Home » Bauwissen » Solar Carports: Vorteile, Nachteile & für wen es sich rentiert

Solar Carports: Vorteile, Nachteile & für wen es sich rentiert

Mittlerweile besitzen immer mehr Leute Solarzellen auf dem Hausdach. Eine sehr positive Entwicklung auch im Hinblick auf den Klimawandel. Doch nur relativ wenige kommen auf die Idee, auch das Carport mit Photovoltaikzellen auszustatten. Dabei stellt eine Solaranlage eine großartige Möglichkeit dar, das Dach des Carports effektiv zu nutzen.

Was sind eigentlich die Vorteile und die Nachteile von Solarcarports und mit welchen Kosten kann man dabei rechnen? Hier erfahren Sie es

Carport mit Solaranlage
  • Save
Solar Carports verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen (Foto: Glasvordach.de)

Wieso ein Solar Carport?

Einerseits verbindet man mit einem Solar Carport die Komponenten Solaranlage und Garage miteinander. Der Carport bietet deinem Auto, deinem Motorrad oder deinem Fahrrad ein schützendes Dach vor Witterungsbedingungen. Das Dach lässt sich dann ohne größere Umstände als Installationsfläche für eine Photovoltaikanlage nutzen

Viele Hausbesitzer haben das Problem, dass das Hausdach des Gebäudes im Schatten steht oder schlichtweg zu wenig Fläche für die Installation einer Solaranlage hergibt. Ab und an gibt es auch den Fall, dass das Haus zu den Nachbarhäusern optisch passen muss oder sogar unter Denkmalsschutz steht. In diesen Fällen ist eine Solaranlage auf dem Hausdach nicht erlaubt. Auf dem Carport ist es hingegen in fast jedem Fall erlaubt und schnell und einfach realisierbar.

Was sind die Vorteile von einem Solar Carport

Wie bereits erwähnt, haben Carports den Vorteil, dass diese in den meisten Bundesländern mit weniger Auflagen versehen sind. Im Gegensatz zu Garagen beispielsweise. Carports sind vor allem einfach aufzubauen und können mit verschiedenen Solarelementen auf und nachgerüstet werden.

Noch mehr Tipps auf bauredakteur.de
Steigung und Gefälle berechnen bei Flachdach, Terrasse und Co.

Weiterhin kann man ein Solar Carport nutzen, um Strom zu sparen. Die Strompreise werden immer teurer. In den letzten Jahren ist der Strompreis um ca. 6 % pro Jahr gestiegen. Sobald die Elektrofahrzeuge immer mehr an Beliebtheit gewinnen, wird sich dieser Trend noch weiter fortsetzen. Mit dem eigen erzeugten Strom kann beispielsweise der Haushaltsbedarf gedeckt werden. Spülmaschine, Kühlschrank etc. Und wenn der Strom überschüssig sein sollte, kann man diesen in das Stromnetz einspeisen. Oder du nutzt den Strom und lädst gleichzeitig dein Elektroauto damit.

Solarcarports und Elektroautos bieten die perfekte Kombination. Der Umweltvorteil eines Elektroautos wird erst richtig sichtbar, wenn der Strom auch aus regenerativen Energiequellen kommt. Dies lässt sich mit dem Solarcarport leicht verwirklichen.  Zudem spart man sich als Elektroautobesitzer viel Zeit. Du kannst das Auto einfach über Nacht aufladen lassen und musst nicht extra eine Solartankstelle aufsuchen, um dort noch weitere Zeit zu warten, bis der Tank sich füllt. Zudem gibt es in Gebieten außerhalb von Großstädten nur wenige Orte, an denen du das Auto aufladen könntest. Beachte jedoch, dass du eine Sonderform eines Photovoltaik-Systems benötigst, um das Elektroauto aufzuladen. Diese Form kommt meist mit einem Anschlussstecker für Fahrzeuge daher.

Auch wird als Material für die Stelzen des Carports oft Holz oder Stahl verwendet. Im Vergleich zu einer Garage herrscht beim Carport somit eine bessere Luftzirkulation. Die Feuchtigkeit kann dadurch schneller abtrocken und das Risiko, dass sich möglicherweise Rost bildet, ist deutlich geringer.

Weiterhin schont man mit einem Solar Carport die Umwelt. Der Schutz der Umwelt sollte für jeden mittlerweile eine wichtige Angelegenheit geworden sein. Die Erzeugung von sauberer Energie ist ein erster Schritt und als Einzelperson kann man mit der Anschaffung eines Solar Carports bereits einen Teil zum Umweltschutz leisten.

