Wer eine Gartentreppe selbst bauen und anlegen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. An anderer Stelle erfahren Sie, wie Sie die Treppe aus Beton-Fertigteilen bauen, hier geht es um eine frisch betonierte Treppe. Hier kommt es auf verschiedene Dinge an – vom Fundament über das Einschalen bis hin zur Bewehrung. Das ist eine ziemlich anspruchsvolle Arbeit für Selbermacher. Doch keine Panik – hier gibt es die passenden Infos dazu.

Betontreppe

So könnte die fertige Treppe aussehen (Foto von Ekkapop Sittiwantana auf Pixabay)

Planen der Gartentreppe

Jeder Treppe ist anders, mal wird sie an eine Wand angeschlossen, mal ist sie freistehend. Auch die Höhe, die überwunden werden muss, ist überall anders. Manche Gartentreppen sind zudem freitragend, während andere auf gewachsenem Erdreich errichtet werden. Entsprechend unterschiedlich fällt hier die Schalung aus. Hier kann es daher nur allgemeine Informationen geben, Sie müssen diese dann auf Ihr eigenes Projekt übertragen.

Maße einer Treppe

Klar ist jedoch, dass die Gartentreppe möglichst bequem begangen werden sollte. Dafür gibt es Regeln, die Sie einhalten sollten. Steighöhe und Auftrittsbreite sind hier die Stichworte. Die Steigung von der eine zur anderen Stufe sollte zwischen 16 cm und 19 cm liegen. Addiert man Steighöhe und Auftrittsbreite, so sollte sich ein Wert von etwa 45 cm ergeben. Hier noch einmal im Überblick:

Steigung der Stufen 16 bis 19 cm
Auftrittsbreite der Stufen 26 bis 29 cm
Summe Steigung plus Auftrittsbreite 45 cm

Beispiel:

Sie wollen mit der Gartentreppe einen Höhenunterschied von 1,50 m überwinden. Sie soll 8 Stufen haben:

150 cm / 8 = 18,75 cm Steigung pro Stufe

Auftrittsbreite: 45 cm – 18,75 cm = 25,25 cm

Das sind natürlich nur Richtwerte, wenn die Breite des Auftritts später ein, zwei Zentimeter mehr oder weniger ist, wird das nicht viel dran ändern – die Gartentreppe ist dennoch bequem zu begehen. Sie sollte aber aus optischen Gründen schon darauf achten, dass alle Stufen gleich breit sind.

Fundament nötig oder nicht?

Damit die Treppe sich später nicht verschiebt und es zu Frostschäden kommt, braucht es ein Fundament. Ist der Boden gewachsen, also nicht frisch aufgeschüttet, reicht eine 20 cm dicke Schotterschicht aus.

Bei einem frisch aufgeschütteten Garten empfiehlt es sich allerdings, die Treppe frostsicher zu gründen. In diesem Fall muss der Boden 80 cm tief ausgeschachtet und ein Betonfundament gegossen werden. Beim Beton kommt es auf die richtige Mischung.

Auf der sicheren Seite ist man, wenn man zu acht Schaufeln Kies-Sand eine Schaufel Zement hinzugibt. Wasser braucht es auch – hier sollte man nur soviel hinzugeben, dass es ein fester Brei wird. Später beim Betonieren der Treppe kann der Beton dann etwas flüssiger sein – allerdings auch nicht dünnflüssig.

Hier erfahren Sie alles, was Sie zum Thema Fundament wissen müssen

Einschalen der Gartentreppe

Ich habe zwei Zeichnungen erstellt, wie die Schalung einer Gartentreppe aussehen kann. Einmal ist die Treppe an eine Wand angeschlossen, einmal ist sie freistehend. Schauen Sie selbst, welche Version Sie benötigen.

Treppe an Wand angeschlossenFreistehende Gartentreppe

Treppe einschalen

Hier wird die Gartentreppe an eine Wand angeschlossen. Außerdem ist sie freitragend. Hier kommt es insbesondere auf eine stabile Tragkonstruktion an. Es ist zu empfehlen, auf der Rückseite noch einen Balken über die gesamte Länge zu montieren, damit die Schalung beim Betonieren stabil bleibt.

