Zum Schutz vor Wind und Wetter braucht jedes Dach eine Eindeckung, die recht unterschiedlich ausfallen kann. Die meisten Steildächer sind sicherlich mit Dachziegeln oder Dachpfannen aus Beton gedeckt, doch es ist auch eine Dacheindeckung mit Kupfer und anderem Metall, Schiefer oder Reet möglich. Dem Hausbesitzer stehen also verschiedene Arten der Steildachdeckung offen, wobei die Kosten hierfür stark variieren. Mit einem fünfstelligen Betrag sollten Sie für eine neue Dacheindeckung aber auf jeden Fall rechnen.

Dacheindeckung Schiefer

So schön kann eine Dacheindeckung aus Schiefer sein. Foto: Rathscheck Schiefer

Wer es preisgünstig haben möchte, der deckt sein Dach zum Beispiel mit Betondachsteinen oder Stahlpfannen, die kosten pro Quadratmeter meist unter 20 Euro oder liegen knapp darüber. Für luxuriöse Dacheindeckungen aus Schiefer, Kupfer oder Reet geht schon einmal ein Vielfaches über die Ladentheke, doch Schönheit hat eben ihren Preis, das kennen wir aus anderen Bereichen.

Dacheindeckung mit Dachschalung oder nur mit einer Unterdeckbahn?

Die Dacheindeckung ist lediglich der sichtbare Teil der Dachkonstruktion. Zum Dachaufbau gehören meist noch Dachschalung, Unterdeckung, Dämmung oder Dachlatten, in die werden dann am Ende die Dachziegel oder Dachpfannen eingehängt. All diese Dinge haben natürlich ebenfalls ihren Preis.

So kostet eine Dachschalung zum Beispiel etwa zwischen 15 und 20 Euro pro Quadratmeter. Zum Einsatz kommen hierfür beispielsweise sägeraue Bretter mit einer Dicke von 24 mm oder gehobelte Bretter mit Nut und Feder, die 28 mm dick sind. Auch Holzfaserplatten und andere Platten sind als Dachschalung denkbar.

Dacheindeckung mit Tondachziegeln

Dacheindeckung mit Tondachziegeln. Foto: Erlus Tondachziegel

Auf der Dachschalung werden Unterdeckbahnen befestigt, die mit einem Preis von fünf bis sechs Euro pro Quadratmeter zu Buche schlagen. Fast ein Schnäppchen sind Dachlatten, für die pro Meter rund zwei Euro berechnet werden.

Als Alternative zur vollflächigen Dachschalung mit Unterdeckbahnen bieten sich Unterspannbahnen an. Die kommen heutzutage meist nur noch bei unausgebauten Dachböden (also eher selten) zum Einsatz. Auch wenn eine Zwischensparrendämmung vorgenommen wird, reichen Unterspannbahnen aus. Diese sind etwas günstiger als Unterdeckbahnen und die Schalung entfällt komplett.

Kleinvieh macht auch Mist – zusätzliche Kosten bei der Dacheindeckung

Weitere Kosten entstehen bei der Dacheindeckung an Kaminen, Dachgauben, durch Dachflächenfenster, Dachausstiege oder bei der Ortgangausbildung, wo spezielle Dachziegel oder Dachpfannen zum Einsatz kommen.

Ein Dachflächenfenster kostet mit Einbau zum Beispiel schnell 1.000 Euro und mit einem Fenster ist es meist nicht getan. Eine Dachausstiegsluke für den Schornsteinfeger ist mit 200 Euro vergleichsweise günstig. Und hiervon braucht es sogar nur eine.

Schneefanggitter oder Schornsteinverwahrung

Wer ein Schneefanggitter montieren möchte, wird bei einer Ausführung in Kupfer rund 50 Euro pro Meter los. Und wenn eine Dachdurchdringung angeschlossen werden muss, kostet dies rund sechs Euro pro Meter.

