Dampfsperre oder Dampfbremse – Unterschiede und Verwendung

Das Problem von Schimmel in der Wohnung hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Ursache kann ein falsches Lüftungsverhalten, eine schlechte Dämmung oder eine unzureichend angebrachte oder gar fehlende Dampfsperre bzw. Dampfbremse sein. Ich möchte an dieser Stelle die Wirkungsweise und Unterschiede dieser Baufolien einmal näher betrachten.

Dampfbremse anbringen
Dampfbremse anbringen. Foto: pro clima

Warum Dampfbremsen und Dampfsperren verwendet werden

Dampfbremsen und Dampfsperren sorgen einerseits für trockene Wände, andererseits gibt es aber auch immer wieder Probleme mit ihnen, weil sie falsch verwendet werden. Dass solche Folien so häufig verwendet werden, liegt auch an der Energieeinsparverordnung. Diese verlangt eine luftdichte Gebäudehülle und bestens gedämmte Häuser.

Durch solche Wände bzw. Dächer kommt keine Feuchtigkeit mehr nach draußen. Wenn sie auf ihrem Weg dorthin nicht aufgehalten wird, setzt sich die Feuchtigkeit jedoch in der Dämmung bzw. der Wand- oder Dachkonstruktion fest. Ist es erst einmal so weit, dann ist der Schimmelschaden nicht mehr fern. Zumal eine feuchte Dämmschicht ihre Dämmwirkung verliert.

Der kleine Unterschied zwischen Dampfbremse und Dampfsperre

Dampfsperren bzw. Dampfbremsen verhindern, dass die Feuchtigkeit Schaden anrichten kann. Dabei funktionieren die beiden Folien auf unterschiedliche Weise. Während die Dampfsperre überhaupt keine Feuchtigkeit durchlässt, kann sie bei Dampfbremsen in dosierten Mengen durchschlüpfen. Und das in beide Richtungen, so dass eine feuchte Konstruktion auch wieder austrocknen kann.

Nicht immer jedoch darf eine Dampfbremse verwendet werden, manchmal muss man auch zu rigorosen Mitteln – also zu einer Dampfsperre greifen. Im Folgenden soll kurz erläutert werden, wann eine Dampfbremse und wann eine Dampfsperre zum Einsatz kommen muss.

Was ist der Sd-Wert?

Im Zusammenhang mit diesen beiden Baufolien ist der Sd-Wert eine wichtige Kenngröße. Dieser steht für die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke und wird in Metern angegeben. Der Sd-Wert ist ein rein virtueller Wert. Ist er zum Beispiel mit der Zahl 5 angegeben, bedeutet das, dass Wasserdampf bei der Wanderung durch die Folie ebenso viel Zeit benötigt, wie durch eine fünf Meter breite Luftschicht.

Je größer der Wert, desto mehr nähert sich die Baufolie einer Dampfsperre an. Übersteigt er einen Wert von 1.500, darf von Dampfsperre gesprochen werden. Alles darunter zählt zur Gattung der Dampfbremsen. Die Entscheidung, ob Dampfsperre oder Dampfbremse hängt u.a. von den verwendeten Materialien ab.

Dampfsperren sind fehleranfällig

Auf den ersten Blick könnte man jedoch meinen, dass mit dem Anbringen eine Dampfsperre alle Probleme gelöst wären. Kommt keine Feuchtigkeit in die Konstruktion, kann auch nichts schimmeln. Das mag in der Theorie so zutreffen, doch in der Praxis sieht es etwas anders aus. Da ist dann vielleicht noch Feuchtigkeit in der Konstruktion vorhanden, die wegen der Dampfsperre nicht mehr entweichen kann. Und schon hat der Schimmel freie Bahn.

Auch wenn die Dampfsperre ein Leck hat, gelangt Feuchtigkeit in die Wand oder in das Dach. Wenn möglich, wird heutzutage daher auf diffusionsoffene Materialien und damit eine Dampfbremse zurückgegriffen.

Die Wanderung der Feuchtigkeit ist keine Einbahnstraße

Während früher die Diffusionsfähigkeit der verwendeten Materialien von innen nach außen stetig zugenommen hat, sieht das bei modernen Wandaufbauten häufig anders aus. Diese sind nach beiden Seiten diffusionsoffen. Das macht Sinn, findet die Feuchtewanderung je nach Jahreszeit und Witterungsbedingungen mal in die eine und mal in die andere Richtung statt.

