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Rasengittersteine verlegen: Möglichkeiten und Anleitung

Rasengittersteine sind eine tolle Alternative zu gepflasterten oder betonierten Flächen. Sie sind belastbar und trotzdem kann das Wasser in der Erde versickern. Erfahren Sie hier auf bauredakteur.de welche Arten von Rasengittersteinen es gibt und wie sie verlegt werden.

Rasengittersteine

Vorteile von Rasengittersteinen

Rasengittersteine sind eine gute Möglichkeit, selbst aktiv etwas gegen die zunehmende Flächenversiegelung zu unternehmen. Was diese bewirkt, lässt sich an ständigen Überflutungen von Kellern oder ganz generell an der steigenden Anzahl von Überschwemmungen ablesen. Ganz davon abgesehen, dass Tiere und Pflanzen dadurch geschädigt werden.

Durch das Verlegen von Rasengittersteinen kann das Regenwasser nach wie vor abfließen und die Grünfläche bleibt erhalten. Autos können darüberfahren oder auch darauf parken, ohne die Grasnarbe zu beschädigen. Allerdings für sind sie für einen Dauerverkehr nicht geeignet, sind finden sich daher eher bei privaten Auffahrten, Garagenzufahrten, Stellplätzen oder Wegen.

Wollen Sie Ihren Wohnwagen jedoch dauerhaft auf Rasensteinen abstellen, wird das nicht so gut funktionieren, da dann das Gras mit der Zeit abstirbt. Das gilt auch, wenn Sie Streusalz benutzen. Trotzdem gilt die Fläche dann nicht als versiegelt, so dass Sie in vielen Gemeinden die entsprechenden Abgaben sparen.

Rasengittersteine gibt es aus Beton oder Kunststoff in verschiedenen Stärken und Formen. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, die wir nachfolgend kurz erläutern.

Rasengittersteine aus Beton

Rasengitter aus Beton sind besonders stabil – je dicker, desto höher können die Steine belastet werden. Üblicherweise sind die Rasensteine 8 cm dick, es gibt sie aber auch mit 10 cm oder 12 cm Dicke. Entscheiden Sie selbst, was sich für Sie am besten eignet.

Rasengittersteine Beton

Der Grünflächenanteil eines Rasengittersteins aus Beton liegt zwischen 30 und 50 Prozent, der Rest ist Beton. Die Kammern, die mit Substrat gefüllt werden, sind quadratisch, rechteckig oder auch rautenförmig.

Vorteile

Nachteile

  • Robust und langlebig
  • Für Auffahrten und Parkplätze geeignet
  • Problemlos im Handel erhältlich
  • Verschleißfreies Material
  • Preiswerter als Pflaster
  • Ungefüllter Kammern werden Stolperfallen
  • Grad der Versiegelung hoch
  • Sichtbare Betonstege
  • Schwer, daher mühselig zu verlegen
  • Beton entzieht dem Boden Feuchtigkeit

Rasengittersteine aus Kunststoff

Wem es zu mühselig ist, die schweren Rasengittersteine aus Beton zu verlegen, der kann welche aus Kunststoff nehmen. Die sind wesentlich leichter. Sie sind allerdings aber auch weniger belastbar, so dass sie sich eher für weniger belastetet Flächen eignen – zum Beispiel für Fußwege. Es gibt aber auch belastbare Rasenwaben aus Kunststoff, die mit dem Auto befahren werden können.

Wie auch bei der Variante aus Beton gibt es bei den Kunststoff-Rasensteinen verschiedene Muster und Ausführungen. Auch die Dicke der der Rasenwaben ist unterschiedlich – zum Beispiel 2 cm oder 4 cm. Der große Unterschied zu Beton liegt bei der Dicke der Stege, die bei Kunststoff wesentlich filigraner sind – der Versiegelungsgrad ist daher weitaus geringer.

Vorteile

Nachteile

  • Rasenwaben sind leicht
  • Verlegen geht schneller und einfacher
  • Eignen sich auch für Dachbegrünung
  • Grünflächenanteil bis 90 %
  • Entziehen der Erde kein Wasser
  • Kosten mehr als Steine aus Beton
  • Sind nicht so stark belastbar
  • Meist nicht für ständigen Verkehr geeignet
  • Sind nicht so langlebig
  • Höherer Verschleiß

Unbedingt notwendig: Stabiler Unterbau für Rasengittersteine

Ganz gleich, ob Sie sich für Rasengittersteine aus Beton oder Kunststoff entscheiden – ein stabiler Unterbau ist notwendig. Doch was bedeutet stabil? Das hängt ganz davon ab, welchen Nutzen die Fläche später erfüllt – also wie stark die Steine später belastet werden.

