Schon lange bevor Öl- und Gasheizungen aufkamen, haben wir mit Holz geheizt. Früher wurde allerdings verheizt, was gerade an Holz vorhanden war. Heute wird auf Effizienz geachtet – das fängt bei den modernen Holz-Brennwertkesseln an und hört beim verwendeten Holz auf. Hier kommt der Heizwert oder Brennwert ins Spiel – denn die verschiedenen Holzarten sind unterschiedlich ergiebig, was die nutzbare Wärmemenge angeht. Wie genau die Zusammenhänge sind und welche Holzarten besonders sich besonders gut zum Heizen eignen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Brennwert und Heizwert – der Unterschied

Häufig werden Brennwert und Heizwert in einen Topf geworfen und synonym verwendet. Das ist allerdings nicht ganz korrekt. Der Brennwert ist eher ein theoretischer Wert, bei dem noch die Wärmemenge berücksichtigt wird, die bei der Kondensation des Wassers im Abgas freigesetzt wird.

Die Kondensations-Energie wird allerdings beim Verbrennen von Holz überhaupt nicht genutzt, hier ist nur der reine Heizwert interessant. Bei ihm wird nur die reine Verbrennungswärme berücksichtigt. Der Heizwert von Holz liegt daher stets unter dem Brennwert. Wobei das natürlich auch für die anderen Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas gilt. Allerdings sind die Umrechnungsfaktoren unterschiedlich:

Brennwert Holz = 1,08 x Heizwert Holz

Brennwert Heizöl = 1,06 x Heizwert Heizöl

Brennwert Erdgas = 1,11 x Heizwert Erdgas

Brennwert und Heizwert werden als masse- oder volumenbezogene Energiemenge angegeben. Bei Holz ist das in der Regel Kilowattstunde pro Raummeter (KWh/rm), bei Öl oder Gas KWh/kg. Für eine bessere Vergleichbarkeit werden die Heiz- und Brennwerte von Holz allerdings ebenfalls häufig mit KWh/kg angegeben. Oder es wird errechnet, wieviel Liter Heizöl oder Erdgas ein Raummeter Holz ersetzen kann.

Was bedeutet Raummeter?

Da ich im Abschnitt zuvor den Begriff „Raummeter“ erwähnt habe, möchte ich einmal kurz erklären, was das bedeutet. Es werden sicher nicht alle wissen.

Ein Raummeter (rm) ist das übliche Handelsmaß für geschichtetes Brennholz. Wenn Sie einen Meter langes Scheitholz oder Stückholz in einer Höhe und Breite von einem Meter aufstapeln, erhalten Sie einen Raummeter Holz. Es ist also immer auch etwas Luft dabei. Das ist der Unterschied zu einem Festmeter (fm) Holz, bei dem ein massiver Holzwürfel von einem Meter Kantenlänge der Maßstab ist.

Der Umrechnungsfaktor lautet:

1 rm (Scheitholz) = 0,7  m³ fm

1 rm (Stückholz) = 0,85 m³ fm

Was bedeutet Schüttraummeter?

Für den Transport wird Brennholz häufig nicht sorgfältig gestapelt, sondern geschüttet. In diesem Fall spricht der Fachmann von Schüttraummeter (Srm). Hier entstehen größere Zwischenräume, weshalb Sie pro Schüttraummeter weniger Holz als bei Raummeter erhalten.

Der Umrechnungsfaktor lautet:

1 Srm = 0,5 fm

1 Srm = 0,7 rm (Scheitholz)

1 Srm = 0,6 rm (Stückholz)

Noch kurz der Unterschied zwischen Scheitholz und Stückholz: Bei Stückholz handelt es sich um gespaltenes und auf ofenfertige Länge geschnittenes Holz (Länge 25, 33 oder  50 cm). Scheitholz wird mit der Säge oder Axt auf einem Meter abgelängt – dabei kann es sich um Rundholz oder gespaltenes Holz handeln.

