Wem Beton zu grau ist oder die Oberfläche schützen möchte, für den gibt es Betonfarben. Sie sind in den verschiedensten Varianten von deckend bis lasierend erhältlich, außerdem für Fußböden, Fassaden und Wänden. Hier erfahren Sie alles, was Sie zum Thema Betonfarbe bzw. Betonbeschichtung wissen müssen.

Graffiti auf einer Betonwand

Graffiti auf einer Betonwand (Bild von Gabriele Lässer auf Pixabay)

Welche Farben eignen sich für Beton?

Nicht alle Farben halten gleichermaßen gut auf Beton. Ganz unabhängig davon, ob drinnen oder draußen, Wand oder Fußboden, eignen sich folgende Farben gut für Beton:

  • Betonfarbe
  • Acrylfarbe
  • Fassadenfarbe
  • Bodenfarbe
  • Flüssigkunststoffe
  • Silikatfarben
  • Lacke
  • Versiegelungen
  • Kalk- und Kreidefarben

Aber wie bereits geschrieben, macht es einen Unterschied, ob Betonwände oder Betonböden gestrichen werden. Auch der Beton der Witterung ausgesetzt ist oder nicht, spielt eine Rolle. Folgende drei Anwendungsfälle betrachte ich einmal etwas näher:

  • Beschichtung von Außenwänden aus Beton
  • Beschichtung von Innenwänden aus Beton
  • Beschichtung von Fußböden

Beschichtung von Außenwänden aus Beton

Fassaden – ganz gleich ob aus Beton oder verputzt, sind stark der Witterung ausgesetzt, entsprechend muss die Farbauswahl erfolgen. So kommt es zum Beispiel darauf an, ob die Fassade eher im Schatten oder in der Sonne liegt.

Schattige Fassaden vermoosen und veralgen zum Beispiel sehr schnell, da braucht es dann entsprechende Biozide, die der Betonfarbe zugemischt werden müssen. Grundsätzlich sollten Sie solche Farben mit Chemiezusätzen aber nur sehr sparsam verwenden, da sie in der Regel giftig sind und der Umwelt schaden.

Für die Betonfassade eignet sich beispielsweise eine wasserverdünnbare Betonfarbe auf Reinacrylat-Basis. Sie schützt die Fassade vor den Einwirkungen von Regen, Sonne und UV-Strahlen. Sie erhält außerdem die Alkalität von Beton ist äußerst beständig gegen Schadstoffen aus der Luft.

Sehr gut eignen sich auch Silikatfarben für den Anstrich von Betonoberflächen. Vorsicht ist jedoch geboten bei frisch betonierten Flächen. Sind noch Reste von Schalöl auf dem Beton, müssen Sie diese vorher entfernen.

Gartenmauer aus Beton

Gartenmauern sind besonders stark der Witterung ausgesetzt. Hier sollten Sie schauen, dass Sie eine spezielle Mauerfarbe verwenden. Auch Sockelfarbe ist besonders belastbar. Investieren Sie besser ein paar Euro mehr in eine gute Farbe, da haben Sie länger etwas davon.

Beschichtung von Innenwänden aus Beton

Bei Innenwänden kommt es nicht nur darauf an, dass die Farbe auf Beton hält, sie sollte außerdem gesundheitlich unbedenklich sein. Biozide und andere ausdünstende Chemikalien sind absolut tabu. Zumal Algen, Moos und andere Dinge in Innenräumen keine Rolle spielen, die UV-Beständigkeit nur bedingt.

Wasserlöslich und gesundheitlich unbedenklich sollte eine Betonfarbe also sein, mit der Innenwände gestrichen werden. Außerdem möglichst diffusionsoffen, damit auftretende Feuchtigkeit sich nicht als Tauwasser niederschlägt.

Oft sind es Acrylfarben, die zum Streichen von Betonwänden im Innenbereich genutzt werden. Noch umweltfreundlicher sind Kreide- und Kalkfarben. Damit bekommen Sie eine sehr natürliche, pudrige Oberfläche.

Wenn es darum geht, Schimmelbildung vorzubeugen, eignen sich auch Silikatfarben sehr gut für Innenwände. Sie besitzen einen alkalischen PH-Wert, was dem Schimmel gar nicht gefällt.

Wollen Sie der Wand mit Maltechniken eine besondere Optik verpassen, kann es sinnvoll sein, zunächst mit einer pigmentierten Grundierung einen monochromen Basisfarbton herzustellen. Grundieren ist generell bei Betonuntergründen empfehlenswert. Das sorgt dafür, dass Farbe und Beton eine feste Verbindung eingehen können.

Kellerwände aus Beton streichen

Auch Kellerwände aus Beton können mit Farbe aufgefrischt werden. Hier ist es eventuell notwendig, die Wand vorher mit einer Dichtschlämme wasserdicht zu bekommen.