Die Wanderung der Feuchtigkeit ist also keine Einbahnstraße, sondern ein dynamischer Prozess. Im Sommer wandert die Feuchtigkeit zum Beispiel bevorzugt von draußen nach drinnen. Da herrscht im Außenbereich eine hohe Luftfeuchtigkeit, während es im Haus eher trocken und kühl ist. Im Winter kehrt sich die Situation um, da will die feuchte und warme Heizungsluft nach draußen in die Kälte. Herrschen solche dynamischen Zustände vor, ist die Dampfbremse die bessere Wahl.

Sonderfälle Kühlhaus und Dampfbad

Manchmal ist es jedoch eindeutig, in welche Richtung die Feuchtigkeit transportiert wird. Bei solch statischen Lastfällen, wie der Fachmann sie bezeichnet, muss eine Dampfsperre angebracht werden. Ein statischer Lastfall herrscht beispielsweise bei einem Kühlhaus vor. Dort ist es immer kälter als draußen, die Feuchtigkeit möchte also immer ins Kühlhaus gelangen. Dies wird durch eine Dampfsperre verhindert, die auf der warmen Seite, beim Kühlhaus also außen, vorgesehen werden muss.

Das Gegenteil vom Kühlhaus ist das Dampfbad. Hier braucht es ebenfalls eine Dampfsperre, in diesem Fall allerdings auf der Innenseite der Wände. Eine Dampfsperre ist ebenfalls dann angesagt, wenn der Feuchtetransport nur in eine Richtung funktioniert. Als Beispiel lässt sich hier die Kelleraußenwand nennen, die auf der einen Seite mit einer Bitumendickbeschichtung abgedichtet wurde.

Feuchtadaptive Dampfbremsen als Lösung bei Problemen mit der Feuchtigkeit

Eine neue Entwicklung der vergangenen Jahre sind die sogenannten feuchteadaptiven Dampfbremsen, die auch als „Klimamembrane“ bezeichnet werden. Diese intelligenten Baufolien haben eine variable Dampfdurchlässigkeit. Je nach Jahreszeit und vorherrschender Luftfeuchtigkeit, verändert die feuchteadaptive Dampfbremse ihren Sd-Wert. Wirkt die Folie im Winter fast wie eine Dampfsperre, die nur wenig Feuchtigkeit durchlässt, ändert sich das im Sommer radikal. Auf einmal ist die Dampfbremse extrem diffusionsoffen.

So kann die sich im Winter angesammelte Feuchtigkeit wieder entweichen und verdunsten. Die feuchteadaptive Dampfbremse funktioniert allerdings nur, wenn der Dämmstoff dampfdurchlässig ist. Zum Einsatz kommen diese Baufolien bevorzugt bei der Steildachdämmung. Insbesondere bei der Aufsparrendämmung kann sie ihre Vorzüge ausspielen. Die feuchteadaptive Dampfbremse wird in diesem Fall über die Sparren geführt.

Klimamembran im Langzeittest

Die diffusionsoffene Vario Klimamembran von Isover ist solch eine intelligente Dampfbremse. Der Hersteller hat seine Klimamembran einem Langzeittest unterzogen. Dabei wurden 2007 zwei feuchte Holzstücke luftdicht eingepackt – einmal in die Klimamembran und einmal in eine herkömmliche PE-Folie. Nach 10 Jahren das Ergebnis: Das in PE-Folie eingepackte Holz ist von Holzfäule und Schimmel befallen, das in der Klimamembran verpackte Stück blieb unverseht. Eben weil die feuchteadaptive Dampfbremse Feuchtigkeit abführen kann. So konnte das Holzstück austrocknen und blieb dann all die Jahre trocken.

Isover Klimamembran
Der in Vario verpackte Holzklotz ist nach 10 Jahren noch völlig unversehrt. Beide Holzteile wurden mit Vario Multitape verschlossen.
verrottetes Holz
Holzfäule und Schimmel haben dem in PE-Folie gelagerten Holz deutlich zugesetzt

Fotos: ISOVER

 

27 Gedanken zu „Dampfsperre oder Dampfbremse – Unterschiede und Verwendung“

    • Hallo Herr Schnabel,

      ohne konkret zu wissen, wo genau die Folie verbaut werden soll, ist es schwierig, eine Antwort darauf zu geben. In der Regel sollte bei einem Holzhaus eine Dampfbremse ausreichen.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

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    • Hallo Herr Hochwarth,
      sollte ich eine Sperre oder dampfbremse bei einen Badezimmer verwenden?
      Dessen Decke ist das Dach, beststehend aus 20cm mineralwolle isover Zwischensparren Dämmung, darüber 4cm Luft, dann osb Platten worauf die Schweißbahn aufgebracht ist und darüber Latung und Ziegel.
      Möchte bei dieser Sache keine Fehler machen, und hoffe das sie mir dabei helfen können.

