Auf was ist beim Kauf von Akku-Werkzeug zu achten?

War Akku-Werkzeug vor 20, 30 Jahren noch ziemlich exotisch, hat sich das mittlerweile sehr geändert. Zumindest der Akkuschrauber gehört mittlerweile zur Grundausstattung des Heimwerkers. Der Markt bietet jedoch noch weit mehr an Akkugeräten – von Sägen über Schleifgeräte bis hin zu Heckenscheren und Rasenmäher.

Dank fehlendem Kabel sind sie äußerst praktisch und komfortabel zu bedienen. Doch welche Geräte taugen was? Welche Leistung muss der Akku haben? Welche unterschiedlichen Akkus gibt. Hier bekommen Sie alle Antworten zum Thema Akku-Werkzeuge.

Akku-Werkzeug

Welches Akkus gibt es?

Im Wesentlichen gibt es drei Akku-Typen, jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile:

  • NiCD (Nickel-Cadmium)
  • NiMH (Nickel-Metallhybrid)
  • Lithium-Ionen-Akku (Li-Ion)

Typ #1: NiCD-Akkus

Der NiCD-Typ liefert eine Spannung von 1,2 V, die allerdings bei Belastung abfällt. Der Innenwiderstand ist sehr gering, was ihn für enorme Spitzenleistungen sogar bei extremen Temperaturen prädestiniert.

Allerdings wurden NiCD-Akkus bereits verboten, weil Cadmium sehr giftig ist. Seit dem 31.12.2016 gilt das Verbot auch für Akku-Werkzeuge. Zwar sind Ersatzakkus auch für ältere Werkzeuge nach wie vor erhältlich, aber der Heimwerker sollte bei einer Neuanschaffung nicht mehr auf Geräte mit diesen Stromspeichern setzen.

Besonders ihre Selbstentladung stellt einen erheblichen Nachteil dar. Wurde der Speicher länger nicht genutzt, kann man davon ausgehen, dass er keinen Strom mehr liefert.

Akku-Werkzeug
Ein zweiter Akku sollte auf jeden Fall dabei sein

Typ #2: NiMH-Akkus

Auch ein NiMh-Akku liefert 1,2 V. Die Leistungsfähigkeit ist verbessert und er kommt ohne das giftige Cadmium aus. Der Akku-Typ gilt aber als weniger robust, seine Empfindlichkeit gegenüber Tiefenentladung oder Umpolung macht ein intelligentes Ladegerät notwendig.

Bei einem neuen Akku-Werkzeug kommen die NiMh-Akkus deshalb nur in begrenztem Umfang zum Einsatz. Hauptsächlich ersetzen sie die älteren NiCD-Speicher.

Typ #3: Lithium-Ionen-Akkus

Gegenüber den beiden älteren Technologien bieten die neuen Geräte nur Vorteile. Auch sie verfügen über eine hohe Energiedichte, aber der Memory-Effekt entfällt. Eine Selbstentladung ist nur minimal vorhanden, ohne Bedenken kann man sie teilentladen oder nachladen.

Und die Akkus haben eine deutlich erhöhte Lebensdauer. Sie eignen sich besonders für dauerhafte Arbeitseinsätze im Gewerbe als auch für die gelegentliche Nutzung durch den Heimwerker im privaten Bereich.

Darauf kommt es bei einem guten Akku an

Akku-Werkzeuge definieren sich nach verschiedenen Faktoren wie Selbstentladung, Tiefenentladung, Kapazität oder Spannung. Erfahren Sie jetzt, was es damit auf sich hat und auf was Sie beim Kauf achten sollten.

Faktor #1: Selbstentladung

Jeder Akku verliert bei Belastung seine Ladung. Abhängig vom Typ geschieht dies jedoch auch bei Nichtbenutzung. Die verlorengegangene Energie kann der Anwender nicht nutzen, bei längerer Lagerung ist ein leerer Akku das Ergebnis.

Bei einem NiCD-Akku beträgt die Selbstentladung im Monat 15 Prozent, bei einem Li-Ion-Akku nur drei Prozent. Wer sein Werkzeug täglich nutzt, kann diesen Unterschied außer Acht lassen. Bei gelegentlicher Verwendung sind die Vorteile der neuen Akku-Technologie aber erheblich.

Faktor #2: Tiefenentladung

Von Tiefenentladung spricht man, wenn die Leistung eines Akkus so dermaßen absinkt, dass er gar keine Leistung mehr zur Verfügung stellt. NiCD-Speicher sind von diesem Phänomen allerdings nicht betroffen.

Von Zeit zu Zeit sollten sie sogar komplett entleert werden, um den Memory-Effekt zu verhindern. Nur für kurze Zeit darf ein NiMh-Akku der Tiefenentladung unterliegen, bei Li-Ion-Typen ist sie sogar gefährlich. Ein tiefenentladener Akku dieser Technologie sollte nicht weiter verwendet werden.

