Für den Garten angebotenes Holz ist häufig kesseldruckimprägniert – leicht zu erkennen an der grünlichen Einfärbung. Es ist dann vor dem Befall von Fäule, Insekten oder Pilzen geschützt – die Lebensdauer erhöht sich. Doch wie so häufig – es gibt auch Nebenwirkungen. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Beitrag. Außerdem lernen Sie noch die weniger problematischen Alternativen zu KDI (so die Abkürzung von kesseldruckimprägniertem Holz) kennen.

Holzzaun aus kesseldruckimprägniertem Holz

Holzzaun aus kesseldruckimprägniertem Holz – erkennbar an den grünen Sprengseln

Wie funktioniert die Kesseldruckimprägnierung?

Wie bereits eingangs geschrieben, geht es bei der Kesseldruckimprägnierung darum, das Holz vor holzzersetzenden Schädlingen zu schützen. So lassen sich dann auch Holzarten wie Fichte oder Kiefer nutzen, die sich eigentlich nicht für die Verwendung im Garten eignen.

Zur Behandlung kommt das Holz in ein Vakuum, dadurch entweicht die Feuchtigkeit – wie bei einem Schwamm, der zusammengedrückt wird. Anschließend werden spezielle Holzschutzsalze unter hohem Druck in das Holz hineingepresst. Die Bretter, Bohlen oder Kanthölzer nehmen dadurch wieder die ursprüngliche Größe an.

Kessel-Vakuum-Druck Verfahren

Mit Klick auf das Video werden Daten an Youtube übertragen, siehe Info

Nun noch die Salze etwa 48 Stunden einwirken lassen und das kesseldruckimprägnierte Holz ist Einsatzbereit. Es ist dann sogar bei ständigem Erd- und Wasserkontakt dauerhaft gegen Pilze, Insekten oder Moderfäule geschützt.

Nach dem Imprägnieren hat das Holz eine grünliche Farbe angenommen. Diese entsteht durch die metallischen Anteile der farblosen Imprägniersalze wie Chrom und Kupfer. Es ist allerdings nur das Splintholz verfärbt, das Kernholz behält seine ursprüngliche Farbe.

Vorsicht bei Billigangeboten

Wir alle sind stets auf der Suche nach Schnäppchen – beim Kauf von billigem KDI kann das jedoch nach hinten losgehen. Es gibt nämlich erhebliche Unterschiede zwischen den Herstellern. Maßgeblich sind die Konzentration der Schutzsalze und die Behandlungsdauer. Ist es von beidem etwas weniger, kann der Hersteller jede Menge Geld sparen und wir merken es nicht einmal – zumindest nicht sofort beim Kauf.

Richtig gefährlich wird es, wenn der Hersteller nicht zugelassene Holzschutzsalze verwendet. Das kann bei Billigimporten aus dem Ausland schon einmal passieren. Anders ist das bei KDI, das nach dem Gütezeichen RAL-GZ 411 zertifiziert ist.

Hier kommen ausschließlich geprüfte und bauaufsichtlich zugelassene Holzschutzmittel zum Einsatz. Verbrauchssicherheit und Langlebigkeit sind dadurch ebenfalls gesichert. Ganz unproblematisch sind diese kesseldruckimprägnierten Hölzer aber dennoch nicht, was uns zum nächsten Punkt bringt.


Nachteile von KDI

Kesseldruckimprägnierte Hölzer sind günstig, pflegeleicht und lassen sich einfach verarbeiten, die Nachteile sollten Sie jedoch immer im Hinterkopf haben:

Nachteil #1: Für die Kesseldruckimprägnierung werden Chemikalien verwendet

Damit Pilze und Insekten das Holz nicht befallen, braucht es ein gewisses Maß an Gift, das mit den Holzschutzsalzen eingebracht wird. Wie giftig es für uns Menschen ist? Zumindest nicht so schädlich, dass wir sofort daran sterben werden. Aber auch nicht völlig gesund.

Nachteil #2: Die Salze lösen Allergien aus und können eventuell Krebs verursachen

Allergien können kesseldruckimprägnierte Hölzer auf jeden Fall auslösen, Krebs eventuell auch. Aber da streiten sich die Gelehrten. In Innenräumen sollten Sie es jedenfalls nicht verwenden und bei Kinderspielgeräten sollten Sie es sich zweimal überlegen, ob Sie welche aus KDI verwenden. Es gibt durchaus Alternativen.

