Natürlich ist Tropenholz äußerst edel, widerstandsfähig und hart, doch leider ist der Weg in die Tropen weit und Herkunft des Holzes nicht immer einwandfrei nachvollziehbar. Es wurde bereits genug Tropenwald illegal abgeholzt, es macht daher durchaus Sinn, sich nach Alternativen aus unseren Breitengraden umzusehen, und die sind nicht einmal so rar gesät, wie mancher glauben mag.Holzterrasse Dauerholz

Da gibt es zum Beispiel Holzarten, die 1:1 Tropenhölzer wie Bangkirai, Teak, Wengé oder Abachi ersetzen können. In den vergangenen Jahren sind aber auch modifizierte Hölzer wie Dauerholz oder Thermoholz auf den Markt gekommen, die durch Behandlung mit Hitze oder Tränken in Wachs wesentlich widerstandsfähiger und beständiger als ihre Ausgangsholzarten sind.

Holzaustausch – mit diesen heimischen Holzarten geht es auch

Fenster aus Meranti in einem Fachwerkhaus in der Eifel? Das passt nicht wirklich zusammen, das funktioniert mit Eiche oder meinetwegen auch Lärche genauso gut. Und warum müssen es unbedingt Gartenmöbel aus Teak sein? Wer seinen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz beitragen möchte, kauft besser Gartenmöbel aus der heimischen Robinie. Diese Holzart besitzt eine hohe Dichte und natürliche Dauerhaftigkeit – ist also bestens für die Verwendung im Garten geeignet.

Edel sieht es schon aus, das Parkett aus Wengé, einer afrikanischen Holzart. Besser bleibt das Tropenholz aber dort, wo es herkommt und es wird sich stattdessen nach einer heimischen Alternative umgeschaut. Und die gibt es in Sachen Holzfußboden reichlich. Es ist doch nichts gegen die gute deutsche Eiche einzuwenden oder Eschenholz einzuwenden. Und Möbel müssen nicht unbedingt aus Iroko gefertigt werden, welche aus Nussbaum oder Kirsche sind mindestens ebenso edel.

Auf einen Blick: Tropenhölzer und ihre heimischen Alternativen

Einsatzgebiet Tropenholz Heimisches Ersatzholz
Fußboden

Parkett
Massivholzboden

Doussie, Wengé, Iroko, Kambala, Tigerwood, Jatoba, Teak, Merbau Eiche, Buche, Kirschbaum, Nussbaum, Ahorn, Esche, Thermoholz
Gartenmöbel

Gartentische
Gartenstühle
Gartenliegen
Gartenbänke

Teak, Bangkirai, Sipo-Mahagoni, Iroko, Limba, Makoré, Afzelia Robinie, Eiche, Kiefer, Thermoholz, Dauerholz

 

 

Möbel

Tische
Schränke

Teak, Sipo-Mahagoni, Meranti, Bintangor, Rotes Canarium Nussbaum, Kirsche, Erle, Linde, Eiche, Kiefer, Fichte
Außenbereich

Holzterrassen
Pergolen
Zäune

Garapa, Bangkirai, Ipe, Massaranduba, Kapur, Keruing Dauerholz, Thermoholz, Douglasie, Lärche
Bautischlerei

Treppen
Türen
Fenster

Wenige, Merbau, Akazi Meranti, Kapur, Keruing, Mahagoni Treppen: Nussbaum, Kirsche, Ahorn, Esche Fenster: Kiefer, Lärche, Eiche, Fichte, Douglasie

 

Eine ausführliche Holzaustauschliste verbirgt sich hinter folgendem Link.

Thermoholz – Holz durch Hitzebehandlung neue Eigenschaften geben

Parkett aus ThermoholzBereits die Köhler früher haben Holz einer Hitzebehandlung unterzogen, um es widerstandsfähiger zu machen. So konnten dann heimische Holzarten auch im Wasserbau verwendet werden. Heute geschieht das alles industriell und das Ganze nennt sich Thermoholz. Bei der Wärmebehandlung gehen im Holz irgendwelche chemischen Prozesse vonstatten, die ihm neue Eigenschaften geben. So braucht es dann keine Terrasse aus Bangkirai mehr, sondern es funktioniert auch mit wärmebehandelter Kiefer, Esche oder Birke.

Durch die Hitzebehandlung verfärbt sich das Holz und wird dunkler. Es kommt daher gerne auch im Innenbereich als Alternative zum Tropenholz zum Einsatz. So gibt es zum Beispiel wunderschönes Parkett aus Thermoholz. Auch für den Möbelbau oder in der Sauna und im Badezimmer kann es verwendet werden. Und draußen ist es nicht nur für Holzterrassen, sondern zudem für Fenster, Außentüren, Spielgeräte oder Pergolen. Für statische Zwecke sollte Thermoholz allerdings nicht verwendet, da sich bei der Wärmebehandlung die Biege- und Spaltfestigkeit verringert.

Dauerholz – das Terrassenholz aus heimischen Wäldern

Dauerholz als Alternative zu TropenholzEine relativ neue Erfindung ist das sogenannte Dauerholz, bei dem das Rohholz bis tief ins Innere hinein mit einem speziellen Wachs getränkt wird. So lässt sich die Oberfläche des Holzes vor Witterung und Insektenbefall schützen. Und Wasser hat überhaupt keine Chance, selbst bei wochenlanger Lagerung in feuchter Umgebung quillt nichts auf oder verformt sich. Daher eignet sich Dauerholz bestens für den Außenbereich. Da braucht es keine Terrasse aus Tropenholz, da darf es gerne die Kiefer aus dem Schwarzwald sein.

Die Terrassendielen aus Dauerholz sind in verschiedenen Farben und Dimensionen erhältlich. Sie sind zudem in verschiedenen Oberflächen erhältlich, so dass einer Terrasse aus Bangkirai nicht lange nachgetrauert werden muss. Wer übrigens Angst hat, dass das verwendete Wachs irgendwie giftig oder schädlich sei, der kann beruhigt werden. Es entspricht sogar den Richtlinien der Lebensmittelindustrie und ist auch in der Käserinde oder in Gummibärchen zu finden. An der Terrasse lutschen sollte man trotzdem nicht – die Nachbarn wären doch sehr verwundert.

Hier geht es zum Erfinder dieses neuen Terrassenholzes.

Fotos: Dauerholz, HARO (Thermoholz)