Umrechnung Raummeter in Kilogramm

Für eine bessere Vergleichbarkeit mit Heizöl oder Erdgas ist eine Umrechnung von Raummeter in Kilogramm hilfreich. Das ist allerdings nicht so einfach, da jedes Holz eine andere Dichte besitzt und somit schwerer oder leichter ist. Außerdem spielt der Feuchtegehalt des Holzes eine Rolle. Darauf gehe ich im nächsten Kapitel ein. Für die wichtigsten Holzarten ergibt sich folgendes Gewicht:

Das Gewicht von Holz bei 0% und bei 20% Holzfeuchtigkeit
Holzart Darrgewicht
kg/fm
(Mittelwert) 0% Feuchte
Schichtholz 1m lang in kg/rm

20% Feuchte

Stückholz geschüttet 33cm lang in kg/srm

20% Feuchte

 Birke 640 538 345
 Buche 680 571 366
 Eiche 660 554 355
 Fichte 430 361 231
 Kiefer 500 360 230
 Lärche 550 462 296
 Linde 510 428 274
 Pappel 410 344 220
 Tanne 410 344 220
 Ulme 600 475 304
 Weide 460 395 254

Diese Gewichte sind reine Näherungswerte, je nach Region und klimatischen Bedingungen kann Holz eine andere Dichte besitzen. Der Unterschied kann bis zu 10 Prozent mehr oder weniger betragen.

Einfluss der Holzfeuchte

Die Holzfeuchte hat maßgeblichen Einfluss auf den Heizwert von Holz. Sie sollten Brennholz daher einige Jahre trocken lagern, bevor Sie es verheizen. Selbst die Luftfeuchtigkeit nimmt massiven Einfluss auf den Brennwert des Holzes. Gehen Sie davon aus, dass der Heizwert um etwa 20 Prozent abnimmt, wenn die Luftfeuchtigkeit um 10 Prozent steigt.

Überschlägig können Sie davon ausgehen, dass:

  • Frisch geschlagenes Holz einen Wasseranteil von bis zu 60 Prozent hat und einen Heizwert von etwa 2,0 KWh/kg liefert.
  • Ein Jahr regengeschützt gelagertes Holz eine Holzfeuchte von etwa 30 Prozent besitzt und einen Heizwert von etwa 3,5 KWh/kg liefert.
  • Zwei Jahre regengeschützt gelagertes Holz eine Holzfeuchte von rund 15-20 Prozent besitzt und einen Heizwert von etwa 4,0 KWh/kg liefert.
  • Ein völlig trockenes Holz mit einer Feuchte von null Prozent besitzt einen Heizwert von etwa 5,0 KWh/kg bei Laubholz und 5,2 KWh/kg bei Nadelholz.

Gut und lange gelagertes Holz hat demnach einen doppelt so hohen Heizwert als waldfrisches Holz. Null Prozent Holzfeuchte ist unrealistisch, da sie von der Luftfeuchtigkeit abhängt. Und die liegt nie bei Null Prozent.  Dass Nadelholz einen höheren Heizwert als Laubholz aufweist, liegt an höheren Harzanteilen. Allerdings relativiert sich das Ganze dadurch, da Laubhölzer in der Regel ein höheres Raumgewicht aufweisen.

Den Heizwert bei bestimmten Wassergehalten selbst berechnen

Verbrennt Holz, verdampft erst einmal das zunächst darin enthaltene Wasser. Die dazu benötigte Energie beträgt 0,68 KWh/kg. Um den Heizwert zu errechnen, muss die Verdampfungsenergie von der in der Trockenmasse enthaltenen Energie abgezogen. Bei einer Holzfeuchte von 20 Prozent und einem Nadelholz sieht das dann so aus:

(80 % X 5 KWh/kg) – (20 % x 0,68 KWh/kg) =  4,02 KWh/kg

Der Heizwert bei verschiedenen Holzfeuchten:

Wassergehalt in % Heizwert Nadelholz in kWh/kg Heizwert Laubholz in kWh/kg
0 5,20 5,00
5 4,91 4,72
10 4,61 4,43
15 4,32 4,15
20 4,02 3,86
25 3,73 3,58
30 3,44 3,30
35 3,14 3,01
40 2,85 2,73
45 2,55 2,44
50 2,26 2,16
55 1,97 1,88
60 1,67 1,59

Brenn- und Heizwert verschiedener Holzarten im Detail

In der nachfolgenden Tabelle werden nur die Werte von ausreichend lange und vor Regen geschütztem Holz angegeben – mit einer Holzfeuchte von 15, 20 Prozent. So wie das Holz eben in der Praxis genutzt wird.