Gartentreppe betonieren

So könnte die Schalung bei einer freistehenden Treppe aussehen, die auf einen gewachsenen Untergrund gesetzt wird. Hier braucht das nach unten keine zusätzliche Verstärkung. Zumal diese nach dem Betonieren überhaupt nicht mehr entfernt werden könnte.

Ein paar allgemeine Einschaltipps:

  • Die Schalung wird entweder miteineinander verschraubt oder genagelt. Wichtig ist hierbei vor allem, dass das Holz dabei nicht splittert. Das erreichen Sie zum Beispiel dadurch, indem Sie die Spitzen der Nägel abknipsen. Wollen Sie Schrauben verwenden, bohren das erste Brett vor, damit nichts reißt.
  • Sie  sollten außerdem niemals in das Hirnholz nageln oder schrauben, dafür ist das Längsholz der Laschen da. Das sind die kurzen Bretter, die die langen Bretter zusammenhalten.
  • Der Beton wird später jede Menge Druck ausüben, die Schalung muss daher nach allen Seiten ausreichend stabilisiert werden. Passiert das nicht, wird es Ihnen später die Schalbretter auseinander drücken. Also lieber eine Strebe mehr einplanen als eine zu wenig. Das Holz ist auch nicht verloren, es kann nach dem Ausschalen wiederverwendet werden.
  • Soll der Beton später sichtbar bleiben, sollten Sie überlegen, ob Sie die Bretter der Schalung vorher etwas glattschleifen wollen. Kommen noch Fliesen drauf, können Sie sich diesen Arbeitsschritt aber auch sparen.
  • Wenn Sie wollen, sprühen Sie die Schalbretter vor dem Betonieren mit einem Trennmittel ein. Das Öl sorgt dafür, dass sich die Bretter später besser lösen lassen. Normalerweise sollte es aber auch ohne gehen.

Die Gartentreppe bewehren

Auf eine Bewehrung sollten Sie bei Ihrer Treppe nicht verzichten. Das Bewehrungseisen sorgt dafür, dass der Beton später höhere Zugkräfte aufnehmen kann. Hier erfahren Sie alles zum Thema Bewehrung.

Verwenden Sie für die Bewehrung einen Betonstahl mit dem Durchmesser 8 mm und 10 mm. Schneiden Sie diese entsprechend der Länge der Treppe zu und verkanten sie so, dass sie dem Verlauf der Treppe entsprechen.

Bauen Sie die Stahltäbe in Treppenlaufrichtung in einem Abstand von 10 cm ein. Verbinden Sie die längs und quer laufenden Stäbe mit Bindedraht. Das ist notwendig, damit die Bewehrung beim Einbringen des Betons nicht verrutscht.

Bauen Sie den Betonstahl so ein, dass er an jeder Stelle mit mindestens 3 cm Beton überdeckt ist. Gegebenenfalls helfen Abstandhälter, die Betonüberdeckung sicherzustellen.

Die Treppe betonieren

Verwenden Sie zum Betonieren der Treppe am besten einen Fertigbeton der Güteklasse C25/30. Die frühere Bezeichnung lautet B25. Der steife Beton sollte in einem Arbeitsgang in die Schalung gefüllt werden. Dabei ist er fleißig zu stampfen, damit er sich verdichtet und keine Lufteinschlüsse zurückbleiben.

Ziehen Sie die Stufen mit einem Reibebrett und der Glättkelle ab, damit Sie später nicht mehr nachspachteln müssen. Ist die Treppe fertig gefüllt, gilt es abzuwarten.

Ist die Gartentreppe betoniert, braucht es etwa zwei, drei Tage, bis der Beton soweit abgebunden hat, dass die Schalung entfernt werden kann. Wer die Treppe mit Natursteinplatten oder Fliesen belegen möchte, muss allerdings damit noch einige Wochen warten. So lange dauert es, bis der Beton vollkommen durchgetrocknet ist.

Doch Vorsicht: Fangen Sie nicht zu früh mit dem Verfliesen an, da es sonst zu Schäden kommen kann. Der Beton muss bereits weitestgehend durchgetrocknet sein. Spätestens im Winter wenn der Frost kommt, sorgt die im Beton verbliebene Feuchtigkeit für Ärger. Abgeplatzte Fliesen sind die Folge.

Wollen Sie den Beton selbst herstellen, hilft Ihnen diese Anleitung.

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