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Holzverbindungen mit Schrauben – der Schrauben-Ratgeber

Ist eine schnelle, sichere und jederzeit lösbare Verbindung von Holz gefordert, kommen gerne Schrauben zum Einsatz. Mit unserer Schraubenkunde möchten wir Ihnen die gängigsten Schraubenarten vorstellen. Wir zeigen Ihnen außerdem, wie Sie eine einfache Holzverbindung mit Schrauben herstellen. Ganz zum Schluss geben wir Ihnen noch ein paar Tipps, wie Sie so manches „Schraubenproblem“ lösen können.

Holzschrauben

Aus welchem Material sind Holzschrauben?

Das Standardmaterial für Schraubenverbindungen ist Stahl. Stahlschrauben werden bei normaler Beanspruchung überwiegend im Innenbereich verwendet. Im Außenbereich kommen rostfreie Edelstahlschrauben zum Einsatz.

Muss die Schraube noch größeren Ansprüchen genügen (z.B. im Sanitärbereich), werden Messing-Schrauben verwendet. Messing ist eine nicht-rostende Kupfer-Zink-Legierung, die durch Nickel oder Chrom weiter veredelt werden kann. Zudem können Schrauben aus einer Aluminium-Legierung bestehen.

Schraubentypen

Was man über Holzschrauben wissen sollte

Holzschschrauben bestehen aus dem Kopf, aus dem Schaft und dem Gewinde. Der Durchmesser einer Schraube wird unterhalb des Kopfes gemessen. Handelsübliche Stärken liegen zwischen 1,4 mm und 10 mm. Längenangaben bezeichnen den ins Holz ragenden Teil, bei Senkholzschrauben also die ganze Schraube, bei Halbrundschrauben nur den Schaft ohne Kopf.

Schraubentypen und ihre Verwendung

Senkholzschraube (Flachkopf): Für Verbindungen aller Art und zum Befestigen von Beschlägen. Bis zur Holzoberfläche eindrehen oder etwas tiefer versenken.

Linsensenkholzschraube: Zum Befestigen von Schlüsselschildern und Zierbeschlägen. Wird bis zum Rand versenkt. Gewöhnlich vernickelt oder verchromt.

Halbrundholzschraube: Damit werden Beschläge ohne Senkloch befestigt. Der Schraubenkopf steht von der Werkstückoberfläche ab.

Zierkopfschraube: Verdeckte Flachkopfschraube zum Befestigen von Spiegeln usw. Der Zierkopf aus Metall wird in die Schraube eingedreht. Es gibt aber auch Kunststoffkappen mit Zapfen zum Einstecken.

Nagelschrauben: Lassen sich mit dem Hammer einschlagen. Bei dieser Schraube pressen sich die Holzfasern gegen das Gewinde, so dass sie fester im Holz sitzen als Nägel oder Drahtstifte. Nagelschrauben können mit dem Schraubendreher wieder gelöst werden.

Blechschrauben: Für Blechverschraubungen aller Art, aber auch zum Befestigen von Kunststoffplatten. Die Schrauben sind feilhart gehärtet und schneiden ihr Muttergewinde selbst.

Fräskopfschrauben: Bei Fräskopfschrauben senkt sich der Kopf automatisch in das Holz ein, da sie am Senkkopf kleine Fräsgrate besitzen.

Spanplattenschrauben: Besitzen eines scharfes, selbstschneidendes  Doppelganggewinde. Die Schrauben gibt es ohne oder mit Schaft, z.B. für die Befestigung auf einer Unterkonstruktion.

Maschinenschrauben: Finden Verwendung für leichte Baukonstruktionen oder Rahmengestelle.

Schlossschrauben mit Vierkant-Ansatz: Universalschrauben für leichte und schwere Holzarbeiten. Der Vierkant unter dem Kopf verhindert, daß sich die Schraube beim Anziehen der Mutter aufdreht.

Schraubverbindungen herstellen

 Sie kennen nun die verschiedenen Schraubentypen, die bei Holz zum Einsatz kommen. Erfahren Sie nun, wie Sie eine einfache Holzverbindung mit Schrauben herstellen.

Schritt #1

Die Einschraubstelle wird festgelegt und mit einem Bleistiftkreuz markiert. Der Lochdurchmesser ist gleich der Schaftstärke der Schrauben. Beim Vorbohren auf Bohrergröße achten.

Schritt #2

Für Flachkopfschrauben Loch so weit ausreiben, dass der Kopf nach kräftigem Anziehen auf der Ebene der Oberfläche liegt. Der Schraubenkopf muss ins Loch passen.

Schritt #3

Teile in Position legen und mit einem Spitzbohrer oder einem anderen spitzen Gegenstand die Zentren der unteren Löcher markieren. Darauf achten, dass die Werkstücke nicht verrutschen.

Schritt #4

Für den Gewindeteil kleinere Löcher bohren: ⅔ seines Durchmessers. Kleine Schraubenlöcher, hauptsächlich in Weichholz, sticht man mit dem Spitzbohrer vor.

Schritt #5

Die Tiefe des Bohrloches für den Gewindeteil beträgt etwa ⅔ der Schraubenlänge bei Weichholz, bei Hartholz etwas mehr. Alle Schrauben gleich fest anziehen.

Tipps für richtiges Schrauben

Zum Schluss noch drei praktische Tipps, die Ihnen die Arbeit mit Holz und Schrauben erleichtern. Vielleicht kennen Sie ebenfalls noch einige Tricks. Gerne können Sie mich dazu kontaktieren bzw. einfach einen Kommentar hinterlassen.

Tipp #1

Schrauben halten in Hirnholz bedeutend besser, wenn sie in einen quer zur Faser eingeleimten Holzdübel geschraubt werden.

Tipp #2

Aussparungen, gebohrt oder ausgestemmt, nehmen schräg stehende Schrauben auf. Beispiel: Befestigen einer Tisch- oder Bankplatte.

Tipp #3

Festsitzende Schrauben lösen: Schraubendreher schräg in den Schlitz stellen und mit einem Hammer in Linksrichtung lösen.

Letzte Aktualisierung am 19.10.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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