Holzart Brennwert
[KWh/rm]
Heizwert
[KWh/rm]
Brennwert
[KWh/kg]
Heizwert
[KWh/kg]
Ahorn 1900 1759 4,1 3,8
Birke 1900 1759 4,3 4,0
Buche 2100 1945 4,0 3,7
Douglasie 1700 1574 4,4 4,1
Eiche 2100 1945 4,2 3,9
Erle 1500 1389 4,1 3,8
Esche 2100 1945 4,2 3,9
Fichte 1600 1482 4,5 4,2
Kiefer 1700 1574 4,4 4,1
Lärche 1700 1574 4,4 4,1
Robinie 2100 1945 4,1 3,8
Tanne 1500 1389 4,4 4,1
Ulme 1900 1759 4,1 3,8
Weide 1400 1296 4,1 3,8
Holzpellets 5,0 4,6

Wieviel Holz ersetzt Heizöl oder Gas?

Mit den genannten Werten aus den verschiedenen Tabellen können Sie ganz einfach berechnen, wieviel Holz Heizöl oder Gas ersetzt.

Ganz allgemein gelten folgende Werte:

Vereinfacht angenommen: Heizwert von 1 Liter Heizöl oder 1 m³ Erdgas liegt bei 10 KWh

Beispiel 1: Birkenholz in Raummeter (rm)

1 rm Birkenholz wiegt 538 kg und hat einen Heizwert von 4,0 KWh/kg

538 kg x 4,3 KWh/kg = 2152 KWh / 10 KWh = ca. 215 Liter Heizöl oder 215 m³ Erdgas

  • 1 rm Birkenholz ersetzt ca. 215 Liter Heizöl oder 215 m³ Erdgas

Beispiel 2: Birkenholz in Raummeter (Srm)

1 Srm Birkenholz wiegt 345 kg und hat einen Heizwert von 4,0 KWh/kg

345 kg x 4,3 KWh/kg = 1380 KWh / 10 KWh = ca. 138 Liter Heizöl oder 138 m³ Erdgas

  • 1 Srm Birkenholz ersetzt ca. 138 Liter Heizöl oder 138 m³ Erdgas

Heizäquivalent der verschiedenen Holzarten

Um den Heizäquivalent der verschiedenen Holzarten zu errechnen, müssen Sie den Heizwert von Erdgas oder Heizöl durch den Heizwert der jeweiligen Holzart teilen. Mit dem vereinfachten Wert von 10 kwh für einen Liter Heizöl oder einem Kubikmeter Erdgas ergeben sich folgende Werte:

Holzart Heizwert
[KWh/kg]
Heizäquivalent
Heizöl
Heizäquivalent
Erdgas
Ahorn 3,8 2,6 2,6
Birke 4,0 2,5 2,5
Buche 3,7 2,7 2,7
Douglasie 4,1 2,4 2,4
Eiche 3,9 2,6 2,6
Erle 3,8 2,6 2,6
Esche 3,9 2,6 2,6
Fichte 4,2 2,4 2,4
Kiefer 4,1 2,4 2,4
Lärche 4,1 2,4 2,4
Robinie 3,8 2,6 2,6
Tanne 4,1 2,4 2,4
Ulme 3,8 2,6 2,6
Weide 3,8 2,6 2,6
Holzpellets 4,6 2,2 2,2

Beispiel:  2,5 kg Birkenholz ersetzt 1 Liter Heizöl oder 1 m³ Erdgas.

Wieviel Holz muss gekauft werden?

Mit Hilfe der Heizäquivalent-Tabelle können Sie ganz einfach berechnen, wieviel Holz Sie kaufen müssen, wenn Sie bislang eine bestimmte Menge Heizöl oder Erdgas im Jahr benötigten.

Haben Sie bisher 2000 Liter Heizöl im Jahr verbraucht und möchten mit Buchenholz heizen, benötigen Sie:

2000 Liter x 2,7 = 5400 kg Buchenholz

Das ist der Wert für Festmeter-Holz, zu kaufen gibt es allerdings Raummeter oder Schüttraummeter.

1 rm Buche wiegt ca. 571 kg, 1 Srm Buche wiegt 366 kg

Sie benötigen demnach:

5400 / 571 = 9,5 rm

5400 / 366 = 14,8 Srm

Allerdings sind hier noch nicht die Wirkungsgrade der verschiedenen Holzöfen berücksichtig.

Hier einige gängigen Wirkungsgradfaktoren:

Einzelofen: ca. 0,7

Stückholzkessel: ca. 0,9 bis 1

Pelletsheizung: ca. 0,9 bis

Offener Kamin: ca. 0,4

Wollen Sie zum Beispiel einen Einzelofen befeuern, benötigen Sie mit den Werten aus obiger Rechnung:

9,5 / 0,7 = 13,6 rm Buchenholz im Jahr

14,8 / 0,7 = 21, 1 Srm Buchenholz im Jahr

 

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