Die beste Farbe für ein Holzhaus

Ein Gartenhaus ist, wie jedes andere Haus und Gebäude auch, ganzjährig dem Klima und Wetter ausgesetzt. Besonders gilt dies für alle Fassaden aus Holz, sie benötigen einen guten Wetterschutz. Das Angebot an Farben und Holzschutzmitteln ist riesig, daher geben wir Ihnen hier Tipps und Informationen über die Möglichkeiten und erwähnen auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Alternativen.

Holzhaus in Norwegen
Kommt ohne Farbe aus: Holzhaus in Norwegen

Warum sollte man ein Holzhaus streichen?

Holz ist ein exzellentes Baumaterial und verträgt sowohl große Trockenheit als auch dauerhafte Nässe. Das beweisen zum Beispiel uralte Pfahlbauten im Alpenbereich, deren im Wasser stehende Gründungspfähle teilweise Jahrhunderte alt und ohne Holzschutz völlig intakt sind. Leider ist dies bei jedem oberirdischen Holzhaus nicht der Fall. Durch das Wetter ist es ständigen Feucht- / Trocken-Wechseln ausgesetzt, die dem Holz sehr zusetzen.

Daher sollten Sie das Gartenhaus mit einer Wetterschutzfarbe behandeln. Diese kann viele verschiedene Texturen und Inhaltsstoffe haben. Wichtig ist, dass Sie das Holz gegen Fäulnis und Schädlingsbefall schützen.

Kiefer oder Fichte benötigen Schutz

Da ein Gartenhaus meistens aus günstigem Holz hergestellt ist wie zum Beispiel Kiefer oder Fichte, die beide zu den Weichholzarten gehören und anfälliger gegen Blaufäule und Insektenbefall sind als Hartholzarten wie Eiche oder Teak, ist ein Schutzanstrich sinnvoll.

Wenn Sie ein neues Holzhaus kaufen, besteht dieses meistens aus dem rohen, unbehandelten Holz. Außerdem sind heutige Hölzer für die industrielle Produktion größtenteils sehr frisch und nicht lange abgelagert, was sie noch anfälliger für Schwund und Risse macht.

In letztere können leicht Wasser oder Insekten eindringen und im Inneren Schaden anrichten. Außerdem schädigt auch der UV-Anteil der Sonneneinstrahlung die Oberfläche des Holzes und zerstört wichtige Holzanteile wie zum Beispiel das Lignin. Folge: das Holz vergilbt.

Aber auch ein älteres Gartenhaus benötigt gelegentlich Pflege. Dazu gehört neben der Revision und der Reparatur von kleineren Schäden auch ein neuer Anstrich.

Welche Varianten von Anstrichen gibt es?

Der klassische Anstrich, an den wir denken, wenn wir von Farbe sprechen, ist sicherlich ein Lack. Dieser wird vor allen Dingen sehr gerne eingesetzt, wenn es sich um ein bereits bestehendes Holzhaus handelt, das bereits etwas verwittert und unansehnlich geworden ist.

Vielleicht gibt es auch einen älteren Anstrich mit Farbe und das Holz weist je nach Himmelsrichtung unterschiedliche Verfärbungen auf. Dann kann es schwierig werden, mit einer transparenten Lasur ein optisch ansprechendes Resultat zu erreichen.

Lack für den Holzhausanstrich

Ein Lack ist eine deckende Farbe, zumeist auf Acrylbasis, die einen Film über das Holz legt. Durch die hohe Deckkraft der Farbe werden kleine Fehler und Unregelmäßigkeiten retuschiert, und außerdem erreichen Sie einen so hohen UV-Schutz wie mit keiner anderen Oberflächenbehandlung.

Sowohl der hohe Pigmentanteil als auch die Filmbildung vom Lack schützen das darunterliegende Holz wie eine Schutzkappe. Allerdings wird dies mit einem Nachteil erkauft: Die natürliche Holzstruktur geht verloren.