Die Schornsteinverwahrung schlägt mit rund 80 Euro pro Meter zu Buche. Von der Regenrinne und den Fallrohren wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden, da sind wieder einige tausend Euro weg, bis die Regenentwässerung sichergestellt ist.

Kosten der Dachdämmung nicht vergessen

Die Kosten für die Dachdämmung dürfen ebenfalls nicht vernachlässigt werden, gibt es doch heutzutage kaum ein Dach, das nicht ausgebaut wird. Bei Neubauten kommt meist die Aufsparrendämmung zum Einsatz. Diese Art zu dämmen eignet sich am besten, um Wärmebrücken zu vermeiden, zudem bleibt der Dachraum vollständig den Bewohnern vorbehalten.

Bei einer nachträglichen Dachdämmung kommt jedoch meist die Zwischensparrendämmung und/oder Untersparrendämmung zur Anwendung. Hierbei erfolgt die Dämmung von innen. Es stehen verschiedene Dämmmaterialien zu unterschiedlichen Preisen zur Verfügung.

Die Dacheindeckung und konkrete Preise

Kommen wir nun schließlich zur eigentlichen Dacheindeckung. Hier hat der Hausherr die Qual der Wahl bei der Vielzahl der Angebote. Oder auch nicht, denn viele Gemeinden schreiben in ihren Bebauungsplänen Farbe und Material der Dachdeckung vor.

Wer sich von den Häusern der Umgebung hinsichtlich des Daches abheben möchte, sollte daher vorsichtig beim Bauamt anfragen, ob glasierte blaue Ziegel oder ein Metalldach überhaupt möglich sind. Beim Reetdach sind die Anforderungen noch strenger, schließlich sind bei ihm zusätzlich noch die Belange des Brandschutzes zu beachten.

Dacheindeckung mit Alumiumprofilen

Dacheindeckung mit Alumiumprofilen. Foto: PREFA Metalldach

Rund dreiviertel aller Dächer sind hierzulande mit Ziegeln oder Dachsteine gedeckt. Dachziegel bewähren sich zum Beispiel seit rund 4.000 Jahren, die Häuser der alten Griechen und Römer waren bereits damit gedeckt. Damals kamen die falzlosen Biberschwänze zum Einsatz, mittlerweile gibt es hunderte von verschiedenen Ziegelarten – gefalzt und ungefalzt. Sie kommen auf Satteldächern, Walmdächern, Pultdächern oder Mansarddächern zum Einsatz und eignen sich für verschiedene Dachneigungen.

Kosten Dachziegel

Dachziegel werden bei etwa 900 Grad Celsius gebrannt und besitzen eine Lebensdauer von rund 60 Jahren. Damit kostet solch ein Dach nicht einmal ein Euro pro Lebensjahr. Die Preise fangen bei etwa 20 Euro für einfache Tondachziegel an und enden bei etwa etwa 45 Euro für eine Doppeldeckung mit Biberschwanzziegeln.

Die Preise verstehen sich pro Quadratmeter und beeinhalten Material und Arbeitslohn. Dachziegel machen sowohl auf modernen als auch auf historischen Bauten eine gute Figur.

Kosten Dachpfannen

Auf den ersten Blick günstiger sind Dachpfannen aus Beton, die bereits ab 16 Euro erhältlich sind, allerdings wird die Lebensdauer lediglich mit dreißig Jahren angegeben, liegt also bei der Hälfte eines Tondachziegels. Betonpfannen sind ebenfalls in verschiedensten Formen und Farben erhältlich. Die bekanntesten sind sicher die Frankfurter Pfannen.

Von Dachsteinen sind auch größere Formate erhältlich, mit denen ein Dach schnell und einfach gedeckt werden kann. Dachsteine sind weniger diffusionsfähig als Dachziegel, Feuchtigkeit kann also schlechter aus der Dachkonstruktion entweichen.

