Knochensteine oder Waschbetonplatten waren gestern, heute wird gestrahlt, bossiert und gekollert. Betonpflaster und Betonsteine kommen so vielfältig wie nie zuvor daher. Mit ihnen lassen sich ganz tolle Einfahrten oder Terrassen gestalten, denen man überhaupt nicht ansieht, dass hier Beton am Start ist. Auch die Gartenmauer kann aussehen wie von Natur gemacht, also mit Bruchsteinen hochgezogen. Dass Beton ein erstaunliches Material ist, wussten bereits die alten Römer, mit verschiedenen Bearbeitungsmethoden lässt es sich jedoch noch schöner machen.

Betonsteine in Bruchsteinoptik

Betonglatt, gebürstet, geschliffen oder strukturiert – wie darf der Beton sein?

Die Zeit des Einheitsgrau bei Betonsteinen ist also lange vorbei, heute werden im Handel die verschiedensten Oberflächen und Farben angeboten. Ohne Oberflächenbehandlung kommen betonglatte Steine, Pflaster, Palisaden oder Mauerscheiben aus. Betonplatten und Pflastersteine werden im Baustoffhandel zudem mit gebürsteter Oberfläche angeboten, die dadurch samtig weich und zudem schmutzabweisend wird. Anstatt mit Bürsten kann die Betonoberfläche auch mit rotierenden Scheiben behandelt werden. Der Fachmann spricht hier von geschliffenen Oberflächen, die besonders glatt sind und glänzen.

Betonsteine als Palisaden

Betonoberflächen im Überblick:

– Betonglatt (der naturbelassene Beton)

– Gebürstet (samtig weiche Oberflächen)

– Geschliffen (wenn es glatt und glänzend sein soll)

– Strukturiert (die Natur zum Vorbild nehmen)

– Gestrahlt (Kugelstrahlen oder Wasserstrahlen)

– Gespalten (ein Betonklotz in zwei Teile hauen)

– Gekollert (hier werden die Kanten ausgeschlagen)

– Ausgewaschen (zum Beispiel Waschbetonplatten)

Besonders beliebt sind derzeit Betonsteine mit strukturierter Oberfläche. Struktur bedeutet, dass die Betonoberflächen nach der Bearbeitung wie alte Bahngleise, Naturstein oder ein Holzdielenboden aussehen. Die Übertragung der Struktur erfolgt mittels Formen oder strukturierten Pressstempeln. Die Natur liefert immer noch die schönsten Vorlagen. Manchmal wird der Effekt noch durch Strahlen der Betonoberflächen verstärkt. So entstehen zum Beispiel Mauersteine, Platten, Randsteine oder Pflastersteine, mit denen es rund ums Haus noch attraktiver wird.

Betonsteine in Holzoptik

Auch das ist möglich – gestrahlt, gespalten, gekollert oder ausgewaschen

Wenn hier eben von gestrahlten Betonoberflächen die Rede war, so muss u.a. zwischen kugelgestrahlt und wassergestrahlt unterschieden werden. Ist der Beton bereits ausgehärtet, kommt das Kugelstrahlen zum Einsatz. Hierbei wird die oberste Feinmörtelschicht mit kleinen Stahlkügelchen quasi weggehämmert. Die Betonoberfläche wird dadurch aufgeraut und die bunten Zuschlagskörner werden sichtbar. So lassen sich tolle Effekt erzielen. Das ist beim Wasserstrahlen nicht anders, allerdings darf hier der Beton noch nicht ausgehärtet sein. Auch hier werden die farbigen Natursteinsplitte in den Platten, Pflastersteinen, Betonstufen oder Palisaden sichtbar.

helle Betonsteine

Toll sehen auch Betonsteine mit bruchrauer Oberfläche aus, die durch das Spalten oder Bossieren entsteht. Die Stufen oder Mauersteine sehen aus wie frisch vom Steinbruch, kommen aber direkt aus dem Betonwerk. Dort werden die Bauteile aus einem größeren Rohling abgetrennt, was die natürlich Optik erzeugt. Verstärkt wird der Eindruck, indem die Kanten der Stufen oder Mauersteine unregelmäßig gebrochen werden. Kollern wird diese Art der Bearbeitung genannt, die so aussieht, als ob hier ein Steinmetz am Werk war. So kommt ein natürliches Ambiente in den Garten. Einfach mal bei den Baustoffhändlern nach Rustikalpflastern oder Antikpflastern Ausschau halten.

graue Betonsteine

Am Ende kommen wir doch noch einmal zu dem bereits erwähnten Waschbeton, den fast jeder schon einmal auf Gartenwegen oder Terrassen gesehen hat. Bei der Herstellung wird der Feinmörtel aus dem noch frischen Beton ausgewaschen, so dass die Körnungen sichtbar werden. Es kommen Gesteinskörnungen in verschiedenen Farben und Größen zum Einsatz, so dass die Platten immer anders aussehen. Durch die raue Oberfläche sind Waschbetonplatten rutschhemmend, allerdings setzt sich in ihnen auch der Schmutz leichter fest. Zudem sind die Platten anfällig für Algenbildung.

Fotos: KANN Baustoffwerke