Nachteil #3: Das Holz ist nicht umweltverträglich und gilt als Sondermüll

Ebenfalls problematisch – Sie können kesseldruckimprägniertes Holz nicht einfach verbrennen, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Dabei entweichen giftige Gase, die Sie keinesfalls einatmen sollten und auch nicht Ihre Nachbaren. Sie müssen KDI daher stets als Sondermüll entsorgen.

Nachteil #4: Kesseldruckimprägniertes Holz ist nicht dauerhaft vor der Witterung geschützt

Und auch wenn Sie glauben, mit kesseldruckimprägniertem Holz das Rundum-Sorglos-Paket zu kaufen, dem ist nicht so. Das Holz ist zwar vor holzzerstörenden Pilzen geschützt, nicht aber vor UV-Licht und anderen Witterungseinflüssen.

Nachteil #5: Das Holz ist nicht umweltverträglich und gilt als Sondermüll


Sie müssen es KDI-Holz streichen, wenn es nicht mit der Zeit vergrauen soll. Das funktioniert nur mit deckenden, stark pigmentierten Farben und Lasuren, da KDI nach der Behandlung grün ist.

Nachteil #6: Die Holzschutzsalze können ausschwitzen und den Boden belasten

Besonders bei Gartenbauelementen werden häufig nicht ausfixierte Hölzer verkauft. Diese waschen besonders stark aus und belasten den Boden. Sie lassen sich daran erkennen, dass sie eine grünliche Masse ausschwitzen.

Nachteil #7: Durch Sägen kann der Holzschutz beeinträchtigt werden

Und noch ein Nachteil: Wenn Sie ein kesseldruckimprägniertes Holz sägen, ist die Schnittkante nicht mehr vollständig vor Holzschädlingen geschützt. Die Holzschutzsalze durchdringen das Holz meist nicht vollständig, sondern befinden sich nur an der Oberfläche bis zu einer Tiefe.

Alternativen zu kesseldruckimprägniertem Holz

Der Einsatz von kesseldruckimprägniertem Holz mag einfach und pflegeleicht sein, wem aber etwas an seiner Gesundheit und auch der Umwelt liegt, findet problemlos Alternativen:

  • Behandeln Sie das Holz mit dem sehr umweltverträglichen Leinöl. Der Pflegeaufwand ist allerdings recht hoch. Sie müssen das Holz mindestens alle zwei Jahre damit behandeln.
  • Als Alternative zu Leinöl bietet sich eine wasserbasierte und lösemittelfreie Dünnschichtlasur an. Hiermit müssen Sie das Holz nur alle drei bis vier Jahre behandeln.
  • Die Schnittkanten der Hölzer können Sie mit Baumwachs vor dem Eindringen von Wasser schützen. Es gibt im Handel aber auch spezielle Kappen, die eine Wasseransammlung verhindern.
  • Generell ist es ratsam, für den Außenbereich eher glatt gehobeltes Holz zu verwenden, da hier Feuchtigkeit weniger leicht eindringt. Einen Schutzanstrich müssen Sie aber trotzdem vornehmen.
  • Vermeiden Sie direkten Erdkontakt bei den Hölzern. Bei Holzterrassen können Sie zum Beispiel Isopads (das sind Unterlagen aus Gummigranulat) unter die Hölzer legen. Ständer und Pfosten montieren Sie mithilfe von Ankern.
  • Ganz wichtig: Verwenden Sie im Garten gerbstoffhaltige und fäulnisresistente Holzarten. Das müssen keine Tropenhölzer wie Teak, Bangkirai oder Makore sein, auch in heimischen Wäldern wachsend geeignete Bäume. Zu nennen sind hier Robinie und Edel-Kastanie. Diese mögen zwar etwas teurer als Kiefer oder Fichte sein, sind aber unschlagbar, was ihre technischen Eigenschaften angeht.
  • Ohne Chemie kommen die sogenannten Thermohölzer aus. Hier wird das Holz durch eine Thermobehandlung widerstandsfähiger gemacht. Allerdings eignet sich Thermoholz nicht für alle Anwendungsgebiete, da durch die Wärmebehandlung wichtige Holzeigenschaften verloren gehen.

Weiterführende Informationen

Über die Themenfelder Holzschutz und Holzschädlinge habe ich bereits an anderer Stelle ausführlich geschrieben. Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, sollten Sie sich diese Beiträge unbedingt anschauen:

Holzschutz & Holzpflege – so bleibt das Holz lange schön

Tragende Holzbauteile vor Insekten, Pilzen und Feuchtigkeit schützen

 

Anzeige