Silikatfarben eignen sich sehr gut für den Keller, da sie auch bei feuchten Bedingungen funktionieren. Das liegt auch daran, da sie sich chemisch mit dem Untergrund verbinden. Außerdem besitzen sie eine hohe Dampfdiffusionsdurchlässigkeit.

Arbeitsschritte beim Streichen von Beton im Innenbereich

Sie wissen jetzt welche Farben sich für den Innenbereich eignen, jetzt erfahren Sie, auf was es sonst noch ankommt, damit der Anstrich haftet und schön aussieht.

#1: Vorbereiten der Betonfläche

War die Wand bereits schon einmal gestrichen und die Farbe blättert ab, muss diese zunächst sorgfältig entfernt werden. Das geht mit einer Drahtbürste, mit einem Sandstrahler oder auch einem Hochdruckreiniger. Auf jeden Fall muss die Fläche später staubfrei und trocken sein.

#2: Ölfilm entfernen

Ist von der Schalung noch Schalöl an der Wand, müssen Sie dieses zunächst entfernen. Das geht zum Beispiel mit Trinatriumphosphat bzw. Natriumphosphat. Beachten Sie hierbei aber unbedingt die Verarbeitungshinweise.

#3: Oberfläche glätten

Eine glatte Oberfläche ist unabdingbar, damit es später schön wird. Schließen Sie daher alle Risse, Löcher, Einkerbungen und alles, was die Optik beeinträchtigt. Verwenden Sie dafür zum Beispiel Betonfüller, Betonspachtel oder Mörtel (Epoxidharzmörtel / Betonsaniermörtel).

#4: Untergrund grundieren oder versiegeln

Gerade im Innenbereich sollten Sie auf eine Grundierung nicht verzichten. Sie sorgt dafür, dass sich Farbe und Beton perfekt miteinander verbinden. Wollen Sie verhindern, dass eventuell noch vorhandene Feuchtigkeit aus dem Beton auf die Farbe durchschlägt, kann eine Versiegelung helfen.

#5: Farbe auftragen

Im letzten Arbeitsschritt streichen Sie nun den Beton mit einer der Farben, die wir Ihnen bereits vorgestellt haben. Eventuell ist ein zweiter Anstrich notwendig, wenn die Farbe noch zu blass wirkt oder der Untergrund durchscheint.

Beschichtung von Fußböden aus Beton

Bei Fußböden aus Beton kommt zu den üblichen Einwirkungen noch eine mehr oder weniger große mechanische Belastung dazu. Hier sind daher Farben und Beschichtungen gefragt, die nichts dagegen haben, wenn sie ständig begangen oder gar mit dem Auto befahren werden.

Garagenboden oder Kellerboden streichen

Betonböden in der Garage oder im Keller sollten Sie mit einer speziellen Garagenfarbe streichen. Sie ist so widerstandsfähig, dass sie auch den Weichmachern aus den Autoreifen oder der Einwirkung verschiedener Chemikalien widersteht.

Für das Streichen von Garagenböden kommen insbesondere Farben auf der Basis von 2K-Epoxidharz zum Einsatz. Die zweikomponentigen Farben müssen erst noch angemischt werden, bevor sie gebrauchsfähig sind.

Es gibt aber auch bereits gebrauchsfertige Farben für Garagenbödern – zum Beispiel auf Acrylat Mischpolymerisat Dispersionsbasis. Sie sind allerdings nicht ganz so belastbar wie 2K-Epoxidharzbeschichtungen. Einkomponentige Garagenfarben können Sie sofort mit der Rolle, Pinsel oder Sprühgerät auf dem vorbereiteten Garagenboden auftragen.

Vorbereitet bedeutet, dass der Boden auf jeden Fall vorher gründlich gereinigt wurde. Eventuell müssen Sie den Boden noch zusätzlich etwas mit einer Ätzlösung aufrauen, um eine bessere Haftung zu erzielen. Löcher und Risse schließen Sie mit einem Epoxidharzmörtel, Unebenheiten gleichen Sie mit einer Ausgleichsmasse aus.

Betonsteine anstreichen

Pflastersteine oder Terrassenplatten aus Beton werden mit der Zeit fleckig oder bleichen aus. Kurz gesagt: sie werden unansehnlich. Da sie oft ansonsten noch intakt sind, ist ein Austausch viel zu aufwändig und teuer. Streichen ist da die bessere Alternative.

Im Handel gibt es spezielle Betonlasuren in den unterschiedlichsten Farben, mit denen Sie Betonsteine auffrischen können. Lasur bedeutet, dass die Betonstruktur danach immer noch sichtbar ist.

Eine Betonlasur verbindet sich vollständig mit den Betonsteinen und ist wasserdampfdurchlässig. Es besteht dadurch nicht die Gefahr, dass die Farbe mit der Zeit abblättert.