Für einen Vermieter muss ein Badezimmer vor allem eines sein – langlebig. Die Schönheit bleibt da häufig auf der Strecke. Viele Mieter sind daher mehr oder minder unzufrieden mit dem Bad, aber machen können sie nur wenig dagegen – denken sie. Stimmt aber nicht. Ich habe hier einige Tipps, wie Sie das Badezimmer in der Mietwohnung verschönern, ohne dass der Vermieter auf die Barrikaden geht. Manche sind recht günstig, für andere müssen Sie tiefer in die Tasche greifen.

hässliches Badezimmer

In diesem Badezimmer liegt so einiges im Argen

Wände mit Fliesenstickern verschönern

Okay, die Fliesen dürfen Sie natürlich nicht so einfach rausreißen. Die sind eine Art Heiligtum in jeder Mietwohnung. Außerdem wird vor dem Einzug jedes Loch genau abgezählt, auf das kein weiteres hinzukommt. Da bleiben dann nur Methoden, die sich rückgängig machen lassen. Fliesensticker zum Beispiel. Die gibt es in zahlreichen Farben und in den gängigsten Fliesengrößen.

Somit lassen sich hässliche Fliesen ganz einfach überkleben. Und bei Auszug ganz einfach und rückstandslos wieder entfernen. Auf dass der Vermieter sich weiterhin an seinen praktischen, aber langweiligen Fliesen erfreuen kann. Sie können sich mit den Fliesenaufklebern nach Herzenslust austoben – einfarbig, Karomuster oder was auch immer Ihnen einfällt.

Fliesensticker Badezimmer

So lassen sich hässliche Fliesen mit Stickern überkleben

Möbel für mehr Stauraum und schöner Optik

Je nachdem, wie großzügig der Vermieter ist, haben Sie mehr oder weniger Möbel in ihrem Badezimmer. Im Normalfall sind es eher weniger. Das ist Ihre Chance, an der Optik des Bades zu feilen. Ein Waschbeckenunterschrank sollte keinesfalls fehlen. Er bietet erstens wertvollen Stauraum und überdeckt zweitens die meist hässlichen Rohre unter dem Waschtisch. Praktisch sind auch Spiegelschränke, denn mit ihnen lassen sich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen – Stauraum, Licht, Spiegel usw.

Regale, Hochschränke und Rollschränke für zusätzlichen Stauraum

Abhängig von der Größe des Bades können Sie noch Regal, Hochschränke oder Rollschränke dazu kaufen. Alle Badmöbel sorgen dafür, dass sich der Gesamteindruck des Mietbades verändert und es wohnlicher wird. Wer möchte, kann bei Möbeln richtig viel Geld versenken. Achtung aber wieder bei Möbelstücken, die an die Wand geschraubt werden müssen. Greifen Sie besser zu Badmöbeln zum Hinstellen.

Neuer Boden auf den alten Fliesen

Was für Fliesen an den Wänden gilt, ist natürlich auch für Bodenfliesen verboten – entfernen nicht erlaubt. Sie können aber einen schwimmenden Bodenbelag auf die Fliesen legen. Der lässt sich bei Bedarf problemlos wieder rausnehmen. Diese Lösung dürfte sogar Ihrem Vermieter gefallen – werden die Fliesen doch in dieser Zeit geschont. Der Bodenbelag sollte natürlich wasserresistent oder im Falle von Parkett oder Laminat so versiegelt sein, dass kein Wasser in die Fugen eindringen kann.

Vinylboden verdeckt hässliche Bodenfliesen

Ein feuchtraumgeeignetes Klickvinyl ist hier zu empfehlen. Das gibt es in den verschiedensten Farben und Designs. So zum Beispiel in Holz- oder Steinoptik. Er wird mitunter auch als Designboden bezeichnet. Für etwa 30 Euro pro Quadratmeter ist bereits ein schöner neuer Boden erhältlich. Und fußwarm ist er obendrein.

Klick-Vinyl

Ein Klick-Vinylboden in Holzoptik. Foto: Witex

Schöne Farben für Wand und Decke

Häufig sind die Wände nicht komplett gefliest – dann können Sie mit Wandfarben frischen Wind in das Badezimmer Ihrer Mietwohnung bringen. Gegen Farbe können Vermieter nichts sagen. Es kann höchstens sein, dass Sie bei Auszug wieder im ursprünglichen Farbton streichen müssen. Also legen Sie los. Lassen Sie sich im Baumarkt den Wunschfarbton anmischen und geben Sie Ihrem Bad neuen Pfiff. Aber vorher alles schön abdecken und abkleben. Farbkleckse sind ebenfalls nicht gerne gesehen bei Auszug.

