrieben. Das gilt natürlich nur, wenn Sie es beim Duschen nicht übertreiben.

Bei einer XXL-Dusche mit einem Wasserdurchfluss von 30 Litern pro Minute ist natürlich bereits nach sechs, sieben Minuten die Wassermenge erreicht, die Sie für ein Vollbad benötigen.

Bei einem Duschkopf, durch den lediglich neun Liter pro Minute fließen, sieht es anders aus. Wenn Sie dann noch zum Einseifen das Wasser abstellen, können Sie beim Duschen im Vergleich zum Baden jede Menge Wasser einsparen.

Hier zwei weiterführende Informationen:
Was kostet Duschen?
Was kostet ein Vollbad?

Klospülung

Insbesondere ältere Klospülungen jagen noch jede Menge Wasser unnötig durch die Kanalisation. Ein Fortschritt es schon einmal, wenn die Spülung einen Knopf fürs kleine und einen Knopf fürs große Geschäft besitzt. Oder alternativ eine Stopptaste, um den Wasserfluss jederzeit stoppen zu können.

Viel getan hat sich zudem in Sachen Toilettenbecken. Gerade spülrandlose Toiletten sind so geformt, dass sie mit möglichst wenig Spülwasser auskommen. Selbst fürs große Geschäft reichen dann meist bereits sechs Liter – früher war es wesentlich mehr.

Regenwasser und Grauwasser

Direkt Wasser sparen können Sie bei der Regenwassernutzung natürlich nicht – sie sparen jedoch Trinkwasser, das Sie bezahlen müssen. Regenwasser können Sie im Bad zum Beispiel für die Toilettenspülung verwenden.

Auch Grauwasser können Sie für die Klospülung verwenden. Dabei handelt es sich um gering verschmutztes Abwasser, das zum Beispiel beim Duschen oder Baden entsteht. Es kann entsprechend aufbereitet und dann für die Toilette oder die Gartenbewässerung genutzt werden.

 

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