Küche selbst planen oder Küchenplanung vom Experten?

Bei mir ist es gerade einige Monate her, da stand ich vor der Frage: Küche selbst planen oder planen lassen? Wobei es erst gar keine Frage war, meine Frau und ich wollten es selbst machen. Wir waren bei Ikea und diversen Möbel- und Küchenhäusern und merkten schnell – so wie wir uns das vorgestellt hatten, funktioniert es nicht. Da wir beide etwas größer sind, wollten wir eine höhere Arbeitsfläche, außerdem brauchten wir keinen Kühlschrank und keine Oberschränke. Kurzum – die Planung war nicht so einfach und wir fanden es ziemlich kompliziert, aus der Vielfalt an Möglichkeiten genau die richtige Küche für uns zu finden. Im Küchenhaus vor Ort haben wir daher die Planung weitestgehend einem Fachmann überlassen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, auf was es uns bei der Küchenplanung angekommen ist.

neue Küchenzeile
  • Save
Keine komplette Einbauküche, sondern nur eine neue Küchenzeile haben wir uns gegönnt

Das erwartet Sie in diesem Beitrag?

Einbauküche, Küchenblock oder individuelle Lösung?

Bevor Sie ihre neue Küche kaufen, sollten Sie überlegen, was Sie genau benötigen? Soll es alles aus einem Guss sein – also eine Einbauküche, die den kompletten Raum ausfüllt? Reicht Ihnen ein Küchenblock aus, der lediglich eine Wand abdeckt? Den Rest des Raumes können Sie dann ganz individuell gestalten. Wir haben zum Beispiel die eine oder andere Antitquität mit in den Raum integriert.

Zuvor hatten wir eine Küche, die wir ganz individuell aus Einzelstücken zusammengestelllt haben. Das hat auch seine Reize, wir wollten es aber diesmal etwas anders machen. Zu teuer sollte es aber auch nicht werden, da wir zur Miete wohnen und es bei Umzug oft nicht möglich ist, die Küche 1:1 in der neuen Wohnung wieder nutzen zu können. Und bei einem Weiterverkauf an den Nachmieter bekommt man in der Regel auch nicht mehr das, was man einst bezahlt hat.

Die richtige Arbeitshöhe?

Ich selbst mit fast zwei Meter groß, meine Frau über 1,80 Meter. Da war es klar, dass wir für dem Arbeitsbereich nicht die Standardhöhe wollten. Zum Glück gab es die Möbel in verschiedenen Höhen und da wir den Herd als Einbauvariante wählten, ist dieser nun auf gleicher Höhe wie die Arbeitsplatte. Vorher war das anders, da hatten wir zwar die Unterschränke auf Holzbalken aufgebockt, den Standherd jedoch nicht – er war demzufolge niedriger. Das sah nicht nur unschön aus, sondern ging zudem auf den Rücken, wenn wir länger am Herd standen.

Die gängige Arbeitshöhe in der Küche liegt bei 92 Zentimetern, damit ist der Abstand zwischen Oberkante Fußboden bis Oberkante Arbeitsplatte gemeint. Wollen Sie Ihre Küche ergonomisch einrichten, sollten Sie die Ellenbogenhöhe messen und davon 10 Prozent abziehen, das führt zu folgenden Werten:

EllenbogenhöheArbeitshöhe
125 cm 112,50 cm
117 cm 105,30 cm
115 cm 103,50 cm
112 cm 100,80 cm
110 cm 99,00 cm
107 cm 96,30 cm
105 cm 94,50 cm
102 cm91,80 cm
100 cm 90,00 cm
97 cm 87,30 cm
95 cm 85,50 cm
92 cm 82,80 cm
90 cm  81,00 cm

Welche Farbe sollen Front und Arbeitsplatte haben?

Was die Farben von Front und Arbeitsplatte angeht, hat man in der Regel heutzutage eine riesige Auswahl. Da unsere Küche nicht allzu groß ist, wollten wir auf jeden Fall eine helle Farbe. Ganz Schneeweiß sollte es jedoch nicht sein, da wir bereits Oberschränke aus einer älteren Küche hatten, die im Verlauf der Jahre etwas dunkler und gelblicher geworden sind. Unsere Fronten sind daher in einem leichten Cremeton. Die gleiche Farbe wählten wir auch für die Küchenrückwand, obwohl uns der Küchenverkäufer eher auf einen Holzton schieben wollte.

Holzfarben sollte aber bereits die Küchenarbeitsplatte werden, außerdem der Küchenboden. Zusammengenommen wäre es uns zu viel Holz geworden und zu unruhig. Generell haben wir darauf geachtet, dass die Holzmaserung nicht allzu wild ausfällt und zum Küchenboden passt. Beides ist nun Eichenachbildung und hat in etwa die gleiche Farbe. Prinzipiell sollten Sie bei den Farben jedoch auf das eigene Gefühl achten und sich nicht zu sehr von anderen bequatschen lassen. Sie müssen jeden Tag darin arbeiten, nicht der Küchenplaner, der Nachbar oder Ihre Mutter.

