Porenbeton ist ein mineralischer, poröser Baustoff, der vor allem für Außen- und Innenwände verwendet wird. Typisch sind seine geringe Rohdichte, die vergleichsweise niedrige Wärmeleitfähigkeit und die einfache Bearbeitung.
Porenbetonsteine lassen sich sägen, bohren und fräsen. Deshalb werden sie sowohl beim Neubau als auch für nachträglich eingezogene Innenwände eingesetzt.
Bekannte Produkte werden als Plansteine, Planbauplatten oder großformatige Elemente angeboten.
Woraus besteht Porenbeton?
Porenbeton wird im Wesentlichen aus mineralischen Rohstoffen hergestellt. Dazu gehören beispielsweise:
- Quarzsand,
- Kalk,
- Zement,
- Wasser,
- ein Porenbildner.
Als Porenbildner wird üblicherweise Aluminiumpulver oder Aluminiumpaste eingesetzt.
Bei der Herstellung reagiert das Aluminium mit Bestandteilen der Mischung. Dabei entsteht Gas, das zahlreiche kleine Poren bildet und die noch weiche Masse aufgehen lässt.
Anschließend wird das Material geschnitten und unter hohem Druck mit Wasserdampf in einem Autoklaven gehärtet.
Das Ergebnis ist ein leichter, formstabiler Baustoff mit einem hohen Anteil an Luftporen.
Ist Porenbeton Beton?
Der Name ist etwas irreführend.
Porenbeton unterscheidet sich deutlich von klassischem Normalbeton. Herkömmlicher Beton besteht unter anderem aus Zement, Wasser sowie Gesteinskörnungen wie Sand und Kies.
Porenbeton enthält dagegen keine grobe Gesteinskörnung und erhält seine charakteristischen Eigenschaften durch die gleichmäßig verteilten Poren.
Im Englischen wird der Baustoff deshalb häufig als Autoclaved Aerated Concrete (AAC) bezeichnet.
Welche Vorteile hat Porenbeton?
Porenbeton kombiniert mehrere Eigenschaften, die ihn insbesondere im Wohnungsbau interessant machen.
Zu den Vorteilen zählen:
- gute Wärmedämmung,
- geringes Gewicht,
- einfache Bearbeitung,
- hohe Maßgenauigkeit,
- mineralischer und nicht brennbarer Baustoff,
- schnelle Verarbeitung großer Steinformate.
Aufgrund ihrer Maßhaltigkeit werden Porenbeton-Plansteine häufig mit Dünnbettmörtel vermauert. Die horizontalen Lagerfugen können dadurch wesentlich dünner ausgeführt werden als bei klassischem Mauerwerk mit Normalmörtel.
Wie gut dämmt Porenbeton?
Die vielen Luftporen reduzieren die Wärmeleitfähigkeit des Baustoffs.
Hochwärmedämmende Porenbetonsteine können Wärmeleitfähigkeiten von ungefähr 0,07 bis 0,10 W/(m·K) erreichen. Die tatsächlichen Werte hängen von Rohdichte, Festigkeit und Produkt ab.
Damit gehört Porenbeton zu den besser dämmenden massiven Wandbaustoffen.
Bei ausreichend dicken Außenwänden können deshalb Konstruktionen entstehen, die ohne zusätzliche außenliegende Dämmschicht auskommen.
Dabei gilt allerdings ein grundsätzlicher Zusammenhang:
Je geringer die Rohdichte, desto besser ist meist die Wärmedämmung – gleichzeitig sinkt tendenziell die Druckfestigkeit.
Die Wahl des richtigen Steins ist daher immer ein Kompromiss zwischen Wärmeschutz und Tragfähigkeit.
Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Welcher Baustoff dämmt am besten? Wärmeleitfähigkeit im großen Vergleich.
Ist Porenbeton tragfähig?
Porenbeton kann für tragende und nicht tragende Wände eingesetzt werden.
Für tragende Bauteile stehen Steine und Elemente unterschiedlicher Festigkeits- und Rohdichteklassen zur Verfügung.
Welche Produkte verwendet werden können, hängt unter anderem ab von:
- Gebäudehöhe,
- Wanddicke,
- auftretenden Lasten,
- Wandlänge,
- Öffnungen,
- statischem Gesamtkonzept.
Für tragende Wände sind deshalb die Vorgaben der Tragwerksplanung und die technischen Daten des jeweiligen Produkts maßgeblich.
Wie gut ist der Schallschutz von Porenbeton?
Beim Schallschutz besitzt Porenbeton einen konstruktionsbedingten Nachteil gegenüber schweren Baustoffen.
