Auf der Suche nach der geeigneten Eindeckung für Garage, Carport, Gartenhaus oder Pergola, sollten Sie sich unbedingt mit dem Thema Bitumenwellplatte beschäftigen. Diese bitumengetränkte Wellplatten sind langlebig und wartungsfrei. Sie eignen sich also bestens, um damit ein kleines Dach im Garten einzudecken. Da zudem die Verarbeitung recht einfach ist, können die Bitumenwellplatten vom Heimwerker selbst aufs Dach gebracht werden.

Bitumenwellplatte Gartenhaus

Ein paar Dinge müssen dabei beachtet werden und einige Werkzeuge wie Säge, Hammer, Richtschnur und Nägel sind notwendig. Dann kann es mit der Dacheindeckung bereits losgehen. Als Alternative bietet sich eine Eindeckung mit Bitumenschindeln an, die ebenfalls sehr gut für kleine Dächer geeignet ist.

Allgemeine Informationen zu Bitumenwellplatten

Bitumen-Wellplatten werden von einigen Herstellern wie Gutta, Onduline oder ProARG angeboten, der Aufbau ist bei allen jedoch nahezu gleich. Die Wellplatten bestehen aus einem gift- und abestfreien Faserstoff, der in ebenfalls gesundheitlich unbedenkliches Bitumen getränkt wird. Das Bitumen sorgt dafür, dass die Platten über Jahre hinweg wasserdicht bleiben.

Die oberste Schicht einer Bitumen-Wellplatte besteht aus Harzen und Farben. So sind die Platten nicht nur in Schwarz, sondern auch zum Beispiel in Grün, Rot oder Braun erhältlich. Sie besitzen eine hohe Bruchfestigkeit, sind wasserundurchlässig und können Umwelteinflüssen problemlos widerstehen. Da sie zudem äußerst leicht sind, kommen sie nicht nur im heimischen Garten, sondern auch auf Industriebauten und auf landwirtschaftlichen Gebäuden zum Einsatz.

Damit das Regenwasser problemlos ablaufen kann, muss ein mit Bitumenwellplatten gedecktes Dach eine Neigung von mindestens sieben Grad besitzen. Bei flacheren Dächern muss zusätzlich ein Unterdach, eine Unterdeckung oder eine Unterspannung angebracht werden, damit es regensicher wird.

Je steiler ein Dach, desto besser läuft das Wasser ab, so ist es nicht verwunderlich, dass mit den Wellplatten selbst Wände verkleidet werden können. Befestigt werden die Platten auf eine Unterkonstruktion aus Holz – und zwar mit Spezialnägeln mit einem Kunststoffkopf. Diese verhindern, dass Wasser an den Nagelungen ins Dachinnere rinnt. Zudem sind die Nägel natürlich korrosionsbeständig.

Von Onduline gibt es ein System, bei dem anstatt der üblichen Nägel selbst schneidende Schrauben zum Einsatz kommen (siehe Foto unten). Der Hersteller wirbt mit einer deutlichen schnelleren Verarbeitung, da die Schrauben maschinell eingedreht werden können. Farblich sind die Schrau­ben auf die Dachplatten abgestimmt.

Die Unterkonstruktion bei einem Bitumenwellplattendach

BitumenwellplatteWir haben jetzt bereits gelernt, dass die Dachneigung bei Bitumenwellplatten zwischen sieben und neunzig Grad betragen muss und es einer Unterkonstruktion aus Holzlatten Bedarf. Der notwendige Abstand der Dachlatten wird vom Hersteller der Wellplatten vorgegeben. Generell lässt sich jedoch sagen, dass der Lattenabstand umso kleiner wird, je flacher das Dach ist.

Folgende Abstände sind denkbar:

  • 46 cm bei 25 Grad Dachneigung
  • 31 cm bei 15 Grad Dachneigung

Neben der Traglattung ist noch eine Konterlattung notwendig, bei die Traglatten eine Stärke von mindestens 45 x 45 mm besitzen sollten und die Konterlatten mindestens 60 x 60 mm stark sein sollten. Hier sind wieder die Herstellerangaben zu berücksichtigen.

