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Kalksandstein

Kalksandstein ist ein mineralischer Mauerwerksbaustoff aus Sand, Kalk und Wasser. Er besitzt eine hohe Rohdichte und Druckfestigkeit und wird deshalb häufig für tragende Innen- und Außenwände eingesetzt.

Seine Stärke liegt vor allem bei Tragfähigkeit, Schallschutz und Wärmespeicherung. Die Wärmedämmung ist dagegen deutlich geringer als bei leichten Mauersteinen wie Porenbeton. Außenwände aus Kalksandstein werden deshalb meist mit einer zusätzlichen Wärmedämmung kombiniert.

Woraus besteht Kalksandstein?

Kalksandstein wird im Wesentlichen aus drei Rohstoffen hergestellt:

  • Quarzsand,
  • Kalk,
  • Wasser.

Die Mischung wird in Formen gepresst und anschließend unter Wasserdampfdruck gehärtet.

Anders als gebrannte Ziegel benötigt Kalksandstein bei der Herstellung keinen Brennprozess bei sehr hohen Temperaturen.

Das Ergebnis ist ein dichter, maßhaltiger und druckfester Mauerstein.

Welche Vorteile hat Kalksandstein?

Zu den typischen Eigenschaften gehören:

  • hohe Druckfestigkeit,
  • sehr guter Schallschutz,
  • hohe Wärmespeicherfähigkeit,
  • guter Brandschutz,
  • hohe Maßgenauigkeit,
  • mineralische Zusammensetzung,
  • große Tragfähigkeit bei vergleichsweise schlanken Wänden.

Gerade in Mehrfamilienhäusern und bei dicht bebauten Grundstücken ist der gute Schallschutz ein wesentlicher Vorteil.

Wie gut ist der Schallschutz?

Kalksandstein besitzt aufgrund seiner hohen Rohdichte gute Voraussetzungen für den Luftschallschutz.

Vereinfacht gilt bei einschaligen massiven Wänden:

Je größer die flächenbezogene Masse einer Wand, desto besser kann ihre Schalldämmung sein.

Deshalb erreichen Kalksandsteinwände bei gleicher Dicke häufig bessere Schalldämmwerte als wesentlich leichtere Mauerwerksarten.

Die tatsächliche Schalldämmung hängt allerdings vom gesamten Bauteil ab. Relevant sind unter anderem:

  • Wanddicke,
  • Rohdichteklasse,
  • Putz,
  • Anschlüsse,
  • flankierende Bauteile,
  • Öffnungen und Installationen.

Der Stein allein bestimmt daher nicht den Schallschutz eines Gebäudes.

Wie gut dämmt Kalksandstein?

Bei der Wärmedämmung gehört Kalksandstein nicht zu den leistungsfähigsten Mauersteinen.

Seine vergleichsweise hohe Rohdichte führt zu einer höheren Wärmeleitfähigkeit als bei leichten hochporösen Baustoffen.

Deshalb werden Außenwände häufig als mehrschichtige Konstruktionen ausgeführt, zum Beispiel:

Kalksandstein + Wärmedämmung + Putz

oder

Kalksandstein + Wärmedämmung + Verblendmauerwerk

Bei solchen Konstruktionen übernimmt der Kalksandstein vor allem Tragfähigkeit, Schallschutz und Wärmespeicherung. Die eigentliche Wärmedämmung übernimmt eine separate Dämmschicht.

Warum werden Kalksandstein und Dämmung getrennt?

Die Konstruktion folgt dem Prinzip der Funktionstrennung.

Anstatt einen Mauerstein zu verwenden, der gleichzeitig tragen und stark wärmedämmen soll, werden die Aufgaben auf unterschiedliche Schichten verteilt:

  • Kalksandstein trägt die Lasten,
  • die Dämmschicht reduziert Wärmeverluste,
  • Putz oder Fassade übernimmt den Witterungsschutz.

Dadurch können die einzelnen Materialien gezielt für ihre jeweilige Aufgabe ausgewählt werden.

Ist Kalksandstein tragfähig?

Ja. Kalksandstein besitzt hohe Druckfestigkeiten und eignet sich sehr gut für tragendes Mauerwerk.

