Nachdem viele Jahre lang die Terrassen mit Betonplatten versiegelt wurden, geht jetzt wieder der Trend zur Holzterrasse. Es steht also nicht mehr nur die langlebige und pflegeleichte Terrasse im Vordergrund, sondern vermehrt der Wohlfühlcharakter. Und was ist da besser als Holz, das bereits von Natur jede Menge Wärme ausstrahlt. Nun kann man sich die Holzterrasse von einem Gartenbaubetrieb anlegen lassen. Das kostet allerdings jede Menge Geld und Selbermachen ist sowieso viel schöner. Allerdings gibt es beim Anlegen der Terrasse einiges zu beachten. Das beginnt bei der Planung und der Wahl des Terrassenholzes und endet bei der Unterkonstruktion, den Schrauben und Beschlägen sowie dem Fundament.

Holzterrasse Osmo

Foto: Osmo

Vor Beginn der Arbeiten sollte man sich unbedingt einen genauen Plan zeichnen. Dazu geht es erst einmal in den Garten, um die genaue Fläche auszumessen. Diese Fläche wird dann mit Lineal und Bleistift zu Papier gebracht – und zwar maßstabsgetreu und als Draufsicht. In die Fläche lässt sich jetzt jede einzelne Diele einzeichnen. Auch die Tragkonstruktion und die Abstände zwischen den Terrassendielen sollte eingezeichnet werden.

Bei der Größe sollte wenn möglich etwas spielen, damit später keine Dielen längs durchgesägt werden muss. Das ist eine Heidenarbeit und lässt sich mit den üblichen Heimwerkerwerkzeugen zudem meist nicht sauber bewerkstelligen. Eine Tischkreissäge mit Führungsschiene ist dafür schon erforderlich. Aus dem Plan lässt sich auf jeden Fall die benötigte Menge an Terrassendielen und Tragbalken berechnen. Die Anzahl der Schrauben ergibt sich ebenfalls aus dem Terrassenplan.

Welches Holz eignet sich für die Holzterrasse am besten?

Viele Gartenbesitzer träumen von einer Holzterrasse aus Bangkirai. Das schwere Tropenholz besticht durch seine rotbraune Farbe und seine Witterungsbeständigkeit. Weitere häufig verwendete Tropenhölzer für Holzterrassen sind Teak, Massaranduba oder Garapa. Aus konstruktiver Sicht besitzen Tropenhölzer sicherlich einige Vorteile gegenüber einheimischen Hölzern, wenn da nicht das Problem des Raubbaus an Regenwäldern wäre. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass das Tropenholz das FSC-Zertifikat besitzt. Damit ist einigermaßen sichergestellt, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Es gibt jedoch auch schwarze Schafe in der Holzbranche, die das FSC-Zertifikat fälschen.

Alternativen zu Tropenholz

Wer auf Tropenholz verzichten kann, der greift daher besser zu einheimischen Holzarten Douglasie oder Lärche. Diese Hölzer sind ebenfalls recht dauerhaft und zudem noch um einiges günstiger als Bangkirai. Das Holz der Robinie eignet sich ebenfalls sehr gut für Holzterrassen. Es ist jedoch teurer als Lärche und auch nicht ganz einfach zu beschaffen. Als Alternative zu Tropenholz hat sich in den vergangenen Jahren auch das sogenannte Thermoholz etabliert. Durch Wärmebehandlung wird dabei zum Beispiel Buchen- oder Kiefernholz ähnlich haltbar wie beispielsweise Teak.

Dauerholz oder WPC-Terrassendielen

Eine weitere Alternative sind die Holzdielen der Firma Dauerholz aus deutscher Kiefer, das aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Das Holz ist durch eine Behandlung mit Wachs witterungsbeständig und schädlingsresistent. Es ist dadurch ähnlich robust wie Hartholz aus den Tropen.