Bei einer Dacheindeckung mit Bitumenwellplatten handelt es sich um eine hinterlüftete Konstruktion. Es muss also dafür gesorgt werden, dass immer genügend Luft unter die Eindeckung gelangt. Nur so ist sichergestellt, dass die Feuchtigkeit jederzeit aus der Dachkonstruktion austrocknen kann. Das ist bei der Eindeckung einer Pergola oder eines Carports kein Problem, da die von Natur aus offen sind.

Doch auch bei einem abgeschlossenen Gartenhaus muss es ausreichend große Öffnungen für Zu- und Abluft geben, um Schwitzwasserbildung und Wärmestau zu vermeiden. So sollte zum Beispiel eine dampfdurchlässige Unterspannbahn verwendet werden, um das entstehende Schwitzwasser abzufangen.

Anbringen der Bitumenwellplatten auf der Traglattung

Sind Unterspannbahn und Dachlatten montiert, kann mit dem Verlegen der Bitumenwellplatten begonnen werden. Begonnen wird auf der windabgewandten Seite mit der vom Hersteller vorgegebenen Reihenfolge. So wird zum Beispiel links unten angefangen, dann folgt die Platte darüber. Anschließend kommt die zweite Platte in der ersten Reihe dran usw.

So arbeitet man sich langsam auf die rechte Seite vor. Die Platten müssen hierbei versetzt zueinander genagelt werden, um eine vierfache Überdeckung zu vermeiden. So muss dann jede zweite Reihe mit einer halben Platte begonnen werden. Die Teilung der Platte erfolgt am besten mit einer Stichsäge mit grobzahnigem Sägeblatt. Der Pendelhub der Säge sollte aus- und eine hohe Drehzahl eingeschaltet werden.

Um ein dichtes Dach zu bekommen, werden die einzelnen Wellplatten mit einer Überdeckung befestigt. Diese beträgt in Längsrichtung etwas 20 Zentimeter, während seitlich ein Wellenberg überlappt wird. In schnee- und windreichen Gebieten können auch zwei Wellen Überdeckung gefordert sein. Wie und vor allem wo die Platten angenagelt werden, ist genauestens vorgeschrieben.

So wird zum Beispiel an den beiden Enden jeder Wellenberg festgenagelt, dazwischen reicht jeder zweite Wellenberg aus. Pro Platte werden etwa 20 Nägel benötigt. Die Nägel müssen möglichst senkrecht und nicht zu tief eingeschlagen werden, damit die Wellplatte nicht beschädigt wird.

Anschlüsse an Traufe, Ortgang und First herstellen

Im Bereich der Traufe (also unten am Dach) darf der freie Überstand maximal fünf Zentimeter betragen. Sollen die Wellenberge nicht zur Belüftung der Dachflächen offen bleiben, können sie mit speziellen Elementen geschlossen werden. Hier ist dann zu beachten, dass die notwendige Belüftung über Dachentlüftungselemente erfolgen muss.

Soll eine Dachrinne befestigt werden, muss der Rinnenträger an der Unterkonstruktion befestigt werden. An den Bitumenwellplatten darf die Rinnen keinesfalls genagelt werden. Am Ortgang muss der letzte Wellenberg voll auf der Unterkonstruktion aufliegen. Für einen saubern Abschluss sorgen hierbei Ortgangelemente, die von den Herstellern angeboten werden.

Kommen wir abschließend zum First des Wellplattendachs, dort enden die Wellplatten etwa fünf Zentimeter unter der Firstscheitellinie. Mit einer Firsthaube, die übergestülpt und angenagelt wird, kann hier ein sauberer First ausgebildet werden. Die einzelnen Firsthauben sollten eine Überdeckung von mindestens zehn Zentimetern zueinander besitzen.

Für eine ausreichende Belüftung sorgt der Raum zwischen Wellental und Firsthaube. Soll dieser mit einer Kunststoff-Zahnleiste geschlossen werden, muss auf andere Weise eine Belüftung gesorgt werden. So gibt es zum Beispiel spezielle Dachentlüfter. Wichtig ist zudem, dass seitliche Anschlüsse an einen Schornstein oder eine Wand gut abgedichtet werden, dies geschieht in der Regel mit Blechverwahrungen.

Fotos: dwd/Onduline