Wer ein Steildach mit Betonpfannen oder Dachziegeln decken möchte, kommt meist ohne Unterspannbahn oder Unterdeckbahn nicht aus. Doch was ist der Unterschied? Wann kommen Unterdeckbahnen und wann Unterspannbahnen zum Einsatz? Belüftete und unbelüftete Dachkonstruktion sowie diffusionsoffene und diffusionshemmende Bahnen sind hier die Stichworte, die im Folgenden näher erläutert werden sollen.

Unterdeckbahn Unterspannbahn

Sowohl Unterdeckbahn als auch Unterspannbahn haben die Aufgabe, den Dachraum vor Wind, Regen oder Flugschnee zu schützen. Dies gilt insbesondere in der Bauphase, bevor die Dacheindeckung aufgebracht wird. Doch auch später schützen die Folien vor Witterungseinflüssen und sind daher unentbehrlicher Bestandteil der Hüllfläche eines Steildaches. Insbesondere Unterdeckbahnen müssen hohe Anforderungen bezüglich der Dichtigkeit gegenüber Schlagregen erfüllen.

Eine Luftraum unter der Dacheindeckung lässt das Regenwasser ablaufen

Unterdeckbahnen und Unterspannbahnen werden auf die Dachsparren genagelt und kommen direkt unter der harten Dacheindeckung zu liegen. Direkt bedeutet in diesem Fall, dass dennoch ein Belüftungsraum vorhanden sein muss, durch den das Regenwasser ablaufen kann. Dafür wird eine Konterlattung auf die Bahnen genagelt, in die werden dann danach die Ziegel oder Betonpfannen eingehängt. Da ist es ganz egal, ob es sich um eine Unterdeck- oder Unterdachbahn handelt.

Unterdachbahnen haben keine feste Unterlagen, das heißt, sie hängen zwischen den Sparren durch. Das gilt auch, wenn zwischen den Sparren eine Dämmung eingebracht wird. In diesem Fall muss ein Luftschlitz von etwa zwei Zentimetern bleiben, um die Belüftung sicherzustellen. Eine Unterdachbahn kommt also nur bei belüfteten Dachkonstruktionen zum Einsatz, dafür muss sie nicht besonders diffusionsoffen sein. Ein gängiger Sd-Wert für solch eine Bahn liegt bei drei Metern.

Unterschiedlicher Sd-Wert bei Unterspann- und Unterdeckbahnen

Der Sd-Wert steht für die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke. Ein wahrlich sperriges Wort, die Bezeichnung Sperrwert hat damit allerdings nichts zu tun. Der Wert gibt vielmehr den Widerstand an, den eine Bauteilschicht der Wasserdampfdiffusion entgegensetzt. Die eben erwähnte Unterdachbahn hat zum Beispiel den gleichen Widerstand wie eine drei Meter dicke Luftschicht, sie ist dann laut Definition diffusionshemmend. Sie lässt Wasserdampf somit nur ganz langsam durch.

Diffusionsoffen müssen hingegen Unterdeckbahnen ausgebildet sein, ein üblicher Sd-Wert liegt bei 0,2 m. Diese Folien liegen direkt auf einem festen Untergrund auf und kommen daher bei unbelüfteten Dachkonstruktionen zum Einsatz. Eine Zwischensparrendämmung kann in diesem Fall bis zur Dachschalung oder der Unterdeckbahn geführt werden. Auf eine innenseitige Dampfsperre oder Dampfbremse darf auf keinen Fall verzichtet werden, trotz diffusionsoffener Unterdeckbahn.

Unterdeckbahnen müssen besondere Anforderungen erfüllen

Damit Schlagregen sich nicht durch die Folie drückt, werden an die Unterdeckbahn besondere Anforderungen hinsichtlich der Schlagregensicherheit gestellt. Die Folien kommen nicht nur bei vollständig gedämmten Dächern zum Einsatz, sondern auch dann, wenn diese sehr verwinkelt sind. Hier lässt sich der einwandfreie Ablauf des Regenwassers mit Hilfe einer Unterspannbahn nur sehr schwierig realisieren. Hier sollte dann auf eine belüftete Dachkonstruktion verzichtet werden und dieser besser unbelüftet ausgeführt werden.

Video: So funktioniert das mit dem Verlegen der Unterdeckbahn

Unterschiede und Gemeinsamkeiten beim Verlegen der beiden Bahnen

Die Verlegung der Unterspann- und Unterdeckbahnen erfolgt parallel zur Traufe, also dem unteren Teil des Daches. Dort werden die Folien in der Regel bis auf das Traufblech geführt. Nach oben hin kommt es darauf an, ob es sich um ein unbelüftetes oder belüftetes Dach handelt. Ist es belüftet, endet die Bahn etwa 5 cm unter dem Scheitelpunkt des Firstes. So kann die Luft besser nach außen strömen. Das ist beim unbelüfteten Dach nicht notwendig, so dass die Folie über den First hinweg geführt werden kann.

Den Anschlüssen ist beim Verlegen der Unterdeck- und Unterspannbahnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. An Dachgauben oder Schornsteinen besteht immer die Gefahr, dass Feuchtigkeit eindringt, wenn die Bahnen nicht entsprechend hochgeführt und mit einer zusätzlichen Leiste gesichert werden. Sind Durchbrüche vorhanden, braucht es oberhalb von ihnen eine Rinne, die das Wasser zur Seite hin ableitet. Diese kann mit einem Streifen der Folie geformt werden.

Foto: Knauf Insulation