Als ich mich vor rund elf Jahren erstmals mit dem Thema „Fundament für ein Gartenhaus“ beschäftigte, gab es fast keine vernünftigen Informationen darüber im Internet zu finden. Das hat sich mittlerweile geändert, fast jeder Baumarkt, viele Holzhändler und zahlreiche Privatblogs haben darüber geschrieben. Viele nahmen sich den Beitrag zum Vorbild, den ich damals auf der Website meines ehemaligen Arbeitgebers veröffentlich habe. Manche machten es besser, andere orientierten sich stark an dem damals geschriebenen. Hatten als nichts wirklich Neues zu berichten.

Fundament Gartenhaus

Klar ist auf jeden Fall, dass viele Gartenbesitzer wissen wollen, wie sie selbst ein Fundament für ihr Gartenhaus, aber auch für ein Gewächshaus oder die Gartenlaube errichten können. Eine allgemeingültige Antwort und die ultimative Lösung gibt es sowieso nicht. Wer nur ein kleines Blockhaus aus dem Baumarkt aufstellen möchte, hat andere Ansprüche als derjenige, der ein richtiges kleines Häuschen mit Wasseranschluss für seine Kleingartenanlage hochzieht. In diesem Fall sollte es unbedingt eine anständige Bodenplatte aus Beton sein. In anderen Fällen reichen Punktfundamente oder gar Rasengittersteine aus.

Der anstehende Boden hat Einfluss auf die Wahl des Fundaments

Welches Fundament es letztlich sein muss, hängt auch stark vom vorhandenen Untergrund ab. Bindige Böden mit hohem Anteil an Ton und Schluff sind zum Beispiel recht frostempfindlich, da das Wasser nicht besonders gut abläuft. Die Tragfähigkeit eines solchen Bodens ist stark von dessen Wassergehalt abhängt. Das ist bei einem sandigen oder kieshaltigen Untergrund nicht so, hier hängt die Tragfähigkeit alleine von der Lagerdichte ab. Das Gartenhaus, die Gartenlaube oder das Gewächshaus braucht daher unter dem Fundament am besten eine verdichtete Kies- oder Sandschicht.

Der Mutterboden mit seinem hohen Anteil an organischen Stoffen ist ebenfalls kein guter Baugrund für ein Fundament. In der Regel wird er bis zum tragfähigen Untergrund abgetragen. Das gilt insbesondere für größere Gebäude, bei kleineren Gartenhäusern oder Gewächshäusern ist die Gefahr von nachträglichen Setzungen und Schiefstellungen des Gebäudes schon wesentlich geringer. Einen Baugrundgutachter braucht es für kleinere Bauvorhaben deshalb nicht unbedingt. Meist reicht es aus, den Nachbarn zu fragen, wie er sein Gartenhäuschen gegründet hat, das bereits seit Jahren klaglos und schadensfrei seinen Dienst verrichtet.

Video: Gartenhaus aus dem Baumarkt aufbauen

Methode einfach – das Gartenhaus auf Betonsteine setzen

Bei ganz kleinen Gartenhäusern oder Gewächshäusern reicht es im Normalfall aus, diese auf Betonsteine zu setzen. Dazu wird zunächst der Untergrund eingeebnet und dann mit mittels Sand, Kies oder Split verdichtet. Damit wird Setzungen vorgebeugt und Regenwasser kann schnell abfließen. Wer vermeiden möchte, dass sich mit der Zeit Unkraut zwischen dem Kies nach oben kämpft, kann noch ein Unkrautvlies in die Kies- bzw. Sandschicht einarbeiten. Auf dem verdichteten Boden werden dann die Betonsteine ausgerichtet. Die Steine müssen alle auf einer Ebene sein, was mit einem Tragholz und der Wasserwaage überprüft wird.

Wenn hier von Betonsteinen die Rede ist, so kommen ganz unterschiedliche Arten davon zum Einsatz. Ganz gerne werden zum Beispiel Waschbetonsteine verwendet. Durch ihre geriffelte Oberfläche kann Feuchtigkeit unter den Traghölzern des Gartenhauses gut abtrocknen. Deshalb kommen auch Rasengittersteine zum Einsatz, bei denen Regenwasser sehr gut versickern kann. Verschiedene Betonwarenhersteller bieten zudem spezielle Fundamentsteine an. Diese besitzen extra Aussparungen, in die werden die Unterkonstruktionshölzer des Gartenhauses eingelegt. Ein genereller Nachteil von Betonsteinen ist, dass Ungeziefer und Insekten ungehindert von unten ins Gartenhaus gelangen.

Punktfundament, Streifenfundament oder Bodenplatte?

Bei einer Gartenlaube oder einem größeren Gartenhaus oder größeren Gewächshaus sollte unbedingt ein tragfähigeres Fundament angelegt werden. Als Alternativen bieten sich Punktfundamente, Streifenfundamente oder eine Bodenplatte an.

Punktfundament GartenhausPunktfundament bedeutet, dass gleichmäßig über die Bodenfläche des Häuschens punkförmige Fundamente aus Beton gegossen werden.

Die Punktfundamente müssen mindestens 60 Zentimeter tief in den Boden reichen, damit sie frostsicher sind. Dazu ist relativ wenig Beton notwendig und das Gartenhaus ist komplett unterlüftet. Das senkt schon mal die Schimmelgefahr.

Der Abstand der einzelnen Punktfundamente hängt von der Wahl der Fundamentbalken ab. Je größer dessen Abmessungen, desto größer kann der Abstand der Fundamente gewählt werden.

Streifenfundament GartenhausAls Kompromiss zwischen dem Punktfundament und der ultimativen Bodenplatte bietet sich ein Streifenfundament für das Gartenhaus oder die Gartenlaube an.

Es ist für den Selbermacher einfacher zu errichten und zu vermessen als die massive Fundamentplatte. Zudem ist weniger Beton notwendig, da das Fundament nur streifenweise vorhanden ist.

Wer möchte, kann die Fläche zwischen den Streifenfundamenten noch mit Magerbeton oder einer vergleichsweise dünnen Betonschicht füllen, dann sieht das Fundament fast so wie eine Bodenplatte aus.

Bodenplatte GartenhausBei einer Bodenplatte ist die Betonschicht gleichmäßig dick. Sie kann als die ultimative Lösung bezeichnet werden, allerdings wird hier am meisten Material, sprich Beton benötigt und der Arbeitsaufwand ist ebenfalls sehr groß.

Als Belohnung lockt höchste Stabilität und bester Schutz vor Feuchtigkeit und Schädlingen. Da beim Betonieren noch eine Stahlbewehrung mit eingelegt werden muss, ist dies Lösung zwar ultimativ, aber auch am teuersten im Vergleich zu den anderen Fundamentvarianten.

Wer aber die nächsten dreißig Jahre seine Ruhe haben möchte, sollte sich für eine Bodenplatte als Fundament für das Gartenhaus oder Gewächshaus entscheiden. Bei einer Gartenlaube im Kleingartenverein ist sie erst recht zu empfehlen.

Foto: Volker Harmsen / pixelio.de

Zeichnungen: Dominik Hochwarth

Video: Bauhaus