Holzterrasse Dauerholz

Dauerholz ist mehr als eine Alternative zu Tropenholz (Foto: epr/DAUERHOLZ)

Wer auf die Optik von Holz steht, aber nicht seine Nachteile in Kauf nehmen möchte, der kann auch zu WPC greifen. WPC steht für Wood Plastic Composites und es handelt sich dabei um ein Verbundmaterial aus Holz und Kunststoff. Bei diesem Material besteht zum Beispiel nicht die Gefahr, dass man sich Holzsplitter in die Füße rammt. Zudem ist WPC äußerst witterungs- und fäulnisbeständig.

So sieht der Unterbau bzw. die Unterkonstruktion einer Holzterrasse aus

Bei der Wahl des richtigen Unterbaus einer Terrasse, muss man sich meist nach den Gegebenheiten vor Ort richten. Gibt es beispielsweise bereits eine mit Betonplatten belegte Terrasse, ist in der Regel nicht mehr viel Aufbauhöhe vorhanden. In der Regel geht von der Terrasse eine Türschwelle ab und eine Stolperfalle soll natürlich nicht gebaut werden. Es ist auch nicht ratsam, einen Lichtschacht zu überbauen. Einen Vorteil hat eine vorhandene Terrasse jedoch – es muss kein aufwändiges Fundament mehr geschaffen werden. Hier reicht es aus, wenn man die Tragbalken der Unterkonstruktion auf eine Unterlage aus Gummigranulat legt. Mit dieser Gummiunterlage kann auch das benötigte Gefälle realisiert werden. Das muss sein, damit das Wasser später schneller abfließen kann und nicht zu lange auf dem Holz steht. Das Gefälle von ein, zwei Prozent muss natürlich vom Gebäude wegführen.

Tragfähiger Unterbau

Ist noch keine betonierte Terrasse vorhanden, braucht die Holzterrasse einen tragfähigen Unterbau. Dabei führen verschiedene Methoden zum Ziel. Ist der Untergrund gewachsen und ausreichend tragfähig, kann der Unterbau aus Betonsteinen bestehen, die in regelmäßigen Abständen ausgelegt werden. Darauf werden dann später die Tragbalken gelagert. Meist ist es jedoch ratsam, unter den Betonsteinen kleine Punktfundamente zu gießen. Solche Punktfundamente sind 20 x 20 cm groß und etwa 40 cm tief. Die Löcher werden mit erdfeuchtem Beton gefüllt und dieser dann gründlich verdichtet. Ist der Beton getrocknet, können auf die Fundamente dann die Betonsteine gelegt werden. Es empfiehlt sich, zwischen Fundamenten und Betonsteinen ein Kunststoffvlies zu legen, um das Wachsen von Unkraut Einhalt zu gebieten.

Unterkonstruktion Holzterrasse

Unterkonstruktion einer Holzterrasse (Foto: epr/DAUERHOLZ)

Untergrund vorbereiten

Es ist zudem zu empfehlen, die gesamte Fläche der geplanten Terrasse zuvor auszukoffern und den Mutterboden durch eine 10 bis 15 cm dicke Sandschicht zu ersetzen. So ist gewährleistet, dass das Regenwasser schneller abläuft und sich keine Nässe unterhalb der Terrasse staut. Holz ist verrottet bei dauerhaftem Wasserkontakt nämlich um einiges schneller. Deshalb ist noch eine zusätzliche Kiesschicht von etwa 5 cm Dicke zu empfehlen. Wie tief der Boden ausgekoffert werden muss, hängt von der Aufbauhöhe der Terrasse ab. Und da kann es doch erheblich Unterschiede geben, je nach dem, für welchen Unterbau man sich entscheidet.

Unterkonstruktion aus Holzbalken

Wie auch immer der Unterbau aussehen mag, komplettieren die Tragbalken die Unterkonstruktion. Hier sollte ebenfalls auf ein haltbares Holz zurückgegriffen werden. Es wäre doch schade, wenn die Unterkonstruktion verrottet, bevor der Terrassenbelag ebenfalls ausgetauscht werden muss. Damit kein Wasser durch die Betonsteine nach oben ins Holz ziehen kann, empfiehlt sich eine Kunststofffolie dazwischen zu legen. Bewährt hat sich hierfür zum Beispiel Teichfolie. Wird die Teichfolie mehrlagig verwendet, können auch kleine Unebenheiten ausgeglichen werden.