      Mit freundlichen Grüßen

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      • Hallo Herr Hädrich,

        ich würde in diesem Fall zu einer Dampfsperre tendieren, zumal keine Feuchtigkeit nach oben abtrocknen kann, das verhindert die Schweißbahn. Wichtig ist bei der Verwendungen von Dampfsperren jedoch, dass alles besonders dicht ist, es darf keine Feuchtigkeit in die Dämmung kommen. Also alles schön abkleben mit geeignetem Klebeband.

        Viele Grüße
        Dominik Hochwarth

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  1. Guten Tag,

    ich habe bei einer Renovierung festgestellt, dass bei meinem fast 40 Jahre altem Haus mit Steildach und Zwischensparrendämmung als Unterspannbahn Dragofol benutzt wurde. Die Dampfdiffusion nach aussen ist also ziemlich versperrt. Gilt hier trotzdem, was Sie oben ausführen, dass innen eine feuchteadaptive Dampfbremse einen Feuchteniederschlag mit Schimmelbildung in der Dämmung verhindert würde, oder empfehlen Sie in meinem Falle, doch eine Dampfsperre vorzusehen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort

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    • Hallo Herr Holick,

      eine feuchteadaptive Dampfbremse sorgt im Winter dafür, dass keine Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt und im Sommer dafür, dass auf andere Wege in die Dämmung gelangte Feuchtigkeit austrocknen kann. Die Wirkung erfolgt immer zur Innenseite des Daches. Es ist daher eigentlich egal, ob die Unterspannbahn dampfdicht ist oder nicht.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dominik Hochwarth

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      • Hallo Herr Hochwarth,
        wir haben vor kurzem ein Haus mit Steildach 1,5-geschossig übernommen.
        Die Decke des Dachgeschosses ist mit Glaswolle (Stopfwolle) aus den Jahren 1970-1980 ausgelegt und etwa 10cm dick.
        Die Schrägen auf dem Dachboden liegen komplett frei, heißt man schaut von innen gegen die Dachpfannen.
        Die Schrägen im Dachgeschoss sind von innen mit 2,5cm dicken Heraklith-Platten („Sauerkraut“-Platten) auf den Sparren beplankt und als Deckschicht eine Putzschichz von ca 1,5 cm. In die Sparrenzwischenräume wurde ebenfall 1970-1980 mit Stopfwolle (Glaswolle) vom Dachboden aus „nach unten“ gestopft, um so das Dachgeschoss zu dämmen.
        Nun stehen wir vor der alles entscheidenden Frage: Was sollen wir machen?!?!?
        Wir wollen ein vernünftig gedämmtes Haus haben, aber Kosten-Nutzen dabei nicht außer Acht lassen. Es gibt in der Theorie mehrere Lösungen, die mir jedoch bisher leider niemand (auch kein einziger Fachmann blsher glaubhaft bestätigt hat bzw selber unterbreitet hat. Jeder sagte jeweils unsicher etwas anderes….)
        Variante 1) Alles raus reisen und Folgend neu: Unterspannbahn zwischen die Sparren und Zwischensparrendämmung 12cm dick etwa. Darunter Klinamembran und dann Untersparrendämmung 4-8 cm dick. Deckschicht innen dann Rigips.

        Variante 2: Nachstopfen der vorhandenen Dämmung und innen gegen den Putz eine Klinamembran und dann Untersparrendämmung und wieder als Deckschicht Rigips innen.

        Variante 3: Stopfwolle unberührt lassen, innen gegen Putz und Heraklith-Platzen Klimambran und dann wieder Untersparrendämmung mit Innen Deckschicht Rigips.

        Variante 4: Dach abdecken und komplett neu machen.

        Die Frage wie schon geschrieben ist, welchen Kosten-Nutzen-Verhältnis ist am sinnvollsten und effektivsten.

