Im Fachhandel sind eine Vielzahl unterschiedlicher Spachtelmassen erhältlich. Sie werden zum Renovieren oder Sanieren vielfältig verwendet: Für Fliesen oder Gipskartonplatten, für Kellerwände oder den Boden, für Holz oder Metall. Bei dieser Vielfalt ist es nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Hier erfahrt ihr, welche Spachtelmassen es gibt und für welche Bereiche sie sich eignen.

Spachtelmassen

Foto: Rigips

Welche Spachtelmassen gibt es?

Grob lassen sich zementgebundene und gipsgebundene Spachtelmassen und Kunstharzspachtel unterscheiden. Löcher, Risse, Unebenheiten – es gibt viele Gelegenheiten, bei denen die Spachtelmassen zum Einsatz kommen. Für die verschiedenen Einsatzgebiete sind sie nicht nur auf unterschiedlicher Basis, sondern auch mit unterschiedlicher Konsistenz erhältlich. Die eher standfesten Spachtelmassen werden zum Beispiel für Wände, die dünnflüssigeren zum Ausgleichen von Unebenheiten auf dem Fußboden verwendet. Sie werden dann auch als Nivelliermasse bezeichnet. Um Risse und Löcher in der Wand zu reparieren, sind diese Massen eher nicht geeignet.

Zementgebundenen Spachtelmassen – perfekt bei Nässe

Zementgebundene Spachtelmassen mögen es gerne feucht und nass, sie kommen daher bevorzugt im Außenbereich oder in Feuchträumen wie dem Badezimmer zum Einsatz. Bezeichnungen für die zementösen Spachtelmassen lauten beispielsweise Universalspachtel, Bodenspachtel, Feinspachtel, Fassadenspachtel, Nivellierspachtel oder Schnellspachtel.

Der Name ist bei vielen dieser Spachtelmassen Programm. Wer die Fassade ausbessern möchte, greift daher zum Fassadenspachtel. Löcher im Fußboden und Treppen lassen sich mit dem Bodenspachtel reparieren, für Unebenheiten ist der Nivellierspachtel erste Wahl.

Feinspachtel Knauf

Mit einem Schnellspachtel lässt sich der Boden in Rekordzeit ausgleichen. Foto: Knauf

Zementgebundene Spachtelmassen kurz und knapp:

Fließspachtel:

Zum Herstellen ebener, glatter Untergründe, die schnell wieder begehbar sein müssen. Die Härtezeit beträgt zwei Stunden bei dieser selbstverlaufenden Bodenausgleichsmasse. Alte Fliesenbeläge lassen sich ebenfalls egalisieren.

Schlitzmörtel:

Mauerausbrüche, Rohrdurchführungen, Installationsschächte und Mauerausbrüche verfüllen. Schlitzmörtel besitzt eine Härtezeit von ein bis zwei Stunden.

Schnellspachtel:

Auch unter den Bezeichnungen Blitzzement und Montagemörtel erhältlich. Die Härtezeit beträgt drei bis fünf Minuten. Zum Ausbessern von Löchern und Rissen oder Befestigen und Verankern von Bauteilen.

Betonspachtel:

Wandausgleich vor dem Verlegen von Keramik- und Natursteinbelägen. Einsatz als Dünnputz auf Beton oder Porenbeton. Auch für die Decke geeignet. Die Härtezeit beträgt zwischen drei und sechs Stunden.

Nivellierspachtel:

Wird auch als Ausgleichsmasse bezeichnet, sind in der Regel selbstglättend. Eignet sich bei Boden-Unebenheiten. Die Trocknungszeit wird zwischen drei und sechs Stunden angegeben.

Klebespachtel:

Klebespachtel ist kunstharzverstärkt und eignet sich zum Ausbessern, Beschichten und Glätten von allen mineralischen Untergründen. Die Härtezeit beträgt 12 Stunden.

Universalspachtel:

Für Boden und Wand gleichermaßen geeignet. Zum Schließen von Ausbrüchen und Unebenheiten im Außen- und Innenbereich. Die Trocknungszeit beträgt drei Stunden.

Reparaturspachtel:

Kommt drinnen und draußen universell zum Einsatz bei einer Härtezeit von sechs Stunden.

Feinspachtel:

Wird drinnen und draußen für kleinere Reparaturen verwendet. Bei einer Schichtdicke von höchstens einem Zentimeter eine Stunde Härtezeit.

Bodenspachtel:

Ausgleich von Estrich und Betonböden, sowie Reparatur von Betonstufen. Trocken nach drei bis sechs Stunden.

Gewebespachtel:

Ansetzen von Dämmplatten an der Fassade oder Wand sowie Einbetten von Armierungsgewebe. Trocknungszeit zwischen zwei und vier Stunden.

Fassadenspachtel:

Ausbesserung und Reparatur von Löchern und Rissen in Beton, Ziegelstein, Porenbeton oder Putz. Kommt auch im Innenbereich zum Einsatz. Drei bis sechs Stunden Härtezeit.

Gipsgebundene Spachtelmassen – nur bei Trockenheit

In Bereichen mit wenig Feuchtigkeit kommen bevorzugt gipsgebundene Spachtelmassen zum Einsatz, im Außenbereich haben sie also nichts zu suchen. Gips ist pH-Neutral und kann daher für alle Ausbesserungsarbeiten im Innenbereich verwendet werden.

Bezeichnungen für Gipsspachtel lauten zum Beispiel Putzgips, Stuckgips, Modellgips, Fugengips, Elektrikergips, Haftspachtel oder Innenspachtel. Innenspachtel eignet sich für alle mineralischen Putzgründe und wird zum Verspachteln von Fugen und Löchern in der Wand verwendet.