Als Unterbau eignet sich am besten Schotter – wie dick die Schotterschicht sein muss, hängt auch von der Art des Mutterbodens ab. Steht ein lehmiger Boden an, braucht die Tragschicht nicht so dick sein wie bei einem sandigen oder sehr tonhaltigen Boden.

Wenn die Fläche nur wenig belastet wird, können Sie auf eine Schotterschicht verzichten. Graben Sie dann die Rasengittersteine nur so tief ein, dass Sie mit dem umgebenden Erdreich abschließen. Anschließend noch die Erdkammern mit Mutterboden auffüllen, Rasen sähen und zumindest anfangs regelmäßig gießen.

Anleitung in 9 Schritten: Rasengittersteine verlegen

Benötigen Sie einen stabilen Unterbau für Ihre Rasengitterstein, dann gehen Sie folgendermaßen vor:

Schritt #1: Aushub für die Schotterschicht

Stecken Sie die zu pflasternde Fläche ab und heben Sie zunächst den Boden aus. Folgende Tiefen sollten Sie beachten:

  • 20 bis 30 cm für Garagenzufahrten und Auffahrten
  • 15 bis 20 cm für Gartenwege
  • 50 cm für LKW-Stellplätze und –Zufahrten

Schritt #2: Boden verdichten

Damit der Boden später nicht absackt und die Rasengittersteine schief liegen, verdichten Sie nun den Untergrund mit einer Rüttelplatte. Haben Sie keinen zur Hand, können Sie insbesondere bei kleineren Flächen auch einen Handstampfer verwenden.

Schritt #3: Randsteine verlegen

Damit es später ordentlich aussieht, verlegen Sie nun Randsteine. Dazu brauchen Sie erdfeuchten Magerbeton, um die Kantensteine zu fixieren. Die gewünschte Oberkante der Steine markieren Sie sich am besten mit einer Maurerschnur. Daran lassen sich die Randsteine perfekt ausrichten und mit feuchten Beton rechts und links stabilisieren.

Schritt #4: Schotter einfüllen

Füllen Sie nun Schotter in der gewünschten Dicke in die vorbereitete Fläche. Idealerweise besitzt dieser eine Körnung von 16 oder 32 mm.  Nun wieder mit dem Rüttler verdichten und an der Mauerschnur ausrichten. Planen Sie zusätzlich 4 cm für die Ausgleichsschicht ein und denken Sie an die Dicke der Rasengittersteine. Sind diese 8 cm dick, sollten Sie etwa 12 cm Platz zur Mauerschnur lassen. 11 cm reichen auch, den in der Regel sackt alles noch etwas ein.

Schritt #5: Ausgleichsschicht vorbereiten

Die Rasengittersteine werden nicht direkt auf den Schotter, sondern auf eine sogenannte Ausgleichsschicht gelegt. Diese besteht aus einer Mischung aus Sand, Splitt und Mutterboden zu gleichen Teilen. Danach die Fläche wieder verdichten.

Schritt #6: Verlegen der Rasengittersteine

Jetzt können Sie die Rasengittersteine in die Ausgleichsschicht legen. Betonsteine sollten Sie in einem Abstand von etwa 3 mm zueinander verlegen, damit die Kanten später beim Abrütteln nicht abplatzen. Kunststoffwaben werden ineinander verhakt.

Schritt #7: Kammer verfüllen

Liegen die Rasengittersteine, nehmen Sie die gleiche Mischung aus Schritt #5 wieder zur Hand und füllen damit die Erdkammern. Versuchen Sie die Erde in den einzelnen Kammern etwas fest zu stampfen und fegen Sie die restliche Erde, die auf den Stegen liegenbleibt, einfach hinein. Anschließend die Fläche wässern.

Schritt #8: Steine abrütteln

Rütteln Sie nun die Rasengittersteine mit einer Rüttelplatte fest. Es kann hierbei durchaus passieren, dass der eine oder andere Stein beschädigt wird. Tauschen Sie diesen einfach aus. Sie sollten also immer noch welche in Reserve halten. Sackt das Subrat ab, die Kammern einfach noch einmal mit der Erde-Sand-Splitmischung befüllen.

Schritt #9: Rasen einsäen

Im letzten Schritt säen Sie den Rasen ein. Wählen Sie hierfür am besten eine Mischung, die sich speziell für Parkplätze eignet. Gerade am Anfang sollten Sie die Fläche regelmäßig wässern, damit das Gras gut wächst. Auch Düngen und Mähen sollten Sie nicht vergessen. Haben Sie dreimal gemäht, sollte die Grasnarbe ausreichend fest sein und kann befahren werden.

Letzte Aktualisierung am 21.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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