Faserzement ist ein Baustoff mit langer Tradition, wurde er doch bereits Ende des 19. Jahrhunderts erfunden. Allerdings haben Faserzementplatten auch für zahlreiche Negativschlagzeilen gesorgt, weil zur Herstellung lange Zeit Asbestfasern verwendet wurden. Wer sein Dach oder seine Fassade heute mit dem Baustoff versehen möchte, muss keine Gesundheitsgefahren mehr befürchten, allerdings sind die asbestverseuchten Platten noch in zahlreichen Gebäuden verbaut. Das wird dann ein Problem, wenn die Fasern freitreten, weshalb die Entsorgung von Fachfirmen vorgenommen werden muss.

Faserzementplatten Industriebauten

Langlebig, witterungsbeständig und nicht brennbar

Das Entsorgen der Asbestplatten ist ein Kapitel für sich, das an dieser Stelle jedoch nicht behandelt werden soll. Hier geht es um die modernen Faserzementplatten, die aus Zement und Armierungsfasern aus Polyvinylalkohol bestehen. Ähnliche Fasern kommen auch in der Medizin oder in der Textilindustrie zum Einsatz und es geht keinerlei bekannte Gesundheitsgefahr von ihnen aus. In den Faserzement wird häufig noch Kalksteinmehl und gemahlener Faserzement aus dem Recyclingprozess gemischt.

Hier kommt Faserzement zum Einsatz

Verwendet wird das Material im Innen- und Außenbereich, zum Beispiel für leichte Trennwände, zum Feuerschutz, für Unterdächer, Dachtraufen, Fassadenverkleidungen und Dacheindeckungen.

Faserzementplatten moderne Häuser

Aus Faserzement werden große und kleine Platten sowie Wellplatten hergestellt. Die Faserzement-Wellplatten eignen sich zum Beispiel bestens zur Dacheindeckung. Hier kommen zudem kleinformatige Platten in verschiedenen Farben und Formen zum Einsatz. Als Alternative zum wesentlich teureren Schiefer machen die Platten auf jedem Dach eine gute Figur.

Für die Fassadenverkleidung werden großformatige Tafeln verwendet, die einen schnellen Arbeitsfortschritt gewährleisten. Faserzement ist nicht brennbar, wartungsarm, witterungsbeständig und langlebig. Sie liefern als viele gute Argumente, zumal sie ohne Einschränkung für alle Gebäudehöhen und Anwendungsgebiete einsetzbar sind.

Wenn Faserzementplatten für eine saubere Luft sorgen

Neuerdings gibt es sogar Faserzementplatten, die eine luftreinigende Wirkung besitzen. Sie leistet damit einen aktiven Beitrag zur Smogverringerung. Dem Zement wird hierbei Titandioxid beigemischt, das wie eine Katalysator funktioniert. Mit Hilfe des Tageslichts werden bei einer photokatalytischen Reaktion gesundheitsschädliche Stickoxide in unschädliche Nitrate umgewandelt. Diese reagieren wiederum mit dem Calciumhydroxid des Faserzements und werden mit jedem Regen weggespült. Und das beliebig oft, denn eine Begrenzung gibt es nicht, das Titanoxid bleibt stets wie am ersten Tag aktiv.

Faserzementplatten Einfamilienhaus

Verschiedene Farben und Deckungsarten

Wie bereits erwähnt, sind Faserzementplatten in den verschiedensten Farben erhältlich. Weg vom Einheitsgrau können Fassaden und Dächer daher auch in Rot, Grün, Blau oder Schwarz erstrahlen. Analog zu Schieferdeckungen sind auch mit kleinformatigen Platten verschiedenen Verlegearten wie Deutsche Deckung, Wabendeckung, Doppeldeckung, Rhombusdeckung oder waagerechte Deckung möglich. Auf den ersten Blick ist damit kein großer Unterschied zwischen Schiefer und Faserzement zu entdecken. Architekten greifen daher gerne auf diese feuerfesten Platten zurück.

Faserzement für Dach und Fassade

Damit der Regen sicher ablaufen kann, müssen beim Verlegen der Faserzementplatten natürlich die Regeln des Dachdeckerhandwerks beachtet werden. Mit verschiedenen Maßnahmen wird sichergestellt, dass das Dach regensicher ist. Bei der Deutschen Deckung braucht es zum Beispiel eine Vollschalung und Vordeckung aus Bitumendachbahnen, bei anderen Deckungsarten reicht ein Traglattung aus, auf die die Platten genagelt oder geschraubt werden.

Welche Vorarbeiten nötig sind, hängt u.a. von der Dachneigung und der Deckungsart ab. So oder so lassen sich mit Faserzementplatten alle Arten von Dächern decken – vom einfach Satteldach bis zum modernen Pultdach.

Faserzementplatten für Dach und Fassade

Wie bereits geschrieben, werden die Faserzementplatten auch gerne für die Fassade verwendet. Hier kommen meist riesige Tafeln zum Einsatz, die über drei Meter lang und eineinhalb Meter breit sein können. Solche Faserzementtafeln sind natürlich ziemlich schwer, so dass für die Unterkonstruktion ein Standsicherheitsnachweis erforderlich ist.

Bei der Verwendung von Wellplatten aus Faserzement braucht es solch einen Nachweis nicht. Sie findet man zum Beispiel in der Landwirtschaft, auf Garagen oder kleinen Lauben. Aber auch Wohnhäuser können mit Faserzement-Wellplatten gedeckt werden. Die Arbeit wird durch spezielle Formstücke wie Wellfirsthauben, Maueranschlüsse oder Giebelwinkel erleichtert.

Fotos: Eternit