Die Fugen von Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten werden hingegen mit speziellem Fugengips geschlossen. Elektrikergips bindet besonders schnell ab und wird zum Anheften von Elektroinstallationen oder für Ausbesserungsarbeiten verwendet. Bei sehr glatten Untergründen kommt Haftspachtel zum Einsatz, der zudem bei Fertigbeton verwendet werden kann.

Fugengips

Mit Fugengips werden die Fugen zwischen Gipsbauplatten geschlossen. Foto: Alpina

Gipsgebundene Spachtelmassen kurz und knapp:

Modellgips:

Die Einsatzgebiete liegen bei feinplastischen Arbeiten, Stuck- und Bildhauerarbeiten und bei formgetreuen Nachbildungen. Der Gips ist nach 3 bis 15 Minuten trocken.

Haftspachtel:

Eignet sich für sehr glatte Untergründe und Fertigbeton. Verspachteln von Gipskartonplatten. Die Härtezeit beträgt 45 Minuten.

Innenspachtel:

Verfüllen von Fugen und Löchern in der Wand. Mineralische Putzgründe können planeben verspachtelt werden. Trocken nach ein bis zwei Stunden.

Putzgips:

Elektrische Installationsleitungen werden mit Putzgips befestigt und verlegt. Eignet sich zudem zum Dübeln, Befestigen und Füllen. Härtezeit von einer Stunde.

Elektrikergips:

Bindet bereits nach wenigen Minuten ab und wird zum Anheften von Elektro-Installationen verwendet. Eignet sich zudem für Ausbesserungsarbeiten.

Stuckgips:

Nur bedingt zum Spachteln geeignet, wird für Ausbesserungsarbeiten im Innenbereich verwendet. Trocken nach zehn bis dreißig Minuten.

Fugengips:

Spezielle Spachtelmasse zum Verbinden und Verspachteln von Gipsbauplatten. Der Fugenspachtel ist nach etwa 100 Minuten gehärtet.

Kunstharzspachtel: Fertig gemischt und einsatzbereit

Kunstharzspachtel gelten als Alleskönner unter den Spachtelmassen, da sie sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich verwendet werden. Der Untergrund ist ihnen ebenfalls relativ egal – sie haften auf Holz, Metall und mineralischen Untergründen. Kunstharzspachtel sind bereits fertig gemischt erhältlich, was sie von gipsgebundenen und zementgebundenen Spachtelmassen unterscheiden. Das macht sie schnell einsatzbereit, allerdings müssen sie schnell verbraucht werden, da sie sonst eintrocknen. Bezeichnungen für Kunstharzspachtel lauten Instantspachtel, Schnellspachtel, Fertigspachtel, Holzspachtel oder Dekorspachtel.

Zum Schließen von Rissen und Löchern in Holz im Innenbereich wird beispielsweise Holzspachtel verwendet. Es gibt aber auch spezieller Holz-Reparaturspachtel für den Außenbereich zu kaufen. Eher für die dekorative Gestaltung von Wand und Decke ist Dekorspachtel geeignet. Mit Fertigspachtel werden zum Beispiel Dübellöcher geschlossen oder kleine Risse repariert. Instantspachtel kommt im Innen- und Außenbereich zum Glätten von Untergründen zum Einsatz.

Reparaturspachtel Ponal

Mit einem Reparaturspachtel erstrahlen alte Möbel schnell wieder in neuem Glanz. Foto: Henkel Ponal

Kunstharzgebundene Spachtelmassen kurz und knapp:

Holzspachtel:

Risse und Löcher in Holz lassen sich mit diesem Kunstharzspachtel schließen. Eignet sich nur für den Innenbereich. Die Härtezeit liegt bei einer Stunde.

Instantspachtel:

Für den Innen- und Außenbereich zur Ausbesserung, Beschichtung und Glättung von Untergründen. Härtezeit zwischen einer und sechs Stunden.

Schnellspachtel:

Reparaturen aller Art bei Putz, Beton, grundiertem Holz, Naturstein oder Metall. Schnellspachtel härtet zwischen einer und vier Stunden.

Feinspachtel:

Holz lässt sich Feinspachtel vorbehandeln, bevor mit Acryl- oder Alkydharzlack lackiert wird. Eignet sich auch bei Untergründen aus Gips, Ziegel, Beton und anderen mineralischen Untergründen. Getrocknet nach 30 bis 60 Minuten.

Akkordspachtel:

Universeller Einsatz für Reparaturen aller Art. Stoß- und Fehlstellen, Risse und Lunker können ausgebessert, Beton- und Putzflächen geglättet werden. Härtezeit zwischen vier und sieben Stunden.

Holz-Reparaturspachtel:

Reparieren und Füllen von Holz im Innen- und Außenbereich. Fensterrahmen und Fensterbänke können ebenfalls mit dieser Spachtelmasse befestigt werden.

Fertigspachtel:

Eignet sich für kleinere Ausbesserungsarbeiten im Innenbereich: Dübellöcher, Kabellöcher, kleine Risse, abgebrochene Kanten. Trocken nach ein bis drei Stunden.

Reparaturspachtel:

Ausbesserungsarbeiten in Mauerwerk, Stein, Beton oder Holz. Eignet sich sowohl für drinnen als auch für draußen. Die Trocknungszeit beträgt zwischen zwei und fünf Stunden.

Dekorspachtel:

Verwendung für die dekorative Gestaltung von Decken und Wänden. Je nach Auftragsdicke beträgt die Härtezeit zwischen einer Stunde und einem Tag.