        Dass ein komplett neues Dach inkl. Isolierung natürlich die beste Alternative ist, ist denke ich jedem klar, aber ob der Aufwand und die hohen Koaten halt auch im Verhäuzu anderen Möglichkeiten/Varianten wirklich lohnen ist die Frage!?!

        Welche Variante ist die beste bzw die, die am empfehlenswertesten ist?
        Und bzgl. Dämmkoeffizient, welche Wärmeleitfähigkeitsklasse sollten wir je nach Variante bevorzugen und welchen jeweiligen Dämmstoff?

        Oder empfehlen Sie uns etwas ganz anderes?

        Danke vorab für die reichhaltigen Antworten und Informationen und vor allem auch Hilfestellungen!!

        Hoffentlich könnt Ihr uns helfen!

        Grüße
        Frank

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        • Hallo Frank,

          bei den Varianten 1 bis 3 stimmt der Aufbau nicht so ganz. Die Klimamembran muss stets zur warmen Seite hin verlegt werden. Also erst Dämmung dann Folie.

          Von der Kosten-Nutzen-Rechnung würde ich auch Variante 4 ausschließen.

          Problematisch könnte es werden, wenn sie zusätzlich noch Dämmung von innen anbringen, da geht noch mehr Raum verloren. Sie sollten daher einen Dämmstoff mit möglichst niedriger Wärmeleitfähigkeit nehmen, dann kann die Dämmung dünner ausfallen. Über das Thema habe ich an anderer Stelle bereits ausführlich geschrieben: https://www.bauredakteur.de/daemmwerte-von-baumaterialien-und-bauteilen/

          Ich würde wahrscheinlich Variante 1 nehmen, generell sollten Sie das Ganze aber einmal von einem Fachmann durchrechnen lassen.

          Viele Grüße
          Dominik Hochwarth

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  2. Hallo!

    Bei einem Bauwagen aus Metall müsste dann eine Dampfsperre (innen) zum Einsatz kommen? Oder kann man bei diffusionsoffener Dämmung auch eine Dampfbremse einsetzen?

    Vielen Dank!
    Liebe Grüße

    Antworten
    • Hallo Frau Winzig,

      bei einer Dampfsperre kann Feuchtigkeit, die sich eventuell in der Dämmung befindet, nicht entweichen. Da finde ich eine Dampfbremse besser, am besten sogar eine feuchtadaptive Dampfbremse. Die wird im Winter quasi zur Dampfsperre, so dass kaum feuchte warme Luft in die Dämmung gelangt. Im Sommer wird sie zur Dampfbremse, und Feuchtigkeit kann nach innen entweichen. Ich habe übrigens einen netten Blog zum Thema Bauwagen-Ausbau gefunden: https://bauwagenausbau.jimdo.com/
      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

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  3. hallo,
    unser wurde mitte der 70er gebaut. beim kauf sagte man uns eine dachdämmung sei vor weniger als 10 jahren gemacht worden. das stimmte auch. als ich alte in den rigips eingesetzte halogenstrahler wechseln wollte, zeigte sich, bei einem blick durch die löcher, dass die Folie nicht schlüssig überall angebracht ist. ich entfernte mehr rigips. und sah: dass die bahnen nur lose getackert sind. nirgendwo sind klebeänder zu sehen auch Überlappungen sind nicht dicht… kann ich ohne den ganzen innenausbau abzureißen. Die isolierung, dampfbremsen etc von außen neu machen lassen? (und ja wir sind wg eigener dummheit beschissen worden… die dämmung ist wohl marke eigenbau. leider sind die vorbesitzer inzwischen verstorben. sie waren schon älter), Klagen geht also nicht…danke im avoraus, herzlicher Gruß, Daniel

    Antworten
  4. Guten Tag,

    ist es tatsächlich so, dass bei einer für die Dämmung der oberen Geschossdecke offen aufgeblasenen Zellulose-Dämmung auf eine Dampfbremse oder Dampfsperre u.U. verzichtet werden kann. Bei unserem Objekt wurde für die Dämmung der oberen Geschossdecke nachträglich eine Zellulose Dämmung in den Kaltdachboden eingeblasen (ca. 20cm). Der damalige Handwerker ist der Ansicht, die Zelloluse würde durch ihre Eingeschaft, Feuchtigkeit durchzulassen, keien Dampfbremse oder -sperre notwendig machen. Für eine Einschätzung wäre ich dankbar.