Schubladen, Ausziehschränke oder Regale?

Wenn Sie Ihre Küche planen, müssen Sie sich früher oder später für die eine oder andere Variante unterscheiden. Wir haben uns für einen Ausziehschrank auf der rechten Seite und Regale mit Tür auf der linken Seite neben dem Herd entschieden. Mit dem Ausziehschrank sind wir voll zufrieden, obwohl er um einiges teurer als ein herkömmlicher Schrank mit Türen ist.

Er ist jedoch überaus praktisch, denn man sieht doch alles auf einen Blick. Bei Regalen ist das anders. Was hinten steht, ist meist nicht mehr sichtbar und somit mehr oder weniger aus dem Sinn. Irgendwann fällt der Schrankinhalt dann einem Ausmisten zum Opfer, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum längst abgelaufen ist. Auch Töpfe und Pfannen lassen sich in einem Ausziehschrank sehr viel komfortabler aufbewahren. Es muss nicht jedes Mal der halbe Schrank ausgeräumt werden, wenn man die kleine Pfanne ganz hinten unten verwenden möchte.

Geht es um Küchenmöbel, ist natürlich immer auch die Küchenspüle ein Thema. Übliche Materialien sind Granit, Keramik oder Edelstahl mit all ihren Vor- und Nachteilen. Darüber habe ich an anderer Stelle bereits ausführlich geschrieben. Für meine Küche habe ich Edelstahl gewählt, das ist robust und pflegeleicht.

Welcher Boden eignet sich für die Küche?

Welche Fußböden sich für die Küche eignen, habe ich in einem anderen Beitrag bereits ausführlich beschrieben. Für uns kamen nur Laminat und Vinylboden in Frage. Wir wollten einen einfach zu verlegenden Boden, der sich zudem für die Verlegung eignet. Da wir zur Miete wohnen, muss alles wieder restlos zu entfernen sein, wenn wir einmal ausziehen und der Vermieter darauf besteht.

Meine erste Idee war, einen Vinylboden zu verlegen, da sich dieser besser mit Feuchtigkeit verträgt, was in der Küche schon ab und an einmal passieren. Im Fachgeschäft wurde uns allerdings davon abgeraten, da der Vinylboden zu dünn sein und brechen könne, wenn er nicht auf einem vollkommen ebenen Untergrund verlegt wird. Wir haben uns daher für einen Laminatboden entschieden, der durch entsprechende Kantenversiegelung auch in Feuchträumen genutzt werden kann. Nach etwa einem halben Jahr Nutzung sind wir damit auch noch voll zufrieden.

Planen Sie eine flexible und ausreichend helle Beleuchtung

Der Ausgang für die Deckenbeleuchtung ist in unserer Küche an einer denkbar ungünstigen Stelle – weit weg von dem Bereich, wo gearbeitet wird. Wir brauchten daher noch eine zusätzliche Arbeitsbeleuchtung. In unserer Dunstabzugshaube ist bereits ein Licht integriert, über dem Herd brauchten wir daher nichts mehr, nur noch rechts und links davon.

Auf der rechten Seite ist nur noch ein kurzes Stück Arbeitsplatte. Hier reicht uns eine Steckdosenleuchte aus, die ihr Licht punktgenau dorthin projiziert, wo wir Licht benötigen. Auf der linken Seite des Herdes hängen zwei Oberschränke. Dort haben wir längliche LED-Unterbauleuchten installiert, die ein flächiges Licht nach unten abgeben.

Wenn Sie wissen wollen, wie viel Lux Sie in der Küche benötigen, hängt das von verschiedenen Faktoren wie Tageslichteinfall und persönlichen Vorlieben ab. Als Richtmaß empfehlen Experten eine Lichtstärke von 300 bis 500 Lux im Arbeitsbereich – haben Sie einen Esstisch in der Küche, kann es dort ruhig etwas gemütlicher sein.

Planen Sie genügend Steckdosen ein

Steckdosen kann es in der Küche nicht genug haben – gerade im Bereich der Arbeitsfläche. Wenn Sie Ihre Küche planen, sollten Sie daher darauf achten, genügend Anschlussmöglichkeiten vorzusehen. Wir haben unserem Küchen-Aufbaupersonal ein paar Euros extra bezahlt, damit Sie uns eine Leitung in die Ecke der Küche legen und dort einen Mehrfachstecker montieren. So ist jetzt genügend Platz für Toaster, Wasserkocher und Rührgerät.