Wer sagt denn, dass nur Wände frische Farben vertragen können? Auch an der Decke darf es farbig sein. Orientieren Sie sich dabei an der Wandfarbe und achten Sie darauf, dass beides zusammenpasst. Nur zu dunkel sollten Sie bei der Deckenfarbe nicht werden. Das wirkt dann gleich erdrückend – insbesondere wenn das Bad nicht so groß ist. Ansonsten sind Ihrer Kreativität jedoch keine Grenzen gesetzt.

Accessoires für mehr Wohnlichkeit

Wenn das Badezimmer in der Mietwohnung nicht durch Schönheit glänzt, müssen Sie die Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenken. Zum Beispiel auf schöne Accessoires. Zum Beispiel auf einen edlen Seifenspender oder ein ausgefallenes WC-Bürstenset. Da gibt es für jeden Geschmack etwas – und für jedes Budget. Es gibt auch schicke Badaccessoires für vergleichbar kleines Geld. Es muss nicht immer das Designerstück sein.

Kleben oder Saugnapf?

Doch Vorsicht Falle: Viele Accessoires müssen an die Wand geschraubt werden. Davon sollten Sie als Mieter lieber die Finger weglassen. Oder den Vermieter fragen, ob Sie ein Loch oder mehrere Löcher in die Wand bohren dürfen. Ansonsten gibt es noch Alternativen zum Kleben, hier lässt sich der Kleber in der Regel bei Auszug rückstandslos entfernen. Oder Accessoires, die sich mit einem Saugnapf an der Wand befestigen lassen. Sie sind generell unkritisch, was bleibende Schäden angeht.

Badaccessoires ohne Bohren

Ohne Bohren: Accessoires mit Saugnapf oder zum Kleben. Fotos: Wenko

Schicke Deko – Bilder oder Pflanzen

Durch eine schicke Deko lässt sich im hässlichen Badezimmer einer Mietwohnung ebenfalls einiges kaschieren. Haben Sie an einer Wand zum Beispiel genügend Platz, können Sie dort ein Bild aufhängen, das die Blicke auf sich zieht. Welches Motiv Sie dafür wählen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Vielleicht haben Sie ja eine schöne Urlaubserinnerung, die Sie auf Leinwand bannen wollen oder Sie waren noch niemals in New York und hängen sich die Skyline von Manhattan ins Bad.

Pflanzen bringen ebenfalls Wohnlichkeit ins Bad. Achten Sie jedoch beim Kauf darauf, dass sie sich für das feuchtwarme Klima im Badezimmer eignen. Außerdem müssen Sie auf die Lichtverhältnisse im Bad achten. Haben Sie kein Fenster, sollten Sie auf echte Pflanzen verzichten. Ist wenigstens etwas Licht vorhanden, eignen sich Farne wie Geweihfarn oder Schwertfarn. Etwas mehr Helligkeit benötigen verschiedene Bromelien-Arten.

Mit Leuchten das Bad ins rechte Licht setzen

Wenn der Vermieter nicht gerade Einbauleuchten in die Decke integriert hat, können Sie in Sachen Badbeleuchtung ebenfalls vieles ins rechte Licht rücken. Zum Beispiel mit Strahlern, die auf ein Highlight im Bad gerichtet sind. Irgendetwas wird sich hoffentlich finden lassen, was schön ist. Ansonsten haben wir Ihnen ja bereits einige Ideen geliefert. Zum Beispiel Pflanzen oder Bilder.

Dimmer sind im Bad echt klasse, lässt sich die Helligkeit doch je nach Stimmung und Bedarf anpassen. Zum Schminken schön hell, zum Baden dann eher schummrig und romantisch. Apropos Romantik. Kerzen sind ebenfalls eine gute Idee, um dem Bad einen neuen Touch zu geben. Sie lenken die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Und wenn Sie kein offenes Feuer haben möchten – es gibt auch LED-Echtwachskerzen, die fast genauso schön flackern. Aber völlig ungefährlich sind.

Hier erfahren Sie alles über richtige Beleuchtung – nicht nur im Bad

Und was sonst noch?

Hier noch einige Dinge, mit denen Sie Ihr Badezimmer aufhübschen können:

  • Neue Handtücher
  • Neue Duschbrause
  • Neuer Duschvorhang
  • Neue Badezimmertür
  • Neuer Toilettensitz
  • Neue Waschbeckenarmatur