Lackiertes Gartenhaus
In dunklem Rot lackiertes Gartenhaus

Ferner kann es unter dieser Schicht aus Farbe, die nicht atmungsfähig ist, im ungünstigen Fall zur Fäule des Holzes kommen, wenn von außen Wasser in Farbrisse oder von innen Wasserdampf in das Holz eindringt und danach nicht austrocknen kann. Ein mit Lack gestrichenes Gartenhaus muss also regelmäßig auf Fehlstellen untersucht werden.

Eine Sonderform des Lack ist die Wetterschutzfarbe. Sie enthält zusätzliche Additive, die einen erhöhten Wetterschutz ermöglicht, und ist empfehlenswert für ein besonders stark der Witterung ausgesetzten Gartenhaus, welches zum Beispiel in freier Landschaft steht und bereits über die Jahre unter den Wettereinflüssen gelitten hat.

Für ein neues Holzhaus aus Fichte oder Kiefer empfehlen wir Ihnen daher keinen Lack, sondern eine Lasur. Diese ist transparent, erhält die natürliche Maserung vom Holz und ist in verschiedenen Farbnuancen erhältlich.

Lasur für den Holzhausanstrich

Als Faustregel gilt: je dunkler die Lasur, desto höher der UV-Schutz. Der Schutz gegen Feuchtigkeit und Schädlingsbefall ist allerdings bei allen Farbtönen gleich. Der größte Vorteil einer Lasur ist ihre Diffusions-Fähigkeit, das bedeutet, das Holz kann „atmen“, Kondensat kann problemlos wieder abtrocknen.

Allerdings sollten Sie niemals eine zu dunkle Lasur wählen, eine nachträgliche Aufhellung ist bei Lasuren nicht möglich.

Öl für den Holzhausanstrich

Für ein Gartenhaus aus Hartholz wie zum Beispiel Teak sollten Sie dagegen ein Holzöl wählen, das im Prinzip in den gleichen Farbnuancen erhältlich ist wie eine Lasur. Es hat einen höheren Ölanteil als eine Lasur und ist speziell für härtere Hölzer wie auch Lärche gedacht.

Obwohl Lärche streng genommen zu den Weichhölzern zählt, wird sie aufgrund ihrer sehr guten Widerstandsfähigkeit im praktischen Gebrauch gerne zu den Harthölzern gezählt. Dies gilt besonders für die langsam wachsende Sibirische Lärche.

Wie wird ein Holzhaus gestrichen?

Kommt darauf an, ob das Holzhaus zum ersten Mal gestrichen wird oder ob ein bestehender Anstrich überarbeitet werden soll.

Erstanstrich:

Wenn Sie ein neues Gartenhaus kaufen, sei es aus Weich- oder Hartholz, kommt es darauf an, ob es roh oder bereits vorbehandelt ist. Gelegentlich ist die Oberfläche bereits imprägniert, dann können Sie das Holzhaus gleich montieren und haben erst einmal einige Jahre Ruhe. In der Regel ist jedoch das Holz unbehandelt, und es empfiehlt sich ein Anstrich.

Bei einem neuen Holzhaus können Sie die einzelnen Bauteile vor der Montage einzeln streichen. Das erspart Ihnen aufwendige Abklebearbeiten und hat außerdem den enormen Vorteil, dass die Farbe oder Lasur wirklich in jeden Winkel kommt, sogar an Stellen, die später nach der Montage durch andere Bauteile verdeckt sind. Es reicht eine große Plastikfolie auf dem Boden und Sie tragen die Farbe wie unter Punkt 6 im folgenden Absatz beschrieben auf.

Altanstrich überarbeiten:

Bei einem bereits gebrauchten Gartenhaus ist allerdings der Aufwand etwas größer, denn vor dem Anstrich muss das Holzhaus zunächst einmal vorbereitet werden. Die Arbeiten sollten bei stabilem, trockenem Wetter und Temperaturen nicht unter 5 Grad durchgeführt werden.