Die Terrassendielen auf der Tragkonstruktion befestigen

Nachdem der Unterbau samt Tragbalken fertig ist, kann mit dem Verlegen der Terrassendielen begonnen werden. Dazu wird an einem Ende mit einer möglichst geraden Diele begonnen. Hier ist es besonders wichtig, dass diese rechtwinklig und gegebenenfalls mit dem nötigen Abstand zu Hauswand ausgerichtet wird. An dieser Diele werden alle restlichen Dielen ausgerichtet. Macht man hier einen Fehler, setzt sich dieser bis zum Ende fort. Die Diele wird vorne und hinten jeweils mit einer Schraube befestigt, damit sich das Holz bei Feuchtigkeit nicht wölbt.

Hartholz vorbohren

Hartholz wie Bangkirai muss vorgebohrt werden und es sind unbedingt Edelstahlschrauben zu verwenden. Bei Verwendung von „normalen“ Schrauben bekommt das Holz mit der Zeit hässliche schwarze Flecken, da die Schrauben korrodieren. Die Löcher für die Schrauben müssen einen Millimeter größer als die Schrauben sein, damit das Holz arbeiten kann. Aus optischen Gründen sollten die Schrauben zudem genau in einer Reihe sein. Die Schrauben müssen zudem leicht versenkt werden. Es empfiehlt sich daher die Verwendung eines speziellen Senkers am Bohrer.

Terrassendielen befestigen

Die Dielen sollten einen Abstand von etwa fünf Millimetern zueinander haben. Wenn hier mit Abstandshaltern gearbeitet wird, bekommt man auf jeden Fall gleichmäßige Fugen. Sind die Dielen nicht völlig gerade, sollten sie mit einer Schraubzwinge in die gewünschte Position gebracht werden. Zwischen Diele und Tragholz empiehlt es sich, eine etwa drei Millimeter starke Polyamidscheibe zu legen. Diese verhindert, dass die beiden Hölzer eine direkte Kontaktfläche besitzen und das Regenwasser schneller abtrocknet.

Terrassendielen befestigen

Befestigen der Terrassendielen (Foto: epr/DAUERHOLZ)

Saubere Abschlusskanten

Damit man eine gerade Abschlusskante bekommt, sollten die Dielen auf der einen Seite etwas etwas überstehen. So können sie abschließend mit einer Handkreissäge auf die gleiche Länge gebracht werden. Ganz exakt wird es, wenn mit Hilfe von Schraubzwingen eine Führungsschiene an der gewünschten Position fixiert wird. Hier ist es dann kein Problem mehr, die Dielen mit der Handkreissäge genau gleich lang abzusägen.

Dielen auf Stoß verlegen

Soll die Terrasse größer als die maximale Dielenlänge werden, müssen Dielen auf Stoß verlegt werden. Dies muss bereits beim Unterbau berücksichtigt werden. An den Stoßstellen sind zwei Tragbalken in einem Abstand von zwei, drei Zentimetern nebeneinander zu legen. Aus optischen Gründen sollte es zudem keine durchgehende Fuge geben. Bei jeder neuen Reihe muss daher abwechselnd mit einer langen und einer kurzen Diele begonnen werden. Die Dielen dürfen zudem nicht knirsch aneinander gelegt werden. Ein Abstand von etwa fünf Millimetern ist einzuhalten.

Sockelblende anbringen

Ist das Terrassendeck fertig, gilt es nur noch an der Schönheit zu feilen. Liegt die Holzterrasse zum Beispiel höher als ihre Umgebung, muss noch eine Sockelblende angebracht werden oder die Terrasse mit einer Pflasterkante eingefasst werden. Eine Sockelblende muss so angebracht werden, dass der Abfluss der Regenwassers nicht beeinträchtigt wird. Sie besteht ebenfalls aus Terrassendielen und wird mit Edelstahlschrauben seitlich an die Tragbalken geschraubt. Ist der Abstand zu den Tragbalken zu groß, kann man sich mit einer Hilfskonstruktion aus Holzklötzen und Stahlwinkeln behelfen.