Dadurch können auch schlanke Wände hohe Lasten aufnehmen.

Welche Wanddicke und welche Steinfestigkeit erforderlich sind, hängt unter anderem ab von:

  • Gebäudehöhe,
  • Geschosszahl,
  • Wandlänge,
  • Deckenlasten,
  • Öffnungen,
  • statischem System.

Bei tragenden Wänden sind deshalb die Vorgaben der Tragwerksplanung maßgeblich.

Eignet sich Kalksandstein für Innenwände?

Kalksandstein wird häufig für tragende und nicht tragende Innenwände eingesetzt.

Vorteile sind insbesondere:

  • guter Schallschutz zwischen Räumen,
  • hohe Stabilität,
  • gute Möglichkeiten zur Befestigung schwerer Gegenstände,
  • hohe Wärmespeicherfähigkeit.

Gerade bei Wohnungstrennwänden sind hohe Rohdichten von Vorteil.

Kalksandstein und Wärmespeicherung

Kalksandstein kann aufgrund seiner hohen Masse relativ viel Wärme aufnehmen.

Im Sommer können massive Innenwände Wärme aus der Raumluft zwischenspeichern. Sinkt die Raumtemperatur später, geben sie einen Teil dieser Wärme wieder ab.

Dieser Effekt kann Temperaturschwankungen reduzieren.

Die Wärmespeicherfähigkeit darf allerdings nicht mit Wärmedämmung verwechselt werden.

Ein Baustoff kann viel Wärme speichern und gleichzeitig Wärme vergleichsweise gut leiten.

Ist Kalksandstein feuchtebeständig?

Kalksandstein ist ein mineralischer Baustoff, kann jedoch Wasser aufnehmen.

Deshalb müssen Außenbauteile und besonders der Sockelbereich konstruktiv gegen Feuchtigkeit geschützt werden.

Dauerhafte Durchfeuchtung kann:

  • die Wärmedämmeigenschaften verschlechtern,
  • zu Verfärbungen führen,
  • angrenzende Bauteile belasten.

Kalksandsteinmauerwerk benötigt daher – abhängig von der Konstruktion – einen geeigneten Witterungs- und Feuchteschutz.

Wie wird Kalksandstein verarbeitet?

Kalksandsteine sind in unterschiedlichen Formaten erhältlich.

Dazu gehören:

  • klassische Mauersteine,
  • Plansteine,
  • großformatige Planelemente.

Maßhaltige Plansteine können mit Dünnbettmörtel verarbeitet werden.

Großformatige Elemente ermöglichen einen schnellen Baufortschritt, erfordern wegen ihres Gewichts jedoch häufig Versetzgeräte oder kleine Krane.

Kalksandstein oder Porenbeton?

Beide Baustoffe verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte.

Kalksandstein bietet insbesondere:

  • hohe Tragfähigkeit,
  • hohen Schallschutz,
  • hohe Wärmespeicherfähigkeit.

Porenbeton punktet dagegen vor allem mit:

  • niedriger Wärmeleitfähigkeit,
  • geringem Gewicht,
  • einfacher Bearbeitung.

Eine einschalige Außenwand aus Porenbeton kann deshalb unter Umständen ohne zusätzliche Dämmschicht auskommen. Bei Kalksandstein ist für heutige energetische Anforderungen in der Regel eine zusätzliche Wärmedämmung erforderlich.

Kalksandstein oder Ziegel?

Auch moderne Ziegel können tragende und wärmedämmende Funktionen miteinander verbinden. Hochwärmedämmende Ziegel enthalten zahlreiche Hohlräume und teilweise zusätzliche Dämmstoffe.

Kalksandstein setzt dagegen stärker auf hohe Rohdichte und Funktionstrennung.

Welche Bauweise sinnvoller ist, hängt von den Anforderungen an:

  • Wärmeschutz,
  • Schallschutz,
  • Tragfähigkeit,
  • Wanddicke,
  • Kosten,
  • Bauweise

ab.

Einen ausführlichen Vergleich verschiedener Mauerwerksarten bietet der Ratgeber Welcher Baustoff ist der beste für den Hausbau?.