Schwere und dichte Wände erreichen bei gleicher Wanddicke häufig eine bessere Luftschalldämmung als leichte Wände. Deshalb kann beispielsweise eine Wand aus Kalksandstein bei vergleichbarer Dicke einen höheren Schallschutz erreichen als eine leichte Porenbetonwand.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Porenbeton grundsätzlich einen schlechten Schallschutz besitzt.
Entscheidend sind:
- Rohdichte,
- Wanddicke,
- Putzschichten,
- Anschlüsse,
- flankierende Bauteile,
- gesamter Wandaufbau.
Bei erhöhten Schallschutzanforderungen muss die Konstruktion entsprechend geplant werden.
Wie verhält sich Porenbeton bei Feuer?
Porenbeton ist ein mineralischer Baustoff und nicht brennbar.
Abhängig von Wanddicke und Konstruktion können Porenbetonwände hohe Feuerwiderstände erreichen. Dadurch wird der Baustoff sowohl im Wohnungsbau als auch bei Gebäuden mit erhöhten Brandschutzanforderungen eingesetzt.
Welche Feuerwiderstandsklasse eine konkrete Wand erreicht, hängt jedoch vom geprüften beziehungsweise nachgewiesenen Wandaufbau ab.
Ist Porenbeton empfindlich gegen Feuchtigkeit?
Die Porenstruktur beeinflusst auch das Feuchteverhalten des Baustoffs.
Porenbeton kann Wasser aufnehmen. Außenwände müssen deshalb konstruktiv und durch geeignete Oberflächen vor dauerhaftem Feuchteeintrag geschützt werden.
Üblich sind beispielsweise:
- Außenputz,
- Fassadenbekleidungen,
- geeignete Abdichtungen im Sockelbereich.
Besonders sorgfältig muss der Übergang zwischen Mauerwerk, Bodenplatte und Gelände ausgeführt werden.
Dauerhafte Durchfeuchtung kann die Wärmedämmwirkung verschlechtern und zu Bauschäden führen.
Wie wird Porenbeton verarbeitet?
Ein großer Vorteil ist die einfache Bearbeitung.
Porenbetonsteine lassen sich mit speziellen Handsägen oder elektrischen Sägen zuschneiden. Auch Schlitze und Aussparungen für Installationen können vergleichsweise einfach hergestellt werden.
Plansteine werden üblicherweise mit Dünnbettmörtel verarbeitet.
Wichtig ist eine exakt ausgerichtete erste Steinreihe. Fehler in dieser Reihe lassen sich bei den dünnen Lagerfugen der folgenden Reihen kaum noch ausgleichen.
Eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Ratgeber Trennwand aus Porenbeton errichten.
Welche Dübel eignen sich für Porenbeton?
Herkömmliche Befestigungsmittel erreichen in Porenbeton nicht immer die gleichen Tragfähigkeiten wie in Beton oder dichtem Vollstein.
Je nach Belastung kommen deshalb spezielle Befestigungssysteme zum Einsatz, beispielsweise:
- Porenbetondübel,
- geeignete Universaldübel,
- Langschaftdübel,
- zugelassene Injektionssysteme.
Bei schweren oder sicherheitsrelevanten Lasten sollten ausschließlich Befestigungssysteme verwendet werden, die für den jeweiligen Porenbeton und die vorgesehene Belastung geeignet sind.
Beim Bohren wird in Porenbeton normalerweise ohne Schlag gearbeitet. Starker Schlag kann das relativ weiche Material um das Bohrloch unnötig beschädigen.
Weitere Hinweise bietet der Ratgeber Richtig bohren: Welche Maschine und welcher Bohrer passen?.
Porenbeton oder Ziegel?
Eine pauschal bessere Lösung gibt es nicht.
Porenbeton punktet insbesondere mit:
- guter Wärmedämmung,
- geringem Gewicht,
- einfacher Verarbeitung.
Ziegel können abhängig vom Produkt ebenfalls sehr gute Wärmedämmeigenschaften besitzen und unterscheiden sich unter anderem bei Festigkeit, Schallschutz und Feuchteverhalten.
Kalksandstein bietet dagegen aufgrund seiner hohen Rohdichte einen sehr guten Schallschutz und hohe Tragfähigkeiten, benötigt bei Außenwänden jedoch in der Regel eine zusätzliche Wärmedämmung.
Welcher Wandbaustoff sinnvoll ist, hängt deshalb von den Anforderungen des Gebäudes ab.
Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Ratgeber Welcher Baustoff ist der beste für den Hausbau?.






