Wer eine Gartentreppe selbst bauen und anlegen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Hier sollen zwei Methoden vorgestellt werden. Im ersten Teil geht es um das Einschalen und Betonieren einer kleinen Treppe für den Garten. Im zweiten Teil wird gezeigt, wie eine Gartentreppe mit Hilfe von Fertigteilen aus Beton hergestellt werden kann.

Gartentreppe

Gartentreppe (Foto: KANN Baustoffwerke)

Selbst betonieren oder Fertigteile verwenden?

Eine Treppe selbst betonieren ist sicherlich günstiger. Außerdem lässt sich die Gartentreppe ganz individuell gestalten. Allerdings ist der Aufwand wesentlich größer. Sie brauchen einen Betonmischer und müssen selbst die Treppe einschalen. Einfacher geht es mit fertigen Betonelementen. Letztlich müssen Sie entscheiden, welche der beiden Methoden Sie bevorzugen.

Gartentreppe einschalen und betonieren

Damit beim Betonieren der Treppe alles glatt läuft, muss insbesondere die Schalung fachgerecht hergestellt werden. Der Bauprofi weiß natürlich, wie das funktioniert und zimmert mit Brettern und Nägeln etwas zusammen, was jedem Betondruck standhält. Beton entwickelt nämlich unglaubliche Kräfte, wird er auf die Schalung losgelassen. Ganz schnell wird dann aus einer Schalung ein wilder Bretterhaufen und anstatt einer Treppe gibt es nur einen riesigen Betonhaufen im Garten. Das mag dann vielleicht als Kunst durchgehen, doch ihren Zweck als Treppe kann sie dann nicht mehr erfüllen.

Wie bereits angeklungen, braucht es für die Treppenschalung Bretter, Kanthölzer, Nägel und natürlich einen Hammer. Eine Säge braucht es natürlich auch, um das Holz in die richtige Größe zu bringen. Damit die Treppe sich später nicht verschiebt und es zu Frostschäden kommt, braucht es ein Fundament. Ist der Boden gewachsen, also nicht frisch aufgeschüttet, reicht eine 20 cm dicke Schotterschicht aus.

Bei einem frisch aufgeschütteten Garten empfiehlt es sich allerdings, die Treppe frostsicher zu gründen. In diesem Fall muss der Boden 80 cm tief ausgeschachtet und ein Betonfundament gegossen werden. Beim Beton kommt es auf die richtige Mischung. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man zu acht Schaufeln Kies-Sand eine Schaufel Zement hinzugibt. Wasser braucht es auch – hier sollte man nur soviel hinzugeben, dass es ein fester Brei wird. Später beim Betonieren der Treppe kann der Beton dann etwas flüssiger sein – allerdings auch nicht dünnflüssig.

Das Rezept für den perfekten Beton finden Sie hier.

Gartentreppe betonieren

Anordnung der Schalbretter für die Gartentreppe

Bretter und Kanthölzer halten den Beton in Zaum

Ist das Fundament fertig, kann mit dem Einschalen der Treppe begonnen werden. Vorher sollte man sich jedoch bereits Gedanken darüber gemacht haben, wie breit und wie hoch die Treppenstufen sein sollen. Wer genügend Raum zu Verfügung hat, kann die Stufen ruhig schön breit und nicht so hoch machen. So ist die Treppe später einfacher zu begehen. Die Schalbretter sind nun entsprechend der gewünschten Stufenabmessungen zuzusägen.

Für jede Stufe werden vier Bretter benötigt, die dann zu einem oben und unten offenen Kasten zusammen genagelt werden. Dabei kommt es nicht auf Schönheit an, denn die Bretter werden nach dem Betonieren sowieso wieder entfernt. Es macht also nichts, wenn die Nägel krumm eingeschlagen werden. Rechtwinklig müssen die Bretter allerdings schon zueinander sein, damit die Treppe später ins Lot kommt.

Der Bretterkasten alleine kann den Betonkräften nicht standhalten. Es sind daher Stützen in Form von Kanthölzern bzw. Brettern notwendig, die den Betondruck ins Erdreich ableiten. Wie die Hölzer angeordnet werden, lässt sich ganz gut der Zeichnung entnehmen. Mit der Schalung ist die ein großer Teil der Arbeit bereits getan, das Betonieren an sich geht wesentlich schneller.

Konstruktive Bewehrung, damit der Beton der Gartentreppe nicht reißt

Beton hat die schlechte Angewohnheit zu reißen. Um Risse zu verhindern, sollte daher einer konstruktive Bewehrung vorgenommen werden. Es müssen also Moniereisen eingelegt werden. Es ist darauf zu achten, dass die Bewehrungseisen von mindestens zwei Zentimetern Beton überdeckt werden. Nur so wird eine Korrosion des Eisens vermieden. Spezielle Abstandshalter sorgen für die nötige Betonüberdeckung. Sie werden an den Eisenstäben befestigt.