    Antworten
    • Hallo,

      wenn der Dachboden gut durchlüftet ist, braucht es keine Dampfbremse oder Dampfsperre, dann kann die Feuchtigkeit austrocknen. Auch wenn der Dachboden genutzt und somit beheizt wird, braucht es keine Folie. Aber das ist bei Ihnen, wie ich Ihrer Frage entnehme, nicht der Fall. Es ist aber nicht generell so, dass bei einer Zellulosedämmung auf eine Dampfbremse/Dampfsperre verzichtet werden kann.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

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  5. Hallo,
    ich bin gerade dabei eine neue Balkenlage als Geschossdecke zu errichten. Zwischen den Balken habe ich Steinwolle (Rockwool) Klemmrock eingebracht. Zum Dach hin ist die Fläche mit einfachem Rauhspund 23mm belegt. Die Decke wollte ich mit Rigips schließen. Über der Geschossdecke existiert ein ungedämmtes Dach, einfach nur Dachpfannen, was später einmal inkl. Dachstuhl ersetzt werden soll und dann auch gedämmt werden wird. Welche Art Dampfsperre wäre hier ratsam?
    Gilt eine Alufolie auch als Dampfsperre?
    Danke vorab.

    Antworten
    • Hallo,

      ja – es gibt Alufolien, die als Dampfsperre verwendet werden können. Ob Sie eine solche Dampfsperre benötigen, lässt sich aus der Ferne schlecht beurteilen. Ich würde ehe zu einer Dampfbremse tendieren. Dampfsperren kommen doch eher dort zum Einsatz, wo größere Temperaturgefälle zu erwarten sind. Zum Beispiel bei einer Sauna oder einem Kühlhaus.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  6. Hallo. Sind gerade dabei eine alte scheune in ein Wohnhaus umzubauen. Das Dach von der Scheune schaut folgendermasen aus(von oben) Dachziegel,latten,konterlatte,unterspahnbahn,22cm isover klemfilz 035. Jetzt ist die Frage ,was sollte von innen drauf-Dampfbremse oder feuchtadaptive dampfbremse? Dann gibt es noch einen Anbau der komplett neu aufgebaut wurde. Da kam von oben anstatts eine Unterspahnbahn 6cm Holzweichfasseeplatten drauf, kann man da das selbe sprich Dampfbremse oder feuchtadaptive dampfbremse benutzen? Vielen dank

    Antworten
    • Hallo,

      eine feuchteadaptive Dampfbremse brauchen Sie in der Regel nur, wenn die Feuchtigkeit nicht nach außen durch die Dachhaut entweichen kann. Dann muss eventuell anfallende Feuchtigkeit nach innen verdunsten. Ich weiß jetzt nicht, ob die verbaute Unterspannbahn diffusionsdicht oder diffusionsoffen ist. Ist sie dicht, sollten Sie besser eine Klimamembran verwenden. Holzweichfaserplatten sollten auf jeden Fall diffusionsoffen sein. Da müssten Sie mit einer normalen Dampfbremse auskommen.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  7. Guten Tag Herr Hochwarth,
    Ihre Seite ist wirklich sehr interessant und dass sie hier auf einzelne, spezielle Probleme auch eingehen ebenso lobenswert!
    Möglicherweise können Sie mir ja auch einen Tipp geben,
    ich habe schon mehrere Personen (einen Architekten, eine Kontaktperson bei proClima, …) nach einem Hinweis gefragt, aber nur unterschiedliche Meinungen bekommen ….

    Ich habe vor einen Kellerraum als Proberaum für eine Band umzubauen.
    Ich baue nach dem „Raum-in-Raum“-Prinzip, d.h. es wird Vorsatzschalen
    vor jeder Wand und eine abgehängte Decke geben, die untereinander
    luftdicht verbunden sein müssen. Die Vorsatzschale besteht aus 75mm
    Metall-Profilen (CW75) und bekommt als Dämmwolle Rockwool Sonorock
    Akustik (70mm); anschließend wird mit Knauf Silent Board (12,5mm) doppelt
    beplankt.