Denn innerhalb des Stromspeichers entstehen Kupferbrücken, die eine enorme Hitze bewirken oder sogar einen Kurzschluss. Möglich ist auch eine Entzündung oder sogar eine Explosion. Die modernen Akku-Geräte besitzen aber zur Sicherheit den Tiefentladeschutz, der im Werkzeug oder im Akku verbaut ist. Damit wird eine Tiefenentladung verhindert.

Festool Akkuschrauber
Kraftvoll und leicht: Akku-Schlagschrauber TID 18 von Festool

Faktor #3:  Kapazität

Die Kapazität eines Akkus geben die Hersteller in Milli-Ampere-Stunden an. Ein Stromspeicher mit 1 000 mAh liefert für eine Stunde 1 000 mA oder 200 mA über fünf Stunden. Danach stellt er bei Belastung keine Spannung mehr zur Verfügung. Dies sind selbstredend physikalische Zusammenhänge, die unabhängig von Marken oder Werkzeugtyp gültig sind.

Faktor #4:  Spannung

Ein Akku-Werkzeug verfügt über einen Stromspeicher mit einer bestimmten Spannung. Diese gibt man in Volt an, sie kann zwischen 3,6 V und 36 V (auch mehr) betragen. Die Spannung eines Akkus sagt aber nicht unbedingt etwas über die Leistung der Maschine aus.

Der gut informierte Heimwerker schließt zwar normalerweise von einer hohen Spannung auf eine hohe Leistung. Aber auch andere Faktoren sind hier zu beachten. Mit einer entsprechenden Getriebeübersetzung erreicht sogar ein Werkzeug mit geringer Spannung eine Leistung, die höher ausfällt als bei einem Werkzeug mit höherer Spannung.

Welche Leistung braucht ein Akku-Werkzeug?

Viele Heimwerker fragen sich vor einer Anschaffung, ob die Leistung des angebotenen Werkzeugs wohl ausreicht. Es gibt für dieses Problem aber keine pauschale Antwort, auch nicht beim geringsten der Zunft, dem Akkuschrauber.

Wesentlich ist vielmehr die Art des Werkzeugs und der Zweck, für den es angeschafft wird. Der Akkuschrauber ist ein beliebtes Werkzeug und soll uns hier als Beispiel dienen.

Nehmen wir an, ein durchschnittlicher Akkuschrauber hat bei 12 V Spannung eine Leistungsaufnahme von 150 W. Daraus ergeben sich 12,5 A für die Stromstärke. Der zugehörige Akkumulator liefert eine Kapazität von 2 Amperestunden ( 2 Ah), also 1 A für eine Stunde oder 2 A für eine Stunde.

Der Akkuschrauber kann also unter Belastung 9,6 Minuten lang verwendet werden. Das hört sich im ersten Moment nach wenig Arbeit (oder Kapazität) und viel Ladezeit an. Aber kleine Schrauben dreht man jeweils in 3 Sekunden fest, macht in 9,6 Minuten 200 Schrauben.

Und eine kleine Schraube lastet den Akkuschrauber mit Sicherheit nicht zu 100 Prozent aus, viel mehr Schrauben sind also möglich. Die Kapazität ist also nicht absolut zu sehen. Vielmehr kommt es darauf an, welche Arbeiten man ausführen will und welche Kapazität dann notwendig ist.

Akku-Winkelschleifer
Kraftvoll Trennen – ohne Kabel: Der Akku-Winkelschleifer AGC 18 von Festool

Ist ein Akku-Werkzeug mit 18 V zu empfehlen?

Kommt darauf an. In vielen Fällen reicht ein 12-Volt-Akku aus. Es gibt aber auch Fälle, wo Sie lieber ein Akku-Werkzeug mit 18 Volt nehmen sollten. Das gilt insbesondere bei Anwendungen, wo es richtig zur Sache geht. So zum Beispiel bei:

  • Winkelschleifern
  • Handkreissägen
  • Tischkreissägen
  • Kapp- und Gehrungssägen
  • Bohr- und Meißelhammer

Bei einem Akkuschrauber reichen hingen 12 Volt in der Regel aus. Damit müssen Sie nur Schrauben festdrehen, das schaffen die leistungsärmeren Geräte locker. Und wie sieht es mit der Kapazität aus?

Wer schon etwas länger einen Akkuschrauber verwendet, der weiß, dass 2 Ah bei normalem Einsatz vollkommen ausreichen. Aber bei Werkzeugen mit höherer Spannung braucht es auch einen besseren Akku. Bei 18 V sind 2 Ah das Mindeste, eine höhere Kapazität wäre zu empfehlen.