Kosten Schieferdach

Besonders edel ist ein Dacheindeckung mit Schiefer, was sich auch im Preis niederschlägt. Eine einfache Schieferdeckung im Bogenschnittverfahren kostet ab 45 Euro, für eine Altdeutsche Deckung werden jedoch bis zu 80 Euro pro Quadratmeter berechnet. Der hohe Preis lässt sich auch durch das hohe handwerkliche Können erklären, die ein Schieferdachdecker besitzen muss.

Nicht jeder Dachdecker ist in der Lage, ein Dach mit Schiefer einzudecken. Früher war Schiefer ein reines Luxusgut, das nur bei Burgen, Schlössern oder Klostern verwendet wurde. Heute werden auch viele Privathäuser mit dem langlebigen Naturmaterial eingedeckt. Ein Schieferdach ist nahezu wartungsfrei und kann 90 Jahre und älter werden.

Dacheindeckung mit Reet

Dacheindeckung mit Reet. Foto: deinostseeurlaub.de / pixelio.de

Kosten Metalldach

Immmer häufiger sind heuzutage Metalldächer in der modernen Architektur zu finden. Zum Einsatz kommen zum Beispiel Zink- und Kupferblech, Aluminium und Edelstahl. Der Preis ist relativ hoch, er liegt bei einem Zinkblechdach bei etwa 100 und bei einem Kupferdach sogar bei rund 150 Euro pro Quadratmeter.

Metalldeckungen sind in verschiedenen Blechformen und -profilen erhältlich. Sie sind äußerst langlebig und brauchen keine Pflege. Ein Kupferdach bildet mit der Zeit eine reizvolle Patina, das Dach schimmert dann grünlich, zu sehen ist dies auf vielen Kirchendächern.

Kosten Reetdach

Wer häufig an der Nordsee unterwegs ist, kennt auch Reetdächer. Diese Art der Dacheindeckung ist äußerst schick anzuschauen und nicht gerade günstig. Rund 100 Euro muss der Hausbesitzer für einen Quadratmeter hinlegen, damit sein Dach mit Reet eingedeckt wird. Das ist eine reine Spezialistenarbeit, denn dafür braucht es spezielle Reetdachdecker.

Sie bringen in mühevoller Kleinarbeit mit Deckstuhl und Klopfbrett das Reet auf das Dach und sorgen dafür, dass es nicht vom nächsten Sturm wieder weggeblasen wird. Reet ist ziemlich pflegebedürftig, es muss regelmäßig zumindest teilerneuert (hauptsächlich der First) werden. Ein Reetdach wird meist nur dort erlaubt, wo genügend Abstand zum Nachbarn vorhanden ist, damit im Brandfall das Feuer nicht übergreift.

Resümee: So laufen die Kosten einer Dacheindeckung nicht aus dem Ruder

Wir haben jetzt ziemlich viel über die Dacheindeckung und deren Kosten erfahren. Das Thema ist ziemlich komplex, da viele Positionen berücksichtigt werden müssen. Eine genaue Angabe der Dachdeckungskosten ist nicht möglich, da sie von vielen Faktoren abhängig ist. Die Preise variieren zum Beispiel von Region zu Region, zudem kommt es auf die Dachform, Dachgröße und Dachneigung an. Sollen Gauben oder Dachfenster integriert werden, treibt dies den Preis zudem nach oben.

Dacheindeckung mit Schiefer

Dacheindeckung mit Schiefer. Foto: Rathscheck Schiefer

Wer sein Dach neu eindecken oder sanieren lassen möchte, sollte auf jeden Fall mehrere Angebote einholen und genaustens vergleichen. Nicht immer ist das günstigste auch das Beste, vor allem sollte überprüft werden, was genau im Angebot alles mit drin ist und was zusätzlich noch gemacht werden muss. Nur so lassen sich die Kosten einigermaßen im Zaum halten, denn letztlich muss schon ein Preis im fünfstelligen Bereich einkalkuliert werden, wenn es um das Dach für ein Einfamilienhaus geht.