    Der Kellerraum ist bis jetzt ein Heizungsraum, in dem ehemals Ölbehälter
    standen – entsprechend dicht mit Putz und Farbe sollten auch die Wände
    bearbeitet worden sein. Weil 2 dieser 4 Wände Außenwände sind und deshalb
    1x komplett und 1x zur Hälfte im Erdreich sind und eine mögliche Trocknung der Wände bis jetzt (ohne Vorsatzschale) nach innen hin möglich war, möchte ich
    sichergehen, dass ich langfristig gesehen keine Probleme mit Feuchtigkeit
    und Schimmel hinter der Vorsatzschale bekomme.

    Meine Fragen:

    1) Welche Dampfbremse ist gut für meinen Anwendungsfall geeignet?
    z.B. die Pro Clima INTELLO?

    2) Wo ist die beste Position zum Anbringen einer Dampfbremsfolie
    in folgendem Aufbau:

    a = Außenwand (ca 30cm)
    b= Putz und Farbe (müsste wegen den Ölbehältern zumindest sehr „flüssigkeitsdicht“ sein)
    c = Luftspalt ca. 1cm
    d = Dämmwolle
    e = Gipskartonplatte 1
    f = Gipskartonplatte 2

    zwischen d und e ODER zwischen e und f?

    3) Sollte der Luftspalt (c) möglichst groß oder gar nicht vorhanden sein
    hieße die Dämmwolle berührt die Außenwand direkt und vollflächig?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

    Mit freundlichen Grüßen

    F. Dornieden

    Antworten
    • Hallo Herr Dornieden,

      schön, dass Ihnen meine Seite gefällt. Da Sie bereits einen Architekten und die Experten bei proClima gefragt haben, ist es für mich natürlich schwierig, noch etwas Neues beizutragen. Problematisch sind sicher die dichten Wände, da Feuchtigkeit nur in eine Richtung austrocknen kann. Doch hier scheint die Pro Clima Intello auch zu funktionieren, wie ich hier nachlesen konnte: https://de.proclima.com/systeme/luftdichtung-innen/intello/funktionsweise

      Wenn Sie die Pro Clima Intello verwenden, würde ich mich an die Ratschläge Ihrer Kontaktperson bei diesem Hersteller halten. Die wissen sicherlich am besten, wie ihre Produkte eingesetzt werden müssen.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  8. Hallo Herr Hochwarth,

    wir haben in unserem Dachspitz einen Schimmelschaden als Folge vom Estrich trockenheizen. Die Dachluke war nicht dicht.
    An der Decke vom OG zum DG haben wir eine feuchtevariable Dampfbremsfolie.
    Die Sanierung steht noch aus. Die Frage: Können Schimmelsporen mit der
    Feuchtigkeit durch die Dampfbremsfolie wandern oder gilt die Dampfbremsfolie
    als Sporendicht?

    Antworten
    • Hallo Herr Fischer,

      da bin ich ehrlicherweise überfragt. Ich weiß nicht, ob Schimmelsporen durch die Dampfbremse schlüpfen können. Man kann zwar Schimmelschäden mit einer Folie luftdicht verpacken, damit sich die Sporen nicht weiter ausbreiten, das sind dann aber eher dampfdichte Folien, also Dampfsperren. Das ist aber auch nur eine vorübergehende Lösung, bis der Schimmel entfernt wird.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  9. Hallo Herr Hochwarth,

    macht aus Ihrer Sicht eine Klimamembran bei einem Kaltdach (hinterluftet) Sinn? Ich denke da an die Sommerzeit, wo die Feuchtigkeit von Außen in die Dämmung eindringt und bei einer Dampfsperre nicht rein diffundieren kann. Oder reicht es, wenn die Wolle im Winter wieder nach Außen trocknet?
    Die zweite Frage wäre, ob aus genau diesem Grund eine Klimamembran als Unterdeckbahn Sinn machen würde, damit im Sommer von Außen weniger Feuchte eingetragen wird und die Folie im Winter wieder öffnet. Oder ist der Dampfdruck im Sommer so gering, dass die Klimamembran immer „offen“ ist und kein Unterschied zu diffusionsoffenen Unterdeckbahnen besteht?

    Mein Hintergrund: Renovierung meines Daches aus 80ern nach Leckage, bewohnbar und als Feuchteraum. Bisherige Konstruktion: 50mm HInterluftung + 100mm Alu-kaschierter Klemmfilz zwischen den Sparen + 50mm Alu-kaschierter Klemmfilz als Untersparrendämmung. Hat bisher scheinbar gut funktioniert.

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