Welche Wandfarbe für eine kleine Küche?

Wie bei der Farbe der Küche und der Arbeitsplatte, ist es auch bei der Wandfarbe einzig Ihre Entscheidung, was Sie dort wählen. In kleineren Küchen (wie unserer), sind jedoch hellere Farben besser geeignet. Sie reflektieren das Licht besser als dunkle Farben. Die Küche wirkt dadurch automatisch etwas größer.

Apropos reflektierende Farben: Hier arbeiten natürlich auch Hochglanzfronten ganze Arbeit. Allerdings sollten Sie diese nur wählen, wenn Sie gerne putzen. Sind kleine Kinder im Haus, die mit ihren Schokofingern gerne alles anfassen möchten, sind matte Farben wahrscheinlich die bessere Wahl. Ich möchte Sie an dieser Stelle jedoch nicht von einer Hochglanzfront abbringen. Wenn Sie das haben wollen, dann nehmen Sie es auch.

Wie viel kostet eine Küche im Durchschnitt?

Diese Frage lässt sich unmöglich beantworten, da der Preis von vielen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel dem Material, Design, den integrierten Geräten und der Größe der Küche. Vielleicht benötigen Sie auch keine komplette Einbauküche wie zum Beispiel ich, dann wird es günstiger. Wir haben allerdings eine Küche nach Maß einbauen lassen. Geld können Sie sparen, wenn Sie eine Küche kaufen, wie sie im Prospekt angeboten wird. Allerdings muss das dann auch einigermaßen zu den vorhandenen Maßen passen.

Je nach Qualität, Marke und Ausstattung kann eine neue Küche einige hundert Euro kosten oder auch einige tausend Euro. Wenn Sie nur ein bestimmtes Budget haben, sollten Sie vorher genau überlegen, was Sie unbedingt benötigen und auf was Sie gegebenenfalls verzichten können. Mitunter kann es sich auch lohnen, verschiedene Angebote einzuholen oder von vornherein dem Küchenverkäufer sagen, welches maximale Budget Sie haben.

Was muss ich bei der Küchenplanung beachten?

Abschließend noch 5 wichtige Dinge, die Sie beim Planen Ihrer Küche beachten sollten:

  1. Funktion: Überlegen Sie sich, wie Sie die Küche nutzen möchten, und planen Sie entsprechend. Berücksichtigen Sie die Anzahl der Personen, die in der Küche arbeiten werden, und den Platzbedarf für Vorräte, Geschirr und Geräte.
  2. Layout: Wählen Sie ein Layout, das für Ihre Bedürfnisse und die Größe Ihrer Küche geeignet ist. Beliebte Optionen sind zum Beispiel das U-förmige, das L-förmige und das Galerie-Layout. Bedenken Sie auch, wie Sie die Arbeitsflächen, den Kühlschrank und die Geräte anordnen möchten. Erfahren SIe mehr über die verschiedenen Küchenformen.
  3. Materialien: Wählen Sie Materialien aus, die langlebig, pflegeleicht und gut aussehen. Beliebte Materialien für Arbeitsplatten sind zum Beispiel Granit, Quarz und Marmor. Bedenken Sie auch, wie die Materialien mit den anderen Elementen in der Küche harmonieren.
  4. Beleuchtung: Planen Sie die Beleuchtung sorgfältig, um sicherzustellen, dass die Küche ausreichend beleuchtet ist. Berücksichtigen Sie das Tageslicht, das in die Küche hineinfällt, und den Platzbedarf für zusätzliche Beleuchtung wie Unterbauleuchten und Pendelleuchten.
  5. Lagerung: Berücksichtigen Sie den Platzbedarf für Vorräte und Geschirr und planen Sie entsprechende Stauräume ein. Beliebte Optionen sind zum Beispiel Schrank- und Regalsysteme, Geschirrschränke und Kücheninseln mit integrierten Lagermöglichkeiten.

Und wie sieht Ihre ultimative Küchenplanung aus?

Da wir selbst nicht so viel Ahnung von Küchenplanung hatten, haben wir uns sehr über professionelle Unterstützung gefreut. Wir haben dem Planer lediglich die Größe der Küche mitgeteilt sowie die Anschlüsse von Strom und Wasser. Innerhalb weniger Minuten hatte er dann die Küche so geplant, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das alles geschah im Küchenhaus, der Planer kam aber auch noch persönlich vorbei, um Aufmaß zu nehmen. Der Aufbau der Küche erfolgte dann ziemlich reibungslos innerhalb eines halben Tages. Die Monteure haben sogar noch den einen oder anderen Extrawunsch realisiert – gegen eine zusätzliche Bezahlung selbstverständlich.

  • Save

Schreibe einen Kommentar