Noch mehr Tipps auf bauredakteur.de
Geflieste Dusche oder Duschtasse - was ist besser?
Solar Carport
  • Save
Produzieren Sie Ihren eigenen Strom mit einem Photovoltaik Carport (Foto: Glasvordach.de)

Wo liegen die Nachteile von Solar Carports?

Auch Solar Carports sind nicht frei von Nachteilen – zum Beispiel im Vergleich zu Garagen. So ist ein Carport nicht zu 100% witterungsgeschützt und auch anfälliger für Marderschäden oder Vandalismus, da man das Carport nicht abschließen kann. Auch gibt es weniger Lagerungsmöglichkeiten als bei einer Garage. Weiterhin muss sich meistens eine Baugenehmigung besorgt werden. In den meisten Bundesländern reicht zwar das vereinfachte Genehmigungsverfahren, in dem nur eine Bauanzeige und ein Lageplan erforderlich werden, dennoch muss der Gang zum Bauamt gemacht werden.

Was sollte man vor einem Kauf beachten?

Bevor man sich für den Kauf eines Carports mit Photovoltaik entscheidet, muss man einige wichtige Dinge beachten und im Hinterkopf behalten.

  • Die Fläche deines Daches sollte so ausgerichtet sein, dass tagsüber genügend Sonnenstrahlen draufkommen. Sind Bäume oder ähnliches in der Nähe, die Schatten auf das Dach werfen? Dies kann den Ertrag der Energie stark mindern.
  • Ist das Dach des Carports auch groß genug, um genügend Energie für den Verbrauch zu sammeln? Gleichzeitig muss man darauf achten, dass die Fläche nicht zu groß wird, denn sonst kann es sein, dass die Zellen im Sommer zu stark überhitzen.
  • Es gibt viele verschiedene Materialien, die du nutzen kannst. Das Gestell unter dem Solardach kann aus Stahl, Massivholz, Aluminium oder Kunststoff bestehen. Die Preise für die verschiedenen Materialien können stark voneinander abweichen. Die Wahl ist von deinem Budget und deinen individuellen Anforderungen abhängig.

Praktischerweise gibt es heute genug Komplettsysteme auf dem Market, mit denen man ein Carport individuell konfigurieren und zusammen mit der passende Solaranlage liefern lassen kann. Dennoch kann natürlich auch ein Solardach über ein bestehendes Dach montiert werden, falls das Dach nicht für den Aufbau von Solarmodulen geeignet ist.

Noch mehr Tipps auf bauredakteur.de
Was ist Strom? Grundbegriffe aus der Elektrotechnik

Bedauerlicherweise ist das Nachrüsten von Photovoltaikmodulen jedoch nicht immer möglich. Holz-Konstruktionen eignen sich in den meisten Fällen nicht dafür. Metall-Konstruktionen eignen sich schon eher. Sinnvoller ist es oft, das alte Carport abzureißen und durch ein neues zu ersetzen, welches bereits eine integrierte Solaranlage besitzt.

Für wen lohnt sich ein Solar Carport?

Ein Solarcarport lohnt sich vor allem für diejenigen, die mit maximalen Sonnerträgen rechnen können.

Zum einen sollte das Carportdach dafür nach Süden, Südosten oder Südwesten ausgerichtet sein, denn dort bekommt das Dach mehr Sonne ab als im Norden.

Das gleiche gilt auch für den Standort deines Hauses. Im Norden Deutschlands scheint seltener die Sonne als im Süden Deutschlands.

Natürlich muss sich das Carport auch wirtschaftlich lohnen. Die Kosten für ein Carport mit Photovoltaikanlage sind von einigen Faktoren abhängig. Das Material, die Größe und die Verarbeitung sind die größten Faktoren bei der Preisgestaltung. Wenn du bereits ein Carport hast, ist der Montageaufwand von Solarzellen um einiges geringer als bei einem Hausdach beispielsweise. Die Kosten für Solarmodule liegen je nach Größe bei rund 2000 Euro.

Ein Carport an sich kostet je nach Größe und Material rund 10.000 Euro. Insgesamt lohnt es sich mehrere Angebote einzufordern und Preise, sowie Optik und Sonnenertrag zu vergleichen. Die Preise schwanken schnell mal zwischen 10.000 Euro und 30.000 Euro.

  • Save

Schreibe einen Kommentar