Nach dem Einlegen der Bewehrung, kann betoniert werden. Der Beton wird nach dem oben verlinkten Rezept angemischt  und in die Schalung gefüllt. Damit er sich gleichmäßig verteilt, sollte man mit einem Stock in der flüssigen Masse „herumstochern“. Die Profis nehmen dafür eine Rüttelflasche.

Ist die Gartentreppe betoniert, braucht es etwa zwei, drei Tage, bis der Beton soweit abgebunden hat, dass die Schalung entfernt werden kann. Wer die Treppe mit Natursteinplatten oder Fliesen belegen möchte, muss allerdings damit noch einige Wochen warten. So lange dauert es, bis der Beton vollkommen durchgetrocknet ist.

Doch Vorsicht: Fangen Sie nicht zu früh mit dem Verfliesen an, da es sonst zu Schäden kommen kann. Der Beton muss bereits weitestgehend durchgetrocknet sein. Spätestens im Winter wenn der Frost kommt, sorgt die im Beton verbliebene Feuchtigkeit für Ärger. Abgeplatzte Fliesen sind die Folge.

Eine Gartentreppe aus Beton-Fertigteilen

Das mit dem Einschalen und verfüllen mit Frischbeton ist nicht jedermanns Sache. Das ist kein Problem, denn es gibt jede Menge Alternativen, um sich eine schicke Gartentreppe zu realisieren. So kommen zum Beispiel häufig fertig betonierte Blockstufen aus Beton zum Einsatz. Das hört sich zunächst einmal langweilig und grau an, doch die Betontechnik vermag heutzutage einiges zu leisten.

Und so ist von elegant bis rustikal, von Naturstein- bis Bahnschwellenoptik vieles möglich, was Gartentreppen attraktiv macht. Wer Beton trotzdem nichts abgewinnen kann, für den gibt es im Handel auch Treppenstufen aus Naturstein oder Ziegel zu kaufen. Und natürlich können Sie auch echte Bahnschwellen verwenden, allerdings sind die häufig mit giftigen Holzschutzmitteln behandelt.

Blockstufen, Winkelstufen oder Legestufen mit Steller

Bei den Betonstufen wird zwischen Blockstufen, Legestufen mit Steller sowie Winkelstufen unterschieden. Alle Stufenarten besitzen ihre individuellen Vorteile:

  • Bei Blockstufen handelt es sich zum Beispiel um einteilige Fertigbauteile, die vor allem zweckmäßig und einfach zu verarbeiten sind.
  • Optisch leichter wirken hingegen Legestufen mit Steller, die aus einer Stufenplatte sowie einer Unterlage bestehen.
  • Gleiches gilt für Winkelstufen, die nach dem Einbau nicht von Blockstufen zu unterscheiden sind, aber wesentlich leichter sind. Das vereinfacht die Verlegung wesentlich.
Blockstufen

Eine Gartentreppe aus Blockstufen

Ohne Fundament können die Betonstufen nicht leben

Damit die Gartentreppe aus Betonstufen später ihren Aufgaben tadellos nachkommt, braucht es ein Fundament. Das wird am besten aus einem wasserdurchlässigen Magerbeton hergestellt. Das erspart eine Drainagematte, die gegebenenfalls zwischen Fundament und Betonstufen eingebaut werden muss. Auf jeden Fall sind die Betonstufen mit einem leichten Gefälle nach vorne zu verlegen, damit das Regenwasser problemlos ablaufen kann.

Stellstufen

Eine Gartentreppe mit Legestufen und Steller

Bei Blockstufen wird die unterste Stufe in ein 20 cm tiefes, frostfrei gegründetes Betonfundament gesetzt. Die weiteren Stufen brauchen kein so dickes Fundament, da reichen 10 cm Beton auf einer Sauberkeitsschicht aus Kiessand aus. Die Stufen selbst werden in eine etwa 2 cm dicke Mörtelschicht gelegt. Die Winkelstufen werden auf gleiche Weise verlegt.

Winkelstufen

Eine Gartentreppe mit Winkelstufen

Der Einbau der Legestufen erfolgt wie bei den Blockstufen, zusätzlich müssen Stufenelement und Unterlage mit Mörtel verklebt werden. Das geschieht mit Mörtelstreifen, die etwa 3 cm dick und 12 cm breit sind. Auch die Stellstufen brauchen ein ausreichend dimensioniertes Fundament, sonst besteht die Gefahr, dass sie sich mit der Zeit nach vorne neigen – und das muss nun wirklich nicht sein.