  1. Abdecken der Fenster mit Plastikfolie und Kreppband, Abdeckplane um das Gartenhaus auslegen
    Vorreinigung des Holzes mit einer harten Bürste
  2. Alte, bereits verwitterte Anstriche entfernt man am besten mit Schleifpapier, dickere Lackanstriche jedoch besser mit einem Abbeizmittel, das mit Pinsel aufgetragen wird. In beiden Fällen sollten Sie eine Atemschutzmaske tragen!
  3. Spachteln Sie größere Risse und Fehlstellen im Holz mit einer Holzspachtelmasse aus und lassen Sie diese trocknen.
  4. Tragen Sie eine Grundierung auf. Dies kann je nach Holzzustand eine spezielle Grundierungsfarbe oder auch ein Voranstrich mit verdünntem Lack oder Lasur sein. Bei Wetterschutzfarbe empfiehlt sich immer eine Spezialgrundierung laut Hersteller.
  5. Nach vollständiger Trocknung können Sie nun den Anstrich mit Lack, Lasur oder Holzöl vornehmen. Dazu eignen sich je nach Ihrer Vorliebe und der Struktur vom Gartenhaus entweder eine nicht zu breite Schaumstoffrolle oder ein breiter, weicher Flachpinsel. Wichtig: Arbeiten Sie immer in Faserrichtung! Je nach späterer Bewitterung wiederholen Sie den Anstrich ein oder zwei Mal. Achten Sie auf gute Deckung und gutes Eindringen in die Holzfugen.

Welche ökologischen Alternativen gibt es?

Wenn Sie ein neues Holzhaus kaufen oder bei einem älteren Gartenhaus nicht vor einer gründlichen Aufbereitung des Holzes zurückscheuen, um alle Farbreste restlos zu entfernen und durch Abschleifen dem Holz wieder einen neuen Aspekt zu verleihen, dann können auch ökologische Behandlungen eine gute Alternative sein.

Leinöl für ein Holzhaus

Zum Beispiel verleiht ein Anstrich mit dem klassischen, reinen Leinöl dem Holz einen natürlichen, goldenen Farbton und kommt ganz ohne Chemie aus. Allerdings ist die Standfestigkeit geringer als bei einer chemischen Lasur oder einer Wetterschutzfarbe, daher muss der Anstrich etwa jährlich wiederholt werden.

Es gibt aber durchaus auch pigmentierte, natürliche Holzlasuren und Holzöle, meistens auf Leinölbasis, die gelegentlich auch mit Bienenwachs angereichert werden. Sogar natürliche Holzlacke gibt es mittlerweile in großer Auswahl im Handel, ihre Inhaltsstoffe sind auf pflanzlicher und / oder mineralischer Basis. Bei sorgfältiger Anwendung können diese Farben durchaus an die Haltbarkeit von synthetischer Farbe heranreichen.

Kann auch ganz auf Holzschutz verzichtet werden?

Die Antwort ist: ja und nein. Es kommt wie immer darauf an. Dreihundert Jahre alte Bauernhäuser ganz aus Holz in Tirol oder der Schweiz beweisen, dass Holz durchaus ohne Schutz überleben und alt werden kann. Allerdings wurde früher das Bauholz nach dem Schlagen erst einmal lange abgelagert, um es zu trocknen und Drehen und Schwinden zu vermeiden.

Erst danach wurde es verbaut, immer unter Einhaltung eines guten, konstruktiven Holzschutzes wie zum Beispiel: großer Dachüberstand, Verzicht auf Bodenberührung, gute Durchlüftung.

Alle diese Faktoren sind bei einem neuen Gartenhaus nicht gegeben. Das Holz ist frisch verarbeitet, oftmals besteht Bodenberührung und der Dachüberstand kann bei einem kleinen Haus auch nicht ausreichend groß sein.

Dennoch kann unter Umständen bei einem Holzhaus aus Lärche vollkommen auf Holzschutz verzichtet werden, wenn es gut konstruiert ist. Lärche ist sehr widerstandsfähig und bildet durch allmähliche Vergrauung, die „Versilberung“, einen eigenen natürlichen Holzschutz. Für Fichte und Kiefer gilt dagegen: niemals ohne Holzschutz! Am besten ist eine Wetterschutzfarbe.

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