Außerdem sollte ein Wechselakku zur Verfügung stehen, der beim Arbeiten Strom liefert, während der andere aufgeladen wird. Dann ergibt sich jedoch gleich die nächste Frage. Denn der Konsument hat bisweilen die Wahl zwischen einem mit 4 Ah oder zwei Stromspeichern mit jeweils 2 Ah.

Die Variante mit zwei Geräten erweist sich aber als die bessere, denn ein dauerhafter Einsatz ist so gewährleistet. Mit dem größeren Akku arbeitet man zwar länger, aber dann ist eine längere Pause zum Aufladen notwendig. Gehört das Werkzeug zur Produktpalette einer der etablierten Marken, kann die Beschaffung eines zweiten Akkus einfacher sein als bei preiswerten Geräten.

Welches Akku-Werkzeug sollte der Heimwerker besitzen?

In einer gut sortierten Hobbywerkstatt findet sich heute ein erhebliches Sortiment an Akku-Werkzeug, denn das Angebot ist umfangreich. Angefangen hat alles mit dem Akku-Schrauber, den man mittlerweile sogar in Haushalten antreffen kann, hergestellt von den unterschiedlichsten unbekannten Marken.

Dazu kommen der Bohrschrauber, mit dem auch, wie der Name schon sagt, Bohrlöcher gesetzt werden können. Sogar einen Schlagschrauber und den Bohrhammer gibt es mittlerweile als Akku-Geräte.

Die Stichsäge, der Winkelschleifer, und die Handkreissäge diverser Marken komplettieren die Ausstattung, die ein Heimwerker vorhält. Schwingschleifer und Mini- oder Multitools sind für die Oberflächenbearbeitung in der Werkstatt inzwischen unersetzlich.

Akku-Heckenschere
Akku-Werkzeug wie diese Heckenschere bewährt sich perfekt im Garten (Foto: epr/Stiga)

Die Hersteller: Marken und Konkurrenten

Für das Akku-Werkzeug sind die selben Anbieter maßgebend wie bereits für die kabelgebundenen Maschinen. An erster Stelle sind die Marken Bosch und Makita zu nennen, die ausgereifte Produkte bei bester Verarbeitung mit hoher Zuverlässigkeit anbieten. Fast schon im Profibereich bewegen Sie sich mit Akku-Werkzeug von Festool.

Bei den Mini-Schleifern hat Dremel seit jeher eine Sonderstellung, der Markenname wurde sogar zur Bezeichnung für das entsprechende Werkzeug als Nachbau von anderen, preisgünstigen Herstellern.

Die Firma Black+Decker scheint sich von den Marken für Heimwerker abgewandt und auf Garten- und Haushaltsgeräte spezialisiert zu haben, nachdem sie jahrzehntelang als ernsthafter und einziger Konkurrent von Bosch galt. Nur noch einen 18 V Akkuschrauber bietet das Unternehmen als Akku-Werkzeug an.

Wenn es nur um den Preis gehen soll, folgt mit deutlichem Abstand zu den etablierten Marken die Firma Einhell. Die Werkzeuge gelten als zuverlässig, eignen sich aber eher nicht für den professionellen Einsatz. Für den Heimwerker im privaten Umfeld, besonders bei gelegentlicher Verwendung, sind die Produkte aber mehr als ausreichend.

Preiswerte Alternativen

Dies gilt auch für Firmen, die ihre Werkzeuge seit jeher über Discounter vertreiben. Im allgemeinen noch etwas preiswerter als Einhell, ist aber auch dieses Akku-Werkzeug für den Heimwerker meist völlig genügend.

Zu nennen sind Ferm Tools, die vornehmlich in Baumärkten als Aktionsware erhältlich sind. ALDI vertreibt die Produkte der Firma Workzone, Parkside ist bei Lidl untergekommen.

Übrigens bieten diese Maschinen zwar nicht unbedingt dieselbe Kapazität und Leistung wie die hochpreisigen Marken, der wesentliche Unterschied liegt aber meist in der dauerhaften Belastbarkeit. Sämtliches Akku-Werkzeug, vom Akkuschrauber bis zum leistungsstarken Bohrhammer, sei es von Bosch, Parkside oder anderen, ist aber auch im Internet erhältlich.          

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Welches Akku-Werkzeug soll es denn nun sein?

Sie wissen nun alles über Akku-Werkzeug und auf was Sie beim Kauf achten sollten. Sie können sich ganz entspannt auf die Suche machen – sei es im Fachgeschäft, im Baumarkt oder online.

Denken Sie daran: Qualität hat seinen Preis. Geben Sie lieber etwas mehr aus als sich ständig über schlechte Leistung und mangelnde Standfestigkeit der Akkus aufzuregen. Sie werden sehen – mit dem perfekten Akku-Werkzeug geht die Arbeit gleich viel leichter von der Hand.

Letzte Aktualisierung am 19.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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